Vespa T150 Gespann

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Vespa Gespann auf seltener Basis mit Rakete vom Kinderkarussell als Beiwagen.
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Vespa-Gespann Messerschmitt 150 T/1, Bj. 1955

Am Anfang stand Leistungszuwachs in Deutschland. Darauf folgte der Zorn der Italiener – zur Geburtsstunde der „Hoffmann-Königin“. Und wenn sie nicht gestorben...

 
Dem gebürtigen Wuppertaler Tillmann Siebott konnte es nur recht sein, dass die Italiener im Herbst 1954 dem Deutschen Unternehmer Jakob Oswald Hoffmann aus Lintfort die Lizenzverträge zum Bau ihrer Vespa auf teutonischem Boden entzogen. Der rührige Hoffmann hatte es nach nur vier Produktions-Jahren in Ratingen gewagt, der Diva „mehr Licht, mehr Kraft“ einzuhauchen, mit der „Königin“ ein eigenes Modell entwickelt, womit er den Zorn der Italiener auf sich zog. Schließlich wollten die sich nicht die Krone im Rollerbau abjagen lassen. 1955 fand sich in Regensburg mit der Firma Messerschmitt ein neuer Vertriebspartner, der bereits seit 1953 emsig versuchte, am nach dem 2. Weltkrieg neu entfachten Geschäft mit günstigen Kraftfahrzeugen und seinem preiswerten Kabinenroller teilzuhaben, denn auch diesem Unternehmen war es untersagt, noch weiterhin Flugzeuge zu bauen. Schwerter zu Rollern In Augsburg entstand 1955 die neue Wiege von Lizenz-Vespas, der Geburt des Modells mit Namen „Vespa 150T/1“, mit 150 ccm. „Das ist sie – die neue Vespa 150“, so warb das Unternehmen für sein neues Produkt, das als Bausatz aus Italien importiert und von nun an in Augsburg montiert wurde.

40 Jahre gestanden. 800 DM.

Anbauteile wie Beleuchtung, Tacho, Sättel und Reifen kamen von einheimischen Zulieferern. Nur ein Jahr lang wurden insgesamt 2 000 Stück des T1 gebaut – aber genau dieses Modell fand 1996 der Vater von Tillmann Siebott beim Lesen der Kleinanzeigen in einer Tageszeitung. „Ein ehemaliges Hochzeitsgeschenk, mit dem das Paar seine Hochzeitsreise über die Schweiz bis nach Paris unternahm, ein älterer Herr hatte das Inserat aufgegeben,“ berichtet Tillmann über den Glücksfall.

„Wir vereinbarten sofort einen Termin, fanden ein Original vor, 1956 einmal umlackiert, dem 1958 nur der defekte Motor abhanden kam. 40 Jahre hat der Roller seitdem rumgestanden oder zog mit um. Für ganze 800 DM überließ uns sein in die Jahre gekommener Besitzer das gute Stück.“ Im Winter '97 machte sich der Autolackier-Spezialist an die Fahrzeugaufbereitung. „Der Roller-Papst Peter Witzel aus Essen half mir mit einem passenden Ersatzmotor wieder auf die Sprünge. Als in 2009 auch noch ein „Boot“ mit an Bord sollte, baute Peter mir sogar das Fahrgestell dafür, mit seinem eigenen Gespann als Vorlage angepasst, und verhalf mir hernach zu den amtlichen Eintragungen.

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Galerie Vespa Gespann T150

Alles Teile und Arbeiten, die heutzutage in Gold aufgewogen werden.“ Den Beiwagen fand der heutige Fachmann für Lackiertechnik bei ebay: „Der diente ehemals als Rakete bei einem Kinder-Karussell und bietet heute Platz für einen Erwachsenen.“ Das Fahrverhalten beschreibt Tillmann mit „sperrig“, der Aktionsradius beläuft sich „auf maximal 20 km“. Der Vorsitzende des Vespa-Club Düsseldorf präsentiert das Gespann sehr zur Begeisterung aller Betrachter auf diversen Treffen und Messen. Der heutige Wert: „Unbezahlbar, wie eine Königin“. http://www.motorrad-bilder.at/slideshows/291/009463/Vespa-GespannTSiebott-coll_2013_swelte-0042.jpg
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Text: Sabine Welte
Fotos:
Sabine Welte

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Bericht vom 13.05.2013 | 16.940 Aufrufe

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