Mittelklasse Reiseenduro Vergleich 2018

Mittelklasse Reiseenduro Vergleich 2018

Die wichtigsten Adventure Bikes der mittleren Preisklasse

Wie in fast allen Motorrad-Kategorien verschmelzen auch bei den Adventure Bikes die Klassen immer mehr - was ist noch Einstieg, was ist schon Luxus? Durch die mittlerweile zahlreichen Power-Reiseenduros reicht die goldene Mittelklasse daher schon bis rund 1000 Kubik hinauf. Wir vergleichen die sechs beliebten Modelle BMW F 850 GS, Honda CRF1000L Africa Twin, KTM 1090 Adventure, Suzuki V-Strom 1000, Triumph Tiger 800 XCa, Yamaha Tracer 900. So viel sei schon verraten: Jede hat ihren ganz eigenen Charakter!

Glücklich sind all jene, die ein einziges Traumbike haben, das sie sich leisten können und es daher auch besitzen. Realistisch betrachtet haben aber wohl die meisten von uns mehrere Wunschkandidatinnen für verschiedene Anwendungen und in Wahrheit hätten wir doch alle gerne die Garage voll mit herrlichen Bikes, die wir öfter wechseln könnten als unsere Unterhosen (also mehrmals pro Tag...). Noch realisitscher betrachtet scheitert dieses Wunschszenario aber ohnehin an der (oftmals) gähnenden Leere im Geldbörsel und dieser dummen Vernunft. Also sollte es ein einziges Bike für alle Anforderungen sein - was würde da besser passen, als ein Universaltalent wie es Adventure Bikes nun mal sind!

Man muss heutzutage nämlich kaum noch Abstriche bei der Funktionalität und in Sachen sportlicher Fahrweise machen: Die Bremsen werden oftmals von den hauseigenen Naked BIkes übernommen, manchmal sogar von den Sportlern. Die Motoren leisten durch die Bank genug, um auch so richtig anstoffen zu können. Und die Fahrwerke sind natürlich komfortabel ausgelegt und sollen beim Gros der Reiseenduros auch im Geländeeinsatz funktionieren, besitzen aber dennoch genügend Straffheit, um auf der Straße den Sportsgeist aufkeimen zu lassen.

Der Platzhirsch: BMW F 850 GS

Einerseits ist es für BMW (wie für alle anderen Hersteller auch) immer eine gewisse Herausforderung, einen Topseller zu erneuern - man will bestehende Kunden nicht mit zu vielen Neuerungen verschrecken, aber so viele Neukunden wie möglich an Land ziehen. Andererseits hat BMW die neue F 850 GS vor allem bei den Innereien ordentlich umgekrempelt, was man von außen gar nicht so sehr bemerkt - und daher auch nicht zwangsläufig als störend empfinden kann. Der Motor etwa ist eine völlige Neukonstrukiton, was BMW mit der richtigen Namensänderung auf F 850 GS zeigt, das Parallel-Zweizylindertriebwerk hat nun 853 Kubik. Bei der F 750 GS sind es so wie beim Vorgängermodell F 700 GS knapp hundert Kubik zu viel - Understatement auf Bayrisch.

Auch die, bei der F 800 GS zwar schon bekannte, insgesamt aber doch etwas exotische Anordnung des Tanks unter der Sitzbank fällt weg, der Tank sitzt nun wieder ganz klassisch vor dem Fahrer. Und merkt man etwas von diesen radikalen Änderungen? Nicht wirklich und vor allem nicht negativ. Der größere Hubraum und die damit auch auf 95 PS bei 8250 Touren gesteigerte Leistung verhelfen zu noch souveräneren Fahrleistungen und die Sitzposition ist gewohnt gemütlich mit einem Schuß mehr Sportlichkeit - auch Mittelklasse-Enduros können sich heutzutage nicht mehr gegen den Wunsch nach Sport erwehren. Müssen sie aber auch nicht, wenn alles so gut zusammenpasst wie bei der BMW F 850 GS. Die Bremsanlage lässt sich gut dosieren und wirkt niemals überfordert.

