BMW S 1000 RR Test 2020 - das schnelle Quartett

Wie schlägt sich die bayerische Supersportlerin im Vergleich?

Ihr wollt die Besten der Besten? Die absoluten Technologieträger? Die Maschinen mit dem besten Leistungsgewicht? Dann schaut bei unserem „schnellen Quartett“ rein! Vier Superbikes der Extraklasse, werden von uns sowohl auf der Landstraße als auch auf der Rennstrecke unter die Lupe genommen. Ist die BMW S1000 RR das bessere Landstraßenmotorrad? Welches Superbike holt sich die Krone? Wie schlägt sich die BMW im Vergleich mit der Yamaha YZF-R1 und den beiden PS-Monstern Aprilia RSV4 1100 Factory sowie Honda CBR1000RR-R Fireblade SP?

2008 war es soweit, als die Bayern Ihre erste Supersportler auf der Intermot vorstellten - Die BMW S 1000 RR.

Viele Jahre Entwicklung, Forschung und das Vordringen in einen nie dagewesen technischen Leistungsbereich, beförderte die erste BMW Supersportlerin zur dato stärksten und technisch ausgereiftesten Maschine auf dem Markt.

Mit der damals vorgestellten Doppel-R revolutionierten die Bayerischen Motorenwerke ein ganzes Segment und starteten parallel das Wetteifern der elektronischen Assistenzsysteme.

BMW S 1000 RR Update 2018/19 - 2020

Mit der 2018 vorgestellten RR verpassten die Bayern, der in Berlin-Spandau gefertigten Maschine, nicht nur ein alljährliches Update. Ganz im Gegenteil, die Maschine wurde von Grund auf überarbeitet und auf den aktuellsten Stand der technischen Möglichkeiten gehievt.

Nicht nur die markante, äußerliche Asymmetrie der Maschine musste weichen, speziell am Motor, der Schwinge, am Fahrwerk, der Geometrie im Allgemeinen und der Elektronik, wurde Hand angelegt. Eben beinahe ein komplett neues Motorrad!

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Die BMW S 1000 RR das Beste Landstraßen Supersport Motorrad?

Guckt man sich einmal ausschließlich die technischen Daten der BMW an, sieht man, dass sich die Maschine im schnellen Quartett ziemlich genau im Mittelfeld befindet. Mit 207 PS hat sie etwas mehr Leistung als die 7 PS schwächere Yamaha R1, allerdings auch 10 PS weniger als die neue Honda Fireblade SP oder gar die Aprilia RSV 4 1100 Factory.

Doch zum Glück ist bei Motorrädern jenseits der 200 PS vor allem eines wichtig: Ein stimmiges Gesamtkonzept und die eigenen Vorlieben am Motorrad.

Speziell auf der Landstraße, wo es ziemlich schwer wird auch nur annähernd das volle Leistungsniveau legal außerhalb der unlimitierten deutschen Autobahn abrufen zu können, bekommen persönliche Präferenzen in der Königsklasse immer mehr Gewichtung. Ob die BMW S 1000 RR in unserem schnellen Quartett, das Beste Landstraßen Supersport Motorrad ist, entscheidet vor allem dein persönlicher Geschmack!

Doch was kann die BMW besonders gut im Vergleich zur Konkurrenz und auf welche Eigenheiten musst du dich einstellen?

BMW S 1000 RR - 10 Gründe warum sie das beste Motorrad für dich ist..

..in unserem schnellen Quartett.

Draufsetzen, zurechtfinden, wohlfühlen, los fahren - Spaß haben! Die BMW S 1000 RR gehört nach wie vor zu der Klasse Motorrad, in der sich die meisten Supersport Liebhaber auf Anhieb zurechtfinden und wohlfühlen werden. Warum? Ganz einfach:

  • 1. Die neue Menüführung der BMW ist dank des neuen, übersichtlichen 6,5 Zoll TFT Display nicht nur grandios ablesbar, sondern lässt sich mit den Multifunktionstasten auch intuitiv und leicht bedienen.

