KTM rockt Supercross USA

KTM rockt Supercross USA

Ein Blick hinter die Kulissen der Millionen Liga

In Europa haben wir unsere MotoGP Superstars, in Amerika werden die Supercross Heroes verehrt. Die Serie wurde von den japanischen Herstellern dominiert. Dann kam KTM und räumte mit dem Topstar Ryan Dungey gewaltig ab. Dungey fuhr 2017 seine letzte Saison. Für 2018 wurden die Karten neu gemischt. NastyNils besucht das Team bei den Vorbereitungen für 2018 und warf einen Blick hinter die Kulissen. Beeindruckend wie KTM hier Gas gibt.

Als KTM Boss Stefan Pierer klar machte er möchte die US Supercross Meisterschaft gewinnen, haben ihm das vermutlich nicht viele Amerikaner geglaubt. Doch die richtigen und wichtigen Leute schenkten dem Visionär aus Europa ihr Vertrauen. Unter Ihnen der erfolgreiche Supercross Teammanager Roger de Coster and der Toprider Ryan Dungey. Was dann folgte war eine der wohl außergewöhnlichsten Erfolgsgeschichten die KTM bisher hinlegte. Sie besiegten in den folgenden Jahren die etablierten Teams und wurden vom Jäger zum Gejagten. Die KTM Truppe gewann nicht nur 3 x den begehrten Supercross World Championship Titel sondern auch auch die 250er Eastcoast and Westcoast Championship sowie 3 „Outdoor“ AMA Motocross Championships Titel.

Die Millionen Liga AMA Supercross - in den USA wichtiger als MotoGP

Nach einem besonders harten aber schlussendlich erfolgreichen Jahr 2017 zog sich Ryan Dungey aus dem aktiven Rennsport zurück und macht nun den Weg frei für den nächsten Superstar. Um die Dimensionen richtig einzusortieren, muss man sich vor Augen halten in welcher Liga die Supercross Stars hier unterwegs sind. Sie sind in den USA deutlich populärer als MotoGP Fahrer und verdienen Millionen. Sie erreichen mit ihren Social Media Accounts Millionen Fans und sind der Schlüssel zum Erfolg um auf dem riesigen US-Offroad Markt gute Geschäfte zu machen.

Der Supercross Zirkus ist hier in den USA ein Universum für sich wo in jeder Hinsicht ein Toplevel herrscht. Ein Epizentrum des Geschehens ist zum Beispiel das Trainingszentrum des als Guru verehrten Aldon Baker. Viele Insider meinen, dass er der Schlüssel zum Erfolg ist um aus Punktefahrern Siegertypen zu machen. Seine Trainingsmethoden sind hart und nicht unumstritten. Seine Bakers Factory in Florida ist die Basis im Osten der USA für Trainings, Tests und Vorbereitungen der KTM Crew.

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Eigene Supercross Strecke hinter dem Haus: KTM Nordamerika

Bei der Teampräsentation für die Saison 2018 lud KTM ausgewählte Journalisten aus Amerika und Europa nach Temecula (California). Quasi eine Gasse weiter von der KTM Nordamerika haben sie ganz normal ein Supercross Strecke sowie eine Endurocross Strecke aus dem Boden gestampft. Ein großes Video vom Event folgt auf 1000PS. Wir durften live ein paar mächtige Proberunden der Red Bull KTM Factory Piloten Marvin Musquin und Broc Tickle bestaunen. Der Franzose Musquin lebt seit Jahren in Amerika und gilt als einer der Topfavoriten auf den Titel 2018. Die Saison 2017 hat er mit einem Sieg vom Monster Energy Cup perfekt abgeschlossen. Alleine für diese Serie von 3 Rennen hat er eine zusätzliche Million Dollar an Preisgeld erhalten. Mit vor Ort waren auch die 250er Piloten vom Troy Lee Designs Team und das Privatteam „Rocky Mountain ATV / MC WPS KTM“. Schon das gewaltige Setup vom Privatteam machte klar, welcher Aufwand beim US-Motocross und Supercross betrieben wird.

Die neue Teststrecke hinterm Haus passt perfekt in die KTM Strategie die schon so oft zum Erfolg geführt hat. Sie ermöglicht kurze Entscheidungswege. Hier treffen die Leute von KTM Nordamerika, das Team und die Crew aus Mattighofen zusammen. Der Input von den Fahrern kommt rasch und ungeschminkt an die Entwickler. Im Gespräch zeigte sich Superstar Ryan Dungey begeistert von der KTM Crew aus Mattighofen. Mit seinem Input wurde ab 2012 das Motorrad laufend weiterentwickelt und führte 2015 zu einer komplett neuen Generation. Er nahm und nimmt vermutlich auch weiterhin entscheidenden Einfluss darauf, in welche Richtung sich die Entwicklung der Motocross Modelle von KTM bewegt.

KTM 450 SX-F Factory Edition 2018

Wir waren vor Ort live bei der Präsentation der neuen Generation für 2018 mit dabei. Hier ging KTM neue Wege und präsentierte das Modell nicht wie üblich im Sommer sondern ließ sich ein halbes Jahr länger Zeit. Man entwickelte quasi bis zum Start der neuen Supercross Saison und enthüllte die neue 450 SX-F Factory Edition Anfang Dezember hier in Kalifornien. Die Homologationsregeln besagen, dass die Hersteller mindestens 400 Stück von diesen Geräten in den USA verkaufen müssen um für die Serie zugelassen zu werden. Diese Hürde stellt für KTM natürlich kein Problem dar. Das Motorrad wurde in vielen Bereichen verbessert (Details dazu in der Fotoshow) und könnte auch die Basis für die europäischen 2019er Motocross Modelle sein, welche wir im Sommer 2018 präsentiert bekommen.

Insgesamt war das Event in Kalifornien sehr beeindruckend. Normalerweise ist es so, dass Rennfahrer im direkten Gespräch oft von Problemen beim Material oder von Schwächen in der Teamstruktur sprechen. Sehr oft werden hier die Ursachen für schlechte Platzierungen als Ausreden für sich selbst oder für andere präsentiert. Ganz anders hier im KTM Umfeld. Hier spricht jeder klar aus, dass KTM die besten Bedingungen in der Liga bietet und man als Fahrer alle Chancen in der Hand hat. Wir drücken die Daumen.

Bericht vom 06.12.2017 | 1.658 Aufrufe

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