Yamaha R1 Superstock

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Superstock Motorräder sind seriennahe Bikes für einigermaßen günstige Rennklassen. Doch auch die Details können wunderschön und kostspielig sein. Wie der Umbau von Motorradnarr Josef Unger aus Oberpullendorf zeigt.

Yamaha R1 Superstock Umbau

Die Yamaha R1 2007 bot für Sepp Unger die ideale Basis einen Superstock Renner auf die Beine zu stellen.
Yamaha R1 von vorne
Die wichtigsten Sponsoren bekommen die besten Plätze.. ..die weniger wichtigen Sponsoren sind ganz unten zu finden. Doch Sepp beruhigt: "In Schräglage sieht man auch das 1000PS Pickerl!!"
Standardausrüstung für Stocksport Umbauten aus dem Hause MPU: Evolution Titan Anlage von Akrapovic. Leider nicht billig aber immer noch die Beste. Neu in der Saison 2007: Öhlins TTX Federbein. Sorgte zu Saisonbeginn für Sorgenfalten, doch nun will Sepp nix anderes mehr fahren.
Wie immer bei Umbauten von Moto Profi "Sepp" Unger: Dunlop Pneus mit harter Karkasse, weicher Mischung und bretthartem Fahrwerk. Die Fußrastenanlage kommt von Lightech. Sensationell schon die Serienbremsen. Laut Reglement wurden nur noch Stahlflexleitungen montiert.
Fescher Tankverschluß von Lightech! Drücken und drehen! 173 PS und 110 Nm am Hinterrad sind das Ergebnis einiger Prüfstandsläufer und penibler Abstimmungsarbeit.
 

NastyNils auf der R1. Erstmals mit einer solchen Waffe am Pannoniaring unterwegs. Bisherige Bestzeit mit der vertrauten ZX-6R im Rennen: 2:07, nach 7 Runden auf der scharfen R1: 2:10. Entweder haben der Pilot oder das Fahrzeug zu wenig Power. Angenehm: Die 2:10 fühlten sich an wie 2:20. Ich ging spät ans Gas, stocherte unwürdig im verkehrten Schaltschema und schlug beim Wheeylisieren ständig auf die Verkleidungsscheibe. Doch auf der Geraden wurde alles gut gemacht. 2:10 sind also leicht zu fahren, doch 2:00 riechen nach viel Arbeit. Auf der Strecke und im Fitnesscenter...

Photo: PanPhoto

 

Die wichtigsten Maßnahmen:

  • Öhlins TTX Federbein: Alle Jahre wieder kommen neue Fahrwerkstechnologien am Markt. Gemeinsam haben sie eines: Sie funktionieren gut, doch die Pioniere in der ersten Saison dürfen die Drecksarbeit machen. So auch das neue TTX Federbein von Öhlins. Das neue System funktioniert gänzlich anders als bisherige Federbeine und wurde direkt aus der MotoGP und SBK WM abgeleitet. Das Teil ist als Zweirohr-System aufgebaut. Der Dämpferkolben läuft im inneren Rohr und kommt ohne die klassischen Shim-Pakete aus. Der Kolben pumpt das Öl durch die Öffnungen der Verstellschrauben und den Zwischenraum zwischen Außen- und Innenrohr auf die andere Seite des Kolbens. Wesentlicher Vorteil dieser Technik: Zug und Druckstufe können vollkommen getrennt voneinander abgestimmt werden. Es gibt keine gegenseitige Beeinflussung mehr. Prinzipbedingt kommt man nun auch mit geringeren Drücken und einem geringeren Dämpferkolbendurchmesser aus. Dadurch ist weniger Anpressdruck bei der Dichtung nötig und das Ansprechverhalten ist so sensibler. Kostenpunkt: ca. 1.500 Euro
    Sepp Unger: "Die ersten Wochen waren mühsam. Wir mussten das Federbein nochmal einschicken und neu auf mein Gewicht, mein Fahrzeug und meine Rundenzeiten abstimmen lassen. Doch nun läuft es perfekt. Das Ansprechverhalten ist noch feiner als früher und man bekommt perfekte Rückmeldung!"

  • Öhlins Stage 4 Cartridge vorne: Siegfähiges Material für nationale Meisterschaften. Andy Meklau verwendet in seiner Suzuki das gleiche Material. Ist für durchschnittliche Piloten sicherlich rausgeworfenes Geld, denn neue Federn mit anderem Gabelöl würden sicherlich auch schon für das nicht professionelle Fußvolk reichen. Doch so freut man sich über den breitesten Verstellbereich um sein Fahrzeug perfekt auf seine Reifen, die Strecke und den Fahrstil abstimmen zu können. Kostenpunkt: ca. 1.700 Euro.

  • Bremsanlage: Selten dass man an einer MPU Maschine serienmäßige Teile findet. Doch das Stocksport Regelement schränkt ein und so wird mit der serienmäßigen Bremse mit original Yamaha Bremsbelägen geankert. Einzig die Bremsleitungen wurden durch Stahlflexleitungen ersetzt. Die Performance der in der 07er R1 neuen 6 Kolben Bremse ist gewaltig. Die Dosierbarkeit überfordert auch den vorsichtigen Piloten nicht und am Ende der Start-Zielgeraden erlebt man ähnliche Schmerzen wie am Anfang der Geraden. Nur mit anderen Vorzeichen. Die serienmäßige Anti-Hopping-Kupplung sorgt für Ruhe im Heck und so sind auch dem Hobbypiloten perfekte Bremsmanöver gegönnt.

  • Kette: Sepp verwendet eine D.I.D 520er ERV3 Kette. Hier hat er eine große Auswahl an Übersetzungen und die Kette hält bei guter Schmierung locker eine Saison durch. Nach einer Saison sollte jedoch unbedingt gewechselt werden. Hinweis: Nicht alle 520er Ketten verkraften die Leistung der 1000er ganz locker und geschmeidig. Auf keinen Fall zu billigen Zeug greifen.

  • Reifen: Seit Jahren schwört Sepp Unger auf Dunlop Pneus. In der Klasse Superstock 1000 allerdings auf profilierte D209GP. Vorne in der Mischung Medium, hinten in der Mischung Medium/Soft.

  • YEC Kitsteuergerät: Pflichtausstattung für den Tuner von heute. Lange Nächte im Prüfstandsraum lassen sich nicht vermeiden. Gemeinsam mit Powercommander-Importeur Otto Leirer wurde ein optimales Mapping entwickelt. Dabei erlebte man eine Überraschung. Yamaha verwendet in der neuen R1 das YCC-I System (Yamaha Chip Controlled Intake). Dabei wird die Länge des Ansaugtrichters von Stellmotoren der Drehzahl angepasst. Yamaha verbaut das System mit dem Argument "Mehr Drehmoment im mittleren Drehzahlbereich", doch Kritiker munkelten von einer notwendigen Bürde um die Euro-3 Abgaskriterien zu erreichen. Der Prüfstand gibt den Yamaha Ingenieuren jedoch recht. Im YEC Kit gibt es kürzere Ansaugtrichter aus poliertem Alu welche das variable YCC-I System ersetzen. Die Spitzenleistung steigt zwar um 1-2 PS an doch in der Mitte fehlen gnadenlose 14 PS! Für 99,9% der Piloten ist also das serienmäßige YCC-I-System besser als die Kit-Trichter.

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Bericht vom 18.09.2007 | 7.095 Aufrufe

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