Harley Superlow 1200T

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Das neue Sportster Touring-Modell Superlow 1200T im Test.
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Harley-Davidson Super Low 1200T 2014 im Test

Es muss wohl eine Harley sein, wenn bei 272 Kilo Trockengewicht vom kleinsten und leichtesten Touring-Modell gesprochen wird! Erstmals in der Geschichte handelt es sich dabei um ein Sportster-Modell, das mit genialen Gimmicks für die große Reise aufgerüstet wurde.

 
Bei Harley-Davidson ticken die Uhren erfrischend anders, während bei anderen Herstellern dieLeistungsdaten explodieren und in vielen Modellen fast schon mehr Elektronik verpackt ist als in einem Laptop, eröffnet die neue Harley Superlow 1200T andere Perspektiven: Erstmals schafft es ein Touring-Modell unter die 300 Kilo-Marke! Grund für das "Fliegengewicht" ist die verhältnismäßig leichte Basis: die Superlow 1200T basiert auf der Sportster-Baureihe. Aber auch da nicht komplett auf der Sportster 1200 sondern das Chassis stammt gar aus der noch kompakteren Sportster 883. Der größere 1202 Kubik fassende V2-Motor fühlt sich aber auch in deren Stahlrohrrahmen sehr wohl und treibt die 1200T mit 68 PS bei 5750 Touren definitiv nicht sportlich aber angemessen voran. http://www.motorrad-bilder.at/slideshows/291/011048/HarleySuperLow1200T_23.jpg

Harley Superlow 1200T Action Bildergalerie (45 Fotos) - hier klicken!


Bei einer Harley geht es ohnehin nicht um Leistung sondern um Drehmoment und mit 96 Newtonmeter bei nur 3750 Umdrehungen bekommt man auch bei der Superlow 1200T den typischen Tritt in den Hintern von ganz weit unten. Auch die gewohnten Harley-Vibrationen sind nach wie vor spürbar, im Leerlauf beutelt sich das Triebwerk ordentlich ab - nicht unangenehm, immerhin will man als Harley-Fahrer auch spüren, was diese über 110 Jahre alte Traditionsmarke ausmacht. Im Fahrbetrieb stören hingegen keine Vibrationen, das Triebwerk ist offensichtlich gut gelagert und zu starke Vibrationen werden gut abgeschirmt.

Leider wird auch der Auspuffsound ziemlich gut abgeschirmt, die Superlow 1200T wirkt irgendwie zugestoppelt und scheint nicht ganz frei atmen zu können. Das liegt allerdings an den gesetzlichen Vorschriften und gewiss nicht an den Harley-Technikern, die nur zu gut wissen, wie gut eine Harley-Davison klingen kann. Ein wahres Manko ist das allerdings nicht, denn sitzt man erst mal auf der Superlow 1200T drauf und fährt mit ihr, passt der gedämpfte Sound ohnehin gut zum Touring-Charakter.

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Und damit wären wir auch schon beim drauf sitzen: Die Harley Superlow 1200T ist sehr kompakt. Nicht nur für eine Harley sondern für ein Motorrad allgemein. Durch die extrem niedrige "Superlow"-Sitzhöhe von knapp 700 Milimetern ist die 1200T für groß Gewachsene definitiv zu klein. Das ist aber durchaus so gewollt, die wahren Bären unter uns werden im restlichen Harley-Tourer-Programm jenseits der 300 Kilo fündig, die Superlow 1200T richtet sich an kleinere Piloten und Damen sind offensichtlich nicht unerwünnscht.

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Harley Superlow 1200T Details Bildergalerie (22 Fotos) - hier klicken!


Wenn sie mit dem ungewohnten Kniewinkel zurecht kommen, können aber natürlich auch größere Fahrer zur Superlow 1200T greifen - und auf Reisen gehen. Für die ganz große Tour könnte zwar der Platz in den stabilen und abschließbaren Seitenkoffern zu eng werden, für ein ausgedehntes Wochenende etwa reicht es aber gewiss. Auch der Windschutz ist dank der großen Scheibe sehr gut, natürlich nicht so effektiv wie auf den ganz großen Tourern, aber der Druck wird bei Autobahntempo effektiv vermindert. Genial ist dafür, dass man die Scheibe in wenigen Sekunden per Schnellverschluß abmoniteren kann - völlig ohne Werkzeug! Alleine diese Option, die Superlow 1200T auch als nackte, puristische Harley nutzen zu können, verdoppelt den Wert dieses "kleinen" Touring-Modells.

