Reisebericht, mit dem Motorrad durch Island, Teil II

Anzeige
Heute fahren wir über gemütliche Straßen Richtung Reykjavik, denn am Abend wollen wir ein bisschen feiern. Heute vor zwei Jahren waren wir am Nordkap und nun sind wir in Island. Sicher, Island liegt vergleichsweise weit im Süden. Mitternachtssonne gibt es nur im Norden der Insel und auch nur wenige Tage lang, aber Dunkel wird es im Juni und Juli trotzdem nicht und rein von der Vegetation wirkt Island wesentlich nördlicher als andere Orte auf gleicher geografischer Höhe in Skandinavien, vergleichbar vielleicht mit Finnmarken dem nördlichsten Norwegischen Bundesland. Auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums in Akranes mache ich eine Entdeckung, von der ich zwar schon oft gehört habe, die mir aber zuvor nie aufgefallen ist: Die Isländer ziehen (zumindest außerhalb von Reykjavik) die Autoschlüssel nicht ab. Fast bei jedem Auto auf dem Parkplatz steckt der Zündschlüssel im Schloss. Die Isländer sind stolz darauf in einer so sicheren Gesellschaft zu wohnen und andererseits, wohin will man mit einem gestohlenem Auto in Island flüchten? Obwohl es einen Unterwassertunnel unter dem Fjord zwischen Akranes und Reykjavik gibt, beschließen wir doch lieber den Fjord aus zu fahren. Am späten Nachmittag erreichen wir in Reykjavik den Campingplatz, wo wir zufälligerweise wieder die ganze Motorradfahrermeute treffen, die uns immer wieder über den Weg gelaufen (gefahren) sind. F650 und 100GS-PD, Transalp, XT, KTM-Adv. und natürlich meine NX650 sind vertreten. Die ersten Erlebnisse werden ausgetauscht. Der Eine hatte bereits einen Überschlag, der Andere versehentlich mit dem Benzinkocher sein Zelt abgefackelt und schläft nun im Freien und der Nächste hatte eine Panne nach der anderen und will nicht mehr weg aus der Stadt wo er sich die Ersatzteile nachschicken lassen kann und plant einen Rücktransport nach Hamburg mittels Frachter ab Reykjavik. Am Abend wird gemeinsam ein gewaltiges Abendessen zubereitet und danach machen wir noch die Stadt unsicher. Oder besser: die Stadt verunsichert uns. Dieses Reykjavik ist die unglaublichste Stadt, die ich je erlebt habe. Mit nur 160tsd Einwohnern gibt sie sich wie eine Millionenstadt, die Atmosphäre in den Bars und Discos ist absolut ausgelassen und schräg. Das Bier läuft in Strömen und die Stimmung ist am absoluten Höchststand, da ist es 3 Uhr, also Sperrstunde. Wir verlassen das Lokal als gerade die Sonne auf geht. Tausende junge Leute sind nun auf der Hauptstraße wo die Party einfach weiter geht.


Auf allgemeinen Beschluss hin wird die Tagwache um eine Stunde verschoben. Nach einem ausgedehnten Frühstück begeben wir (6 Motorräder plus Fahrer) uns erholt auf eine gemeinsame Ausfahrt um die Halbinsel auf der Islands Hauptstadt steht. Immer wieder kommen wir an Dampf und Wasserspeienden Erdspalten vorbei die uns die geothermale Aktivität dieses Landes vor Augen halten. Am späten Nachmittag erreichen wir die Blaue Lagune. Das Abwasser des sich hier befindlichen geothermalen Kraftwerkes speist einen See, der als Badeanlage sehr beliebt ist. Abgesehen davon, dass das mineralstoffreiche Wasser sehr gesund für die Haut sein soll, ist es vor allem die Wassertemperatur von 30 bis 45 Grad (je nach Lage im See) welche das Baden zum Genuss macht. Am Abend scheint heute die Temperatur nicht sinken zu wollen und so kommen wir gegen neun bei 20 Grad zum Campingplatz zurück wo wir wieder dem Charme des isländischen Nachtlebens erliegen.


