Ducati Multistrada V4 S vs KTM 1290 Super Adventure S

Die zwei besten Reiseenduros im Duell

In der Klasse der großen Reiseenduros blieb 2021 kein Stein auf dem anderen. Der Platzhirsch, die BMW R 1250 GS, muss sich härteren Gegnern als je zuvor stellen. Die Leistung der neuen Motorräder ist atemberaubend, die Preise leider auch. Doch am Ende bekommt man jede Menge Hightech, Luxusausstattung, Fahrkomfort und Speed geboten.

Da kam der Prüfstand von MOTORRAD ordentlich ins Schwitzen. Diese beiden Reiseenduros lieferten jede Menge Leistung ab. Der große 1301 ccm große V2 von KTM drückte 158 PS auf die Walze. 138 Nm an Drehmoment stehen zur Verfügung. Der 1158 ccm große V4 von Ducati lieferte 165 PS ab. 125 Nm Drehmonment werden von Ducati angegeben. Beide Motorräder setzen auf einen klassischen Kettenantrieb. Für viele GS-Fans vermutlich DER Grund ihrer geliebten GS weiterhin treu zu bleiben. Ansonsten rücken die beiden Traummotorräder dem bayerischen Platzhirschen ordentlich auf den Pelz.

KTM setzt beim Rahmen auf den typischen Gitterrohrrahmen. Bei Ducati kommt ein Monocoque Rahmen zum Einsatz - der Motor nimmt eine stark tragende Rolle ein. Beide Motorräder bringen einen tollen Quickshifter und ein ebenso fluffig bedienbares Getriebe zum Einsatz. KTM setzt beim Fahrwerk auf eine semiaktive Lösung von WP, Ducati vertraut auf eine vergleichbare Lösung von Marzocchi. Wobei die KTM 200 mm Federweg vorne und hinten anbietet, die Ducati jedoch bloß 170 mm vorne und 180 mm Federweg hinten.

Möglicherweise sind es die unterschiedlichen Federwege welche am Ende den Unterschied beim Test ausmachten. Denn diesmal testeten wir auf der Großglockner Hochalpenstraße und dort war der Asphalt einfach zu gut um den größeren Federweg der KTM in die Waagschale werfen zu können. Doch dort punktete die Ducati mit dem leichtfüßigeren Handling und dem noch besseren Gefühl für die Front.

Bei den Bremsen machten beide Hersteller keine halben Sachen. Da wie dort kommen hochwertige Brembo-Anker zum Einsatz. Bei KTM mit zwei 320er Scheiben vorne, bei Ducati sogar mit zwei 330er Scheiben. Die KTM ist mit einer Sitzhöhe von 849 mm zugänglicher geworden. Auch die Ducati ist mit 840 mm für eine breite Zielgruppe nutzbar. Beide Modelle haben tolle elektronische Fahrhilfen an Bord. Wobei das KTM ABS etwas defensiver abgestimmt ist als das sportliche Ducati ABS. Beide setzen auf 19 Räder vorne und 17 Räder hinten. Die KTM hat einen 23 Liter Tank verbaut, die Ducati kommt mit einem 22 Liter Tank aus. Beim Verbrauch lag die KTM immer einen Liter unter den Werten der Ducati.

Alle technischen Daten und Details im Vergleich.

Alpenmasters 2021 - Der größte Test des Jahres

Das MOTORRAD Alpenmasters ist der aufwendigste Test des Jahres der Zeitschrift MOTORRAD. 1000PS ist bei dem Test vor Ort mit dabei. Wir bringen Videos von den Duellen in den einzelnen Klassen sowie zahlreiche Fotos vom Event. Der Test fand 2021 am Großglockner statt und dauerte insgesamt über eine Woche. Die Ergebnisse vom Alpenmasters 2021 findet man in den MOTORRAD Ausgaben 15 (9. Juli 2021), 16 (23. Juli), 17. (6. August). Dort werden alle Prüfstandsdaten, Messwerte und Testergebnisse veröffentlicht. Der Test wird gemeinsam mit Magazinen aus Europa durchgeführt. Seit 2005 müssen sich vorwiegend Motorradneuheiten einem intensiven Test-Prozess in den Bergen unterziehen. Zu Beginn treten Bikes in Gruppen gegeneinander an. Am Ende wird in einem Finale der Sieger vom Alpen Masters gewählt. Im Jahr 2021 ist NastyNils von 1000PS als stimmberechtigter Testpilot beim Alpenmasters mit vor Ort.