Das Mehrgewicht von 12 Kilo gegenüber der Vorgängerin verdaut man besser, als es auf dem Papier wirkt, auf der Straße dank höherer Leistung ohnehin, aber auch im Gelände, wo man nach wie vor eine ausgezeichnete Stehposition auf der F 850 GS findet. Also ein angenehmes Rundum-sorglos-Paket, diese Mittelklasse-Enduro der Bayern, die sich allerdings durch einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Konkurrenz abhebt: Man kann sich seine F 850 GS mit Features aufrüsten, die es üblicherweise erst in der Oberklasse der Adventurebikes gibt - und bei vielen Herstellern nicht einmal da.

Man hat also die Möglichkeit, seine F 850 GS lediglich mit normalem ABS, zwei Fahrmodi (Road und Rain) und einer herkömmlichen Stabilitätskontrolle ASC (Automatic Stability Control) zu wählen. Sieht man allerdings die unzähligen Möglichkeiten, die von der Aufpreisliste geboten werden, wünscht man sich wohl doch das eine oder andere - oder gleich alle Features, die es für die F 850 GS gibt: Fahrmodi Pro inklusive verstellbarer DTC Traktionskontrolle, ABS Pro (Kurven-ABS), elektronisch verstellbares Dynamic ESA-Fahrwerk, 6,5 Zoll Farb-TFT-Cockpit, Keyless Ride, Heizgriffe, Tempomat oder Schaltassistent Pro - und das ist noch lange nicht alles! Wir Tester haben zugegebenermaßen fast immer die Ehre, voll ausgestattete Modelle zu bekommen (BMW will natürlich zeigen, was möglich ist) und das Resultat ist vor allem bei der F 850 GS ein herrliches Gesamtpackage, bei dem man in der Regel auf nichts verzichten möchte.

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Der andere Platzhirsch: Honda CRF1000L Africa Twin

NImmt man es ganz genau oder besser etwas ungenau, wäre natürlich die Honda Africa Twin der wahre Platzhirsch, begründete die Ur-Africa Twin doch bereits im Jahre 1990 die Klasse der Adventurebikes. Allerdings wurde sie dann für knapp 25 Jahre sträflich vernachlässigt, bis Honda mit den vielen Fans Erbarmen hatte und 2015 die CRF1000L Africa Twin neu auflegte. Das aktuelle Modell darf trotzdem als der andere Platzhirsch bezeichnet werden, immerhin fährt die Africa Twin direkt in die Herzen der mittlerweile zahlreichen und höchst zufriedenen Besitzer. Warum das so schnell ging? Weil die Africa Twin ein Adventurebike ist, das nirgendwo aneckt, sondern ohne Starallüren einfach zuverlässig funktioniert und vor allem niemanden überfordert.

95 PS bei 7500 Umdrehungen und 99 Newtonmeter maximales Drehmoment aus 998 Kubik sind zwar gewiss nicht zu wenig, selbst in Zeiten der 160 PS-Reiseenduros, allerdings funktioniert dieses Parallel-Zweizylindertriebwerk eher brav als brachial, eher sanft als aggressiv und eher kontrollierbar als brutal. Das muss nicht jedem zusagen, so mancher wünscht sich einen ärgeren Antritt wie etwa auf der KTM 1090 Adventure und auch ich muss zugeben, dass das Triebewrk alleine mich nicht überzeugen könnte. Allerdings passt bei der Africa Twin auch der Rest ausgezeichnet dazu, so unaufgeregt wie der Motor ist nämlich auch das Handling. Die Federelemente sind komfortbetont ausgelegt (wenn auch nicht so sehr wie bei der noch hochbeinigeren Schwester Africa Twin Adventure Sports) und die Africa Twin macht auch im Gelände eine gute Figur.