Im Zelt ist es unerträglich heiß als ich aufwache. Das Wetter hält wohl noch immer. Also nichts wie los. So schön die beiden Tage hier in der Stadt auch waren, wir wollen wieder raus ins Hinterland. Und als Hinterland kann man in Island wohl fast alles außerhalb Reykjaviks bezeichnen. Ein Land, anderthalb mal so groß wie Österreich mit 270tsd Einwohnern, wovon bereits 160tsd im Großraum der Hauptstadt wohnen, dazu noch etwa 12 Städte mit gut 5000Menschen und das ist es im Grunde genommen. Das Land ist statistisch gesehen etwa gleich dicht besiedelt wie die Sahara. Ein subarktisches Traumland für Naturliebhaber. Wir haben geplant als nächstes eine Hochlanddurchquerung der Insel von Süd nach Nord zu machen. Zunächst fahren wir zu Bananengewächshäusern, dann auf die 35 und weiter auf die Piste F35. Schauen uns das ehemalige Sommerschigebiet an. Überall faucht und brodelt es, steigen giftige Dämpfe aus dem Boden und kocht die Erde. In der Mitte der Strecke bei Hveravellir gibt es einen Campingplatz den wir gegen 21.30 Uhr erreichen. Hier liegt die Jahresdurchschnittstemperatur bei 2 Grad plus und recht viel mehr hat es momentan sicher auch nicht. Zelt aufstellen, essen, schlafen gegen 23.30 Uhr.


In der Nacht hat es gefroren, doch mit einem guten Schlafsack ist das überhaupt kein Problem. Wir schauen uns noch die Höhlen an, wo früher die Vogelfreien gehaust haben. Bevor es in Island eine moderne Justiz gab flüchteten viele Verbrecher ins Landesinnere (=Hochland) wo sie vor Verfolgung sicher waren, weil die Isländer lange Zeit glaubten im Hochland leben die Teufel und Geister. Gleich in der Nähe unseres Zeltplatzes gibt es wieder einen hot spot, also beschließen wir uns unsere Körper vom heißen Wasser wiederbeleben zu lassen. Gegen 16 Uhr geht es weiter. Die anfangs vorhandenen Wolken beginnen aufzulockern und die Sonne kommt durch. Als wir nach 200 Kilometern die Nordküste Islands erreichen, hat im Ort Blönduos der Supermarkt schon geschlossen, aber diesmal haben wir eine kleine Notreserve dabei, die wir uns am Abend wegen des starken Windes im Zelt zubereiten müssen.


Nach schlechter Nacht wegen Halsweh und Kälte wache ich in der Früh ziemlich fertig auf, doch der Wettergott hat Mitleid und verwöhnt mich mit milden Temperaturen, Sonne und Windstille. Außerdem freue ich mich auf die heutige Etappe Richtung Westen sodass auch die Psyche gegen das Krankwerden kämpft. Zunächst geht es ein paar Kilometer zurück bis zu einem Felsen der ausschaut wie eine grasende Kuh und einer Sandbank auf der sich einige Robben angesiedelt haben. Weiter geht es auf der Ringstraße, dann auf der Nummer 59 und 57 auf die Snaefellsnes Halbinsel. Unterwegs kommen uns die beiden F650 Fahrer von Reykjavik entgegen. Ein paar Worte und Glückwünsche für die bevorstehenden Etappen werden ausgetauscht, dann trennt man sich wieder. Nach 85km auf Reserve geht mir der Benzin aus, doch in dieser Landschaft hat man ohnehin nichts gegen eine kleine Zwangspause während Benzin umgefüllt wird. Nach 10km erreichen wir die Tankstelle in Stykkisholmur. Am Fuße des Snaefell-Vulkans stellen wir unser Zelt auf. Der Snaefell gilt unter Esoterikern als einer der energiereichsten Stellen der Erde, die Isländer behaupten dass er ein wichtiger Wohnort für Elfen und Trolle ist und auch Jules Verne hat in seinem Buch "Reise zum Mittelpunkt der Erde" den Snaefell als Eingang zur Unterwelt gewählt. Im Abendrot wirkt es so mystisch, dass man gerne bereit ist alles zu glauben, was einem über diesen Vulkan erzählt wird.