Auf Instagram haben wir jede Menge Eindrücke vom Testgeschehen online gestellt. Doch auch unsere Community durfte mitmachen und hat bei den Duellen ihre Stimme abgegeben. Hier der Link zu den Highlights auf unserem Instagram Kanal samt den Online-Votings zum Duell Ducati Multistrada V4 S vs KTM 1290 Super Adventure S.

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Ducati Multistrada V4 S vs KTM 1290 Super Adventure S Preisvergleich

Die Ducati Multistrada V4 S kostet 20990 Euro die KTM 1290 Super Adventure S kommt in Deutschland auf 18495 Euro. Doch Vorsicht! Bei beiden Modellen kann man sich beim Konfigurator kräftig austoben. Preisvergleich und aktuelle Angebote.

Bei der KTM darf man bei der Konfiguration keinesfalls die optionalen Heizgriffe (+200 Euro) verpassen. Das komplette Tech-Pack um 1180 Euro macht ebenfalls Sinn. Bei Ducati muss man rund 2.000 Euro zusätzlich in die Waagschale werfen um das neue Radarsystem, Heizgriffe, Koffer und beheizte Sitzbank mit an Bord hat.

Bild von NastyNils
NastyNils

"Kampf der Giganten! Das vermutlich engste Duell des Jahres. Beide Motorräder sind unfassbar gut gelungen und fahren prächtig. "

Fazit: KTM 1290 Super Adventure S

Dieser gewaltige Motor fährt einfach ins Herz. Jede Menge Dampf aber trotzdem mit feinsten Manieren gesegnet. Der V2 ist ein wahrer Prachtkerl. Das Motorrad bietet insgesamt einen riesigen Einsatzbereich und versucht alles richtig zu machen. Das ging ein wenig zu Lasten des Handlings. Die Maschine ist bestimmt ein schnelles und stabiles Fahrzeug, in den Wechselkurven würde man sich jedoch etwas mehr Leichtfüßigkeit wünschen.


  • sehr sportliches, aber auch kultiviertes V2-Kraftwerk
  • trotz hohem Gewicht äußerst zugängliches Handling
  • bequeme, fahraktive Sitzposition
  • gute Bremsen inklusive Kurven-ABS
  • umfangreiches Elektronik-Paket
  • übersichtliche, gut strukturierte Armaturen mit riesigem 7 Zoll-Display
  • Einlenkverhalten in Wechselkurven etwas träge
  • Undurchsichtige Paketgestaltung und Aufpreispolitik

Fazit: Ducati Multistrada V4 S

Früher mal kamen die exklusiven Traummotorräder meist aus der Klasse der Sportmotorräder. Doch Ducati liefert mit der neuen Multistrada einen echten Knaller in der Reiseenduro Liga. Die Maschine fährt spielerisch leicht durch die Radien. Somit ist man durchaus in der Lage, die überbordende Leistung immer wieder mal zum Einsatz zu bringen. Garniert wird das tolle Erlebnis vom umfangreichen Elektronikpaket welches insgesamt die Latte sehr hoch legt.


  • Tolles Reieseenduro Feeling gepaart mit fescher Eleganz
  • großartige Bremsen
  • Faszinierender, beeindruckend starker Motor
  • Motorleistung durch grandioses Ansprechverhalten wunderbar zu dosieren
  • Angenehme Sitzposition
  • praxistaugliche Ergonomie in jeder Lebenslage
  • faszinierendes Radarsystem welches man in der Praxis auf der Autobahn gerne einsetzt
  • Toller Windschutz
  • Hohe Stabilität auch bei hohen Geschwindigkeiten
  • Kräfteschonend und einfach zu fahren
  • tolles Handling
  • hoher Verbrauch
  • hoher CO2 Ausstoß
  • sperriges Bedienkonzept
  • Motor liebt Drehzahl - das gefällt in der Reiseenduro-Liga nicht allen Fahrern

Bericht vom 28.07.2021 | 17.929 Aufrufe

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