Honda XL750 Transalp Test

Intensivtest mit Sozius auf Teneriffa

Wie gut ist die neue Transalp wirklich? Um diese Frage zu beantworten, haben wir uns zwei Tage im Januar 2024 auf Teneriffa auf den Weg gemacht. Unser Ziel: die ultimative Prüfung der neuen Transalp. Mit dabei: ein Sozius und Gepäck, notwendig für unsere Videoproduktion. Unsere Reise führte uns durch atemberaubende Landschaften und anspruchsvolle Straßen, ein echter Test für die Transalp. Wird sie unseren Erwartungen gerecht? Begleitet uns auf dieser spannenden Reise und finden wir es gemeinsam heraus.

Wow, was für ein Erlebnis! Ich hatte hohe Erwartungen, aber die Transalp hat sie alle übertroffen. Mein Abenteuer begann im Südwesten Teneriffas, eine Gegend, die ich bis jetzt nur aus Erzählungen kannte. Unsere Route führte uns nach Norden, direkt ins Herz des beeindruckenden Tenogebirges. Dort, in der idyllischen Masca-Schlucht, entdeckten wir die verträumte Ortschaft Masca ein echtes Postkartenmotiv!

Die Fahrt durch das Gebirge war ein Traum: perfekter Asphalt, herausfordernde Steigungen und unglaublich enge Kurven. Die Transalp meisterte jedes Hindernis mit Bravour. Ihr zugänglicher Charakter gab mir sofort ein Gefühl von Sicherheit und Vertrauen.

Weil wir nach unserer späten Ankunft etwas müde und verspätet aufbrachen, war die Straße bereits voller Leben. Auf den engen Wegen mussten wir zahlreiche Überholmanöver meistern. Und genau in diesen Momenten zeigte die Transalp ihr wahres Gesicht: Einerseits bietet der Motor überraschend viel Power und Sportlichkeit, andererseits ist das Bike erstaunlich einfach zu handhaben. Es vermittelt ein starkes Selbstvertrauen und fühlt sich viel leichter an als die großen Reiseenduros. Diese Kombination machte selbst die kompliziertesten Überholmanöver in der engen Schlucht zu einem Kinderspiel. Ein unvergessliches Erlebnis, das den Spirit der Transalp perfekt einfängt!

Mit der Transalp auf Teneriffa
Mit der Transalp auf Teneriffa

Warum lässt sich die Transalp so einfach fahren?

Die Sitzhöhe der Transalp ist mit 850 mm am Papier nicht besonders niedrig. Mit 211 kg ist sie jedoch ganze 40 kg leichter als eine Honda Africatwin Adventure Sports. Zusätzlich wirkt die Transalp auch kompakter. Doch vermutlich ist es auch der Motor, der dieses unbeschwerte Gefühl vermittelt. Sobald der Motor warm ist, verrichtet er den Dienst sauber und präzise. Er dreht quirlig nach oben, lässt sich aber auch sehr gemütlich im Bummeltempo bewegen. Sämtliche Bedienelemente sind einfach in der Handhabung. Diese Kombination sorgt für Vertrauen.

Mein Sozius und ich, mit unseren Größen von 184 cm bzw. 174 cm, fanden beide bequem Platz auf der Transalp, selbst mit einer zusätzlichen SW-Motech Drybag Hecktasche. Mein Sohn war besonders vom Sitzkomfort und dem angenehmen Kniewinkel angetan. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mir nach einem langen Tag im Sattel eine etwas straffere Sitzbank gewünscht hätte. Bei fast allen Serienmotorrädern empfinde ich die Standardbänke als zu weich für lange Fahrten, obwohl sie für kurze Strecken durchaus komfortabel sind.

Der Tankinhalt der Maschine beträgt 16,9 Liter. Bei der Tour am Tag 1 betrug unser Verbrauch 4,4 Liter auf 100km. Insofern war die Reichweite der Maschine auch in den Bergen von Teneriffa kein Problem. Am Tag 2 wurde der Wert mit 4,2 Litern noch unterboten. Trotz Auffahrt auf den Teide und Sprint auf der Autobahn.

Technische Daten Honda Transalp 750

  • Zylinderzahl: 2
  • Bauart: Reihe, 4V, DOHC
  • Hubraum: 755 ccm
  • Leistung: 92 PS bei 9500 U/min
  • Drehmoment: 75 Nm bei 7250 U/min
  • Rahmen: Stahl
  • Federweg vorne: 200 mm
  • Federweg hinten: 190 mm
  • Bremssystem: Nissin
  • Reifen vorne: 90/90-21
  • Reifen hinten: 150/70-18
  • Sitzhöhe: 850 mm
  • Tankinhalt: 16,9 l
  • Gewicht fahrbereit laut Werk: 208 kg
  • Reichweite laut Werk: 393 km
  • Verbrauch laut Werk: 4,3 l/100km
  • Gewicht gewogen auf der 1000PS Waage: 211 kg

Welche Features vermisst man in der Praxis?