Am Morgen beginnt es zu regnen. Wir beschließen so lange im Zelt zu bleiben, bis das Wetter besser wird. Aber das Gegenteil passiert. Es kommt zum Regen auch noch Sturm dazu. Zum Glück hält das Zelt dicht und so ist es außen kalt und ungemütlich und drinnen warm und heimelig. Jedes mal aufs Klo gehen ist eine Überwindung. Der Tag vergeht mit schlafen, essen, rauchen und lesen. Gegen 19.00 Uhr hört der Regen auf. In Eile alles zusammenpacken und los. Bis Borganes sind es 129 km, dort tanken wir für die bevorstehende Nachtfahrt, trinken heißen Kaffee und wärmen uns auf. Dann um ca. 22,00 Uhr fahren wir weiter. Es hat +3°C. Das Wetter wechselt zwischen Nebel, Regen, Regenpausen Windböen, aber es wird immer kälter. Auf einer Anhöhe kann man den Schnee förmlich riechen und tatsächlich liegt unmittelbar neben der Straße frisches Weiß. Finden nach weiteren rund 200 km um halb zwei einen passenden Zeltplatz. Zelt aufbauen, Kaffee kochen - schlafen gegen 2.00 Uhr. Mein Halsweh ist zum Glück weg.

In der Früh schlafen wir uns ordentlich aus und kommen daher erst gegen Mittag weg. Auch wenn es nach wie vor kalt ist, so ist es wenigstens trocken. Wir fahren nach Akureyri, mit 15tsd Einwohnern die viertgrößte Stadt Islands und zumindest laut Statistik die wärmste und trockenste. Trocken ist es, aber über den Begriff "warm" könnte man nun diskutieren. Am Campingplatz treffen wir wieder einige unserer Motorradkollegen, also wird ein Einmalgrill gekauft und am Abend eine kleine Grillparty veranstaltet.

Gestern beim Grillen war es ziemlich kalt (+5°C). Ich wache gegen 9.00 Uhr wegen Hustenkrämpfen auf aber mein Allgemeinzustand scheint sich gut zu halten. Die Fahrt zum 120km entfernten Myvatn ist trotz der Kälte ein einziger Genuss. Nur beim berühmten Wasserfall Godafoss (Götterwasserfall) will ich nicht stehen bleiben. Erstens bin ich von Wasserfällen mittlerweile schon ziemlich gesättigt und zweitens sind auch hier wieder zu viele Menschen, die mir nur meine Ruhe stören können. Am Myvatn (Mückensee) beschließen wir eine Zeit zu bleiben.



"Du Robert, ich glaub ich dreh um, mir ist kalt und ich bin total unkonzentriert, wir treffen uns am Abend beim Zelt". Mit diesen Worten verabschiede ich mich am nächsten Morgen von meinem Kollegen, nachdem wir nur 20 Kilometer gefahren sind. Ich fühle mich irgendwie nicht wohl und muss auf meinen Körper hören. Auf dem Rückweg zum Zelt besorge ich mir bei einem Supermarkt ein paar Äpfel und Orangen. Danach verziehe ich mich in meinen Schlafsack und verspeise das Obst. Am Nachmittag wache ich plötzlich auf, fühle mich wieder unglaublich stark und will nur eines: Motorradfahren. Ich fahre gegen 16.00 Uhr los. Zuerst auf der 1er nach Osten, dann auf der 682 einer Piste an deren Anfang wieder einmal ein Schild steht, das es normalen PKW´s verbietet diese Strecke zu fahren (wegen dem Tiefsand und den Furten) zum Dettifoss, dem größten Wasserfall Europas. Auch wenn er nur etwa 50 Meter hoch sind, so donnern hier 500m³ pro Sekunde in die Tiefe, wodurch er oft mit den Niagarafällen verglichen wird. Vollkommen alleine darf ich dieses Naturschauspiel bewundern. Weiter geht es nach Norden auf die 85 nach Husavik und über die 87 wieder zum Myvatn zurück. Endlich kann ich wieder einmal richtig rasen (Schotter bis zu 130 km/h, Asphalt 130-160 km/h). Gegen 19 Uhr komme ich zufrieden und gesund von meiner 260 Kilometerrunde zurück.


