Panigale V4 vs. Fireblade SP

Panigale V4 vs. Fireblade SP

Superbike Vergleich Landstraße

Zwei aktuelle Hightech Supersport Raketen im Vergleich. Welches Motorrad nutzt den technologischen Fortschritt besser? Die neue PanigaleV4 oder das Landstraßen Dreambike Honda Fireblade SP! 1000PS testet beide Motorräder in einer traumhaften Ilmberger Carbon Edition.

Wennschon, dennschon! Die Panigale V4 und die Fireblade SP sind schon in der Serie zwei außergewöhnliche Motorräder. Doch für den Vergleich griffen wir ins Volle und freuten uns auf zwei Traummotorräder aus dem Ilmberger-Fuhrpark. Dabei war für den Test natürlich wichtig, dass die edlen Carbonteile das grundsätzliche Fahrverhalten nicht beeinflussen. Und bei der Optik wurden beide Motorräder gleichermaßen aufgewertet. Die zwei Superbikes aus dem 2018er Jahrgang probierten wir diesmal nicht auf der sterilen Rennstrecke sondern in der dreckigen und rauen Wirklichkeit. Wir fuhren Spitzkehren, schlechten Asphalt und auch weite Radien. Doch auch im Stadtverkehr mussten die Motorräder bestehen. Welche war besser?

Die Motoren im Vergleich: Fireblade vs. Panigale

Abseits der Rennstrecke macht man sich keine großen Gedanken über den Leistungsunterschied der beiden Motorräder. Beide Eisen sind ausgesprochen gut bestückt und bieten immer mehr als notwendig ist. In der Praxis war also vor allem die Motorcharakteristik aber auch das Getriebe, die Kupplung und der Quickshifter von entscheidender Bedeutung. Beim Test in den Spitzkehren zum Beispiel, hatte man mit der Fireblade mehrere Optionen offen. Auch wenn die Panigale in der V4 Version sehr zivilisiert und angenehm zu Werke geht, erreicht sie nicht die sterile Perfektion der Honda. Hier kann man enge Kehren im 1er, 2er oder sogar 3er inhalieren und ganz einfach mit der Kupplung oder auch bei tiefsten Drehzahlen um die Ecken kurven. Die Panigale braucht einen Ticken mehr Drehzahl um sauber und perfekt zu laufen, bietet dann aber etwas mehr Durchzug um den Schub hinaus auf die Gerade intensiver zu präsentieren. Dabei kommt die noch feinfühligere und präzisere Kupplung an der Honda dem Fahrer sehr entgegen.

In Summe ist es aber so, dass bei beiden Motorrädern die Piloten sehr stark von den Innovationen der letzten Jahre profitieren. Die ECU steuert die Motoren präzise und die Quickshifter erlauben Gangwechsel schlampig und auch ohne Einsatz von Kupplung. Bei beiden Motorrädern ist es so, dass man auch im Teillastbereich wunderbar einfach die Gänge mit dem Quickshifter durchsortieren kann. Wobei das Teil an der Honda mit dem R4 Motor etwas leichter zurecht kommt als der Schaltassistent an der Panigale mit dem V4.

Das makellose Ansprechverhalten und der perfekte Durchzug erfordert höchste Disziplin im Sattel. Auch mit besten Vorsätzen ertappt man sich leider immer wieder dabei, mit 180 auf der Uhr unterwegs zu sein. Überraschenderweise passieren die Geschwindigkeitsübertretungen dabei mit der Panigale V4 häufiger als mit der Fireblade. Wieso?

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Sitzposition und Komfort am Supersportler: Fireblade vs. Panigale

Die Panigale wirkt optisch zwar radikaler und exotischer, ist in der Praxis aber in Sachen Sitzposition und Windschutz das angenehmere Motorrad. Man fühlt sich auf der Honda wohl, keine Frage, doch die Panigale V4 bietet mehr Platz zwischen Sitzbank und Lenker. Das liegt vermutlich an den etwas weiter nach außen gedrehten Lenkerstummeln an der Panigale. Damit wird auch schon die erste klare Entscheidungshilfe offensichtlich: Je größer und schwerer der Pilot ist, umso eher sollte man die Panigale bevorzugen.

Überraschung: Fireblade handlicher als V4 Panigale

Doch die Fireblade sammelt an einer anderen Front wieder Pluspunkte. Das Motorrad wirkt leichter und punktet vor allem in engen Kehren aber auch in Wechselkurven. In diesen Passagen wirkt die Honda geradezu unschlagbar. Bei vielen 1000ern spricht man vom “Handling auf 600er” Niveau - bei der Fireblade SP trifft diese Aussage aber den Nagel auf den Kopf. Die Maschine verkörpert wie keine andere 1000er das Gefühl von Leichtigkeit, Kompaktheit und Agilität. Und die große Überraschung wartet schon bei der nächsten Kurvenkombination: Das alles geht nicht zu Lasten der Stabilität. Die Fireblade ist auch in den 180 km/h Passagen präzise und schafft Vertrauen. Man merkt, dass diese Maschine (auch in der SP Version) in erster Linie für die Landstraße entwickelt wurde. Sie ist in vielen Details perfekt auf dieses Terrain ausgerichtet. Der Auspuff ist zum Beispiel schon in der Serienversion aus Titan und damit wunderbar leicht. Die Maschine wiegt fahrfertig und vollgetankt 196 Kilo! Sensationell!

