ESKA Handschuhfabrik - Werksbesichtigung

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Online seit: 04.03.2011

Testbericht

ESKA Handschuhe

ESKA Handschuhe

Besuch beim Handschuhhersteller ESKA in Oberösterreich.
















































































































 

ESKA - Was steckt hinter
Motorradhandschuhen?


Besuch beim Handschuhhersteller ESKA in Oberösterreich.



Es war auf der Messe in Linz, als mir die Handschuhe
von ESKA erstmals auffielen. "Wieder eine neuer Handschuhhersteller",
dachte ich und schlenderte am Messestand vorbei. Wobei der Begriff
"Hersteller" bei Motorradbekleidung und insbesondere bei Handschuhen ein
sehr dehnbarer ist. Du und ich - wir alle könnten sofort unser Glück als Motorradhandschuh-"Hersteller" versuchen und mit einer kompletten
Kollektion durchstarten. Ein E-Mail nach Pakistan genügt und schon
stehen umfangreiche Kollektionen zur Verfügung und können mit dem
eigenen Logo bestückt werden. Beim Design muss man nicht besonders
kreativ sein, man kann ganz ungeniert nach mehr oder weniger
offensichtlichen Kopien von den namhaften Herstellern fragen. Denn zum
Teil werden die in der gleichen Fabrik gemacht, zum Teil sind zumindest
die Muster vorhanden. Natürlich ist eine entsprechende Abnahmemenge
Grundvoraussetzung um in die Liste der Hersteller aufgenommen zu werden.


Doch beim ersten Gespräch schwang der Vertriebsmann
Mario Erlacher (unten im Bild) besonders selbstbewusste Töne. Es war mir
beinahe peinlich, dass mir die Marke ESKA bisher komplett unbekannt war,
da sie laut seinen Aussagen zu den Weltmarktführern in einigen feinen
Nischen zählte. Als er dann noch berichtete, dass die Firma keine
kleine Bude mit 2 Mitarbeitern ist, sondern ein echtes Werk mit Produktion
und allem was dazugehört mit Stammsitz in Thalheim bei Wels, war eine
Werksbesichtigung schon beschlossene Sache.




Mario Erlacher, links im Bild, wirkt auf den ersten Blick wie ein
seriöser Verkäufer. Der Anzug sitzt gut, die Argumente ebenso. ESKA ist
ein Familienbetrieb und wurde 1912 von Josef Eska gegründet.

Mittlerweile wird das Unternehmen in vierter Generation von
Familienmitgliedern geführt und ist besonders im Ausstattungsbereich bei
Feuerwehr, Polizei und Armee international eine große Nummer.


Unseriös wird der Hr. Erlacher nur im Sattel seiner 1000er Fireblade.
Bei der Firma Magnum sorgt er jedenfalls für kräftige Werkstattumsätze,
da er scheinbar zu großes Vertrauen in die Sicherheitsfeatures seiner
Handschuhe hat. Doch er hat Besserung gelobt: Für 2011 wird er mehr auf
der Rennstrecke und weniger auf der Strasse den Gasgriff melken.



 

Der Name ESKA ging im Familienstammbaum durch eine
Heirat einer Eska-Tochter verloren, doch der derzeitige Geschäftsführer
Hr. Paul Herbert Loos (oben im Bild) ist immer noch ein echter Eska-Nachfahre und führt das Unternehmen in vierter Generation. Er wäre
vermutlich auch ein guter Gast bei "wetten dass". Er kann nicht nur
Ledersorten mit den Fingerkuppen bestimmen sondern kann auch noch das
Alter des Tieres ertasten. In seiner Person und auch im Rest des
Unternehmens steckt extrem viel Handschuhmacher Know-how welches man
auch weiter gibt. Im Betrieb werde noch Fachkräfte im extrem seltenen
Beruf "Handschuhmacher" ausgebildet. Diese Fachkräfte arbeiten dann im
Stammwerk in Wels oder aber sorgen für eine perfekte Produktion im
EU-Werk in Ungarn oder im Fernost Werk in China.




Ein Fall für die Wettshow?




Der Blick auf die große Wandtafel macht klar, dass die
Firma zwar ausschließlich Handschuhe macht, hier aber dafür ein
ausgesprochen breites Spektrum anbietet. Den Anfang machten Straßenhandschuhe,
welche nach der Jahrhundertwende in den schicken Flaniermeilen der
europäischen Hauptstädte von den Damen und Herren getragen wurden. Im
Laufe der Jahrzehnte spezialisierte man sich jedoch auf Nischen wo
besonders viel Wert auf Qualität und Fachwissen gefragt ist.