Diesen Montag gönnen wir uns einen gemütlichen Tag am Myvatn. Dieser See friert auch im Winter nicht zu, denn er wird von warmen Quellen gespeist. Überhaupt ist er nur durch den Vulkanismus entstanden, an seinen Ufern stehen unzählige Krater und immer wieder ragen bizarre magmatische Felsen aus dem nur max. 4,5 Meter tiefen und 37 Quadratkilometer großen Wasser. Tausende von Seevögeln brüten und leben am Myvatn. Das Wetter ist recht gut und mit 12 Grad sind auch die Temperaturen verträglich. Wenige Kilometer östlich besuchen wir ein Feld mit gewaltiger geothermaler Aktivität. Die Erde kocht, in Öffnungen brodelt kochender Schlamm und der beißende Geruch des Schwefels liegt in der Luft, doch mittlerweile haben wir solche Sachen bereits als alltäglich abgehakt und so lockt es uns bald in ein Kaffeehaus.
Nach dem Aufstehen fahren wir gegen halb zehn auf der 1er nach Osten los. Nach 46 km kommt die Abzweigung nach Süden in Richtung Askia. Zwei sandige und etwa 50cm tiefe Furten, aber bei weitem nicht so schlimm wie von den Erzählungen anderer Motorradfahrern zu befürchten war. Traumhaft wilde und bedrückende Wüstenlandschaft. Das Schotter- und Sandfahren auf Vulkanstaubsand und Lavafeldern ist ein unglaublicher Spass und die Dominator scheint sich in diesem Umfeld ebenso wohl zu fühlen wie ich. Gegen 15.30 Uhr erreichen wir die Abzweigung, von der aus man entweder weiter nach Süden Island durchqueren kann und bei Landmannalaugar raus kommt, oder nach Osten zum Vulkankrater Askia. An der Askia gab es immer wieder gewaltige Ausbrüche, der letzte 1961. Der See in der Askia ist mit über 200 Metern der tiefste des Landes. Immer wieder verschwanden hier Menschen, ohne wieder gesehen zu werden. Sind dies nur Märchen, die die Isländer gerne erzählen, oder ist es wahr?


In Island und besonders in der Unberührtheit der Isländischen Inlandwüsten glaubt man alles. Um sich den Charakter dieser Landschaft besser vorstellen zu können braucht man nur daran denken, dass die NASA vor der Mondlandung ihre Fahrzeuge hier getestet hat. Einen weiteren See gibt es in der Gegend. Den Viti (Hölle). Am Kraterrand stinkt es nach Schwefel und Dampf steigt auf, doch wenn man den steilen Abstieg geschafft hat, dann lädt das warme Wasser zum Baden ein.

Die Nacht war ganz gut, aber ich konnte fast nicht einschlafen, denn die seit drei Wochen herrschende ununterbrochene Helligkeit stört langsam. In der Nacht hatte es nur 5°C, am Morgen ist es neblig und alles ist feucht- aber nur außen, drinnen ist es gemütlich. Bei der Abfahrt verfahre ich mich gleich um insgesamt 6 km. Leichtes Nieseln aber es ist doch recht angenehm zu fahren. Etwa 8 km vor der Ringstraße geht mir der Benzin aus. Umfüllen- ich komme bis zur Ringstraße. Laut Landkarte sind es noch 7 km bis zur Tankstelle. Diese verpassen wir jedoch, oder vielleicht gibt es sie ja auch gar nicht mehr. Füllen dann insgesamt auf ca. 50 km mehrmals Benzin um. Dann ist auch Robert auf Reserve. Wir beschließen dass ich hier (irgendwo in Islands Outback) bleibe und Robert zur nächsten Tankstelle fährt. Ich warte über anderthalb Stunden und beginne zu spekulieren ob wohl auch Robert der Benzin ausgegangen ist, oder warum es so lange dauert. Als er dann auftaucht, bestätigt er meine Vermutung. Er musste Autostoppen und mit einem Kanister fuhr ihn der Tankstellenpächter zum Motorrad zurück, dann wieder mit dem Motorrad und dem Kanister zur Tankstelle zum voll tanken und von dort wieder 41 km zu mir zurück. Anschließend füllen wir um und fahren zur Tankstelle. Wir wollen dem Tankstellenpächter gerne ein bisschen Trinkgeld geben, dafür, dass er Robert mit dem Auto zum Motorrad gefahren hat, doch er nimmt nichts an. Helfen ist eine selbstverständliche Sache in Island, sonst hätten sie nicht 1100 Jahre lang, hier am Rande der bewohnbaren Welt überlebt. Ich würde ihn beleidigen, wenn ich ihm dafür Geld geben möchte. Danach fahren wir noch rund 50 km nach Egilsstadir, wo sich nach drei Wochen die Islandrundreise wieder schließt. Mittlerweile hat es angefangen zu regnen. Treffen bei der Tankstelle und dem Campingplatz viele Bekannte der letzten Wochen, beschließen aber noch die 27 km nach Seydisfjördur zu fahren. Es empfängt uns mit dem selben schlechten Wetter wie vor drei Wochen.

