Die Mother war die einzige, die bei Minusgraden und Schnee 800 km mit der FJR spulen wollte.
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Erste Tour mit der Dauertest FJR 1300 |
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Die Mother fährt
800 Kilometer bei Schnee im Leder |
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20 Grad Temperatur-Unterschied zwischen Austria und
Slovenija. |
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Eine Jungfernfahrt ist und bleibt etwas Besonderes. Wird sie
spontan starten? Hat sie hohes Anfahrdrehmoment, hat sie bullige
Leistungsentfaltung in der Mitte, und das Wichtigste, wie schaut's mit
dem Extraschub oben hinaus aus und wie ist das Geschrei wenn man sie
hernimmt?????
Wiener Neustadt, 15.03.2008, 18 Grad, Sonne, FJR 1300 schwarz silber,
40km:
Als Verfechter fetter ccm³ und turboartigem Drehmoment nahm ich in
freudiger Erwartung das Reiseschlachtschiff von Yamaha, die FJR 1300, in
Empfang, um möglichst rasch die notwendigen km fürs 1000er Service
abzuspulen. Der großvolumige Reihen-Vierzylinder ist aus dem modernen
Motorradbau nicht mehr wegzudenken. Die FJR 1300 ist ein Universaltalent
, welches im sportlichen wie im gemütlichen Reisesegment gleichermaßen
beste Voraussetzungen hat. Dabei ist sie keine müde Tourenschaukel,
sondern ein gut im Futter stehender PS-Protz. Ob Leberkäsesemmeln holen
oder einmal schnell Wien-Gibraltar und zruck, sie macht alles mit. So
steht's im Prospekt, nun in medias res:
Den schwersten Fehler machte ich bereits vor dem Anstarten, nämlich die
Lederkombinesch zu wählen anstatt des Goretex Anzugs, sodass ich am
Seeberg bei minus 1 Grad das erste Mal kurzweilig „sämtliche“ Gliedmaßen
nicht mehr spürte.
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Der Einspritzer startete, nachdem ich 1 Stunde gebraucht habe, die
recht fummeligen Seitenkoffer zu beladen, auf den ersten Drücker mit
leicht erhöhter Leerlaufdrehzahl. Beim Durchqueren der ersten
Kreisverkehre in Wiener Neustadt noch über die 282 kg (vollgetankt)
entsetzt, entpuppt sich die FJR 1300 für ihre Gewichtsklasse bei höheren
Geschwindigkeiten auf den Wechsel rauf erstaunlich agil und leichtfüßig,
der Reisedampfer ist ab 1500 Touren fahrbar, hat sofort gute Gasannahme
und eine gleichmäßige, beeindruckende Leistungsentfaltung mit einem
Schwindel erregenden Drehmoment von 134 Nm bei 7000 Touren. Die
Lastwechsel sind minimal bei geringen Kardanreaktionen und der Auspuff
gibt ein für Reiseschiffe angenehm turbinenartiges Heulgeräusch von
sich. Insgesamt ein Weltmotor, habe aber als XJR 1300 und Fazer 1000
Fahrer ehrlich gesagt nichts anderes erwartet!!! Der erste
Prüfstein ist die A2, die FJR 1300 ist bis knapp vor Topspeed komplett
spurstabil, jedoch bemerkte ich mit meinen schwer bepackten
Seitenkoffern bei voll aufgestellter Windschutzscheibe (elektronisch
regelbar) ab 200 doch ein leichtes Taumeln, Auf der südsteirischen
Weinstraße machten sich erste Gewitterwolken bemerkbar, die mir jedoch
(zu diesem Zeitpunkt) ein Lächeln kosteten, zumal mit Heizgriffen und
dem besten Wind- (und von vorne Regen-) schutz what ever gibt
ausgestattet. Bei forcierter Fahrt durchs Sausal war dann doch wieder
das Gewicht zu spüren, daß sich auf kurvigen Strassen klarerweise
bemerkbar macht, wobei die Dicke eine neutrale Kurvenlage und
ausreichend Schräglagenfreiheit hat, sodass man nicht in jeder
schnelleren Kurve aufsitzt. |
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Irgendwo da muß sie sein, die FJR... |
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Finger-Reanimation an der heissen Stange. |
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Die Federung und Dämpfung auf den schlechten Seitenstrassen der
Steiermark ist mehr als o.k., komfortabel aber nicht zu weich
abgestimmt. Wär's gerne so wie ich härter hat, kann die
Federelemente per Hand einstellen.
