Superbike Vergleichstest 2015

Superbike Vergleichstest 2015

Alle aktuellen 1000er Supersportler im Vergleich

Testpiloten aus Spanien, Deutschland und Schweden gaben gemeinsam mit Journalisten kräftig Gas. Beim Masterbike 2015, dem großen Supersport Test der Zeitschrift MOTORRAD, traten gegeneinander an: Aprilia RSV4 RF, BMW S 1000 RR, Ducati 1299 Panigale S, Honda CBR 1000 RR SP, Kawasaki Ninja ZX-10R, Suzuki GSX-R 1000, Yamaha YZF-R1

Masterbike 2015 – Der Sportlervergleichstest

Wenn MOTORRAD, Europas größte Motorradzeitschrift, einen Vergleichstest durchführt, dann werden keine halben Sachen gemacht. Die Rennstrecke wird 2 Tage exklusiv gemietet, gefahren wird auf Einheitsreifen von Metzeler (Racetec RR) und im Sattel sitzen mehrere erfahrene Testpiloten. Der Test wird gemeinsam mit Zeitschriften aus Spanien (Motociclismo), Schweden (MOTORRAD) und 1000PS als Videopartner gemacht. Die Metzeler Techniker prüften bei jedem Bike den Reifendruck, die Streckentemperatur und das Reifenbild. Alle Fahrwerke wurden makellos eingestellt und die Testpiloten fuhren konstante und nachvollziehbare Rundenzeiten - klarerweise mehrfach gemesen. Ein Data-Recording war ebenfalls montiert. Der Aufwand ist gewaltig und kann in diesem Umfang von anderen Medien niemals gestemmt werden. 2 Tage lang wurde Gas gegeben, gemessen, verglichen und Zeiten wurden genommen. Der ganze Rennstreckentest mit sämtlichen Messwerten und Rundenzeiten erscheint am 15. Mai 2015 in der Zeitschrift MOTORRAD. 2 Wochen später folgt der Landstraßenvergleichstest. Hier der Bericht vom Rennstrecken Vergleichstest mit Video und vielen Infos.

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Die besten Rundenzeiten im Sattel der Superbikes 2015

BikeBest Lap Chrstian Kellner (DE)Best Lap Freddy Papunen (Schweden)Best Lap Sergio Romero (Spanien)
Aprilia RSV 4 RR/RF01:45,901:45,601:47,9
BMW S 1000 RR01:46,701:46,501:47,9
Yamaha YZF-R101:46,801:46,501:48,5
Ducati 1299 Panigale S 01:46,601:46,201:50,5
Kawasaki ZX-10R01:47,501:47,401:51,0
Honda Fireblade01:48,001:47,201:51,1
Suzuki GSX-R 100001:49,401:48,101:52,2

Alle 3 Testpiloten waren sich "einig" und erzielten ihre persönlich schnellste Rundenzeit im Sattel der Aprilia RSV4 RF.

1000er Vergleich 2015: Fahrereindrücke und Empfehlungen

Die Rundenzeitentabelle ist gut für Stammtisch-Debatten und bestimmt auch ein tolles Qualitätssiegel. Verpasst aber nicht die einzelnen Storys zu den einzelnen Motorrädern samt Videos und der Fahrereindrücke direkt vom Test. Die Aprilia war hier beim Test das schnellste Motorrad, aber ist sie auch die richtige Wahl für Dich? Die GSX-R und die Fireblade waren bei den Rundenzeiten nicht mehr mit dabei, aber die Piloten stiegen trotzdem zufrieden ab - Geheimtipps? Dem Autor dieser Zeilen hat der Test vor Ort am Lausitzring schlaflose Nächte bereitet. Welche 1000er soll gekauft werden? Welche der 7 Testkandidaten soll es werden? Am Ende viel die Wahl auf keines der 7 Motorräder vom Test sondern auf die Yamaha YZF-R1M. Im Zweifel also einfach das Problem durch den Einsatz von Moneten lösen.

Superbike Vergleich 2015 - Alle Storys auf einen Click

Alle 1000er Vergleichstest Storys 2015

Fazit: Suzuki GSX-R 1000

Die GSX-R spricht vermutlich pragmatische Käufer an. Sie kriegt man auch neu relativ günstig. Das gesparte Geld investiert man in Öhlins und Akrapovic samt Powercommander. Das ganze lässt man von einem fähigen Mann abstimmen und schon ist die GSX-R vermutlich genauso schnell wie die Topbikes aber immer noch günstiger. Sie wird aber auch dann nicht das coolste Bike im Fahrerlager sein. Wer über den Dingen steht und einfach ein gutes Motorrad für Straße und Strecke haben will, soll sich aber vom Testergebenis nicht die Laune verderben lassen. Die Gixxer ist ein tolles Motorrad und macht viel Freude.

