Schuberth C4 Pro Helmtest 2020

Sportlicher Klapphelm

Der Schuberth C4 Pro kommt für 2020 in einigen frischen Designs. Der ohnehin schon kompakte und sportliche Klapphelm wird damit auch für Nakedbike-Fahrer und Sporttouring Piloten interessanter. NastyNils probiert den Helm und ist zufrieden. Doch das gute Produkt hat auch Schwächen!

Klapphelme tragen wir in der 1000PS Redaktion sehr gerne. Vor allem bei Videoproduktionen sind die Dinger super praktisch. Schnell kann man mit den Kameras hantieren und auch ein paar Notizen am Handy sind schnell gemacht. Wenn das Blickfeld nach unten frei ist, gelingt alles einfach viel besser. Doch auf den Fotos selbst präsentieren wir uns dann doch lieber mit den cooleren Sporthelmen. Diese sind zwar unpraktischer, aber leichter und wenn es ernst wird, bestimmt auch sicherer. Beim Thema „Coolness“ hat Schuberth mit den neuen Designs für den C4 Pro ein wenig nachgebessert. Der ohnehin schon sportlich aussehende Helm wird nun noch einen Ticken frecher. Vermutlich möchte den Helm niemand auf einem Supersportler fahren, doch auf Nakedbikes und auch Sporttourern macht sich der Helm gut.

Testfahrt mit Reiseenduro und Nakedbike : Schuberth C4 Pro

Ich selbst fuhr den Helm in der für mich gewohnten Größe L. Zum Einsatz kam er auf der Honda Africatwin, im Sattel der Z900 und im Sattel der irre schnellen Kawasaki Z H2. Gerade auf den Nakedbikes offenbart der Klapphelm seine systembedingten Vorteile. Der perfekt schließende Kinnteil ermöglicht einen satten Abschluss beim Kragen und es wird kein Fahrtwind von unten in den Helm gepresst. Neben den praktischen Vorteilen vom Klapphelm ist dieser Pluspunkt die für mich größte Stärke dieses Systems.

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Passform Schuberth C4 Pro

Die Passform vom Helm ist insgesamt sicher eher kompakt. Wer ein eher breites Gesicht hat könnte Probleme haben. Denn der Helm ist in der "L" Helmschale zwar ingesamt gut passend, aber eben nur wenn die Backen nicht zu eng sind. Doch spürbar breiter werden die Schalen ab Größe "XL". Überhaupt werden die Backenelemente von der Schale relativ weit nach vorne gezogen. Das überrascht beim erstmaligen Aufsetzen vom Helm. Der Einstieg ist relativ eng und es zwickt ein wenig. Doch auf der anderen Seite ist der Tragekomfort danach großartig. Der Sitz an der Stirn ist etwas lockerer als bei anderen Helmen dieser Klasse und so hat man bei langen Touren ein zwar kompaktes aber sehr angenehmes Gefühl.

Schuberth C4 Pro - tolle Belüftung

Sehr toll empfand ich das Belüftungskonzept vom Helm. Im Helm herrscht ein frisches Klima, doch von der Kinnbelüftung geht kein unangenehmer Windzug aus. Das ist in der Tat erstaunlich und fällt ausgesprochen positiv aus. Auch die Belüftung am Helm ist gut dimensioniert und einfach zu bedienen. Während der Tour fühlt man sich durch den guten Sitz und die angenehme Belüftung einfach rundum wohl. Da der Helm seinen Job so gut macht, wird er jedoch gerne auch bei sportlichen Einsätzen rangenommen. In meinem Fall auch bei etwas anstrengenden Offroad-Passagen mit der Africatwin. Da gelangt der touristische Helm an seine Grenzen. Dafür reicht die Belüftung nicht aus und die Wohlfühloase wird zur Dampfkammer. Normalerweise würde man nun einfach das Visier ein Stück weit öffnen. Doch leider ist die erste Rastenposition zu großzügig dimensioniert. Hier ist das Visier zu weit offen. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau.

SC1 Advanced Bluetooth Kommunikation

Ein eigenes Kapitel ist das SC1 Advanced System. Sobald in die beiden Öffnungen Akku sowie Elektronikeinheit eingeschoben hat, ist das System fertig installiert. Etwas fummelig gestaltet sich schon das Pairing. Schon jetzt wird spürbar, dass die Bedienungsknöpfe zu schwerfällig und klein geraten sind. Damit ist die Bedienung schon ohne Handschuhe mühsam. Mit Handschuhen wird es zum Geduldsspiel. Somit muss ich ganz klar sagen: Wer das System über die Einheit am Helm steuern möchte, der wird mit diesem Teil nicht glücklich. Damit wird der gesamte Helm leider unbrauchbar. Schade um das tolle Teil. Für mich persönlich hat es jedoch gepasst. Ich steuere das System einfach über das Handy oder im Sattel der Africatwin einfach am linken Lenkerende. Es wird auch eine optionale Fernbedienung in Form einer kleinen Lenkerklemme angeboten. Auch damit wird die Bedienung einfacher. Um die Herausforderung zu verdeutlichen: Die beiden fummeligen Tasten sind bei der Vielzahl von Funktionen mehrfach belegt. Hier ist also präzise Bedienung erforderlich - das wird mit diesen Tasten leider zur Geduldsprobe.

Mein bester Klapphelm: Schuberth C4 Pro

Trotzdem muss ich klar sagen, dass dieser Helm mein neuer Lieblingsklapphelm ist. Der Tragekomfort, die tolle Belüftung und das niedrige Geräuschniveau sind einfach großartig. Die Knöpfe am Helm benötige ich in meinem Setup nicht - daher ist dieser Nachteil für mich kein Problem. Denn ansonsten ist das SC1 Advanced System eine hochwertige Einheit. Die Basis kommt von SENA - die Profis auf dem Gebiet. In der „Advanced“ Einheit kommt das System auch mit einer Geräuschunterdrückung. Aber Vorsicht! Es handelt sich um kein Noise-Cancelling - zumindest nicht für den Fahrer. Das System unterdrückt Wind- und Motorgeräusche, welche vom Mikrofon aufgenommen werden. Somit wird ein wirklich klares Gesprächssignal weitergegeben. Männer mit eifersüchtigen Ehefrauen (oder auch umgekehrt) sollten gewarnt sein. Wer mit diesem Teil im Sattel telefoniert, dem glaubt man nicht, dass er oder sie gerade Motorrad fährt. Die Sprachqualität ist einfach großartig und geradezu klinisch sauber.

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Bericht vom 22.05.2020 | 9.489 Aufrufe

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