  • 2. Überarbeitete Ergonomie Wer die Ergonomie der alten BMW kannte, wird die der neuen lieben. Speziell im Vergleich zur Honda CBR1000RR-R Fireblade SP und der Aprilia RSV 4 1100 Factory ist die BMW deutlich entspannter aber dennoch sportlicher als ihre Vorgängerin. Kurzum, du hast genügend Bewegungsfreiheit auf der Maschine, sitzt sportlich, aber eben deutlich komfortabler im Vergleich zum restlichen schnellen Quartett.

  • 3. Fahrwerk Auf der Rennstrecke, aber auch auf der Landstraße unfassbar wichtig: Ein gut funktionierendes Fahrwerk! Die BMW trumpft mit einem sehr harmonisch abgestimmten elektronischen Fahrwerk, welches du zudem auf deine eigenen Vorlieben voll elektronisch einstellen kannst. Zugänglich, transparent und vor allem adaptiv. Das Fahrwerk bügelt so ziemlich jede Unebenheit weg und passt sich an die jeweilige Situation an. Du wirst es lieben!

  • 4. Tempomat & Heizgriffe Ob ein Tempomat oder Heizgriffe auf einem Supersportler notwendig sind? Dieses Gespräch wirst du wohl mit jedem führen müssen, dem selbiges auf seiner Maschine fehlt! Gerade auf der Landstraße wirst du die Möglichkeit lieben, dich kurz mal zwischendurch aufrichten zu können, um deine Handgelenke oder Nacken zu entlasten. Wer über 200 PS auf der Landstraße bewegt braucht auch mal eine Verschnaufpause und warme Hände!

  • 5. Der Motor Satte 207 PS (ein Plus von 8 PS zum Vorgängermodell) bei 13.500 U/min und 113 Nm, die bereits bei 11.000 U/min anliegen! Auf dem Papier befindet sich die BMW im Vergleich zu den anderen Bikes im Mittelfeld, in der Fahrrealität hat sie wohl den besten Motor fürr die Landstraße. Warum? Ganz einfach: Die ShiftCam Technologie (variable Nockenwellensteuerung) sorgt dafür, dass du immer genügend Drehmoment anliegen hast und gegenüber den anderen aus dem Quartett immer einen Vorteil auf der Landstraße besitzt. Während die anderen Motoren ab 6.000 Touren aufwachen, hast du auf der BMW bereits seit 4.000 Umdrehungen Spaß!

  • 6. Langsam Fahrten: Ja, auch mit einem Rennbike muss man sich auf der Landstraße vernünftig verhalten und dazu gehören auch Etappen die langsamer absolviert werden müssen. Doch keine Sorge, die BMW lässt dich nicht im Stich. Dank ShiftCam, und angenehmer Übersetzung, hast Du untenrum genügend Leistung beim raus Beschleunigen und die angenehme Ergonomie sorgt dafür, dass du die langsamen Passagen auch Rückenschmerzen-frei überstehst.

  • 7. Klang und Fahrerlebnis Die BMW hat einen tollen Motorsound, der gerade mit dem Akrapovic Endschalldämpfer einen schönen, kraftvollen und sportlich sonoren Sound entwickelt. Dabei ist der Klang im positiven viel dezenter als zur neuen Fireblade oder Aprilia. Die Fireblade ist fast schon aufdringlich und die Aprilia klingt natürlich genial mit dem V4 Aggregat. Doch die Yamaha R1 und speziell die BMW S 1000 RR sind deutlich edler und erwachsener...gerade in Zeiten von immer häufiger kritisierten Motorradlärm - Pluspunkt BMW!

  • 8. Elektronische Assistenzsysteme Zwei Dinge sind hierbei wichtig: Du kannst dir die Elektronik wie beispielsweise die Traktionskontrolle, Power Modi oder das ABS schnell auf deine eigenen Vorlieben einstellen. Zweitens, die Systeme funktionieren so harmonisch, dass du ein Eingreifen der Systeme meistens nur anhand der aufleuchtenden Lämpchen erkennst - Bravo! Gerade bei der Aprilia muss man sich durch eine Menge Untermenüs kämpfen und die Assistenzsysteme der Yamaha greifen deutlich gröber ein. Die neue Fireblade ist fairerweise Königsklasse, aber eben auch deutlich teurer.

