Suzuki Bandit 650

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Mit der neuen Bandit 650 über gefrorene französische Bergstrassen. Man fühlt sich wohl auf dem 6er Banditen. Auch wenn es etwas kalt ist.

Die Nr. 1 2004

Im Jahr 2004 war die 600er Bandit das meistverkaufte Bike im Lande. Über 700 mal wurde das Eisen in der vergangenen Saison verkauft. Bei Suzuki lehnt man sich jedoch nicht zurück und bringt die Bandit verbessert an einigen Details aber mit den bisherigen Stärken und Charakter in die Saison 2005.

Bild rechts: Die Bandit 600 Modell 2004


Ausprobieren durften wir die neue Bandit im sonnigen Spanien. Ca. 100 km nördlich von Barcelona an der Mittelmeerküste ist es zu dieser Jahreszeit normalerweise schon recht mild und die Landschaft bietet perfekte Rahmenbedingungen für ein paar tolle Bandit Runden. Der grosse Nesut bildete die Suzuki Vorhut und berichtete per Telefon schon mal vorab vom Einsatzort:

NastyNils: Und wie ist es? Leiwandes Wetter?
Grosser Nesut: Naja..
NastyNils: Haben wir einen Pool beim Hotel. Einen beheizten?
Grosser Nesut: Naja. Einen Pool haben wir schon, aber der ist zur Zeit ein Eislaufplatz. Es ist hier etwas kälter als sonst.
NastyNils: Perfekt. Ich freu mich schon.
Grosser Nesut: Aber einen leiwanden Wirten haben wir schon gefunden….


Vollste Konzentration beim Anvisieren des gigantischen Fleischbrockens. Der Nesut sticht zu!
   

Vor Ort wurden wir dann von sibirischen Bedingungen begrüsst. Am Pool schwammen die Eisschollen und die Hotel-Zimmer waren so kalt wie ein löchriges Iglu. Die spanischen Heizungen kamen mit der grimmigen Kälte einfach nicht zu recht. So mussten wir in unseren Zimmern zusätzliche High-Tech Heizungen installieren. Die Haar-Föns auf unserer Etage surrten Non-Stop...

   

Die erste Route führte uns vom nördlichen Spanien ins südliche Frankreich. Es wurde alles übergestreift was der Kleiderkasten hergab - so war es dann trotz der niedrigen Temperaturen recht angenehm. Die Finger wurden bei jedem Stopp um die herrlichen Kühlrippen gewickelt. Die Handschuhe rochen dann zwar immer etwas merkwürdig, aber es war zumindest warm. Die Originalbereifung - Bridgestone BT020 - hatte mit den niedrigen Temperaturen keine Probleme. Der hochwertige Reifen ist bekannt für viel Grip über einen weiten Temperaturbereich. Nur bei Schnee war auch der Brückenstein mit seinem Latein am Ende.


So sieht die inkludierte Griffheizung aus.
 
Der Motor - und noch eine Brise Hubraum mehr...

Die Bandit hat im neuen Modelljahr 50 wertvolle ccm mehr zu bieten als bisher. Big Bike ist die 6er Bandit klarerweise auch noch keines, bietet aber nun gerade das Quentchen mehr an Schmalz, dass man bei einer 6er eben gerne hätte. Im spanischen und französischen Winkelwerk war die Motorisierung jedenfalls gerade richtig. Knapp 80 PS reichen für viel Spass bei der Kurvenhatz und vor allem die saubere Abstimmung des Motors begeisterte.

Der bewährte Luft/Öl gekühlte Motor der 6er Bandit sieht durch die Kühlrippen auch richtig Big-Bike mässig aus. Das der Motor nur 650 Kubik beheimatet sieht man ihm von aussen gar nicht an.

   

Der schwarze Motorblock und die neue hübsche Mini-Maske stehen der Bandit gut.
   