Aufstehen gegen 8.45 Uhr. Wir packen und kommen gegen 10.00 Uhr durch den Zoll. Um elf stehe ich an Deck auf der Fähre und schalte das Handy ein. Kurz darauf läutet es und mein Chef ist dran. Ich soll so schnell wie möglich ins Büro kommen, doch diese Eile und der Druck gehen absolut an mir vorbei. Meine Seele ist noch irgendwo in Islands gewaltiger Natur und weit weg von mitteleuropäischen Vorstellungen. Am Nachmittag und am Abend werden noch sehr viele Bier getrunken und die Erfahrungen der letzten Wochen ausgetauscht. Gehe irgendwann ziemlich betrunken schlafen. Roberts Zustand scheint mindestens genau so schlimm zu sein.

Wache auf als wir die Färöer- Inseln gerade wieder verlassen und verbringe den Tag bis ca. 16.00 Uhr großteils im Bett. Am Abend trifft man sich wieder im Viking- Club und bespricht die verschiedenen Erfahrungen der letzten Wochen. Robert schafft es den ganzen Tag nicht aus dem Bett zu kommen. Gehe gegen 2.00 Uhr schlafen. Mittlerweile wird es in der Nacht wieder dunkel.

Aufstehen gegen Mittag- aktives Zeit- totschlagen. Mir graust vor der langen Fahrt denn wir haben vor durch zu fahren, aber ich glaube aber nicht, dass das möglich ist. Pünktlich um 16.00 Uhr legt die Fähre in Hanstholm an. Bis ich von der Fähre komme ist es fast 17.00 Uhr. Überraschung: Kein Zoll- nichts, nicht einmal eine Hütte für Grenzbeamte. Hanstholm- Holstebro- Vejle- Flensburg. Robert geht der Benzin aus (dänische Grenze) aber gleich in der Nähe ist eine Tankstelle. Bis jetzt, es ist 20.00 Uhr sind wir 310 km gefahren. Verlieren bei Schleswig wegen einer Autobahnableitung viel Zeit. Erreichen Hamburg gegen 22.30 Uhr bei rund 500 gefahrenen Kilometern. Autobahnraststätte Solton: Red Bull, Kaffee, tanken. Hannover um 1.00 Uhr 650 km. Es beginnt zu regnen, stark zu regnen- Aquaplaninggefahr und Rehe auf der Fahrbahn. Göttingen: Tankstop, Kaffee trinken, essen. Bis jetzt 700 km, also rund die Hälfte gefahren, doch langsam wird es hart, es ist 2.00 Uhr, d. h. die härteste Zeit liegt noch vor uns. Zum Glück bin ich überhaupt nicht müde. Kassel wird gegen 3.00 Uhr, bei ca. 750 gefahrenen Kilometern erreicht. Der Regen lässt nach. Fulda, es ist 4.00 Uhr und 870 km liegen hinter uns. Bei einem Tankstop brennt Robert die Glühbirne durch. Schütte mir wieder ein Red Bull und einige Kaffee hinein. Würzburg, es wird langsam wieder hell, zum Glück bin ich noch immer nicht müde, 950 km sind gefahren und das Ziel rückt immer näher. Meine Stimmung steigt wieder. Rothenburg- tanken. Ulm 1.150 km, 8.30 Uhr: fahren auf eine Tankstelle, Kaffee trinken, letztes Geld (bis auf 10 Mark) vertankt, danach Verabschiedung. Von Ulm nach München Autobahnstau- bin nervlich ziemlich fertig, und jetzt noch der Stau. Erreiche München mit 1.300 km gegen 10.00 Uhr. Bis Rosenheim ist die Autobahn voll. Kufstein gegen 11.00 Uhr erreicht- tanken. Die letzten 30 Kilometer nach Hause fahre ich nicht kopflos, aber doch sehr, sehr zügig. 1.418,8km, 11.30 Uhr ich bin nach 19 Stunden Fahrt zu Hause. Habe es geschafft, bin da, aber nur körperlich. Bin traurig, denn nun wird mir klar, dass das Abenteuer vorbei ist. Meine Seele hat den Sprung zurück über das Nordmeer auf den Kontinent noch nicht geschafft. Der Entschluss in den nächsten Jahren wieder nach Island zu fahren steht ohnehin schon seit Wochen fest.