Rauf auf die Soboth fiel mir angenehm überraschend die
entspannt-aufrechte Fahrhaltung gepaart mit einem moderat sportlich
angewinkelten Knieschluss auf. Mit der FJR 1300 macht das Orsch Hin und
Her Rutschen in den langgezogenen Kurven der Soboth mordsmäßig Spass.
Beim Runterfahren von der Kärtnerstuben auf die slowenische Seite erwies
mir das ABS bei nasser Fahrbahn hervorragende Dienste, effektive
Doppelscheibenbremse vorne, fein zu dosieren, hinten ebensfalls
wirkungsvoll. Wer sich den Spass macht, das ABS voll auszukosten wird im
Blockierbereich etwas grob abgefotzt.
Bis zum Anfang des Seebergsattels matchte ich mich auf Augenhöhe mit
einer 956 Fireblade, das hohe Gewicht bremst die Motordynamik schon
etwas, dennoch beim Durchzug absolut in Augenhöhe mit einer alten
Fireblade und für ein Schlachtschiff ein Königsklassendruck.
Am Seeberg fing es dann zuerst zum Wascheln und ganz oben zum
Schneeregnen an, wo mir das sehr hell und breit ausleuchtende Fahrlicht
für die Psyche wohltuende Dienste leistete. Auf der slowenischen Seite
bei der Tankstelle war ich sehr überrascht. Erstens 3 FJR 1300 mit
slowenischen Kennzeichen mit Vollaustattung anzutreffen, zweitens über
den Weltklasse Literpreis von 1,06 Euro und vor allem über den Verbrauch
von ca. 7 Liter der Dicken, zurückhaltend sind sicher 6 Liter auch
möglich, für diese Leistungsklasse ein Kompliment an die Yamaha Leute,
meine Schwiegermutter zhaus frisst teilweise 10 Liter auf 100km.
Bei Kilometerstand 490km kehrte ich in Bled beim See ins Grand Hotel
Toplice ein, warf mein Zeug ins Zimmer und begab mich entleert über
die verwinkelten Strassen Richtung Brdo. Keine Spur von
Orschbackenschmerzen, drehte ich noch einige Runden ums Hotel, um ja den
Dampfer auszukosten.
So gesehen war es net verwunderlich, dass ich in aller Hergottsfrüh
wieder Richtung „Kranjska Gora“ aufbrach und mir in Planica ca. 10 min.
lang
das Ski Flug WM Finale anzuschauen. Wer behauptet „nur Fliegen ist
schöner“ ist ein Schwachkopf und/oder noch nicht mit der FJR 1300
gefahren. Die Zruckfahrt war, bis auf das, dass ich mich zum x-ten Mal
in Bad Radkersburg verfuhr und um 20 Uhr in Zöbern in ein Schneetreiben
kam, dass ich mit einem 50 er komplett erfroren bis nach Wiener Neustadt
eierte, ebenfalls eine Wucht:
Fazit: Thanks an 1000ps für's Zur-Verfügung-stellen, der Dampfer ist
eine absolute Kaufempfehlung, werd ich in den nächsten 15 Jahren auf
jeden Fall gegen meine 3 Schwiegermütter eintauschen!!!!!! |
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Der Wahnitza von Planica. |
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Sei net bled, fahr nach Bled. |
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Text: Mother in Law
Fotos: Mother in Law |
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