S 1000 R vs. Z1000

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S 1000 R gegen Z1000 - die beiden Muscle-Naked Bikes im direkten Vergleich.
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BMW S 1000 R vs. Kawasaki Z1000 - pure Kraft im Überfluß.

 

Die Bayern üben sich wie immer in Zurückhaltung, während die Leistung der BMW S 1000 R am Papier mit 160 PS angegeben wird, stemmen manche Exeplare am Prüfstand stolze 170 PS - Serienstreuung, mit der man gut leben kann! Kawasaki rührt die Werbetrommel etwas mehr, die Z000 ohne Elektronik-Firlefanz soll das letzte Männer-Naked Bike sein. 1000PS lässt die beiden gegeneinander antreten.

 
An Luxus gewöhnt man sich schnell - das merken wir in vielen Bereichen unseres Lebens. Früher musste man tagelange Strapazen auf sich nehmen, um an einen 1000 Kilometer weit entfernten Ort zu gelangen, heute setzt man sich in den Fleiger und ist ganz selbstverständlich in einer Stunde dort. Früher fuhr die fünfköpfige Familie im VW Käfer zusammengepfercht auf schlechten Schotterstraßen zum Campingplatz, heute fahren die Eltern mit ihren durchschnittlich 1,4 Kindern ganz bequem und voll klimatisiert auf bestem Asphalt zum All-Inclusive-Tempel. Und früher hatten die besten der besten Motorräder knapp über 30 PS, heute rümpft man die Nase, wenn ein Naked Bike nicht mehr als 100 PS hat.

Die Hersteller sind daran natürlich nicht ganz unschuldig, jeder will vorne mitmischen, man orientiert sich an den Stärksten des Segments. Der Plafond scheint daher immer noch nicht erreicht zu sein, supersportliche Naked Bikes mit 180 PS - vor einigen Jahren noch undenkbar - sind ganz legal käuflich und daher normal. Für ein ausgewogenes Fahrerlebnis steht bei einem Naked Bike aber gar nicht die pure Leistung im Vordergrund, wie uns die brandneuen Modelle BMW S 1000 R und Kawasaki Z1000 beweisen wollen. Obwohl die 160 PS der BMW ohnehin jenseits von gut und böse sein könnten, dank der vielen Elektronik-Helferlein aber voll und ganz im Zaum gehalten werden. http://www.motorrad-bilder.at/slideshows/291/010873/bmw_s1000r_kawasaki_z1000_details_24.jpg

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Die Kawasaki hingegen pfeift auf die Elektronik und vertraut dem Fahrer ungefiltert ihre 142 PS an. Kann man diese Leistung noch ohne Strich in der Hose auf den Asphalt bringen? Wird man andererseits von der BMW-Elekronik völlig entmündigt? Kot und Vauli klären über die wahren Wesen der beiden Muscle-Naked Bikes auf.

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Wenn eine BMW plötzlich günstig ist...


kotKots Meinung zur BMW S 1000 R: Im Vergleich mit der großen Supersport-Schwester S 1000 RR war das Nakedbike von BMW noch auf der sicheren Seite. Was gab es schon zu verlieren gegen ein Motorrad, das für die Rennstrecke gemacht ist? Die rein leistungsmäßige Überlegenheit der Sportlerin ließ der Nackten genug Platz für Ausreden und was den Komfort durch im Alltag benutzerfreundlichere Ergonomie und Geometrie betrifft, war von Anfang an klar, dass die Entscheidung zu Gunsten der S 1000 R ausfallen würde. Auch wenn sich die beiden Sisters of no Mercy sehr, sehr ähnlich sind, so erinnert ein Vergleich doch an jenen von Äpfeln und Birnen, weshalb er eigentlich auch ohne Ergebnis bleiben hätte müssen. Wenn es gegen die Kawasaki Z1000 geht, sieht die Sache aber schon ganz anders aus. Dieselbe Gewichtsklasse, 4-Zylinder um die Einliter-Marke, unter den stärksten ihrer Art und Gestalt. Doch noch etwas macht die beiden Kontrahentinnen direkt vergleichbar, was sie aufgrund der unterschiedlichen Herkunft normalerweise deutlich voneinander abgrenzen würde – der Preis.
BMW entfernt Verkleidung und Entwicklungskosten der S 1000 RR und bietet dem Kunden die „R“ zu einem Angebotspreis an, den er nicht ablehnen kann. Serienmäßig dabei sind Race-ABS und automatische Stabilitätskontrolle (ASC / Traktionskontrolle) inklusive zweier Fahrmodi Rain und Road. Bei 160 PS Spitzenleistung und einem Drehmoment von 112 Nm willkommene Schutzengerl, die einem nicht ins Handwerk pfuschen. Trotzdem fehlt der BMW eine schwarze Seele, da kann die Beschleunigung noch so brutal sein und der Motor noch so rau röhren. Es fehlen ein paar dunkle Kapitel in der Modellgeschichte, die erst geschrieben werden muss. Dem Erstlingswerk ist jedenfalls ein Platz in den Bestsellerlisten sicher. http://www.motorrad-bilder.at/slideshows/291/010872/bmw_s1000r_kawasaki_z1000_action_14.jpg

