Honda CBR1000RR-R Fireblade SP 2020 Landstraßentest

Taugt Honda's reinrassiges Rennmotorrad auch für die Landstraße?!

Kaum ist die neue Honda CBR1000RR-R Fireblade in der Edelvariante mit dem SP Kürzel bei uns im 1000PS Büro angekommen, haben wir sofort Zonko und Dennis mobilisiert, um den japanischen High-End Supersportler auf der Landstraße zu testen. Es wurde bereits kräftig spekuliert, dass die neue Honda Fireblade nicht die erste Wahl für die Landstraße sei. Das wollten Zonko und Dennis am eigenen Leib erfahren, hier der Bericht!

Honda CBR1000RR-R Fireblade SP - ein riesen Schritt in die richtige Richtung

Mit der 2020er Fireblade hat Honda wohl so gut wie jeden Motorradliebhaber überrascht. Selten hat die japanische Motorradschmiede einen so radikalen und kompromisslosen Schritt in eine Richtung gewagt. Die neue Fireblade ist ein reinrassiger Supersportler, der in erster Linie für die Rennstrecke konzipiert und optimiert worden ist. Das bedeutet kompromisslose Sportlichkeit in sämtlichen Bereichen. Der 999.9 ccm Reihenvierzylinder generiert unglaubliche 217 PS bei 14.500 U/min und ein maximales Drehmoment von 113 Nm bei 12.500 U/Min. Das sind absolut beeindruckende Leistungsdaten. Wenn man sich zusätzlich das fahrfertige Gesamtgewicht von lediglich 201 Kg zu Gemüte führt bekommt man einen ersten Eindruck davon, was die Ingenieure von Honda hier geschaffen haben!

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Honda CBR1000RR-R Fireblade SP: Fahreindrücke auf der Landstraße

Die neue Honda Fireblade lässt sich dank der Fusion aus modernster Elektronik bestehend aus unter anderem: Traktionskontrolle, Wheelie Control, Kurven-ABS, elektronischem Fahrwerk der Spitzenklasse und Ride by Wire super sportlich durch die Kurven jagen. Die hochwertige 43 mm NPX Smart-EC Öhlins Upside-Down Teleskopgabel und die ProLink Aufhängung mit TTX36 Smart-EC Öhlins Stoßdämpfer liefern ein derart knackiges Feedback, dass keinerlei Wünsche offen bleiben. Um ehrlich zu sein reicht ein Tag auf der Landstraße bei weitem nicht aus, um auch nur annähernd durch die Vielzahl an möglichen Fahrwerkseinstellungen durchzukommen. Aber aufgrund des automatischen Modus des Fahrwerks war dies vor allem auf der Landstraße auch überhaupt nicht nötig gewesen. Die automatische Einstellung des Fahrwerks hat tadellos funktioniert und je nachdem in welchem Fahrmodus wir unterwegs waren, für maximale Sportlichkeit und Steifigkeit gesorgt, oder eben Fahrbahnunebenheiten zufriedenstellend weggebügelt. Nichts desto trotz sollte einem natürlich klar sein, dass man sich nach wie vor auf einem radikal abgestimmten High-End Supersportler befindet. Aber die Honda kann eben wenn man sie entsprechend einstellt, auch ein klein wenig "zahmer" sein.

Durch die außergewöhnlich niedrige Sitzposition von lediglich 830 mm hast du als Fahrer ein ganz neues Fahrgefühl. Als Pilot sitzt man verhältnismäßig tief im Motorrad drinnen, was dir bei entspannten Landstraßenfahrten doch einiges an Komfort offerieren kann. Wenn es jedoch sportlicher zur Sache geht und du dich auf der Sitzfläche anfängst zu bewegen, merkst du im positiven Sinne wie viel Bewegungsfreiheit der Sitz der Honda zulässt. Die neue Fireblade ist im Vergleich aller Supersportler wahrscheinlich das Motorrad mit der niedrigsten Gesamthöhe, weshalb sich die etwas gedrungenere Sitzposition ideal in die Gesamtgeometrie einfügt und so zu einer harmonischen Ergonomie führt. Der Kniewinkel ist in dieser Konstellation logischerweise sehr sportlich und dürfte führ Fahrer über 1,90 m für etwas wenig Kontaktfläche am Tank sorgen. Für den durchschnittlichen Piloten bis ca. 1,85 m ist der Knieschluss jedoch perfekt gewählt.