Toll auf der Landstraße: Das konventionelle Fahrwerk der Ducati Panigale V4

Doch die Panigale V4 wirkt auf der Landstraße trotz günstigerem konventionellen Fahrwerk nicht unterlegen. Es würde sie auch als sündhaft teure “S” geben, doch für die Landstraße reichte uns hier die V4 ohne Elektro-Öhlins. Denn im Sattel der Panigale wirkt das Fahrwerk nicht als “zweite Wahl” und spendete Vertrauen durch vorhersehbare Reaktionen. Das Fahrwerk der Honda bietet mehr Reserven, ist für erfahrene Piloten aber oft ein wenig undurchsichtig. Hier ist es sicher so, dass man sich an das elektronische Fahrwerk gewöhnen muss. Denn die Funktionsweise ist großartig. Für den Landstraßentest haben wir hier eine wirklich gute Test-Paarung gefunden. Die Panigale ist in der V4 Version ohne “S” richtig gut und ausreichend dimensioniert. Wohingegen wir bei der Fireblade auch für die Landstraße trotzdem eher die SP empfehlen würden. Hier ist uns das Fahrwerk der Standard-Maschine einfach nicht präzise genug. Das überraschte uns, da die Hardware Komponenten ja durchaus vergleichbar wären.

Ilmberger Carbonparts auf den Superbikes

Beide Motorräder sind schon im Serienzustand unglaublich schön. Doch mit einer Dosis Ilmberger Carbon kann man sie noch begehrenswerter gestalten. Bei der Honda dienen die Teile vor allem der optischen Aufwertung aber auch dem Schutz von teuren Originalteilen. Bei der Panigale jedoch ist ein Teil dabei, welches in der Praxis unbedingt nötig ist: Der Carbon-Hitzeschutz am Krümmer. Ohne dieses Teil werden die Eier im Stadtverkehr ganz normal hart gekocht, mit dem Hitzeschutz werden sie zumindest nicht ärger als “kernweich” gesotten.

Überblick Carbonteile Ilmberger Honda Fireblade SP

Teile-BezeichnungTeilenummer € Preis
Kotflügel vorne KVO.001.CBR17.K279,90
Kotflügel hintenKHO.002.CBR17.K239,90
KettenschutzKEH.003.CBR17.K159,90
AuspuffhitzeschutzASC.004.CBR17.K149,90
Rücklichtabdeckung obenSIO.005.CBR17.K139,90
untere RücklichtverkleidungRHA.021.CBR17.K329,90
Tankverkleidung unten rechtsTUR.006.CBR17.K249,90
Tankverkleidung unten linksTUL.007.CBR17.K249,90
Schwingenabdeckung rechtsSAR.021.CBR17.K159,00
Schwingenabdeckung linksSAL.022.CBR17.K159,00
obere TankabdeckungTAO.009.CBR17.K299,90
Luftauslassverkleidung rechtsLAR.010.CBR17.K259,90
Luftauslassverkleidung linksLAL.011.CBR17.K259,90
Abdeckung am Rahmen rechtsVER.012.CBR17.K119,90
Abdeckung am Rahmen linksVEL.013.CBR17.K119,90
KennzeichenträgerNHO.014.CBR17.K359,90
Rahmenabdeckung rechtsRAR.015.CBR17.K249,90
Rahmenabdeckung linksRAL.016.CBR17.K249,90
KupplungsdeckelabdeckungKDA.017.CBR17.K199,90
LichtmaschinendeckelabdeckungLMD.018.CBR17.K179,90
Fersenschutz rechtsFSR.019.CBR17.K99,90
Fersenschutz linksFSL.020.CBR17.K99,90

Preisliste Carbonteile Ilmberger Carbonparts CBR 1000 RR

Auf der Website der Firma Ilmberger findet man eine komplette Liste mit allen verfügbaren Teilen für die Fireblade. Inklusive Preisliste und Online-Bestellmöglichkeit. Die Teile machen wie üblich einen hochwertigen Eindruck. Die Passgenauigkeit ist ebenso wie die Oberfläche atemberaubend. Ilmberger Teile online bestellen: => https://www.ilmberger-carbon.de/Carbon/hondaCBR1000RR_2017.aspx