Die Alternative: Triumph Tiger 800 XCa

Auch wenn es viele Reiseenduro-Fans nicht wahr haben wollen - es muss nicht immer ein angenehm stampfender V-Zweizylinder sein. Ich selbst bin eigentlich der größte Fan der charismatischen Zweiender (und da lasse ich sogar Reihen-Zweier mit Hubzapfen-Versatz gelten), muss aber zugeben, dass der Reihen-Dreizylinder der Triumph Tiger 800 XCa mit 800 Kubik auch einiges zu bieten hat. Irgendwie ist die "kleine" Tiger damit ähnlich universell und souverän wie die Honda Africa Twin, die ja auch nicht mit schieren Spitzenwerten sondern mit einem homogenen Gesamtpaket punktet.

Und das liegt gar nicht daran, dass beide die gleiche Leistung von 95 PS auf den jeweiligen Untergrund bringen, sondern auch an dem einfachen Handling der Tiger 800 und der ausgezeichneten Sitzposition. Wobei man der Engländerin zusätzlich eine ausgezeichnete Stehposition bei Fahrten im Offroad-Terrain zugestehen darf, das kann keine Konkurrentin besser. Der Overkill kommt dann schließlich bei der Ausstattung, die Tiger 800 XCa ist das Topmodell von insgesamt sechs Tiger 800-Modellen und während die Tiger 800 XR fast schon zu schlecht ausgestattet ist, schwelgt die Tiger 800 XCa im vollen Luxus. Durch das Ride-by-Wire-System stehen sechs verschiedene Fahrmodi zur Verfügung, die Traktionskontrolle lässt sich verstellen und abschalten, das ABS ist ebenfalls abschaltbar und kann im Offroad Pro-Modus sogar nur am Hinterrad deaktiviert werden. Der Windschild ist höhenverstellbar, Griff- und sogar Sitzheizung(!) sind serienmäßig mit an Bord und die Informationen werden auf einem einstellbaren 5 Zoll Farb-TFT-Bildschilrm angezeigt. Ja, die BMW bietet diese Gimmicks auch, bei voller Aufrüstung ist sie aber teurer als die Triumph Tiger 800 XCa.

Die andere Alternative: Suzuki V-Strom 1000

Während bei vielen Herstellern noch eine größere Reise-Enduro mit rund 1200 Kubik das Modellprogramm veredeln, muss bei Suzuki die V-Strom 1000 als Topmodell herhalten - macht dies aber meiner Meinung nach mit Bravour. Vor allem gefällt bei der Susi diese Konzentration auf das Wesentliche: Die Standard-Helferlein wie ABS (nicht verstell- und abschaltbar) und Traktionskontrolle (zweifach verstell- und abschaltbar) sind mit an Bord, auf weitere Elektronik-Gimmicks wird verzichtet. Auch die starke Ausrichtung zum (sportlichen) Reisen auf befestigten Wegen ist nicht zu leugnen, zwar gibt es eine XT-Version mit Drahtspeichenfelgen, doch während alle zuvor genannten Konkurrentinnen vorne auf 21 Zoll-Rädern daher kommen, rollt die V-Strom 1000 auf 19 Zoll und empfiehlt sich damit nicht unbedingt für das ganz große Offroad-Abenteuer.

Stattdessen überzeugen der antrittsstarke V2-Motor mit 101 PS bei 8000 Touren und das bauchige Drehmoment von 101 Newtonmeter bei nur 4000 Touren voll und ganz sowohl auf weiten als auch engen Landstraßen. Vor allem muss man mit der V-Strom 1000 keine Angst vor harten Anbrems-Manövern vor den Kurven haben, nur selten habe ich eine so gut dosierbare und sportlich werkende Bremse auf einer Reiseenduro angetroffen. Für die lange Tour wirft die Suzuki V-Strom 1000 einen, in der Neigung aber leider nicht in der Höhe verstellbaren Windschild und eine richtig bequeme Sitzposition in den Topf.