Zahlen und Fakten:

Fläche: rd. 103.000km² (Ö: 84.000km²)

Flächeneinteilung: 50% Ödland , 20% Grasland, 12% Gletscher,11% Lavafelder,2% Seen, 1% Landwirtschaft. Insgesamt gelten 30% Islands als Wüste

Einwohner: 272 000 (niedrigste Besiedelungsdichte Europas)

Ausdehnung: N 62°17´ bis 67°09´ W 13°17´ bis 24°32´

Sprache: Isländisch (altnorwegische Sprache, eng verwandt mit Norwegisch, Dänisch oder Schwedisch), Englisch wird meist perfekt gesprochen

Leben: Wie in allen nordischen Staaten ist der Standart sehr hoch. Die Isländer haben statistisch gesehen pro Kopf weltweit die meisten Autos, Fernseher, Bücher und Häuser. Gleichzeitig haben sie eine der höchsten Verschuldungen. Über 50% der Kinder kommen unehelich zur Welt, Die Lebenserwartung ist eine der höchsten der Welt (w:81, m:77), die Säuglingssterblichkeit extrem niedrig

Staatsform: Parlamentarisch demokratische Republik

Wetter: Besser als sein Ruf, kann jedoch innerhalb kürzester Zeit von einem Extrem ins andere wechseln. Übliche Sommertemperaturen: 13 - 23 Grad

Unterkunft: Will man nicht unbedingt im Bereich der Städte bleiben, muss man Campen. Wir haben meist außerhalb von Campingplätzen übernachtet. Ein sturmfestes Zelt ist unabdingbar.

 

Hinweis in eigener Sache: Damit ist nach Norwegen, und Libyen mein letzter Reisebericht fertig gestellt. Über die kleineren Ausflüge, z B in die Schweiz habe ich nicht vor noch zu berichten und auch Finnland oder Marokko werde ich nicht beschreiben. Somit habe ich einfach keine weiteren Reisen mehr über die ich schreiben könnte. So wie es jetzt mit abgeschlossenem Studium ausschaut, werde ich vermutlich auch nie mehr in meinem Leben die Gelegenheit haben, so leicht über Wochen oder Monate wegfahren zu können. Falls es jedoch hier unter den 1000PS-lern einen Ziviltechniker gibt, der einen Bauingenieur braucht (Vertiefung auf Wasserbau und Umwelttechnik, sowie Tunnelbau), so ersuche ich mit mir in Kontakt zu treten. Bei allen Anderen möchte ich mich dafür entschuldigen, dass ich diese Seite für meinen persönlichen Zweck missbrauche.

Bericht vom 17.03.2003 | 2.709 Aufrufe

Du hast eine Neue?

Verkaufe dein Gebrauchtmotorrad im 1000PS Marktplatz.

Inserat erstellen

Gebrauchte und neue Motorräder

Alle Gebrauchten und neue Motorräder
Weitere Neuheiten