Der 650er Motor wird von elektronisch gesteuerten Unterdruck Vergasern gefüttert. Verschlucken und sonstige unangenehme Nebeneffekte gibt es hier nicht. Der Motor dreht sauber bis 11.500 Touren und hat nun besonders unten und in der Mitte etwas mehr Schmalz. Hubraum ist wie wir alle wissen ja durch nichts zu ersetzen. Die Power reicht für nette Wheelys und mehr als 220km/h auf der Uhr für den Fall der Fälle. Das GPS ist unbestechlich und attestierte der 650er Bandit immerhin echte 200 auf dem kurzen Autobahn Stück. Meiner Meinung nach wäre da noch ein bisserl mehr drinnen gewesen. Etwas weniger Wind, etwas windschlüpfrigere Kleidung, etwas wenig Nesut, der im Weg herumsteht.


Für die Prolo-Show vorm Eis-Salon muss es nicht immer die 12er Bandit sein
   

Lasst euch vom blauen Himmel nicht täuschen. Temperaturen waren knapp über dem Gefrierpunkt.
Das Fahrwerk - viel Spass im Winkelwerk

Das Fahrwerk kommt mit den 80 PS und deutlich mehr Kilos der Piloten im Winkelwerk gut zurecht. Von der Abstimmung her ist es natürlich eher auf der weichen Seite, was für die iberischen Küstenstrassen aber auch gerade richtig war. An der Gabel ist die Vorspannung der Feder und am Heck Vorspannung und Zugstufe einstellbar.

Ich weiss nicht warum, doch bei Fahrten im Ausland vergisst man nur zu oft, dass es auch ausserhalb von Österreich Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt. Manch kurvige Etappen wurden zu herrlichen Sonderprüfungen. Und es ist beruhigend zu wissen, dass man keine GSX-R 1000 um 15.000 Euro braucht um im Winkelwerk ordentlich Spass zu haben. Es wurde kräftig umgelegt, spät gebremst und früh Gas gegeben. Ein leiwandes Heizerl unter Freunden eben.

   
   
Das Getriebe - kein Zahn kürzer

Das Getriebe hat sehr kurze Schaltwege und ist sehr einfach zu bedienen. Es lässt sich sehr exakt schalten und sogar die Abstimmung ist gelungen. Bei den meisten Motorrädern in dieser Klasse ist der 6. Gang meist recht optimistisch übersetzt. Die 650er Bandit ist in der Übersetzung für meinen Geschmack jedoch gerade richtig. Der 6er dreht auch beinahe bis zum Begrenzer und so kann man das Potential des Motors optimal ausnutzen. Das obligatorische kleinere Ritzel würde ich mir bei der Bandit 650 sparen. Die Kupplung ist wie alle anderen Bedienelemente auch, mit MickyMaus-Gliedmassen ordentlich zu bedienen. Sogar die zartesten Mädels sollten mit Kupplung, Getriebe aber auch Bremserei kein Problem haben.

   
   
Bremsen:

Vorne verrichtet eine 2 Kolbenzange je 290mm Scheibe links und rechts einen guten Dienst. Die Bremserei ist gut dosierbar und verzögert auch vor der plötzlich auftauchenden Haarnadelkurve sehr gut.

   
Design:

Die Bandit ist nach wie vor die Bandit. Auch wenn einige Details am Design geändert wurden, bleibt die Bandit ein klassisches erdiges Naked Bike. Die leicht geändert Front an der Naked-Version sieht für meinen Geschmack nicht nur recht hübsch aus, sondern bietet auch überraschend guten Windschutz. Für eine normale Tour ins Winkelwerk reicht es absolut aus. Nur auf der Autobahn wünscht man sich dann ab 150 klarerweise die S-Version mit der im Vergleich zum Vorjahr etwas kleineren Verkleidungsscheibe. Farblich hat man die Auswahl zwischen silber, rot, schwarz und blau. Ich persönlich finde das „Candy Napoleon Blue“ am besten. In „Marble Erakis Red“ sieht das Naked Bike sogar ein wenig aggressiv und angriffslustig aus.


Welche findet ihr am schönsten?