Darf´s ein bisserl mehr sein? KTM 1090 Adventure

Die Mattighofener Mittelklasse ist vor allem in Sachen Triebwerk eigentlich der Mittelklasse entwachsen, liestet der bullige V-Zweizylinder mit 1050 Kubik Hubraum doch satte 125 PS bei 8500 Umdrehungen und ein Drehmoment von 109 Newtonmeter bei 6500 Touren - da kann keine der fünf Konkurrentinnen mithalten. Ein enormer Boost im Vergleich zur Vorgängerin, die mit dem gleichen Triebwerk nur 95 PS leistete. Viel Arbeit dürften die 30 Mehr-PS den Technikern aber nicht bereitet haben, immerhin ist die Basis des Triebwerks jenes der KTM 1190 Adventure mit sagenhaften 150 PS. Und da es nun auch eine 1290 Super Adventure gibt, rangiert die 1090 eben in der Adventure-Mittelklasse, bis endlich im nächsten Jahr die herrliche (ja, das wissen wir jetzt schon) 790 Adventure die Klasse aufwirbeln wird.

Vorerst darf aber noch die 1090 Adventure auf den Straßen und sogar im Gelände wüten, denn obwohl es auch eine noch stärker auf Offroad getrimmte 1090 Adventure R mit 21 Zoll-Vorderrad gibt, kann auch die normale 1090 Adventure mit ihrem 19 Zoll-Vorderrad durch die Pampa gescheucht werden. Die Queen of MIttelklasse ist sie aber dank ihrem, zuvor schon hochgelobten, kräftigen Triebwerk, das an Sportlichkeit kaum zu toppen ist - wenn man das mag. Der Komfort leidet darunter zwar nicht erheblich, dennoch reist man etwa auf einer Africa Twin noch sanfter. Und die Ausstattung kann weder mit der Triumph Tiger 800 XCa noch mit einer (aufgerüsteten) BMW F 850 GS mithalten: Abschaltbares ABS ohne Gyrosensorik (also kein Kurven-ABS), Traktionskontrolle dreifach verstell- und abschaltbar. Dass ich mit den Armaturen nicht ganz zufrieden bin, liegt daran, dass ich weiß, dass es bei KTM auch ein unglaublich gut ablesbares 6,5 Zoll Farb-TFT-Display gibt - aber eben nur auf den Topmodellen 1290 Super Adventure S und R.

Die ganz andere Alternative: Yamaha Tracer 900

vWer auf Geländetauglichkeit völlig verzichten kann und stattdessen eine äußerst sportlich zu fahrende Mittelklasse-Reiseenduro möchte, wird mit der Yamaha Tracer 900 bestimmt glücklich. Als Triebwerk dient der hochgelobte Reihen-Dreier, der schon in den beiden Naked-Modellen MT-09 und MT-09 SP für unfassbar sportlcihe Fahrleistungen sorgt, die eigentlich mehr als die angegebenen 115 PS bei 10.000 Touren sowie 87,5 Newtonmeter Drehmoment vermuten ließen. In der Tracer 900 ist er wegen des um mehr als 20 Kilo höheren Gewichts gegenüber der MT-09 zwar nicht ganz so spritzig wie in den Naked-Schwestern, für ein Touren-Motorrad kommt er dennoch sehr flott in Fahrt und wirkt immer noch mehr als ausreichend quirlig.

Der Rest der Ausstattung reicht zwar nicht an die Triumph Tiger 800 XCa und die (gegen Aufpreis) ebenfalls mit allen erdenklichen Schnickschnack bestückte BMW F 850 GS heran, bietet aber wie die Suzuki V-Strom 1000 alles, was der Großteil der Kunden heutzutage unbedingt haben möchte: ABS, Traktionskontrolle, und dank Ride-by-Wire drei Fahrmodi. Das passt gut zum insgesamt glaubwürdig puristischen Auftritt der Tracer 900, die ohnehin seit der heurigen Saison mit der Tracer 900GT eine voller ausgestattete und daher luxuriösere Schwester bekommen hat.

