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Volli |
Gilera GP800 |
23.05.2008 14:40:00 |
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Gilera bringt den XXL Scooter. Größer als Burgman, TMax und Silverwing.
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Gilera GP 800 |
| | Schauplatz Westautobahn, linke Spur. Ich laufe knapp
vor Preßbaum auf einen Passat Kombi auf. Dunkelblau, 2,0-Liter-TDI, 140 PS.
Der Krawatten-Herr am Steuer schaut in den Rückspiegel und gibt Gas. Das kennen
wir. Motorrädern muss gezeigt werden, wo’s lang geht.
Als wir uns speedmäßig der endgültigen Führerscheinentzugs-Grenze nähern, gibt
er endlich nach, zieht rüber auf die rechte Spur. Ich ziehe auf gleiche Höhe. Er
schaut mich an. Ich schau ihn an. Er reißt die Augen auf. Schaut auf seinen
Tacho. Schaut auf die Gilera. Schüttelt den Kopf. Klopft auf seinen Tacho.
Schaut wieder auf mich. Ich zieh vorbei und davon. Detail am Rande: Vom
Rückspiegel aus betrachtet, schaut sie eher wie ein Touren-Bike aus. Die
leicht pummelige und reichlich lange Rollerfigur entpuppt sich erst seitlich
betrachtet.
Nein, ich sag jetzt nicht öffentlich, wie schnell ich gefahren bin. Aber ich
weiß, dass die GP800 zumindest laut Tacho dreistellig mit einem Zweier davor
kann. Und dabei fahrwerksseitig verdaulich bleibt. Einzig Wind mag sie nicht. Zu
viel Angriffsfläche. Es reißt einen jedenfalls ordentlich, wenn man eine Böe
frisst.
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Ein Roller, der es mit den Großen aufnimmt. |
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Der Piaggio-Konzern, daheim im Schlaraffenland der Scooter, schob unter dem
Label Gilera einen Roller auf die Zweiradbühne, der jenseits von Mega ist.
Wohl hatten TMax, Silverwing und Burgman im Segment der Mega-Scooter das
Hubraum-Limit schon längst in die Höhe getrieben. Suzuki hält – nein, hielt
bislang - die Spitze mit 55 PS aus einem 638 ccm-Zweizylinder, das Ganze
garniert mit Automatik inklusive Tippfunktion.
Gilera legte sowohl beim Hubraum als auch bei der Leistung noch einiges drauf
und taufte das Ganze GP 800. Man pflanzte den Piaggio-Konzern eigenen 839 ccm-V2
(ist bereits bekannt aus der Aprilia Mana) in einen Motorrad-verdächtigen
Doppelschleifenrahmen und schneiderte ein Rollerkleid drum herum. Allerdings
leistet das Aggregat im Vergleich zur automatischen Aprilia etwas weniger, das
Mapping wurde auf fülligeres Drehmoment im mittleren Drehzahlbereich ausgelegt.
So oder so: 69 PS für einen Roller sind nicht ohne.
Auch von der Mana geerbt hat der fette Scooter die Automatik, diese ebenfalls
mit modifizierter Abstufung. Und ohne Tipp-Funktion. Die Begründung für
Letzteres: Man wolle sich nicht innerhalb des Konzerns kannibalisieren. Aha!
Gerüchten zufolge soll’s aber künftig eine verschärfte GP800-Version geben. Mit
schärferer Performance und Tipp-Funktion.
Doch so weit ist es noch nicht. Die „normale“ GP ist ja gerade erst angekommen.