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Vorteile
  • Zuverlässige und bewährte Technik
  • tolle Sitzposition
  • einfaches Fahrverhalten
  • gut und günstig
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Nachteile
  • fehlende Spitzenleistung
  • ABS nicht sportlich genug
  • keine Traktionskontrolle
  • Gesamtpaket ist schlicht und ergreifend alt

Fazit: Yamaha YZF-R1

Die neue R1 ist ein großer Wurf und kein Vergleich mehr mit dem Vorgängermodell. Diese galt als gutes Landstraßenmotorrad und für Ausflüge auf die Rennstrecke musste schwer investiert werden. Nun ist es genau umgekehrt. Die neue R1 ist mit einem klaren Fokus auf die Rennstrecke entwickelt worden. Das Elektronikpaket wirkt überragend, Technikfreaks kommen hier auf ihre Kosten. Yamaha Fans müssen quasi zuschlagen, sie haben nun endlich ein würdiges Motorrad. Die R1 leistet sich leichte Schwächen beim Anbremsen - hier wird sie etwas instabil. Wer gerne ein fertiges Rennmotorrad kauft ohne am Fahrwerk arbeiten zu müssen, der greift besser zur R1M. Dort funktioniert das elektronische Fahrwerk von Öhlins grandios und leistet sich keine Schwächen. Für den reinen Rennstreckenbetrieb lässt sich auch leicht die zweite Schwäche der R1 ausbügeln. Das Drehmomentloch in der Mitte lässt sich mit einem neuen Mapping leicht ausbügeln.

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Vorteile
  • irrer Sound
  • drehfreudiger Motor mit starker Spitze
  • tolles Rennfeeling im Sattel
  • überlegenes Elektronikpaket
  • hochwertige Verarbeitung
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Nachteile
  • Durchhänger beim Drehmomentverlauf in der Mitte
  • Stabilität in der Bremszone

Fazit: Kawasaki Ninja ZX-10R

Die ZX-10R war beim Test genau in der Mitte. Sie war nicht so schnell und radikal wie R1, Panigale, BMW und Aprilia. Aber sie war auch sportlicher als die Honda und Suzuki. Während bei Honda und Suzuki komplett neue Bikes nötig wären um mit der Spitze gleichzuziehen, müsste Kawasaki der ZX-10R nur ein kleines Update verpassen. Zufriedene ZX-10R Fahrer müssen nun aber nicht verzweifeln. Der Abstand zur Spitze ist klein genug um mit ein paar Zubehörteilen den Anschluss zu finden. Denn einen entscheidenden Vorteil hat die ZX-10R. Sie ist schon länger am Markt und es sind genug Teile samt nötiger Setupinfos vorhanden. Wer sich auf keine Experimente einlassen möchte, nimmt eine Kawasaki und wird mit ein paar Handgriffen ebenfalls vorne mit dabei sein.

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Vorteile
  • Tolle Basis für Rennmotorrad
  • starker Motor im oberen Drehzahlbereich
  • gutes Chassis
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Nachteile
  • zu lange Übersetzung
  • Motor mit wenig Power im unteren Drehzahlbereich
  • Traktionskontrolle kann mit den Systemen der Topbikes nicht mithalten

Fazit: Honda CBR1000RR Fireblade

Wer den Fokus auf gute Rundenzeiten legt, der wird mit der CBR 1000 RR nicht die beste Partnerin im Feld finden. Wer einfach schöne Runden am Ring oder auch auf der Landstraße fahren wird der wird mit ihr immer noch eine Freude haben. Sie fährt herzergreifend, sie sieht toll aus und vermittelt einem viel Gefühl fürs Hinterrad. Am Stammtisch können Honda Fans dann immerhin mit den Siegen von Marquez punkten, mit famosen Leistungswerten oder Rundenrekorden der Fireblade werden sie aber nicht aufwarten können.