Fazit: Suzuki V-Strom 1000

Was die Suzuki V-Strom 1000 schon vorher sehr gut konnte, kann auch die neue V-Strom 1000 sehr gut: Ein ausgewogenes Motorrad, das bei guter Langstreckentauglichkeit auch vor sportlicher Fahrweise nicht zurückschreckt. Hinzu kommen moderne Features wie ABS und Combined Brake System, die das Fahren noch sicherer und schneller machen. Kritik nimmt man bei Suzuki ernst, das Windschild wurde vergrößert und ganz dem Trend entsprechend kommt nun auch von der V-Strom 1000 eine etwas geländegängigere XT-Version mit Drahtspeichenrädern, die nicht nur die Stabilität sondern auch die coole Optik steigern - vor allem mit der gelben Lackierung. Neben all diesen Vorteilen bleibt nach wie vor der günstige Preis das absolute Killerargument für die Suzuki V-Strom 1000.

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Vorteile
  • durchzugsstarker Motor
  • gute Bremsen mit ABS
  • Combined Brake System
  • Traktionskontrolle
  • stabiles und gleichzeitig komfortables Fahrwerk
  • guter Windschutz
  • hohe Reisetauglichkeit
  • komplette Armaturen samt Ganganzeige
  • 12 Volt-Steckdose im Cockpitbereich
  • Handprotektoren und Motorschutz Serie
  • günstiger Preis
1
Nachteile
  • spürbares Aufstellmoment beim Bremsen in Kurven

Fazit: Yamaha Tracer 900

Die sportliche Allzweckwaffe von Yamaha wurde weiter verbessert. Sie ist das perfekte Bike für alle, denen die nackte MT-09 zu spartanisch auf sportliche Landstraßenfahrten ausgelegt ist. Dank der längeren Schwinge sowie der besseren Aerodynamik sind mit dem Jahrgang 2018 auch die Hochgeschwindigkeitsprobleme, mit welche die Vorgängerin zu kämpfen hatte, großteils eliminiert. Die Premiumvariante in Form der Tracer 900 GT legt noch einen oben drauf und kann mit tollen Komfortfeatures zusätzlich überzeugen.

1
Vorteile
  • Kraftvoller Motor
  • Gelungene Überarbeitung des Fahrwerks
  • Fahrspaß garantiert
  • Bessere Stabilität als bei der Vorgängerin
  • Gelungene Überarbeitung der Aerodynamik
  • Komfortgewinn für Sozius
1
Nachteile
  • Sozius Rastenanlage schränkt Bewegungsfreiheit ein
  • Display wirkt in die Jahre gekommen
  • ABS und Traktionskontrolle nur auf Basisniveau

Fazit: Triumph Tiger 800 XCA

Die beste Tiger 800, die es jemals gab – denn während die neue Tiger 800 XCa im Gelände mit einem speziellen Offroad Pro-Modus und einer herrlichen Stehposition aufwarten kann, leistet sie sich auch auf befestigten Straßen keine Patzer: Herrliche Sitzposition, dank breiterem Lenker die gleiche Wendigkeit wie die straßenorientiertere Tiger 800 XRt und sogar mehr Schräglagenfreiheit durch die längeren Federwege. Auf Komfort muss man trotz ernsthafter Gelände-Fähigkeiten und sportlicher Fahrbarkeit nicht verzichten, Farb-TFT-Display, höhenverstellbarer Windschild, Griff- und Sitzheizung sowie Voll LED-Beleuchtung sind in der Reiseenduro-Mittelklasse bei anderen Herstellern noch nicht einmal gegen Aufpreis erhältlich, bei Triumphs Topmodell hingegen Standard.

