Motorrad Restauration vom Feinsten - Honda CB 750 Umbau aus 1978

NEVER SURRENDER!

„Alte Maschinen neu aufbereiten ist manchmal wie ein altes Haus kaufen und renovieren: Du liegst kostenmäßig eigentlich immer falsch. Und die Arbeitszeit darfst du mal überhaupt nicht in die Waagschale werfen...“

Fast schon wie try and error mutet solch ein Motorrad-Umbau an, wenn es sich wie hier - eher um einen Neu-Aufbau handelt. Man könnte auch sagen 'don't try this at home', möchte Uwe Glittenberg denen mit an die Hand geben, die auch ein Projekt dieser 'Klasse' angehen wollen. Vor allem, wenn Du eigentlich nicht jedes Gewerk selbst ausführen kannst. Optisch ist ja so manches zu erreichen, wenn du auch die richtigen Freunde und Helfershelfer im Rücken und an deiner Seite hast. Aber technisch tun sich manchmal Abgründe auf, dass du alpträumst davon, berichtet der Mann aus einem abseits gelegenen schönen Tal der Wupper von seinen leidvollen Erfahrungen.

Wie alles begann

Im Grunde genommen hatte ich mir zwar für 'ne kleine Schnäppchen-Mark aber dennoch einen Schrotthaufen an Land gezogen. Man könnte auch sagen, der technische Zustand war gruselig bis unterirdisch... Das sieht man schon alleine daran, was Uwe im Laufe dieses mühseligen Werdungsprozesses an Neuteilen investieren musste. Er hat der Übersicht halber eine Liste zusammengestellt, die insgesamt 38 Punkte (siehe unten) beinhaltet, was neu kam und was an zahlreichen Einzelteilen die Fuhre erst zum Laufen brachte. Liest sich kurz im Vergleich zu all der Liebesmüh, die der Mann da ins Werk einfließen ließ. Nur gut, dass seine ebenfalls Motorrad-affine Frau Birgit die ganze Arbeiterei am Krad von Anfang an bis Ultimo unterstützte.

Hier mal die Basics, wie es um die olle Honda stand, als sie nach Wuppertal kam: Die Karre war total runtergerockt, Magura-Hochlenker drauf, alles mit schwarzem Lack aus der Sprühdose drüber gejaucht, alles andere ungefähr so gepflegt, als hätte sie jahrelang im Meer geparkt. Mit anderen Worten: Zustand Geisterbahn, fröhliches Halloween beim Umkrempeln. Das Einzigartige aber war: Mit geladener Batterie sprang die Honda trotzdem jedes Mal an und fuhr. Die war nicht totzukriegen. Und das Wahnsinnigste überhaupt: Trotz des absolut desolaten Zustands wie zum Beispiel Motorseitendeckel mit Kleber befestigt, Schließen der Drosselklappen per Seitenständerfeder, Bremskolben fest und falsche Radlager eingebaut... - hatte diese Gerätschaft tatsächlich TÜV! Bereut hat Uwe den ganzen Driss dennoch, denn hätte er geahnt, wie viel Aufwand und Ärger ihm dieses Maschine bereitet, würde er heute lieber zu einem wenigstens fast fertigen Krad greifen egal, ob der Einstandspreis dann ungleich höher liegt: Lebenszeit ist durch nichts zu bezahlen!

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Was alles war

Hier nur mal ein paar Auszüge aus dem Katalog der Peinigungen: Fast alles, was ich anpackte, war kaputt. In der Zeit, in dem ich nach meinen Entwürfen Sitzbankhöcker, aus Alu die Seitendeckel sowie den Tank anfertigen ließ, mühte ich mich mit dem Einbau eines Austauschmotors ab. Nicht genug damit, dass der 85 Kilo schwere Trumm nur mit Hilfe eines weiteren Mannes mit Muckies ins System eingebaut werden musste nach nur einer Minute Laufzeit machten mahlende Geräusche alle Hoffnung zunichte, war die Maschine gleich wieder tot. Eine weitere Horrorgeschichte erlebte der Industriemechaniker im Zusammenhang mit der aufwändigen Lackierung des formschönen Tanks: Die zu verspiegelnden Lackteile gingen auf dem Weg zum Lackierer flöten, nach 14 geschlagenen Monaten tauchten sie plötzlich wieder auf... Die Liste ließ sich schier unendlich lang fortsetzen, nicht nur die, die unten abgebildet ist. Derweil floss aber zum Glück nicht mehr einfach nur das Bier in Strömen ob des jahrelangen Desasters der Fertigstellung Uwe hat inzwischen auch jede Menge Kilometer abspulen können mit seiner so hart erarbeiteten Honda CB 750 Four.

Honda CB750 Four Supersport 1978 technische Daten

  • Basis: Honda CB 750 Four Supersport, Baujahr 1978
  • Preis: Unverkäuflich
  • Arbeitsstunden: Unzählbar

Folgende Teile wurden getauscht, ersetzt oder überholt:

  • 1. Umbau auf 2. Bremsscheibe mit Eckert Scheiben
  • 2. Stahlflex vo/hi.
  • 3. Telefix Gabelstabilisator
  • 4. Telefix Stummellenker.
  • 5. Alu Frontfender
  • 6. CNC Scheinwerferhalter
  • 7. Chrom Scheinwerfer
  • 8. Bedien Armatur re/li neu
  • 9. Tacho/DZM getauscht gegen kleinere 60 mm (eBay Teile)
  • 10. Blinker Kellermann. Hinten Kellermann Brems, Blink- und Rücklicht-Kombi.
  • 11. Nissin HBZ 19mm
  • 12. Rizoma Bremsflüssigkeitsbehälter
  • 13. Klemmböcke Gabelbrücke runter gefräst und Brücke poliert.
  • 14. Zündschloss auf die Seite verlegt.
  • 15. Tarozzi Fußrastenanlage
  • 16. Eagle Auspuff Komplettanlage
  • 17. Kastenschwinge (Krüger& Junginger)
  • 18. Koni Dämpfer Hinten
  • 19. KZ Halter (Eigenbau)
  • 20. Alu Tank mit Monza Tankdeckel, Höckerbank und Seitendeckel von Dengelmeister metalworks
  • 21. Pinstriping von Murder Murals Mülheim
  • 22. Lack in Spiegellack Chrom und Schwarzchrom
  • 23. Motor Topend überholt von Scheuerlein Motorentechnik
  • 24. Offene Ansaugtrichter.
  • 25. Vergaserdüsen von 105 auf 115 HD
  • 26. Auf elektronische Zündung umgerüstet
  • 27. Gimmicks für den Motor ( Gerippte Ventildeckelschauben und gerippte Motordeckel)
  • 28. Rahmen, Hauptständer, Seitenständer, Batteriefach, Bremsabstützung, Dämpferfedern, HZ Halter schwarz gepulvert.
  • 29. Hier nur noch Teile, die ersetzt werden mussten:
  • 30. Radlager und Lenkkopflager neu.
  • 31. Kupplung neu.
  • 32. Züge und Tachowelle neu.
  • 33. Reifen neu.
  • 34. Gabelsimmerringe neu
  • 35. Gabelöl neu
  • 36. Batterie neu
  • 37. Bremskolben und Dichtung hinten neu.
  • 38. Kettensatz neu.
Autor
sabinewelte

SABINEWELTE

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Bericht vom 01.01.2021 | 2.176 Aufrufe

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