Vier Fakten zu Motorrad-Zündkerzen, die du wissen solltest!

Tipps und Wissenswertes zu Zündkerzen

Ohne Zündkerzen geht im Motor nichts. Sie sorgen für den springenden Funken, der das Benzin-Luft-Gemisch entzündet. Aber damit es auch wirklich optimal funkt, sollte man diese vier Fakten kennen.

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Zündkerzen sind immens wichtig, deshalb sind hier vier Fakten zu Zündkerzen, die jeder Motorrad-Fahrer wissen sollte.

Ein falscher Wärmewert führt zu rußigen oder geschmolzenen Zündkerzen!

Zündkerzen müssen bei der richtigen Temperatur arbeiten, um optimal zu funktionieren. Der Idealbereich liegt zwischen 450 und 850 °C. Der Wärmewert einer Zündkerze ist immer auf den jeweiligen Motor abgestimmt. Dieser wird in Zahlen angegeben und ist im Zündkerzen-Code zu finden. Die verwendeten Wärmewertzahlen sind je nach Zündkerzenhersteller unterschiedlich, bei Weltmarktführer NGK werden Wärmewerte mit 2 bis 11 angegeben. Je höher die Zahl, desto mehr Hitze verträgt die Zündkerze, heißt sie kann mehr Wärme aus dem Brennraum abführen. Ist die Hitze zu viel für die Zündkerze, kann sie zu glühen beginnen und damit frühzeitig das Kraftstoff-Luft-Gemisch entzünden. Dann beginnt der Motor zu "klopfen", also unregelmäßig zu zünden. Im Extremfall schmilzt die Zündkerze, dann ist sogar ein schwerer Motorschaden möglich.

Zündkerzen-Bild zu warm - zu kalt - perfekt
Zündkerzen zeigen uns wenn etwas nicht stimmt. Links eine verrußte ZK nach zu kaltem Einsatz. Rechts eine geschmolzene ZK nach einem viel zu heißem Motor. In der Mitte im Vordergrund die schöne, rostbraun beschichtete ZK aus dem Idealbetrieb.

Aber auch zu "kalt" ist schlecht. Es braucht ein gewisses Maß an Hitze, damit der bei der Verbrennung entstehende Ruß sofort wieder weggebrannt wird. Leitet die Zündkerze zu viel Hitze ab, lagert sich der Ruß ab. Da Ruß leitend ist, springt der Funken nicht mehr sauber zwischen den Elektroden über, sondern wird umgeleitet und es kommt zu Zündaussetzern. Beide Fehler sind optisch leicht zu erkennen. Schraubt man die Zündkerze raus und begutachtet die Spitze, ist rund um die Elektrode im Idealfall ein leicht brauner Belag zu sehen. Welchen Wärmewert deine Zündkerzen haben sollten, kannst du normalerweise in der Betriebsanleitung deines Motorrads oder über Produktfinder auf Webseiten von Zündkerzen-Herstellern nachlesen.

Alter Sprit kann deine Zündkerzen angreifen!

Lange Stehzeiten sind aus mehreren Gründen schlecht für das Motorrad, aber alter Sprit kann vor allem für die Zündkerzen ein Problem werden. Sprit altert im Tank bzw. im Vergaser, die zündfähigen Bestandteile verflüchtigen sich. Der zündunwillige Kraftstoff gelangt dann in den Brennraum, der Motor startet nicht und "verglast" die Zündkerze. Die Folgen sind ähnlich, wie bei einem falschen Wärmewert: Fehlzündungen, unrunder Motorlauf und sollte der Funke gar nicht mehr überspringen können, springt der Motor auch nicht mehr an.

Vergaser entleeren
Vergaser entleeren kann Zündkerzen-Problemen aufgrund von altem Sprit vorbeugen.

Was lässt sich dagegen machen? Vor allem alte Motorräder leiden unter diesem Problem, wenn sie nicht regelmäßig bewegt werden. Hier kann es helfen den Vergaser über die Ablassschraube zu entleeren und den Benzinhahn vor längeren Standzeiten zuzudrehen.

Deine Zündkerzen funktionieren nur mit dem richtigen Anzugsdrehmoment!

Zündkerzen sind in den Zylinderkopf geschraubt und sollten hier nur mit dem richtigen Drehmoment festgezogen werden. Das hat einerseits ganz banale Gründe, wie dass der Zylinderkopf oft aus weichem Aluminium besteht und zu viel Kraft beim Festziehen das Gewinde beschädigen kann. Aber das ist noch nicht alles! Die in Zündkerzen verbauten Keramik-Isolatoren können knacken oder brechen. Außerdem kann sich bei zu wenig Drehmoment die Zündkerze durch Erschütterungen lösen, Vibrationen können auch Schäden verursachen. Es wird nicht ausreichend Hitze abgeleitet und Luft gelangt möglicherweise über das zu lockere Gewinde in den Motor, wodurch das Gemisch-Verhältnis und die Kompression nicht mehr passen.

Anzugsdrehmomente von Zündkerzen
Moderne Motoren sind besonders heikel, wenn es um die korrekte Montage geht.

Die erforderlichen Drehmomente für Zündkerzen variieren je nach Zündkerzentype. Um sicherzugehen, dass auch das richtige Drehmoment angewendet wird, nutzt man am besten einen Drehmomentschlüssel. Wie viel Nm genau notwendig sind, steht im Betriebshandbuch des Motorrads oder auf der Herstellerseite von NGK.

Drehmomente Zündkerzen
Die Drehmomente sind vom Zylinderkopfmaterial und dem Gewindedurchmesser abhängig.

Zündkerzen aus Iridium machen dir das Leben leichter!

Zündkerzen gibt es fast so lange wie Verbrenner-Motoren und haben den Weg für ebenjene geebnet. Seit der Erfindung von Zündkerzen hat sich die Technik natürlich weiterentwickelt, auch wenn das Grundprinzip noch immer das gleiche wie vor 130 Jahren ist. Aber vor allem die Materialien wurden verfeinert und einer der edelsten Stoffe, der heutzutage in Zündkerzen zum Einsatz kommt, ist Iridium.

Iridium Zündkerze
Offensichtlicher Unterschied: Die Iridium Zündkerze von NGK (rechts) ist deutlich dünner als die Standard-Zündkerze (links), aber auch effektiver, robuster und exakter.

Zündkerzen mit Elektroden aus dem seltenen Edelmetall bieten einige Vorteile gegenüber herkömmlichen Zündkerzen, die häufig aus Nickel bestehen. Iridium ist mit einem Schmelzpunkt von 2466 °C schon grundsätzlich robuster und hitzebeständiger als Nickel (Schmelzpunkt: 1455 °C). Das verringert die Elektroden Erosion und verbessert die Haltbarkeit der Zündkerze. Die Iridium IX Zündkerze von NGK soll zum Beispiel doppelt so lange halten, wie eine Standard-Zündkerze. Die Spitze der Elektrode ist deutlich dünner (0,6 mm im Durchmesser), wodurch die Zündspannung auf der kleinen Fläche gebündelt, die Zündspule entlastet und für einen starken Zündfunken gesorgt wird.

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Bericht vom 05.07.2022 | 3.684 Aufrufe

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