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Vorteile
  • agiler Motor
  • einfaches Handling
  • volle Komfort-Ausstattung
  • sechs verschiedene Fahrmodi
  • Offroad Pro-Modus
  • tolle Stehposition im Gelände
  • Traktionskontrolle und ABS deaktivierbar
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Nachteile
  • Farb-TFT-Display nicht optimal entspiegelt
  • hoher Preis

Fazit: Honda CRF1000L Africa Twin

Die neue Africa Twin ist genau so gekommen, wie sie die Fans erwartet haben: Gut kontrollierbar, unaufgeregt und eine herrliche Reisebegleiterin. Dass sie optisch auch noch extrem gelungen ist, war ein angenehmer Bonus. Also kein Grund, die Africa Twin grundlegend umzukrempeln, was gut war, bleibt auch bei der neuen gut - und vieles wurde besser. Dank Ride by Wire kommt man nun auch auf der Africa Twin in den Genuss von Leistungsmodi, die Traktionskontrolle lässt sich 7-fach (statt bisher 3-fach) verstellen und abschalten. Das optionale DCT ist nach wie vor ein großer Wurf und macht viel Spaß, kostet aber auch eine Menge.

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Vorteile
  • zuverlässiges Triebwerk
  • komfortable Sitzposition
  • gut abgestimmtes Fahrwerk
  • gelungene Optik
  • gute Bremsen
  • optionales DCT
  • Leistungsmodi
1
Nachteile
  • nicht ganz optimaler Windschutz
  • kein Tempomat
  • ABS am Vorderrad nicht abschaltbar

Fazit: KTM 1090 Adventure

Die KTM 1090 Adventure ist ein gewaltiger Schritt weg von der Vorgängerin 1050 Adventure in Richtung größere Schwestern. Das Elektronik-Package mit verstellbaren Riding-Modes, Traktionskontrolle und ABS bleibt zwar auf dem ohnehin hohen Level, der Motor leistet mit 125 PS nun aber rund ein Drittel (!) mehr als die 1050er. Fast noch wichtiger ist, dass er nun frei bis über 10.000 Touren ausdrehen darf und somit ein besser nutzbares Drehzahlband bietet. Ein ausgewogeneres Bike wird man in der Klasse der noch halbwegs günstigen großen Reiseenduros kaum finden.

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Vorteile
  • sehr kräftiger, kultivierter Motor mit weitem Drehzahlbereich
  • Leistungsmodi
  • abschaltbares ABS
  • einstellbare Traktionskontrolle
  • agiles und sicheres Handling
  • verstellbare Ergonomie
  • höhenverstellbares Windschild
  • niedriges Gewicht
  • vergleichsweise günstiger Preis
1
Nachteile
  • Optik wirkt durch die neuen 1290 Super Adventures überholt
  • Federgabel nicht verstellbar

Fazit: BMW F 850 GS

Man sieht es der neuen BMW F 850 GS vielleicht nicht auf den ersten Blick an, aber sie ist tatsächlich eine völlige Neukonstruktion. Sowohl das Stahlchassis als auch der Antrieb wurden geändert, der Motor auf 853 Kubik vergrößert und mit dem 90 Grad-Hubzapfenversatz noch druckvoller ausgelegt. Damit präsentiert sich die neue F 850 GS eher souverän als aufgeregt und überzeugt sowohl auf der Straße als auch im Gelände. Das ganz Besondere an der BMW ist die Möglichkeit, sie dank umfangreichem Zubehörprogramm genau auf die persönlichen Bedürfnisse abzustimmen - es gibt eigentlich kein derzeit erhältliches Feature, das man nicht auf seiner F 850 GS bekommen könnte. Das treibt allerdings auch den Preis in die Höhe.

1
Vorteile
  • souveränder Motor
  • angemessene Bremsanlage
  • sehr gute Sitzposition
  • einfaches Handling
  • umfangreiches Zubehörprogramm
  • Fahrmodi
  • Traktionskontrolle
  • offroadtauglich
1
Nachteile
  • zu niedrige Scheibe
  • Sound könnte besser sein

Bericht vom 07.07.2018 | 18.416 Aufrufe

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