Melandri zwiegespalten: Kritik und Lob

Marco Melandri sieht bei Honda noch viel Nachholbedarf an der Maschine. Casey Stoner und Ducati sprach er hingegen ein großes Lob aus.

Melandri zwiegespalten: Kritik und Lob

Das Rennen von Marco Melandri in der Türkei war nicht unbedingt schlecht, sonst hätte er es wohl nicht auf dem fünften Platz beendet. Abgesehen von der Startphase war der Italiener aber nicht besonders zufrieden. "Ich bin gut gestartet und die Maschine ist gut gelaufen. Ich war aggressiv und in der kurvigen Sektion lief es rund. Aber dann kamen die Probleme zurück, die ich bislang an jedem Wochenende hatte: ich bekam mehr und mehr Vibrationen und konnte in den schnellen Kurven nicht mehr schnell fahren; die Maschine hüpfte einfach rauf und runter. Das war das erste Mal, dass das Problem so groß war", erzählte Melandri Italia1.

Deswegen mahnt er an, dass nach wie vor viel zu tun sei, um die Maschine besser zu machen - viel besser. "Auch ohne die Vibrationen hätte ich den Top Drei keine Probleme bereitet. Auch als ich schnell fahren konnte, gab es einige Kurven, wo ich bei der Ausfahrt langsam war. Unsere Kraftentwicklung ist problematisch, ich konnte nicht so früh wie die anderen aufs Gas", beschwerte er sich. Da er auch bei Dani Pedrosa ähnliche Probleme in den Kurven erkennen konnte, glaubt er, dass das ein generelles Problem bei den Hondas ist. "Wir müssen arbeiten: wir haben uns verbessert, aber nicht genug."

Rückblickend stellte Melandri fest, dass man bei Honda einfach zu früh zu optimistisch war. "Als unsere Maschine präsentiert wurde, klang es schon so, als ob wir eine Meisterschaft gewonnen hätten", sagte er. Deswegen sei es nun wichtig, sich zurückzunehmen, ruhig und bescheiden zu blieben und zu arbeiten. "Ich bin mir sicher, dass sie in Japan hart arbeiten. Wir brauchen jetzt etwas Zeit", sagte er wohl wissend, dass es einen größeren Rückstand aufzuholen gilt.

Eingeholt soll dabei vor allem Ducati werden, das in den ersten vier Rennen drei Siege und vier Podestplätze geholt hat. Melandri sah den Verdienst dafür aber nicht nur bei der Maschine. "Auf der Geraden ist die Maschine wie eine Rakete wie jeder sehen kann, aber in den Kurven war Stoner nicht langsamer als irgendwer, dass kann ich garantieren. Er fuhr perfekt und wenn er das tut, dann muss ihm die Maschine erlauben das zu tun. Also Verbeugung vor den Ducati Leuten und Stoner, weil diese Paarung heute gewonnen hat." Dennoch stellte Melandri den Fahrer noch ein bisschen in den Vordergrund, denn Loris Capirossi war etwas weiter vom Podest entfernt - was auch an seinem Sturz im Qualifying gelegen haben mag. "Ich bin mir nicht sicher, ob Ducati heute ohne Stoner gewonnen hätte", meinte Melandri.

©adrivo Sportpresse GmbH
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Foto: ©Honda

Bericht vom 06.05.2007 | 1.658 Aufrufe

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