Und damit schließen wir das fade Autobahn-Kapitel, stellen abschließend nochmals fest, dass das Fahrwerk das grausliche A1-Holperflickwerk vom Auhof
bis Pressbaum ziemlich souverän glatt bügelt (der Radstand ist ja mit 1.585
Millimetern wohl lang genug) und rollen durch die erste Ortschaft. |
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Wie man sie auch dreht und wendet: Sie ist und
bleibt ein Roller, ein großer. | | |
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Entspannt, aber eindeutig zu schnell für das Auge des
Gesetzes. Das aber vor lauter Schauen und Staunen gar nicht reagiert und
auch nicht die Verfolgung aufnimmt. Kein Wunder. Der Response des V2 ist
verzögerungsfrei und prompt, das Getriebe schaltet weich, ruckfrei und immer
richtig. Der Sound aus dem Doppelendrohr ist äußerst verhalten. Man reist
akustisch unauffällig. Nach Ende des Ortsgebiets lasse ich die Gilera einmal
ein bisschen über die Landstraße galoppieren. Weite Radien nimmt sie auch
ohne Schenkeldruck, denn zum Drücken ist ja nicht viel da. Roller heißt
schließlich kein Knieschluss. Das hemmt anfangs ein wenig das Vertrauen. Wenn
das hergestellt ist, kann man doch ziemlich ordentlich andrücken. Und dann zeigt
sie auch, dass sie Schräglagen durchaus kann, wurscht ob der Asphalt bügelglatt
oder löchrig ist. Und zwar mit Schwingen statt Drücken. Nachdruck, sprich
gezielte Gewichtsverlagerung, braucht sie dann aber doch, wenn engere Winkel –
Haarnadeln - umrundet werden sollen. | |
Flotte Wechselkurven sind nicht unbedingt ihr Revier. Da
fehlt es ein wenig an Temperament seitens Antrieb und Fahrwerk.
Sechzehner-Vorderräder sind ja nicht gerade bekannt für Einlenk-Agilität. Und
würzige Kürze kann man dem Riesen-Roller ja auch nicht nachsagen. 1.585
Millimeter Radstand kennt man eher aus dem Segment der Cruiser und
Straßenkreuzer. Und machen den Wende- nicht gerade zum kleinen Kreis. Nicht
unvorteilhaft jedoch ist die Schwerpunktlage, nämlich tief unten, was auch
notwendig ist, denn leicht
ist das Trumm nicht. 275 Kilo vollgetankt. Was sich beim Rangieren einigermaßen
ins Zeug legt. Und erst beim Raufhieven auf den Mittelständer.
Es ist anfangs recht gewöhnungsbedürftig, dass die linke Hand praktisch
arbeitslos ist. Doch bald findet sich auch für die linke Hand etwas zu tun.
Vielmehr für den linken Zeigefinger, zum Mitbremsen. Die Anker insgesamt sind
absolut überzeugend und motorradwürdig. Wohl mit rollertypisch eher diffusem
Druckpunkt, aber enorm effektiv. Weshalb für die Hinterradbremse, siehe oben,
gewöhnlich auch der Zeigefinger durchaus ausreicht.
Fazit nach einer 250-Kilometer-Runde: Auffallen tut die GP 800 auf den ersten
Blick nicht so sehr, wenn sie auf dem Parkplatz steht. Vielleicht liegt das an
der Farbe des Test-Modells. Wir hatten sie in zurückhaltend gedeckt-dunklem Rot.
Aufmerken tun alle die, die überholt werden, Auto- und Moped-Fahrer. Und
aufgefallen ist sie auch einem älteren Herrn, der laut Erzählung einen Schwergewichts-Tourer sein eigen nennt. Denn die GP 800 hat durchaus auch
Stauraum zu bieten. Zwar nicht in ausladenden Seitenkoffern, immerhin aber unter
der Sitzbank. Da geht sich entweder ein Standard-Integralhelm aus, oder ein
sparsamer Einkauf. Mehr nicht. Wer mehr mitnehmen will, muss einen Rucksack
packen. Oder das – optionale - Topcase montieren. |
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Ein paar praktische Features hat die Riesenrolle auch
noch: Die Frontscheibe ist per Knopfdruck in der Höhe verstellbar. Da kann man
sich – je nach Körpergröße – aussuchen, ob man aufrecht mit dem Kopf im laut
pfeifenden Wind oder buckelig geduckt hinter Plastik sitzen will. Die
schürzenartig verbreiterte Front schützt übrigens nicht vor kalten Knien (und
eine Sackerl-Aufhänge-Möglichkeit gibt’s bauartbedingt auch nicht). Dafür gibt’s
eine Hand- beziehungsweise Feststellbremse, wie bei der Mana - sollte es sich
die GP überlegen, davonrollen zu wollen. Apropos Bremse: Die Handhebel sind
vierfach vestellbar. Und die Sitzbank kann man entweder per Schlüssel-dreh oder
per Fernbedienung öffnen. Wie beim Auto. Autoträchtig, aber in der Zweirad-Welt
direkt schon banal ist auch die Option auf ein Navigationssystem. Damit man
nicht in die Irre rollert. |
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Die Kraft eines Motorrads im Körper eines Rollers.