 




Führend ist ESKA laut eigener Aussage bei der Entwicklung und Produktion
von Handschuhen für Feuerwehr, Armee und Polizei. Im Bild oben sehen wir
zum Beispiel besonders hitzebeständige Feuerwehrhandschuhe.

Der Handschuh in der Mitte ist ein Spezialhandschuh für die
Drogenfahndung. Damit beim Suchen und Durchsuchen keine gefährlichen
Verletzungen und Infektionen passieren, ist der Handschuh selbst für die
dünnsten Spritzennadeln noch undurchdringlich. (

siehe Video
)
. Trotzdem hatten wir beim
Tragetest ein gutes Gefühl in den Händen.



Die Handschuhe fürs Militär kann man in keinem Katalog
bestellen. Nationale und internationale Streitkräfte definieren ihre
Anforderungen in einer Ausschreibung und ESKA liefert dann ein
maßgeschneidertes Angebot und eine maßgeschneiderte Lösung.


Grausamer Praxistest an NastyNils! (

siehe Video
) Dieser Handschuh
wird von Rettungskräften bei Verkehrsunfällen eingesetzt. Glassplitter
und scharfe Kanten bringen dem Handschuh nicht in Bedrängnis. Bei der
Live-Demo musste Nils den Handschuh überziehen und mit dem Teppichmesser
wurde kräftig aufgedrückt. Fühlt sich echt grausam an, sieht grausam aus
bleibt aber ohne Folgen. Dieser Handschuh hat bereits 1.000 Vorführungen
hinter sich. 



Nicht erst tausende Kilometer weiter sondern bereits hinter der
nächsten Türe nähen die fleißigen Bienen an den Spezialhandschuhen.

Kaum zu glauben wie viel Handarbeit so ein Handschuh erfordert. Das ist
auch der Grund, warum die meisten Handschuhe in Billiglohnländern
produziert werden. Bei ESKA werden einige Handschuhe komplett, andere
teilweise in Österreich produziert.



Der Werkstoff Leder ist kein synthetisches Material und hat
ausgesprochen interessante Eigenschaften. Damit der Handschuh dann auch
perfekt sitzt, muss das Leder schon in der Produktion richtig gespannt
und gezogen werden. Das Leder soll dann beim Anziehen des Handschuhes
"aufmachen", danach sich aber wieder richtig schön anschmiegen.



Die richtigen Schnitt- und Stanzmuster sind natürlich eine
Grundvoraussetzung für eine perfekte Passform. Die richtige Verarbeitung
und die richtigen Rohstoffe aber ebenso. In diese erfahrenen Händen kann
man beruhigt die Sicherheit seiner Hände legen.

Darf in keiner gut sortierten Kollektion fehlen: Carbon! Doch der
Firmenboss spricht auch Klartext über andere Modetrends bei
Motorradhandschuhen. Er schwört auf geschmeidiges Ziegenleder und das
noch hochwertigere Känguruleder bei Racinghandschuhen. Keinen Sinn kann
er jedoch in der Verwendung von Rochenleder und Titan erkennen.



Die Motorradkollektion von ESKA reicht vom leichten Rollerhandschuh,
über Tourenhandschuhe mit Gore Tex bis hin zum Racing-Handschuh.

Das Racingmodell "Indianapolis GTX" ist ein angenehm zu tragender
Ziegenlederhandschuh. Er ist DAS Modell für kalte oder nasse
Rennstreckentage.
Er bietet trotz GORE Tex Membran viel Gefühl in der
Hand. Anders als bei den meisten Herstellern ist die Membrane nicht
verklebt sondern mittels von ESKA patentierter Laschen vernäht.




Die Firma hinterließ bei uns viel Eindruck. Das
ist eine dieser relativ kleinen aber ausgesprochen erfolgreichen
Nischenanbieter aus der Alpenrepublik
. Besonders überrascht waren
wir dann jedoch beim Studieren der Preisliste. Das

sportliche Topmodell GP Pro
besticht durch Tragekomfort und
Verarbeitungsqualität. Die Nähte sind aus Kevlar und die Innenhand wurde
aus Känguruleder gefertigt. Bei der ersten Ausfahrt bestätigte sich der
tolle Eindruck. Das ist mindestens auf einem Niveau mit den klingenden
Namen aus Italien. Deutlich darunter jedoch der Preis: 129 Euro!
Den Sturztest samt Sicherheitsüberprüfung hat für uns netterweise der
Hr. Erlacher übernommen. Auch hier gab es keine Beanstandungen.


 

Video - Besuch beim Handschuhhersteller ESKA


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Motorradhandschuh Produktion, Werksbesuch bei der Firma ESKA in Oberösterreich. Interessante Hintergründe, interessante Storys.