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Vorteile
  • tolle Optik
  • durchschaubares Fahrverhalten
  • gutes Gefühl für Traktion
  • hochwertiges Chassis
  • tolle Basis für Rennstreckenumbau
  • zuverlässige und bewährte Technik
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Nachteile
  • Spitzenleistung nicht mehr up to date
  • fehlende Traktionskontrolle

Fazit: BMW S 1000 RR

Mit harten Fakten kann die BMW auch 2015 noch punkten. Wer auf Spitzenleistung steht, muss die BMW kaufen. Sie dreht oben unglaublich kraftvoll aus und fährt den Rest des Feldes ab 200 davon. Große und schwere Piloten werden davon noch mehr profitieren können. BMW hat es sich bei der Maschine nicht leicht gemacht und ein sehr universelles Motorrad auf die Beine gestellt. Würde man einen Vergleichstest mit 50 verschiedenen Piloten (vom Rookie bis zum Profi) machen, dann wird die BMW den besten Schnitt von allen 1000er Bikes hinlegen. Das elektronische Fahrwerk, aber auch die Fahrhilfen machen die Profis schnell und die Einsteiger sind sicher unterwegs. Eine Top Empfehlung für eine sehr breite Zielgruppe. Sehr schnelle Hobbypiloten werden mit dem Serienfahrwerk nicht 100% zufrieden sein. Wer das Fahrwerk nicht umbauen möchte, der sollte eher zu einer R1M, einer Panigale S oder auch einer RSV RF greifen. Wer ohnehin umbaut, der findet mit der S 1000 RR die stärkste und universellste Basis vor. Überraschenderweise fährt die bärenstarke Maschine auch auf der Landstraße sehr gut. Sieht insgesamt nach einem Kompromiss aus der sich aber in der Praxis niemals so anfühlt.

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Vorteile
  • grandioser Schaltassistent
  • unglaublich starker und drehfreudiger Motor
  • tolles Zubehörprogramm
  • renntaugliches Datalogging Tool und Kalibrationstool verfügbar
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Nachteile
  • Fahrwerk in der Hand von Profis schnell am Limit

Fazit: Ducati 1299 Panigale S

Die Panigale 1299 S ist ein deutlicher Fortschritt zur alten Panigale. Ducati Fans, welche mit dem Vorgängermodell nicht ganz zufrieden waren, könnten in der neuen Maschine nun ihre große Liebe finden. Die vielen Änderungen am Motorrad haben sie stärker, schneller und auch etwas umgänglicher gemacht. Schnelle und erfahrene Piloten die 2-Zylinder lieben, haben ohnehin keine andere Wahl und werden glücklich werden. Traktionskontrolle, Motorelektronik zur Steuerung der Motorbremse und natürlich das elektronische Fahrwerk von Öhlins sind richtig guter Stoff. Aber auch die neue Panigale ist kein Motorrad mit welchem nicht so flotte Piloten quasi von alleine zu guten Zeiten finden wie z.B. im Sattel einer BMW. Die Ducati hat ihren eigenen Charakter den nicht jeder mag, aber Ducatisti zum Teil verzaubert.

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Vorteile
  • bärenstarker Motor
  • geile Optik
  • tolles Elektronikpaket
  • schnelle Rundenzeiten für Panigale-Kenner und Profis möglich
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Nachteile
  • sehr anstrengend zu fahren
  • Fahrverhalten für Hobbypiloten herausfordernd

Fazit: Aprilia RSV4 RF

Die neue RSV4 wird vor allem Fahrer/innen glücklich machen, die immer schon Supersportler gefahren sind und diese Kategorie lieben. 600er Aufsteiger werden sie schätzen und sogar ehemalige 250er Fahrer werden ihr Handling noch betörend finden. Sie wurde in der Aprilia Rennabteilung geboren und hat dort für das Jahr 2015 auch ihren Feinschliff erhalten. Damit ist sie nun einfacher zu fahren als früher. Aber sie ist vor allem beim Thema Stabilität schwer am Limit. Erfahrene Piloten bringen die Fuhre am Kurvenausgang in Unruhe, Rookies wohl eher nur bei Topspeed auf langen Geraden. Für die Landstraße ist ihr Chassis sehr radikal, auf schlechtem Asphalt wird es unruhig am Sattel. Ein elektronisches Fahrwerk könnte da helfen, doch das hat die Aprilia nicht installiert. Doch nur auf der Rennstrecke zu fahren wäre auch nicht richtig. Denn die RSV4 ist zwar in Sachen Design mittlerweile betagt aber immer noch unglaublich schön. Wer sie fährt gilt als Kenner und Held vor dem Eissalon, das hat sich auch 2015 nicht geändert. Am Stammtisch muss man ja nicht davon berichten, dass sie nun leichter fährt als früher.

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Vorteile
  • tolles Handling am Kurveneingang und in Wechselkurvern
  • hoher Kurvenspeed möglich
  • kompaktes und renntaugliches Chassis
  • hochwertiges Fahrwerk
  • tolle zeitlose Optik
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Nachteile
  • Stabilität in der Bremszone und beim Rausbeschleunigen am Limit

Bericht vom 18.05.2015 | 49.622 Aufrufe

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