Ergonomie - neue Sitzposition

Die Sitzposition an der Bandit wurde im Vergleich zum Vorjahr etwas geändert. Der Tank ist nun um 30mm kürzer und man sitzt näher am Lenker. Die Sitzhöhe kann entweder mit 770 oder 790 mm gewählt werden. Der Lenker kann mit einem 10 mm Adapter höher gelegt werden. Auch festere und auch grössere Brockerl unter uns sollten eine Probefahrt mit der neuen Bandit nicht scheuen, für zierliche Personen hat die Bandit ohnehin schon immer gepasst.

   
Technische Daten:
  • Motor: 4-Zylinder Reihenmotor, 4-Takt, 16V, DOHC, SACS-Luft/Ölkühlung.
  • Hubraum: 656 ccm
  • Leistung: 78 PS
  • Verdichtung: 10,5:1
  • Gemischaufbereitung: Keihin CVR32
  • Antrieb: 6-Gang, Kette
  • Rahmen: Doppelschleife, Stahl
  • Lenkkopfwinkel: 26°
  • Nachlauf: 108 mm
  • Gabel: 41 mm Teleskopgabel, Vorspannung einstellbar
  • Federbein: Zugstufe 4-fach einstellbar, Vorspannung 7-fach einstellbar
  • Reifen vo.: 120/70ZR-17
  • Reifen hi.: 160/60ZR-17
  • Bremsen vo.: 290 mm Doppelscheibenbremse, 2-Kolbenzange
  • Bremsen hi.: 240 mm Scheiben, 2-Kolbenzange
  • Radstand: 1.440 mm
  • Länge: 2.110 mm
  • Breite: 770 mm
  • Höhe: 1.090 mm, 1.235 mm
  • Sitzhöhe: 770mm oder 790 mm
  • Trockengewicht: 201 kg
  • Topspeed: Irgendwas über 200km/h
  • Tankinhalt: 20 Liter
   
Finanzierung:  

Suzuki bietet die ohnehin schon günstige Bandit mit einer massgeschneiderten Finanzierung an. Die monatliche Rate beträgt 69 Euro. Also so ungefähr eine durchschnittliche Handyrechnung.

   
Preise und Varianten:  

Auch wenn die Halbschale nützlich ist - ein echtes Naked Bike muss meiner Meinung nach echt Naked sein. Wenn ich mir die Zulassungszahlen so ansehe, stehe ich mit dieser Meinung aber alleine dar. Die meisten Naked-Bike Fahrer greifen immer zum Bike mit Halbschale. Am Foto rechts die neue Bandit in der S-Version.

Hier die Banditen-Listenpreise:

  • Bandit 650: 6.999 Euro
  • Bandit 650S: 7.299 Euro
  • Bandit 650 ABS: 7.599 Euro
  • Bandit 650S ABS: 7.899 Euro

   
Munition für den Stammtisch:
  • Zuverlässiger, bewährter und wartungsarmer Motor
  • 50ccm mehr als die Anderen
  • Bei dem Preis genehmigt fast jede Frau Gemahlin den Motorradkauf.
  • Geht bei der oben erwähnten Frau Gemahlin auch als echtes Vernunftmotorrad rein. Für den täglichen sparsamen und staufreien Weg in die Arbeit usw.
  • Auch mit ABS zu kaufen.
   
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Text: NastyNils
Fotos
: Thomas Guttmann

Fazit: Suzuki Bandit 650

Manch kurvige Etappen werden zu herrlichen Sonderprüfungen. Es ist beruhigend zu wissen, dass man keine GSX-R 1000 um 15.000 Euro braucht um im Winkelwerk ordentlich Spaß zu haben. Es wurde kräftig umgelegt, spät gebremst und früh Gas gegeben. Ein leiwandes Heizerl unter Freunden eben.


  • Gute Verarbeitung
  • saubere Abstimmung des Motors
  • viel Leistung
  • Vorspannung der Feder und Zugstufe einstellbar
  • positives Fahrwerk.
  • Nix

Bericht vom 06.02.2005 | 47.711 Aufrufe

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