S 1000 R vs. Z1000 Details Bildergalerie (38 Fotos) - hier klicken!


Vaulis Meinung zur BMW S 1000 R: So wie BMW mit der S 1000 RR auf Anhieb die ärgste Waffe im Superbike-Segment hingestellt hat, machen die Bayern es nun bei den Naked Bikes: So radikal und direkt vom Sportler abgeleitet ist kaum ein anderes Motorrad. Dennoch ist die BMW kein kompromissloses Kampfgerät sondern bietet auch eine Menge Komfort- und Sicherheitsfeatures: ABS und Traktionskontrolle sind vielfach verstellbar, verschiedene Leistungsmodi passen die Parameter gezielt aufeinander ab, das (aufpreispflichtige) ESA-Fahrwerk ist optimal einstellbar und Heizgriffe gibt es obendrein als Option - da kann die Kawasaki bei weitem nicht mithalten. Die Sitzposition auf der BMW fällt auch eher in die Kategorie sportlich gemütlich als supersportlich unbequem und der Sattel schmeichelt dem Popschi. Lediglich das Fahrwerk könnte etwas weniger knöchern federn, das passt leider nicht ganz zu der ansonsten weißen Weste.
Denn auch die Bremse verträgt hypersportliche Fahrweisen, überforder t dank der guten Dosierbarkeit aber nicht im Alltag. Die Optik entspricht der typischen BMW-Designlinie, das asymmetrische Gesicht wird also auch beim Naked Bike beibehalten. Ganz gelungen ist es allerdings meiner Meinung nach nicht, vor allem die Front sieht ziemlich unschlüssig aus. Da Optik aber bekanntlich Geschmackssache ist, will ich mich darüber erst gar nicht großartig äußern. Allerdings stünde ich vor einer harten Entscheidung, ob ich mit der BMW das modernere und insgesamt wohl auch besere Motorrad oder mit der Kawa Z1000 das feschere Bike nehmen sollte. http://www.motorrad-bilder.at/slideshows/291/010873/bmw_s1000r_kawasaki_z1000_details_10.jpg

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Die BMW S 1000 R kann und will ihre Herkunft nicht leugnen - das Superbike in der Nackten spürt man sowohl beim mächtigen Triebwerk als auch beim harten Fahrwerk.

Die Z1000 ist berühmt und berüchtigt.