Im Sattel der Transalp ertappt man sich öfters, dass man sich nicht lange mit der Konfiguration der Elektronik aufhält. Man steigt auf, startet an und fährt los. Das Motorrad wirkt unkompliziert und zugänglich. Im hochwertigen 5 TFT Display werden zwar viele Informationen geboten und die Elektronik vom Motorrad kann auch auf die Bedürfnisse vom Piloten angepasst werden. Doch die Traktionskontrolle regelt zu defensiv und das lässt sich auch nicht ändern. Die Transalp kommt ohne eine 6-Achsen-IMU aus. So müssen die Honda Ingenieure immer ein wenig Reserve in die Algorithmen mit einrechnen. Für sehr sportliche Piloten ist also nicht der 92PS Motor das Nadelöhr sondern die Traktionskontrolle. Man kann den digitalen Helfer im Untermenü zwar dauerhaft ausschalten, doch diesen Schritt wollte ich auf Teneriffa auch nicht gehen. Einerseits hielten wir sehr oft an und starteten das Motorrad somit immer wieder neu. Auf der anderen Seite bietet die Insel hinter so mancher Kurve eine feuchte Überraschung auf dem Asphalt. Beim Leihmotorrad fehlte leider der im Zubehörprogramm verfügbare USB Stecker. Leider auch nicht im Zubehör verfügbar ist ein Tempomat. Diesen hätten wir uns bei den Etappen morgens oder abends auf der Autobahn gewünscht.

Ich selbst fahre normalerweise vor allem mit Sozius teurere Motorräder mit mehr Leistung und mehr Ausstattung. Doch offen gesagt muss ich sagen, dass mir die Transalp wirklich sehr ans Herzen gewachsen ist. Ich bin zwar ein routinierter Fahrer, doch trotzdem schätze ich es sehr, wenn Wendemanöver einfach von der Hand gehen und man einfach und unkompliziert vorankommt. Auf der Insel mussten wir das Motorrad manchmal auf sehr steilen Straßen wenden, an engen Stellen überholen oder in sehr kniffligen und engen Gassen parken. All diese Manöver sind mit schwereren Motorrädern einfach mühsam. Die Transalp machte die Urlaubsfahrt auf Teneriffa zu einem unbeschwerten Genuss.

Fahrt durch das Anagagebirge mit der Transalp
Fahrt durch das Anagagebirge mit der Transalp

Stabilität und tolles Handling an einem Motorrad: Honda Transalp

Meistens genossen wir das tolle Handling der Maschine bei den unzähligen Kurven. Manchmal nahmen wir auch den Abkürzer und beendeten die Tour mit einem Sprint auf der Autobahn. Auch bei höherem Tempo präsentierte sich das Motorrad mit Gepäck und Sozius sehr stabil und spendete Vertrauen. Der Windschutz war den ganzen Tag über gut dimensioniert. Im Sattel gab es keine Verwirbelungen und das Maß an Frischluft im Sattel war genau richtig.

Wie schon bei allen Tests bisher ist es der geniale Motor samt präziser Schaltung und perfekten Bedienelementen, welche das Herz höher schlagen lässt. Zum Start im Jahr 2023 lag das Preisniveau des Motorrads bei 10.890 Euro in Deutschland, bei 11.590 Euro in Österreich und bei 11.990 CHF in der Schweiz. Aktuell findet man erste Vorführer aus dem Vorjahr für unter 10.000 Euro in Deutschland im 1000PS Markt.

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Fazit: Honda XL750 Transalp 2023

Die Transalp musste sich 2023 bei 1000PS bei mehreren Tests beweisen. Überraschenderweise punkte sie besonders beim Soziustest auf Teneriffa. Ihre zugängliche Art macht das Motorradfahren einfach. Man kann das Fahren und die Landschaft genießen. Die Maschine bietet überraschend viel Sportlichkeit bei einem sehr zugänglichen Charakter. Insgesamt ist die Transalp ein tolles Universaltalent.


  • Sportlicher Motor der jedoch auch sehr zugänglich ist
  • Wunderbar einfach zu bedienender Motor samt butterweicher Kupplung
  • Motor wirkt sehr drehfreudig
  • Präzises Getriebe
  • toller Komfort und viel Platz für Sozius
  • Sportlicher Motor - trotzdem tiefer Verbrauch
  • Schalter und Armaturen wirken grundsätzlich robust
  • Sparsamer Motor
  • gutes Preis/Leistungsverhältnis
  • Tolle Stabiltät
  • starke Praxistauglichkeit
  • Fahrerassistenzsysteme müssen ohne IMU auskommen - daher sehr defensive Regelung
  • Fahrwerk bietet zu wenig Einstellbereich
  • kein Tempomat verfügbar

Bericht vom 14.01.2024 | 24.089 Aufrufe

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