  • 9. Individualisierbarkeit Und zwar ab Werk! Du kannst dir deine eigene Traummaschine so konfigurieren, wie es dir gefällt. Klingt nach Marketing bla bla, ist tatsächlich aber eine BMW Eigenheit. Aufgrund der vielen verschiedenen Optionen, von denen du wählen kannst (Farbe, Sitz, Elektronikpakete, Anbauteile…), wird jede BMW individuell, also in Auftragsfertigung nach Kundenwunsch, produziert!

  • 10. Image und Akzeptanz Die BMW S 1000 RR ist Kult und ist durch konsequente Weiterentwicklung nach wie vor eines der besten Supersport Bikes, die man sich mit Geld kaufen kann. Und wenn es etwas ganz besonderes für dich sein darf, hast du seit Neuestem auch die Möglichkeit stolzer Besitzer der BMW M 1000 RR sein zu können. Nötiges Kleingeld vorausgesetzt.

BMW S 1000 RR Landstraßen Performance & “Allzweckwaffe”

Rennstrecke und Supersportler passen in der Regel wie die Faust aufs Auge! Doch das die edle Speerspitze der Motorräder sich auch auf der Landstraße hervorragend bedienen lässt, hat vor allem BMW und Yamaha bewiesen.

Man muss es den Bayern einfach lassen, ob nun die R 1250 GS oder die BMW S 1000 RR, die Ingenieure bei BMW schaffen es einfach, den Maschinen eine gewisse Allzweck Tauglichkeit einzupflanzen. Ob nun die GS mit ihrer hervorragenden Gelände und Straßentauglichkeit, oder eben die S 1000 RR mit ihrer Renn- und Landstraßen Performance.

Mit der BMW wirst du garantiert in keiner Situation auf der Landstraße das Gefühl haben, im Stich gelassen zu werden. Leistung ist ohne Ende da, Bremsperformance ist vielleicht nicht End of the line aber dennoch oben mit dabei. Das Fahrwerk ist zwar leider nicht die edelste Ware von Öhlins, dennoch wirst du mit dem semiaktiven Fahrwerk mehr als glücklich sein und auch die elektronischen Spielereien (Traktionskontrolle, Wheelie Kontrolle…) lassen keine Wünsche offen.. Dabei ist vor allem das Einlenkverhalten im Kurveneingang spielerisch leicht. Ein leichter Lenkimpuls, ein leichtes Legen in die Kurve reicht aus und die Maschine macht sofort was du möchtest.

Die vorderradlastige Schwerpunktverteilung in Kombination mit der angepassten Ergonomie, dem neuen DDC, den verbesserten Fahrassistenzsystemen (Traktionskontrolle, separate Wheelie Kontrolle…), der Unterzugschwinge und vor allem dem neuen Motor, sorgt für ein unglaubliches Plus an Zugänglichkeit, Handling und Fahrbarkeit - aus gut, mach besser! Das gesamte Handling der RR geht leicht von der Hand und fühlt sich ebenso wie die Menüführung des Bordcomputers, intuitiv und harmonisch an. Durch die lineare Leistungsentfaltung des neuen Motors und die verbesserte Traktionskontrolle, lässt sich die Maschine speziell in der Kurve und am Kurvenausgang sehr gut kontrollieren und hat dort der aggressiveren Aprilia eine Nasenlänge voraus.

Ein Rundum Sorglos Paket zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis.

Vaulis Statement zur BMW S 1000 RR:

Die BMW ist für mich ein sehr zwiespältiges Eisen aufgrund ihrer formidablen Perfomance wäre sie rein von der Fahrerei her eigentlich mein absoluter Favorit, allerdings gefällt sie mir leider am wenigsten. Zu gewöhnlich sehen die symmetrischen Scheinwerfer nun aus, zu clean ist die gesamte Erscheinung auch am Heck geworden. Zugegeben, sehr subjektiv diese Ansicht, allerdings soll mir ein Motorrad jenseits der 20.000 Euro auch optisch zusagen zumal es ja in dieser Klasse einige Konkurrentinnen gibt, die mir richtig gut gefallen. Die Optik aber außer Acht gelassen, ist die BMW das ultimative Allround-Superbike, das einfach alles am besten unter den Hut bringt. Auf der Landstraße zieht der Motor herrlich harmonisch hoch und wirkt auch auf der Rennstrecke nicht zu schwach, Chassis und Fahrwerk geben in allen Lebenslagen ein super Feedback, die Sitzposition ist für ein Superbike bei aller Radikalität noch auf der angenehmeren Seite und die Bremse ist für die Landstraße präzise dosierbar, während sie auf der Rennstrecke brachial zupackt. Wie gut bei der Bayerin alles zusammen passt, merke ich schließlich am riesigen Display, das herrlich ablesbar ist.