kotKots Meinung zur Kawasaki Z1000: Die Z-Baureihe von Kawasaki ist berühmt und berüchtigt, was ihr im Vergleich mit jeder Konkurrentin einen Vorteil einbringt, den die anderen Nakedbikes erstmal aufholen müssen. In der Liter-Liga geht es vor allem um Ruf und Ruhm und dazu gehört eine Geschichte. R1, Fireblade, GSX-R und ZX-R haben ihre infizierten Raser- und Rowdy-Gene an ihre nackten Nachkömmlinge weitervererbt, was diesen eine arge Aura verleiht. Die Z1000 mag der S 1000 R (leistungs)technisch unterlegen sein, aber sie ist dennoch härter und männlicher. Man kann das brachial-brutale Design schon etwas übertrieben finden, das Gesamtkonzept der Z allerdings ist stimmig und konsequent.
Von Generation zu Generation wurde die Z aggressiver und stärker. Immer noch fehlen ihr auf die S 1000 R fast 20 PS, doch die kurze Übersetzung und das direkte Ansprechverhalten lassen Leistung nicht vermissen. Zudem ist der 1043 Kubik große Vierzylinder ein phantastisch geschmeidiges Powerhorse, das ich als Grund angeben würde, wieso ich Reihenvierer liebe. Deutlich weniger Vibrationen als die S 1000 R, bessere Manieren und auf Dauer angenehmer zu fahren. Das gilt leider nicht für die Ergonomie. Man fühlt sich zwar sehr gut ins Motorrad integriert und hat das Gefühl, viel niedriger zu sitzen, obwohl die Sitzhöhen nahezu ident sind (Z1000: 815 mm, S 1000 R: 814 mm), der Komfort lässt aber im Vergleich zur BMW zu wünschen übrig. Das liegt auch am harten Fahrwerk, dessen Qualität nicht mit der des Motors mithalten kann. Dafür nimmt man auf der Z eine stärker vorderradorientierte, aggressivere Haltung ein. Kawa bleibt eben seiner Linie treu und greift nicht zum Weichspüler. Genau das erwarte ich mir von einem 1000er Nakedbike. http://www.motorrad-bilder.at/slideshows/291/010873/bmw_s1000r_kawasaki_z1000_details_35.jpg

Durch´s Design macht die Z vieles wieder wett.


Vaulis Meinung zur Kawasaki Z1000: Die neue Z1000 soll laut Kawasaki das letzte wahre Männer-Naked Bike sein, bei dem auf fast alle elektronischen Helferlein verzichtet wird. Lediglich ein ABS gibt es gegen Aufpreis - wer also will, kann seine Z1000 ganz puristisch haben. Das mag man nun gut oder schlecht finden, Schmäh ist es jedenfalls keiner, denn Kawasaki wäre durchaus in der Lage gewesen, die Z1000 auch mit Traktionskontrolle auszurüsten, wie es auf der verkleideten Z1000 SX ja der Fall ist. Umso mehr fällt mir bei der nackten Z1000 auf, wie harmonisch sie auch ohne Elektronik-Firlefanz funktioniert. Vor allem der Motor geht seidenweich aber ebenso kräftig an die Sache heran und bietet damit ausreichend Kraft ohne sich wie ein unbezähmbares Biest aufzuführen. Klar, die BMW S 1000 R ist stärker und insgesamt auch schneller, auf das Triebwerk der Z1000 darf Kawasaki dennoch äußerst stolz sein. Das Fahrwerk präsentiert sich hingegen nicht so harmonisch, wie bei der BMW war es den Technikern wohl ein Anliegen, den Federelementen eine starke sportliche Note mitzugeben.
Das Handling selbst entspricht dem bulligen Gesamtauftritt der Z1000, auf den ersten Blick wirkt sie etwas störrisch, läßt man sie aber gezielt in die Kurve kippen, kann man doch sehr agil um Ecken zirkeln - dieses Vertrauen muss man aber erst aufbauen. Erst dann fällt auch das höhere Gewicht gegenüber der S 1000 R nicht so sehr auf, das im Stand schon spürbar ist. Allerdings passt das wiederum bestens zum letzten wahren Männer-Naked Bike, mit dem ich beim Gasaufreißen schwarze Striche am Asphalt ziehe, ohne vorher die Elektronik deaktivieren zu müssen. Und das herrlich aggressive Äußere fügt sich nahtlos in das Gesamt-Konzept. http://www.motorrad-bilder.at/slideshows/291/010872/bmw_s1000r_kawasaki_z1000_action_7.jpg

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Ohne Elektronik-Helferlein ist man miit einer Z1000 alleiniger Herrscher über das Geschehen - vielen Bikern geht es beim Motorradfahren genau darum!

Interessante Links:

Text: Vauli
Fotos:
Michael G. Fox

 

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Bericht vom 28.03.2014 | 35.134 Aufrufe

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