|
In der Motorradindustrie werden diese Zulassungszahlen natürlich auch
mit einer gewissen Eitelkeit betrachtet. Erster möchte jeder sein,
verlieren möchte niemand und wie bei allen Statistiken gibt es natürlich
Möglichkeiten diese zu seinen Gunsten zu verändern.
Bei weitem nicht so
dramatisch wie bei den Automobilen sind die Tricksereien mit
Tageszulassungen. Also Autos / Motorräder welche nur für wenige Tage
angemeldet werden und dann zum Beispiel in einem anderen Land verkauft
werden. Wie wir jedoch alle wissen kosten Zulassungen Geld und davon hat
im Moment in der Motorradbranche niemand zu viel. Womit wir alle
halbwegs realitätsnahe Zahlen präsentiert bekommen. Also global tätiger
Hersteller in einem kleinen Markt wie Österreich sorgt nur KTM
immer wieder mal Verzerrungen in den Zulassungszahlen. Früher waren mal
hunderte Fahrzeuge aus dem Pressefuhrpark oder auch Ralleybikes und
Motorräder aus dem Adventurebike-Fuhrpark in Mattighofen zugelassen.
Mittlerweile ist dieser Fuhrpark auch deutlich reduziert worden und bei
KTM Österreich schätzt man diesen Effekt auf rund 50 Motorräder welche
zwar in Österreich zugelassen sind aber eigentlich für internationale PR
und Marketingzwecke verwendet werden.
Grundsätzlich erlebt man beim Betrachten der Zahlen keine großen
Überraschungen. Honda und Yamaha müssen durch den
ungünstigen YEN Kurs und den damit verbundenen hohen Preis der
Motorräder sowie die krisenbedingte defensive Modellpolitik Federn
lassen. Trotzdem ist Yamaha immer noch die Nummer 1 bei den Motorrädern
über 125 ccm. Bei Suzuki hat man es geschafft trotz harter
Preispolitik in Japan durch lokale Maßnahmen ein wenig zuzulegen. Bei
Suzuki in Deutschland zum Beispiel musste man ein Minus von 24%
verdauen.
Grandios die Zahlen von BMW. 1/3 mehr Fahrzeuge als 2010
wanderten über den Ladentisch. Die S 1000 RR stellte in der Presse zwar
alle anderen Bikes in den Schatten, doch ganz alleine hat sie diesen
Erfolg nicht möglich gemacht. Die BMW R 1200 GS ist immer noch
ein tüchtiger Verkaufsschlager, ebenso die F 800 R. Nicht vergessen darf
man dabei auch, dass die Modellpalette von BMW nur sehr wenige
Motorräder mit geringer Kubatur beinhaltet und die guten Zahlen auch mit
sehr hochpreisigen Motorrädern in den oberen Hubraumklassen geschafft
wurden.
Piaggio bringt in Österreich pro Jahr mittlerweile mehr als
7.000 Roller an den Mann und die Frau. 1.587 Stück waren in der Saison
2010 in der Klasse über 125 zu finden. Im japanischen Vergleich steht
Kawasaki mit dem leichten Plus auch noch sehr gut da. Hier verkaufte
sich unter anderem die Z 1000 sehr gut. Ein solider Umsatzbringer für
den angeschlagenen Harley-Konzern ist immer wieder das kleine
Österreich. Hier bringt man ein sattes Plus von 22 % aufs Papier und
bringt 872 Stück der edlen Teile aus den USA an den Mann / die Frau.
Während bei uns in Österreich die Barzahler dominieren, fällt in Amerika
mittlerweile ein dicker Brocken an bisher bedenkenlos finanzierten
Motorrädern weg.
Zufrieden sein mit dem österreichischen Importeur wird man auch in
Bologna. Ducati rückte vom exklusiven Nischenanbieter deutlich
nach oben. Beeindruckend ist diese Performance insofern, da man mit der
neuen Multistrada mit einem sehr hochpreisigen Motorrad ganz schwer in
fremden Revieren gepunktet hat. Bei Triumph wurde nach
beeindruckenden Jahren eine kleine Pause eingelegt. Im aktuellen
Modelljahr werden jedoch bestimmt die neuen Modelle Speed Triple und
Tiger 800 für ein sattes Plus sorgen. |