Sicherheit am Motorrad 2019 – im Falle des (Un-)Falles

Sicherheit am Motorrad 2019 – im Falle des (Un-)Falles

Richtig Erste Hilfe leisten bei Motorradunfällen

„Aufsteigen und Weiterfahren“ sagt man so schön nach einem kleinen Hopperla, damit man den einen oder anderen Umfaller schnell verarbeiten kann. So mancher Unfall ist aber leider keine Lapalie, sondern zieht im glimpflichsten Fall ein kaltverformtes Motorrad, das nicht mehr fahrbereit ist, nach sich. Im schlimmeren Fall ist aber auch noch der Fahrer mehr oder weniger schwer verletzt und braucht Erste Hilfe – und je besser die ist, desto weniger schwerwiegend sind die Nachwirkungen!

Erste Hilfe kann Menschen das Leben retten, und niemand wird Ihnen einen Vorwurf machen, wenn Sie nicht die gleiche Routine an den Tag legen wie ein studierter Notarzt oder ein professioneller Helfer. Nur Nicht-Helfen ist garantiert die falsche Entscheidung. Jeder zehnte verunglückte Biker erleidet bei einem Unfall Verletzungen im Halswirbelbereich. Deshalb sind Ersthelfer am Unfallort oft unsicher, ob sie den Helm des Verunglückten abnehmen sollen. Im Fall eines verletzten Motorradfahrers lautet die Devise: Der Helm muss runter. Nur dann kann der Verletzte in die Seitenlage gebracht werden, wenn er bewusstlos ist und atmet – oder bei keiner normalen Atmung wiederbelebt werden. Auch bei leichteren Verletzungen ist es zumindest für eine bessere Atmung und den Wärmehaushalt wichtig, dass der Helm vom Kopf kommt.

Ist der Verunfallte ansprechbar?

Wer einen Motorradunfall unbeschadet überstanden hat, wird in der Regel den Helm von selbst abnehmen. Sitzt der Helm noch auf dem Kopf, besteht vermutlich zumindest ein Schock und damit die Gefahr, dass der Betroffene kollabiert. Liegt der Motorradfahrer bereits am Boden, gilt folgende Vorgehensweise: Klappen Sie das Visier hoch, sprechen Sie ihn an und rütteln Sie leicht an beiden Schultern des Verletzten. Kommt keine Reaktion, schreien Sie laut um Hilfe, um Menschen in der Umgebung aufmerksam zu machen. Dann beginnen Sie mit der Helm-Abnahme.

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Die Helmabnahme will geübt sein

Versuchen Sie, im Helm möglichst viel Platz zu schaffen. Entfernen Sie alle Schals und Halstücher, die sich problemlos lösen lassen. Öffnen Sie den Verschluss am Kinnriemen. Wenn es sich um einen Klapphelm handelt, kippen Sie die Kinnpartie nach oben. Entfernen sie bei Integralhelmen den Kinnschutz; bei vielen aktuellen Modellen lassen sich auch die Wangenpolster an beiden Seiten des Helms entfernen. Meistens sind Punkte, an denen sich etwas öffnen oder herausnehmen lässt, rot oder gelb markiert. Stellen Sie den Helm anschließend möglichst gerade auf, also im 90°-Winkel zum Boden, damit die Öffnung möglichst weit und der Kopf des Verletzten gerade ist.

Den Helm vorsichtig vom Kopf abziehen

Idealerweise sind Sie spätestens jetzt zu zweit, notfalls versuchen Sie aber auch alleine, den Helm möglichst schonend abzuziehen. In diesem Fall knien Sie sich ans Kopfende und ziehen Sie den Helm vorsichtig so weit in Ihre Richtung ab, bis Sie mit einer Hand den Hinterkopf des Verunfallten abstützen können. Ziehen Sie dann den Helm ganz ab und legen Sie den Kopf des Motorradfahrers vorsichtig ab. Wenn Sie Hilfe haben, gehen Sie zu zweit vor. Ein Helfer kniet sich hinter den Kopf des Unfallopfers. Hat das Unfallopfer noch eine Brille auf, nimmt er sie ihm ab, dann spreizt er den Helm mit beiden Händen an den Seiten links und rechts des Unterkiefers so weit wie möglich auseinander und beginnt langsam, den Helm nach oben zu sich hin vom Kopf zu ziehen. Der andere Helfer kniet seitlich zu dem verletzten Motorradfahrer. Er folgt mit beiden Händen am Unterkiefer entlang und rückt in gleichem Tempo nach, in dem der andere Helfer den Helm nach oben zieht. Am Ende des Unterkiefers angekommen sollten die Daumen dann oberhalb der Ohren liegen, die anderen vier Finger jeder Hand stützen unterhalb den Hinterkopf.

Überprüfen, ob der Motorradfahrer atmet

Einer der Helfer kann nun den Notruf an die Rettungskräfte absetzen. Der andere kontrolliert die Atmung des Betroffenen. Überstrecken Sie dazu dessen Hals leicht. Dann beugen Sie sich mit dem Ohr dicht über Nase und Mund des Motorradfahrers – mit Blickrichtung Brustkorb. Überprüfen Sie gleichzeitig, ob Sie sehen können, wie sich der Brustkorb hebt und senkt, ob Sie Atemgeräusche hören und ob Sie einen Luftzug von der Atmung auf der Wange spüren. Falls ja, bringen Sie den Verletzten in die Seitenlage. Wenn nicht, beginnen Sie mit Wiederbelebungsmaßnahmen.

Bericht vom 17.05.2019 | 282 Aufrufe

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