Triumph Tiger Sport 660 im Vergleich der kleinen Sporttourer 2022

Kann sie die etablierte Konkurrenz ausstechen?

Triumph präsentierte die neue Tiger Sport 660 mit dem klaren Ziel, sie alle zu schlagen: Die anerkannte Konkurrenz aus Japan. Ist es den Engländern gelungen? Wir haben den aktuell kleinsten Tiger gegen Tracer 7 und Versys 650 antreten lassen!

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Endlich ist es soweit: Wir lassen die Tiger Sport 660 gegen die Konkurrenz antreten. Schon zuvor konnten wir sie gut kennenlernen - Poky auf der Fahrpräsentation und McGregor über eine Woche lang in der Nähe von Barcelona. Wer diese intensiven Einzeltest zuerst lesen möchte, findet sie hier:

Triumph sticht mit dem typischen Dreizylinder hervor

Die wahrscheinlich erste Assoziation die Motorradfahrer mit der Marke Triumph haben, ist der Dreizylinder. Kein anderer Hersteller legt einen dermaßen großen Fokus auf dieses Motorenkonzept, weshalb natürlich auch die Tiger Sport 660 über drei in Reihe verbaute Zylinder verfügt. Mit 660 Kubik ist es der aktuell kleinste Dreizylinder von Triumph leistet aber dennoch beachtliche 81 PS - der höchste Leistungswert in unserem Trio - und 64 Nm Drehmoment, was nur von der Tracer 7 um 4 Nm geschlagen wird. In unserem Vergleich gegen zwei Zweizylinder punktet das Aggregat mit den klassischen Dreizylinder-Eigenschaften: In niederen Drehzahlen geht er sanft ans Gas und bereitet mit höher werdender Drehzahl pure Freude dank des kreischenden Sounds.

Unser Testexemplar war zudem mit dem optionalen Quickshifter Up & Down ausgestattet - ein Feature, das nicht nur der Sportlichkeit zugute gekommen ist. Auch auf längeren Reisen spart man sich damit Kraft und greift selten bis nie zur Kupplung. Die Abstimmung wurde nämlich fein gewählt und funktioniert sowohl bei niedriger Drehzahl, als auch kurz vor dem Drehzahlbegrenzer formidabel.

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Hochwertige Ausstattung verwandelt die Tiger Sport 660 zum Allrounder

Es dürfte wohl für wenige Leser eine Überraschung sein, dass die Tiger Sport auf der bereits bekannten Trident 660 basiert. Bereits das Naked Bike war eine echte Ansage in Punkto Ausstattung, sowie Preis-Leistung - die neue Tiger Sport 660 hebt diesen Anspruch nochmals an. Denn dank aufrechter Sitzposition und relativ gutem Windschutz mit (während der Fahrt) verstellbarem Windschild, erhält man alle Vorzüge des quirligen Naked Bikes in einem tourentauglichen Paket.

Hinzu kommt das von der Trident bekannt-vollständige Elektronikpaket, bestehend aus zwei Fahrmodi, abschaltbarer Traktionskontrolle, TFT-Display (vorbereitet für das My Triumph-Konnektivitätssystem) und LED-Beleuchtung. Neben dem bereits erwähnten Quickshifter können im Zubehörkatalog noch weitere hilfreiche Teile wie Nebelscheinwerfer, Heizgriffe, Koffersysteme und vieles mehr bestellt werden. Somit bietet Triumph einen wahren Allrounder der Mittelklasse an, mit dem man sowohl das tägliche Pendeln, als auch die große Urlaubsreise verbinden kann.

Triumph Tiger Sport 660 Komfort und Soziustauglichkeit

Die nächste Tour sollte aber auch mit gewisser Gemütlichkeit von statten gehen - denn wie wir bereits festgestellt haben, kann der Dreizylinder der Tiger Sport 660 auf jeden Fall sportlich. Im 835 mm hohen Sattel Platz genommen, spürt man schnell den Kompromiss zwischen Reisetauglichkeit und Sport. Der Sattel ist gut gepolstert, kann aber nicht mit dem Komfort der Versys 650 mithalten. Dasselbe Bild spiegelt sich am Soziusplatz wider. Die Fläche des Sitzes positioniert sich im Mittelfeld des Vergleichs, dank massiver Haltegriffe wird man jedoch festen Halt finden. Auffällig ist hingegen, dass der Sozius deutlich erhöht sitzt, was den Vorausblick fördert, aber nicht so viel Komfort bietet wie auf Kawasaki und Yamaha.

