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Vier Motorräder standen vor dem Touratech Shop in
Niedereschach bereit. Wer zu lange am Klo sitzt, den bestraft das Leben
- so blieb für mich beim Betreten des Parkplatzes neben den 2-Zylindern
"nur" die kleine Ténéré für die kommende Tour durch Schwarzwald, Elsass
und Vogesen übrig. Die alternden Kollegen Kot, Grammer und Arlo
platzierten ihre überfütterten Leiber auf den dicken Reisedampfern,
während ich meinen nach Abenteuern dürstenden Körper
nun notgedrungen auf dem Einzylinder platzierte. "Strafe muss sein", dachte ich und ließ
meine Finger über's Garmin Navi tänzeln. Die "schnellste Route" wurde in
"kürzeste Strecke" geändert. Autobahnen und Fernstraßen wurden
ausgeschlossen und schon verschob sich der Ankunftszeitpunkt deutlich
nach hinten und die vorgeschlagene Route war ein reines Kurvenmeer.
Die gutmütige Yamaha war einfach zu verstehen und so war die
Eingewöhnungsphase sehr kurz. Schon nach wenigen Metern erfreute ich
mich am im Vergleich zu den 2-Zylindern niedrigeren Gewicht. Das
Reisetempo konnte dank der gewählten Route selten über 130 km/h
gesteigert werden und bis in diesen Bereich war die Fahrt ein Heimspiel
für die Yamaha.
Während die Tour auf deutscher Seite, im Schwarzwald, ständig über
eher stark befahrene Straßen führte, war es auf der französischen Seite
vom Rhein deutlich ruhiger. In den Vogesen sahen wir oft ewig keine
anderen Motorradfahrer oder gar Autos, dafür umso mehr enge Pässe mit
teilweise schlechtem Asphalt oder auch Schotter. Schon nach dem ersten
Tag hatte ich klare Gedanken zum verbauten Touratech Zubehör gefasst.
Grundsätzlich kann man diese Teile in verschiedene Kategorien einteilen.
Da gibt es das Hardcore-Zubehör. Macht eigentlich nur Sinn bei einer
ernsthaften Weltumrundung oder eben als Tuningteil für zu klein geratene
Körperteile am Tourenfahrer-Stammtisch. Mit dem dezenten, gleichzeitig
jedoch edlen und hochwertigen Touratech-Zeug wirkt man trotzdem niemals
wie ein
Angeber, sondern wird immer als Kenner und Könner betrachtet.
Andere Teile machen selbst bei normalen Ausfahrten und
Tagestouren Sinn und verbessern das Motorrad in kleinen und feinen
Details spürbar.
Unverzichtbar sind für uns die Stahlflexleitungen, welche auch
bei schwerer Beladung und langen Passabfahrten die Kondition der
Endurobremse erhöhen. Der Xenonscheinwerfer und der
Nebelscheinwerfer wurde zu Beginn der Reise noch als Optik-Gimmick
belächelt, machte dann aber bei etwas zu optimistischer Tourenplanung
spätabends durchaus Sinn. Beim Motorschutz gibt es verschiedene
Varianten im Touratech-Angebot - klein, groß und mit Werkzeugfach. Unser
Werkzeugfach wurde von uns nie benutzt, verfehlte bei den Wirten auf den
Gipfeln der französischen "Cols" aber nie seine Wirkung.
Die unverwüstlich wirkenden Zega Pro Boxen fielen für mich zu
Beginn der Reise noch in die oben genannte "Kompensations-Kategorie",
mussten dann aber in der Praxis den zu klein geratenen Trizepsmuskel
ersetzen. Beim Rangieren starb der Motor ab, die Tenere kippte, der
Trizeps ächzte und die Tenere flog mit voller Beladung auf den Feldweg.
Ein Plastikkoffer wäre nun vermutlich ganz normal zerbrochen oder
zerbeult, den Alukoffer kann man dagegen jederzeit ausbeulen, schweißen
und reparieren. Vergeblich suchten wir dann Kratzer und Dellen an
irgendeiner Stelle des Motorrades oder am Koffer. Zego Pro Boxen,
Sturzbügel und auch der ganze Aluteile-Kram sehen nicht nur toll
aus, sondern erfüllen im Fall der Fälle auch ihren Zweck. Den weniger
peinlichen Hardcore Test müssen diese Teile übrigens bei den zahlreichen
Touren von Touratech Chef Herbert Schwarz über sich ergehen
lassen. Die bewegende Firmengeschichte vom Abenteurer samt Werdegang vom
Katalog (vom 12-Seiter 1995 bis zum 1000-Seiter) findet ihr
hier. |