Umsatz-Einbußen durch Corona bei Motorradhändlern

Harley-Händler führen Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof

Österreichs größte Harley-Davidson-Händler klagen beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) gegen die von der Regierung beschlossenen Verkaufsbeschränkungen. Zudem wird eine Schadenersatzklage gegen die Republik vorbereitet. Ist die Zweiradbranche in Gefahr?

Harley-Davidson Fischer und Clocktower im Rechtsstreit vereint

Die beiden größten Harley-Davidson Händler in Österreich - Fischer in Wien und Clocktower in Graz - haben sich zusammengetan und mit Hilfe eines Rechtsanwalts Beschwerde beim VfGH eingebracht. In der Beschwerde heißt es, dass die beschlossenen Beschränkungen, die es Geschäftslokalen über 400 Quadratmetern nach wie vor verbieten zu öffnen, grundrechtswidrig sind.

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Fischer zu Corona-Schließungen

Geschäftsinhaber Ferdinand Fischer meint dazu: "Wir haben in unseren Verkaufslokalen bessere Voraussetzungen zum Schutz vor Ansteckungen als etwa Baumärkte, daher ist eine Benachteiligung von Motorradhändlern nicht nachvollziehbar - und ruiniert die Branche. Der Zweiradhandel tätigt seine Geschäfte - also Umsätze und Aufträge zur späteren Auslieferung - im Umfang von 70 bis 80 Prozent im Zeitraum von ca. Mitte März bis Mitte Juni. Das bedeutet, dass aufgrund der zwangsweisen Schließung und der daraus resultierenden Folgewirkungen ein namhafter Teil des Geschäftes verloren geht. Allein in den vergangenen drei Wochen hätten wir bei Harley-Davidson 15 bis 20 Prozent unseres Jahresgeschäftes gemacht."

Zudem besteht die Sorge, dass viele Kunden die Saison 2020 hinsichtlich eines Neukaufs abschreiben und diesen ins nächste Jahr verschieben. Unter diesen Voraussetzungen, sind die von der Bundesregierung beschlossenen Hilfspakete für Unternehmer nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn wie von Fischer, der auch Sprecher der Zweiradbranche in der Wirtschaftskammer ist, prognostiziert 40-60 % des Jahresumsatzes ausfallen.

Die Motorradbranche ist für Österreichs Wirtschaft bedeutend

Auch wenn die Motorradbranche im Verhältnis zu anderen klein ist, darf man nicht den Fehler machen, sie als unwichtig abzustempeln. So wird allein in Österreich ein Gesamtumsatz von rund 2,9 Milliarden Euro pro Jahr erwirtschaftet, das entspricht rund 0,9% des Bruttoinlandsprodukts. Dazu kommt, dass die Branche 41.000 Menschen einen Job bietet. Insofern ist den beiden Harley-Händlern jedenfalls viel Erfolg mit ihrer VfGH-Beschwerde zu wünschen.

Die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Motorradbranche

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Bericht vom 27.04.2020 | 5.827 Aufrufe

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