Royal Enfield Scram 411 Test 2022

Spaßig, schick und günstig

Royal Enfield stellt der Himalayan einen Scrambler zur Seite. Die Scram 411 beherrscht Alltag und Abenteuer gleichermaßen. Das und mehr zeigt die erste Ausfahrt.

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Im bayerischen Pfaffenhofen präsentiert Royal Enfield sein neues Urban Adventure Motorrad: die Scram 411 (gesprochen vier-elf). Ein Scrambler auf Basis der Himalayan, mit der er sich Motor, Rahmen und Getriebe teilt.

Gemütlicher Motor und sparsamer Verbrauch der Scram 411

Man darf also keine Rakete erwarten, auf dem Datenblatt sind nur 24,3 PS bei 6500/min und 32 Nm bei 4250/min vermerkt. Die genügen zwar auf der Landstraße fast immer, doch Überholvorgänge gehen der Scram nicht unbedingt leicht von der Hand. Mit 194 Kilogramm vollgetankt hat der 411-Kubik-Einzylinder seine Mühe und bis die Reisegeschwindigkeit von 100 km/h erreicht ist, dauert's eine kleine Weile. Fans von voll geöffneten Drosselklappen und langen Vollgas-Phasen kommen auf der Scram definitiv auf ihre Kosten, ohne den Führerschein in Gefahr zu bringen. Dass Kupplung und Getriebe relativ geschmeidig und mit angemessenem Kraftaufwand ihre Arbeit verrichten, trägt ebenfalls zum überraschend dynamischen Fahrgefühl bei. Wer nicht immer hart am Kabel zieht, erfreut sich am geringen Verbrauch von gerade mal 3,2 Litern auf 100 Kilometern. Dank großem 15-Liter-Tank sind dann sogar knapp 500 Kilometer am Stück drin.

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Komfortable Ergonomie und leichtgängiges Handling der Scram 411

Und lange Etappen werden auf der Scram 411 kein Problem sein. Die Ergonomie passt nämlich für Groß und Klein sehr gut. Dank hohem Lenker, weitem Kniewinkel und bequemem Sitzpolster lädt diese Royal Enfield zu genüsslichem Touring ein. Lässig im Sattel thronend lässt sich das Bike über leichte Lenkimpulse handlich in Schräglage drücken und bewältigt Kurven aller Art ohne Anstrengung. Die serienmäßigen CEAT-Gripp-Reifen bieten auf der Straße ausreichend Haftung und taugen auch für den einen oder anderen Ausflug auf den Feldweg.

Lange Federwege - ist die Scram 411 offroad-tauglich?

Dieser Ausrichtung entspricht auch das Fahrwerk der Scram 411. Mit langen Federwegen (190 Millimeter vorne, 180 Millimeter hinten) schlucken die weichen Federelemente auch tiefe Schlaglöcher gut und spenden viel Komfort. An dieser Stelle merkt man dem Scrambler seine Reiseenduro-Gene an. Im Gegensatz zur Himalayan mit 21-Zoll-Vorderrad trägt die Scram vorne ein 19-Zoll-Rad als Offroad-Onroad-Kompromiss.

Und dass dieser Kompromiss tatsächlich gelingt, zeigt ein Abstecher auf unbefestigte Wege. Auf dem Feldweg werden die Löcher noch tiefer, doch das Fahrwerk bleibt davon unbeeindruckt. Außerdem genügen die 24 berechenbar abrufbaren Pferdchen auf diesem Terrain absolut. Wäre nun noch das ABS abschaltbar, die Scram ginge beinahe als echtes Offroad-Bike durch.

Zaghafte Vorderrad-Bremse der Scram 411

Auf der Straße hat das ABS dagegen nur wenig zu tun. Über die schwache Bremse genügend Verzögerung aufzubauen, um das Vorderrad an seine Haftgrenze zu bringen, ist nämlich fast unmöglich. Der Zweikolben-Schwimmsattel fasst die 300-Millimeter-Scheibe am Vorderrad nur sehr zaghaft und das Gefühl im Hebel ist schwammig. Eine Schwäche, die sich die Scram mit der Himalayan teilt. Am besten vor dem Aufsteigen schon mal darauf einstellen, dass gegebenenfalls fest zugepackt werden muss.

Analog und digitales Display mit serienmäßigem Navi

Als Stärke darf dagegen das Display gewertet werden. Neben dem analogen Tacho mit darunterliegendem digitalem Display, das Tankanzeige und weitere Informationen wie den Trip-Zähler beinhaltet, ist ein separates Farbdisplay für das serienmäßige Navigationssystem angebracht. Mit der Royal Enfield App lässt sich vorab das Ziel festlegen und dann die Pfeilnavigation auf dieses Display spielen. In der Praxis beweist sich das System als sehr gut, kurz vor einer Abbiegung wird man sogar durch einen sich rot färbenden Pfeil darauf aufmerksam gemacht. In der Round-About-5000-Euro-Klasse ein einzigartiges Feature.

Aktuelle Angebote zur Scram 411 findest du hier: Royal Enfield Scram 411 Preis.

Fazit: Royal Enfield Scram 411 2022

Und damit zum Preis: Exakt sind in Österreich 5290 Euro für die Scram 411 fällig, in Deutschland 4990 Euro. Das ist nicht mehr, als heutzutage eine durchschnittliche 125er kostet. Die Verarbeitung liegt bei Royal Enfield im Detail zwar nicht auf Topniveau, geht aber in dieser Klasse voll in Ordnung. Wer einen stylischen, genügsamen Begleiter für den Alltag oder entspannte Tagestouren sucht, der könnte ab sofort beim Royal Enfield Händler fündig werden. Dort steht die Scram 411 in den Farben Graphite Red, Graphite Yellow, Graphite Blue, Silver Spirit (+200 Euro) und White Flame (+200 Euro). Unsere Wahl würde natürlich auf letztere rot-weiße 1000 PS Kombination fallen.


  • günstiger Preis
  • komfortable Ergonomie
  • stylische Optik
  • Navigationssystem serienmäßig
  • flinkes, agiles, spielerisches Handling
  • hohe Reichweite
  • Schwache Vorderradbremse
  • Leistung bei Überholvorgängen und auf Schnellstraßen etwas schwach

Bericht vom 13.05.2022 | 4.526 Aufrufe

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