KTM ZEM Freeride

Die Freeride-Modelle mit Elektromotor sorgen zukünftig auch bei Städtern für "harte Arme".

Zero Emission Sportmotorcycle „Freeride“

Gatschhupfen auch im Ballungsraum!


Laut dem Vorstandsvorsitzenden der KTM Power Sports AG DI Stefan Pierer wurde die Idee das „Zero Emission Sportmotorcycle“ zu entwickeln nicht aus der Krise geboren. Vielmehr soll die lärm- und abgaslose Fortbewegung denen helfen, die sowohl Off- als auch Onroad ihren Sport ausüben wollen ohne dabei den Sheriffs dieser Welt auf Gedeih und Verderb ausgeliefert zu sein. Das ganze Projekt wird unter dem Titel „Freeride“ auf der Tokyo-Motorcycle-Show der Weltöffentlichkeit präsentiert.

Der Name ist Programm und stellt ein klares Bekenntnis von KTM zum Motorrad-Geländesport dar. Durch die Zero Emission soll eine flächendeckende Rückkehr sportlicher Geländemotorräder in urbane Gebiete akzeptiert werden. Auf Grund der lautlosen Art der Fortbewegung erhalten Offroadfahrer völlig neue Perspektiven, um ihren Sport auszuüben. Denn selbst auf geschlossenen Strecken ist es ihnen - speziell in Mitteleuropa - kaum noch möglich ihrer Leidenschaft freien Lauf zu lassen. Durch das Wegfallen der hohen Lärmemissionen sollte es in Zukunft möglich sein, Offroad-Parks in unmittelbarer Nähe zu Ballungszentren zu installieren. Denn auch die neue Zielgruppe der Stadtbewohner hat ein Recht auf „harte Arme“!

Auch in den Räumen gilt - form follows function.

Stefan Pierer.

Leistungsangaben direkt am Motor. Lenkkopf am MX Modell.

Stefan Pierer sieht im Elektroantrieb einen entscheidenden Schritt in die Zukunft der Motorradindustrie und des Zweiradsports. Speziell im Offroadbereich kann die E-Mobilität unmittelbar umgesetzt werden, weil die Dauer des Einsatzes in der Regel durch die Physis des Piloten und nicht durch die Reichweite der Batterie begrenzt wird. Allerdings muss es das Ziel von KTM sein, „Freeride“ zu einem konkurrenzfähigen Preis anzubieten.

Der KTM-Vertriebschef Mag. Hubert Trunkenpolz gibt an, dass der Kaufpreis jedenfalls unter Euro 10.000,-- liegen wird. Die große Unbekannte bei der Preisgestaltung sind die volatilen Kosten für die Li-Ionen Batterie, daher ist mit dem heutigen Wissensstand noch keine genauere Aussage möglich.

Die große Aufgabe für das Entwicklungsteam war es, mit dem Elektrobike die Leistungsfähigkeit der herkömmlich betriebenen Motorräder zu erreichen. Dafür musste ein Elektroantrieb entwickelt werden, der Schläge, Steine, Schlamm, Stürze und jede Menge Wasser unbeschadet übersteht. Mit Hilfe des in Wien beheimateten Austrian Institute of Technology (AIT) wurde ein Antriebssystem entwickelt, das den härtesten Ansprüchen gerecht wird.
Somit konnte eine Maschine auf die Räder gestellt werden, die unter 100 kg leicht wurde und deren Leistungsfähigkeit mit einem 125 ccm Zweitaktmotor vergleichbar ist.
 

Gerald Kiska und sein Werk.


Rahmen und Fahrwerk werden nach dem aktuellsten Stand der Technik ausgeführt und sind daher mit den herkömmlichen motorisierten Mitbewerbern auf Augenhöhe.
Interessant sind die Leistungsangaben des Motors. Die Spitzenleistung wird mit 30 PS bei 6000 U/min angegeben. Das eher gewöhnungsbedürftige wird das maximale Drehmoment von 43 Nm bei 500 U/min sein. Diese große Spreizung der beiden wesentlichsten Punkte einer Leistungskurve dürfte ein Garant für ein echt spaßiges Fahrverhalten sein.

Es wird auch interessant zu sehen sein, wie der Gesetzgeber auf diese Art der Mobilität reagiert. Es ist in Österreich schwer vorstellbar, dass sich jedermann ein E-Mobil kaufen kann, um damit in der Gegend herum zu heizen, auch wenn das Fahrzeug noch so leise ist.
Jedenfalls kann man sich aus Sicht der MX-Fraktion auf längere Öffnungszeiten der Strecken freuen. Das sollte selbst von den unnedigsten Anrainern nicht mehr verhindert werden können, sofern nicht ein Gesetz erlassen wird, das den reinen Anblick eines Motocrossers als unzumutbaren Umstand normiert.

1000PS: Ab wann wird es das erste KTM-Elektromotorrad zu kaufen geben?

KTM: Im Sommer 2010 wird es eine Vorserie geben, um ein ausführliches Testprogramm abzuwickeln. Die ersten in Serie gefertigten „Freeride“ Fahrzeuge dürfte es im späten Frühjahr 2011 geben.

1000PS: Ist die KTM Freeride straßenzulassungsfähig?

KTM: Ja. Die Maschine wird für den Einsatz auf der Straße homologiert sein.
 

Auch eine Street-Version wird es geben, die Freeride Onroad.

Unscheinbarer Scheinwerfer Streetbike. Irgendwo sind auch die Armaturen.

1000PS: Wie schaut es mit der Reichweite der Motorräder aus?
KTM: Das hängt stark vom Nutzerprofil ab. Bei einem MX-Profi am Lenker wird die Reichweite deutlich kürzer ausfallen als bei einem Hobby-Enduristen. Das Entwicklungsziel wird sein, eine Stunde Vortrieb zu erreichen.

1000PS: Wie lange dauert der Ladevorgang?
KTM: Der Akku kann nach rund 90 Minuten wieder mit 100 % Leistung eingesetzt werden. Der Tausch der Batterie ist mit wenigen Handgriffen zu bewerkstelligen. Allerdings kann auch im Bike geladen werden.

1000PS: Wie oft kann der Akku geladen werden?

KTM: Der derzeit verwendete Typ kann ca. 500 Mal aufgeladen werden. Das sollte in etwa dem normalen „Lebenszyklus“ eines Enduro-Motorrades entsprechen. Generell muss aber gesagt werden, dass sich diesbezüglich noch einiges ändern kann, weil sich die Entwicklung der Akkus noch in einer frühen Phase befindet.
 


Die ersten Bilder aus Tokio!

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Fotos: KTM
Text: Grammer

Bericht von race38 am 26.03.2010 Aufrufe: 37.399
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