Ergonomie Triumph Tiger Sport 660
Die Ergonomie wird viele Fahrer zufrieden stellen. Im Bild: Der Horvath mit einer Größe von 175 cm.

Triumph Tiger Sport 660 auf der Landstraße

Mit hervorragendem Motor und hochwertige Elektronikausstattung ist ja eigentlich alles angerichtet für Fahrspaß auf der Landstraße. Alleine im Sattel und ohne Gepäck trifft das auch zu. Die 41 mm Upside-Down Gabel von Showa bietet zwar keine Einstellbarkeit, versucht aber wie auch das in Federvorspannung einstellbare Showa Federbein Komfort mit Sportlichkeit zu verbinden. Erst bei sehr sportlicher Fahrweise wird der Hang zur Bequemlichkeit spürbar und die Komponenten gehen leider etwas in die Knie. Auch McGregor konnte das während seiner Zeit mit der Tiger Sport 660 in Spanien feststellen:

Bild von McGregor
McGregor

"Im schwer beladenen Zustand macht sich dadurch mehr Bewegung im Fahrzeug bemerkbar. Bodenwellen schaukeln das Heck auf und beim starken Anbremsen am Kurveneingang taucht die Gabel ordentlich ein. "

Dennoch müssen wir für den Triumph Sporttourer die Lanze brechen: Es handelt sich hier immer noch um ein Motorrad für unter 10.000 Euro, das ganz klar mit einem Budget im Hinterkopf gebaut wurde. Außerdem bewegt man sich mit der Konkurrenz von Yamaha und Kawasaki auf einem Level was das Ansprechverhalten betrifft. Deutlich stärker steht Triumphs Bike jedoch beim Thema Bremsen dar. Die 310 mm Doppelscheibe mit Nissin Doppelkolben-Schwimmsattel bietet festen Biss und gute Dosierbarkeit - eindeutig die beste Bremse im Vergleich.

Dreizylinder Sporttourer für unter 10.000 Euro

Alle Mitstreiter des Wettbewerbs teilen sich eine Eigenschaft: Sie kosten in der Basis unter 10.000 Euro. Unser Exemplar der Triumph Tiger Sport 660 lag zwar mit dem verbauten Zubehör über der Zehntausender-Marke, dennoch ist das ein gutes Angebot: Triumph Tiger Sport 660 kaufen.

Wo positioniert sich die Triumph Tiger Sport 660 im Vergleich?

Eine für alles - die Triumph Tiger Sport 660 präsentiert sich als die perfekte Allrounderin des Vergleichs. Der Kawasaki fehlt es an Sportlichkeit, kann dafür mit Reisetauglichkeit punkten, bei der Yamaha ist es genau anders herum. Die Triumph bringt jedoch beides mit - wenn auch nicht im jeweils höchsten Ausmaß. Sie hält die Waage zwischen Reise und Tour und kann somit für beides äußerst gut eingesetzt werden. Dank umfangreichem Zubehörprogramm kann sie perfekt für die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden und verdient den Sieg in diesem Vergleich.

Fazit: Triumph Tiger Sport 660 2022

Mit Dreizylinder und hochwertiger Ausstattung ist Triumph ein wahres Statement mit der Tiger Sport 660 gelungen. In der Klasse der kleinen Sporttourer sticht sie aus dem Feld hervor und bietet ein guten Kompromiss zwischen Sportlichkeit und Reisetauglichkeit. Den Quickshifter würden wir jedem Käufer ans Herz legen und wir hoffen, dass Triumph bei der nächsten Modellüberarbeitung das Fahrwerk optimiert. Eine echte Empfehlung für Fans von kompakten Reisemotorrädern!


  • großartiger Motor
  • optionaler Quickshifter ist ein MUSS
  • bequeme Ergonomie
  • hochwertige Ausstattung
  • guter Windschutz
  • Fahrwerk bei sportlicher Gangart zu weich

Bericht vom 28.07.2022 | 14.824 Aufrufe

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