Honda Assistenzsysteme auf höchstem Niveau

Die neu verbauten elektronischen Helferlein der Fireblade sind absolut auf dem Stand der Zeit. Die Traktionskontrolle beispielsweise griff während unserer Testfahrt gerade ab ca. 8.000 - 9.000 U/min beim Beschleunigen am Kurvenausgang öfters mal ein. Das wirklich Faszinierende daran ist, dass man das Regeln des Schlupfs, zu keiner Zeit bemerkt, da es derartig sanft von Statten geht. Vielmehr hat man das Gefühl, dass man die Maschine permanent total unter Kontrolle hat. Schaut man dann doch mal ab und zu auf den übersichtlich gestalteten LCD Bildschirm, merkt man, dass die Traktionshilfe öfters eingreift, 217 PS sind eben kein Kindergeburtstag. Selten haben wir eine gleichermaßen sportliche und harmonische Integration der Assistenzsysteme "erfahren" dürfen. Je nach gewählter Einstellung, sind auch leichte Slides am Kurvenausgng bei stärkerer Beschleunigung überhaupt kein Problem und fühlen sich wohl zum ersten Mal nach weniger an, als sie von außen als Zuseher den Anschein erwecken - Gut gemacht Honda!

Ein kleiner Wermutstropfen bei aller Lobhudelei bleibt jedoch. Unter den bereits häufiger angesprochenen ca. 6.000 U/min hat die Honda kaum Drehmoment. In diesem Bereich fühlt sie sich von der Leistungsentfaltung wie eine 600er Supersportler an. Das alles ist jedoch verkraftbar, wenn man weiß wie radikal die Maschine auf die Rennstrecke getrimmt ist.

Fazit: Honda CBR1000RR-R Fireblade SP

Eines ist die Honda mit Sicherheit nicht - ein Kompromiss! Die neue 2020er CBR1000RR-R Fireblade SP ist durch und durch ein reinrassiges Rennmotorrad, nur eben mit Straßenzulassung. Vorteil ist, du hast die edelsten Komponenten an Board. Top Fahrwerk von Öhlins, unglaublich performante Bremsanlage von Brembo und ein over the top Reihenvierzylinder Aggregat mit 217 PS! Positiv aufgefallen ist auch der Motorsound. Bis ca. 70 Km/h bewegst du dich dezent und edel über die Landstraßen und wirst garantiert keinen Einwohner stören. Ab ca. 70 Km/h + beginnt dann ein gewaltiges Soundspektakel der Extraklasse! Nur muss dir klar sein, dass du mit der neuen Firerblade deinen Führerschein der wohl größtmöglichen Gefahr aussetzt die es zur Zeit gibt. Denn unter ~ 6.000 U/min hapert es aufgrund der radikal ausgelegten Übersetzung für die Rennstrecke etwas an Leistung. Dieser Fakt und die hervorragende Aerodynamik der Fireblade, sowie das ab 6.000 Touren ansteigende Leistungsmoment kosten viel Beherrschung um sich Geschwindigkeitskonform zu bewegen. Auf der Rennstrecke auch laut NastyNils ein Traum, für die Landstraße muss man kleine Abstriche in Kauf nehmen.


  • Ein unglaubliches Gesamtpaket mit feinster Ware die nahezu in Perfektion miteinander arbeitet
  • Außergewöhnliche Sitzposition die in Kombination mit der Geometrie zu einer hervorragenden Ergonomie auf dem Bike führt
  • Top Elektronikpaket verbaut, keine Wünsche bleiben offen und sorgen auf der Landstraße für viel Sicherheit
  • Super knackiges Feedback bei jeder Komponente, genial transparenter und kräftiger Bremspunkt sowie extrem scharfe Rückmeldung des Fahrwerks
  • die Übersetzung und die Leistungsentfaltung des Motors ist vorrangig für die Rennstrecke ausgelegt, bis ca. 6.000 Touren passiert nicht viel
  • Kein Tempomat dabei, es ist eben ein Rennmotorrad!
  • Knopf für die Zündung ist gewöhnungsbedürftig zu erreichen.

Bericht vom 18.06.2020 | 24.374 Aufrufe

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