Mex` Statement zur BMW S 1000 RR:

Draufsetzen, losfahren, wohl fühlen. Sie ist für mich die Unkomplizierteste und Universellste im Vergleich auf der Landstraße. Der Motor ist eine Wucht, er spricht herrlich fein an, zerrt bereits im Drehzahlkeller ordentlich an der Kette und passt somit wunderbar auf die Landstraße. Die Leistung steigt dann oben raus, wenn der Balken im wunderbar übersichtlichen TFT Cockpit, in den 5 Stelligen Bereich vordringt, zwar sehr vehement aber immer noch linear und berechenbar. Das Aggregat von Honda und Aprilia liefert hier im Vergleich subjektiv empfunden im letzen Drehzahl-Drittel den etwas brachialeren Kick. Unsere Testmaschine - mit elektronischem Fahrwerk und Carbonfelgen aus dem M Paket ausgestattet - ließ sich auf der Landstraße wieselflink und intuitiv durch die Radien dirigieren. Die Doppel-R ist hier mit erfreulich wenig Kraftaufwand zu bewegen. Das Fahrwerk arbeitet stets auf Spitzen-Niveau, spricht fein an und bietet im Straßenbetrieb einen gerne gesehenen Restkomfort. Das es immer noch ein wenig besser geht, zeigt sich für mich im Vergleich mit der Fireblade SP. Sie liegt mit der güldene Edelware aus Schweden gefühlt noch etwas Satter und vermittelt speziell in schnellen Radien das Quäntchen mehr an Stabilität und Transparenz. Die verhältnismäßig entspannte Sitzgeometrie an der BMW kommt mir mit meiner Größe von 1,90m sehr entgegen, der Kniewinkel an ihr ist der offenste im Test. Abstriche in Sachen Ergonomie muss ich nur bei praktiziertem Hangoff-Fahrstil in Rechtskurven machen, da hier mit meinen großen 46er Tretern beim Eindrehen des Beins etwas der Auspuff im Weg ist. Zusammen mit der umfangreichen Elektronik-Ausstattung und vielen Optionen aus dem Zubehör (Heizgriffe, Tempomat, etc...) gewinnt sie für mich ganz klar die Alltags-Wertung. Für Supersport-Verhältnisse könnte man auch am ehesten der BMW noch eine gewisse Reisetauglichkeit attestieren.

Fazit: BMW S 1000 RR

Ein echtes “Alleskönner” Superbike. Sowohl auf der Rennstrecke als auch auf der Landstraße, weiß die BMW ihre Stärken auszuspielen. Der Leistungsstarke Motor kann dank variabler Nockenwellensteuerung bereits untenrum überzeugen und beschleunigt über das gesamte Drehzahlband harmonisch, Leistung satt in jedem Bereich. Das Fahrwerk funktioniert für den den Hobbypiloten sicherlich in jeder Lage herausragend, gewährt ein transparentes Feedback und bietet viele Einstellmöglichkeiten. Die Sitzposition ist sportlich und dennoch relativ komfortabel. Die Elektronik arbeitet sehr harmonisch ohne den Fahrer zu bevormunden - TOP!


  • Sehr lineare Leistungsentfaltung dadurch besonders kontrollierbar. Breites Drehzahlband und angenehme Dosierbarkeit.
  • Dank ShiftCam auch im unteren Drehzahlband ordentlich Druck
  • Hervorragendes DDC - Präzision und TOP-Performance
  • Super Elektronik-Paket
  • Harmonisches Gesamtpaket sowohl auf der Landstraße als auch auf der Rennstrecke
  • Zum Teil wirkt die Maschine fast schon etwas "Charakterlos" im Vergleich zur Aprilia und Honda
  • Im direkten Vergleich hängt die Maschine auf dem Datenblatt etwas hinterher

Bericht vom 25.09.2020 | 9.524 Aufrufe

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