Überblick Carbonteile Ilmberger Ducati Panigale V4

Teile-BezeichnungTeilenummer € Preis
Kotflügel vorne glanzKVO.001.DPV4G.K269,90
Kotflügel hinten glanzKHO.002.DPV4G.K239,90
Schwingenabdeckungen glanzSSO.003.DPV4G.K259,90
Auspuffhitzeschutz glanz SETAHS.004.DPV4G.K349,90
Abdeckung vorne am Tank glanzTAO.006.DPV4G.K189,90
Rahmenabdeckung links glanzRAL.013.DPV4G.K169,90
Rahmenabdeckung rechts glanzRAR.014.DPV4G.K169,90
Abdeckung am Rahmenheck links glRHL.015.DPV4G.K169,90
Abdeckung am Rahmenheck re. glRHR.016.DPV4G.K169,90
Zylinderkopfabdeckung links glanzZAL.023.DPV4G.K179,90
Zylinderkopfabdeckung rechts glanzZAR.024.DPV4G.K89,90
Windkanalabdeckung links glanzWAL.028.DPV4G.K169,90
Windkanalabdeckung rechts glanzWAR.029.DPV4G.K169,90

Preisliste Carbonteile Ilmberger Carbonparts Panigale V4

Die im Bericht gezeigte Panigale V4 präsentiert nur eine Momentaufnahme vom Ilmberger Sortiment. Das Angebot für die Panigale V4 wird laufend erweitert. Dabei werden sowohl für die Straße als auch für die Rennstrecke viele Teile angeboten. Ilmberger Teile gibt es in “Glanz” und in “Matt” Versionen. In der matten Version, werden die Teile jedoch anders als bei vielen Anbietern nicht einfache rohe Teile verschickt. Auch die matten Teile werden direkt auf dem Carbon mit Kunststoff beschichtet und mit einer Lage mattem Klarlack überzogen. Ilmberger Teile online bestellen: => https://www.ilmberger-carbon.de/Carbon/DucatiPanigaleV4ab2018.aspx

Am Ende machten uns beide Motorräder sprachlos. Die Panigale V4 überraschte uns etwas mehr, da wir ihr niemals ein solch hohes Maß an Praxistauglichkeit zugetraut hätten. Sie ist der Fireblade SP deutlich näher als das V2-Vorgängermodell. Die Ducati ist eine tolle Wahl für größere Piloten die auf der Honda vermutlich keine echte Freude haben werden. Diese spricht Freunde von kompakten Supersportlern an. Alle die früher mal mit 600ern unterwegs waren, werden mit ihr eine echte Freude haben. Sie fährt spielerisch einfach, bietet Honda Qualität und Zuverlässigkeit für tausende Kilometer - bei höllischen Fahrleistungen. 2018 ist ein großartiger Jahrgang! Viel Spaß im Sattel!

Fazit: Honda CBR 1000 F

Die Honda ist leicht und fühlt sich auf der Landstraße noch leichter an. Sie ist ein traumhaftes Supersportmotorrad für die Landstraße. Das niedrige Gewicht spielt sie vor allem in Wechselkurven und am Kurveneingang aus. Doch schon beim Rangieren wirkt sie leicht und schafft Vertrauen. Sie ist ein tolles Motorrad für Aufsteiger aus der 600er Klasse. Zu groß und schwer sollte man allerdings nicht sein. Das Raumangebot zwischen Sitzbank und Lenker ist begrenzt

1
Vorteile
  • Praxistaugliche elektronische Fahrhilfen
  • spielerisches Handling
  • großartige Optik
  • bewährte Honda Qualität die man sieht - perfekte Verarbeitung
  • Hochwertige Ausstattung
  • perfekte Motormanieren
  • Gesamtpaket wirkt rundum perfekt für die Straße
  • toller Quickshifter
1
Nachteile
  • Dürftiger Wind- und Wetterschutz für große Piloten
  • Begrenztes Raumangebot für Oberkörper für große Piloten

Fazit: Ducati Panigale V4

Die Panigale wurde in der V4 Version Jahrgang 2018 deutlich zugänglicher als früher. Der Motor ist in Kombination mit dem Elektronikpaket zwar noch nicht so makellos und steril wie ein Reihenvierer, doch in der Praxis für Ducatisti ein echter Segen - und für Fahrer anderer Marken eine positive Überraschung. Die Panigale V4 überraschte aber auch durch erträglichen Fahrkomfort auf der Landstraße und ein angenehmes Maß an Stabilität. Der Fortschritt ging hier eindeutig in die richtige Richtung. Die neue V4 ist zwar stärker und schneller aber auch einfacher und angenehmer zu fahren.

1
Vorteile
  • bärenstarker Motor mit Charisma und tollen Manieren
  • Angenehme Oberkörper-Position (im Vergleich zu anderen Supersportlern)
  • In der V4 ausreichend dimensioniertes Fahrwerk für die Landstraße
  • Mächtiger aber nicht aufdringlicher Sound
  • Guter Windschutz
1
Nachteile
  • Sitzbank wird vor allem im Stadtverkehr warm
  • In engen Spitzkehren wirkt Motor / Kupplung etwas ruppig

Bericht vom 29.05.2018 | 8.179 Aufrufe

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