839 ccm, 69 PS, 71 Nm. |
Klein genug für die Innenstadt und immer noch viel schneller
als jedeNachteiles Auto. |
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Vorteile |
Nachteile |
+starker Motor
+gut abgestimmte Automatik
+für einen Roller ein sehr gutes Fahrwerk
+überzeugende Bremsen | -hohe Windanfälligkeit
-ziemlich hohes Gewicht
-nicht berauschende Wendigkeit
-für einen Roller wenig Stauraum | | |
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Technische Daten Gilera GP 800 |
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Motorbauart |
2-Zylinder, 4-Takt-Motor, V 90° |
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Hubraum |
839 ccm |
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Bohrung x Hub |
88 x 69 mm |
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Leistung (homologiert) |
50,5 kW (69 PS) @ 7.750 U/min |
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Max. Drehmoment |
71 Nm @ 4.500 U/min |
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Kompresssion |
10,5:1 |
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Starter / Batterie |
E-Starter / 12V/14 Ah |
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Getriebe |
stufenlose CVT-Automatik mit
Ausdehnungsscheiben
und Drehmomentunterstützung, Keilriemen |
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Gemischaufbereitung |
elektron. Multipoint-Einspritzung (Drosselklappe 38
mm) |
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Steuerung |
4 V / SOHC |
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Primärtrieb |
Keilriemen |
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Sekundärtrieb |
Kette |
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Kühlung |
Flüssigkeit, 2,4 Liter |
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Kupplung |
automatische, selbstlüftende Trockenkupplung. |
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Rahmen |
Doppelschleife, Stahl |
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Schwinge |
Alu-Zweiarm |
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Federung vorne |
Telegabel Ø 41 mm |
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Federung hinten |
Monoshock, seitlich (links) an der Schwinge
abgestützt, Vorspannung einstellbar |
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Federweg vorne / hinten |
126 / 135 mm |
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Bremse vorne |
2 x Doppelkolben-Festsattel, 300 mm-Scheiben,
schwimmend gelagert |
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Bremse hinten |
1 x Einkolben-Festsattel, 280 mm Scheibe, schwimmend
gelagert |
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Felgen, vorne / hinten |
3,50 x 16"; 4,50 x 15", Fünfspeichen-Alu |
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Bereifung vorne / hinten |
120/70 16; 160/60 R 15 |
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Enddämpfer |
Doppelrohr |
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Radstand |
1.585 mm |
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Länge/Breite/Höhe |
2.230/790/1300 |
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Sitzhöhe |
790 mm |
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Tankinhalt |
14 Liter / 1,8 Liter Reserve |
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Gewicht |
248 kg |
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0 – 100 km/h |
5,7 sec |
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Top-Speed |
Ca. 200 km/h |
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Preis Österreich:
€ 10.999,- |
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Details Gilera GP
800 |
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Das Cockpit schaut mehr nach Motorrad,
als nach Roller aus. |
Das Windschild ist stufenlos höhenverstellbar,
elektrisch - per Knopfdruck. |
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Feststellbremse, damit die Gilera nicht davonläuft. |
Vorne 16 Zoll und Doppelscheibe. |
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Roller-typisches Zündschloss mit integrierter Sitzbankverriegelung. |
Elegant schmiegt sich der Soziusfußrasten, wenn eingeklappt,
ins Kleid. |
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Kein Platz für
zwei. Nur ein Integralhelm kann verstaut werden. |
Nix da mit Roller-typischer Schwinge,
das ist eine echte zweiarmige aus Alu. |
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Auf den ersten Blick ein Roller - auf den zweiten aber mehr als das. |
Mächtiges Doppel-Endrohr mit schmächtigem Sound. |
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Text: Beatrix Keckeis-Hiller
Fotos: Gilera | |
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| 1000ps Data Recording |
Gilera GP800 |
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online seit : 1464 Tagen |
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| 1000ps Userbewertung für Bike: GILERA GP 800 |
Optischer Eindruck: |
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Technischer Eindruck: |
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Gesamteindruck: |
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| Kaufkraft: |
ein Kauf heuer kommt für 24,68 % der Bewerter in Frage
ein Kauf später kommt für 42,86 % der Bewerter in Frage
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| 1000ps Userbewertung: Gilera GP800 von
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