K.OTS Wutrede #4: Weg mit den Verkehrsstrafen!

Verbote, finanzieller Bankrott oder Freiheit?

Punkte, Strafzettel, Führerscheinabnahmen, Beschlagnahmungen, Gefängnisstrafen. Als wie kriminell werden Verkehrsdelikte noch bewertet?

Heute Morgen haben sie mir wieder leidgetan, in ihren blauen Uniformen, versteckt hinter einer Wegweisersäule an der Schnellstraße. Mit der Radarfeuerwaffe im Anschlag warteten sie auf einer kilometerlang schnurgeraden, zweispurigen Straße, dass irgendein verschlafener Pendler eine halbe Sekunde zu lang am Gaspedal stehen und mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit von 85 statt erlaubten 80 abgeschossen werden würde. Ka-ching! Da klingelt dann die Kasse. Nutzen hat die Aktion an dieser Stelle praktisch keinen.

So wie ich auch sonst die stetige Anhebung von Verkehrsstrafen bis ins Existenzbedrohende infrage stelle. Für ein paar km/h zu schnell werden drakonische Bußgelder ausgerufen, Pönale nach dem Einkommen berechnet, Punkte vergeben, Führerscheine entzogen, Fahrzeuge beschlagnahmt und Menschen ins Gefängnis gesperrt, die einfach nur zu schnell gefahren sind.

Viele Faktoren

Keine Frage, das Überschreiten der gesetzlich erlaubten Höchstgeschwindigkeit kann mit einem erhöhten Risiko verbunden sein und zu einem Unfall führen, der negative Folgen für Unbeteiligte haben kann – aber nicht muss. Meiner Erfahrung nach ist es meist die Fahrweise und nicht die Fahrgeschwindigkeit, die bei rücksichtlosen Lenkern das eigentliche Problem darstellt. Die Lernfähigkeit dieser Serientäter ist denkbar gering, weil Denken nicht deren Fachgebiet ist. Der zweite Risikofaktor ist die fehlende Aufmerksamkeit durch die Reizüberflutung im inneren des Autos und die Möglichkeit der ständigen Kommunikation mit anderen und der dritte die schlichte und leider weit verbreitete Fehleinschätzung von Verkehrssituationen.

Motorradfahrer/innen müssen grundsätzlich schon aufmerksamer sein als zweispurige Verkehrsteilnehmer. Denn Ablenkungselemente sind kaum und Knautschzonen nicht vorhanden. Der sichere Verlierer bei einem Zusammenprall ist immer der Vorsichtigere.

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Verlust der Eigenverantwortung

Aber darum geht’s mir gar nicht, sondern darum, dass Bewusstseinsbildung über Bestrafung wesentlich schlechter funktioniert als durch „friedliche“ und positive Maßnahmen; doch solche sind in unserer Gesellschaft immer weniger erwünscht, mehr und mehr einstmals völlig normale Verhaltensweisen und Tätigkeiten werden mit dem Vorwand des Allgemeinwohls mit Verboten belegt, mit Strafen geahndet und somit unsere Freiheiten fortschreitend eingeschränkt. Dabei verlieren wir vor allem durch den Verlust der Eigenverantwortlichkeit das Gefühl für ein faires und rücksichtsvolles Zusammenleben nach dem Grundsatz „Leben und leben lassen“.

Überwachung ja

Dass ein flächendeckend überlastetes System wie das der mobilen Fortbewegung überwacht und kontrolliert werden muss, stelle ich nicht in Zweifel. Ich frage mich nur oft, warum man lieber bei besten Licht- und Straßenverhältnissen zwei Polizisten mit einer Laserpistole auf einer kurvenlosen Autobahn hinter einem Vorsprung versteckt, bevor man sie an echten Gefahrenstellen oder vor Behinderungen den Verkehr regeln lässt. Ist wohl wie überall eine schlichte Kosten-Nutzen-Rechnung. Hin und wieder wäre es aber bestimmt sinn- und wirkungsvoller, wenn auf das schnelle Geld verzichtet würde.

Positive Begegnungen mit der Polizei

Ich hatte schon mehrere erfreuliche Begegnungen mit Gesetzeshütern - obwohl ich das von ihnen Behütete eindeutig verletzt hatte - und benahm mich aus Dankbarkeit für das zugedrückte Auge danach besser, als hätte mich der lange Arm des Gesetzes links und rechts abgewatscht. Denn wenn jemand mal über die Stränge schlagen sollte, haben ein paar mahnende Worte und ein gütiger Gnadenakt schon mehr bewirkt als ein saftiger Strafzettel.

K.OTs Wutreden

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Bericht vom 28.06.2017 | 22.364 Aufrufe

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