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Die Superlow 1200T wendet sich auch an Damen.


kotKots Meinung zur Harley-Davidson Superlow 1200T: Seit Anbeginn meiner Zeit mit motorbetriebenen Zweirädern stand ich auf die Sportster-Line von Harley. Das hängt vor allem damit zusammen, dass ich schon immer ein Anhänger der (Design-)Philosophie "Reduced to the Max"war und bin, weshalb ich mich auch sofort in die R nineT von BMW verliebt habe. Während die nineT die Essenz des Boxers darstellt, verkörpert die Sportster jene des V2. Dieses Motorrad ist in erster Linie Motor, in zweiter optisch extrem cool und in letzter auch nicht nur ansatzweise komfortabel für längere Touren. Deshalb wunderte es mich ein bisschen, dass Harley gerade die Superlow mit Reise-Features ausgestattet hat, wo doch ihr Federweg gegen Null geht und die Schräglage sehr beschränkt ist.
Dennoch ist sie mir, erst einmal im Sattel Platz genommen, sympathisch, weil sie so klein ist. Frauen und Motorräder sind am besten klein und zierlich, dann fühlt man sich als Mann groß und stark. Mir waren auch die kompakten Autos von früher lieber als die Schlachtschiffe von heute. Mit 1.80 kann man auf der Superlow noch recht entspannt sitzen, ohne sich zu verkrümmen und an Verspannungen im Schulter- und Rückenbereich verreckt. Ich möchte sofort ein bisschen mit ihr herumfahren, reisen allerdings nicht. Wäre ich kleiner und/oder eine Frau, vielleicht schon. Mein Schluß daraus ist demnach: Derzeit stehen 7 Modelle im Sportster-Portfolio, 6 davon würde ich sofort haben wollen. http://www.motorrad-bilder.at/slideshows/291/011049/HarleySuperLow1200T_D_1.jpg

Manchmal sind die Nippel zu lang...


Vaulis Meinung zur Harley-Davidson Superlow 1200T: Nicht jede Beziehung hat einen perfekten Start, endet dann aber doch glücklich. So ist es auch mit der Superlow 1200T und mir - anfangs war ich noch erschrocken von der extrem niedrigen Sitzhöhe und dem daraus resultierenden argen Kniewinkel. Auch der etwas schwache Auspuffsound reißt mich nicht vom Hocker und etwas mehr Vibrationen würde ich von einer Harley während der Fahrt schon erwartet. Nach den ersten Kilometern war ich aber ganz froh über den ruhigen Lauf und die angenehme Geräuschkulisse - immerhin ist die 1200T ja auf lange Strecken ausgelegt. Dazu passt auch das Windschild, das einigermaßen effektiv den Druck vom Oberkörper abhält. Die wahre Sympathie kam dann aber, als ich bemerkte,dass das Windschild ganz einfach abmontiert werden kann und eine nackte Sportster übrig bleibt! Dann noch die Hartschalenkoffer, die lediglich mit je zwei Schrauben monitert sind, weg und man sieht nichts mehr vom Touring-Modell.
Dass sich die Superlow 1200T mit der niedrigen Sitzhöhe und dem vergleichsweise einfachen Handling an kleinere Piloten und Einsteiger richtet, ist ja völlig in Ordnung, dass die Angstnippel auf den Fußrasten aber so lang sind, ist hingegen nicht unbedingt notwendig. Sogar in weiten Kurven muss man sich arg zusammenreißen um nicht zu schnell einzufahren, sonst schleifen die Nippel noch vor dem Scheitelpunkt bis zum Ende der Kurve. Da erkennt man die wahre Bedeutung des Begriffs "die Kurve kratzen". Positiv überrascht bin ich schließlich von der Bremse, obwohl wie gewohnt nur je eine Einzelscheibe vorne und hinten verzögern, funktioniert das sehr standfest und mit relativ wenig Handkraft - die Superlow 1200T ist eben wirklich das leichte und handliche "Baby" der Touring-Palette. http://www.motorrad-bilder.at/slideshows/291/011049/HarleySuperLow1200T_D_9.jpg

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Das WIndschild ist sekundenschnell abmontiert, für die Koffer müssen auch nur je zwei Schrauben gelöst werden. Damit wird aus der Superlow 1200T blitzartig eine Superlow 1200 ohne T.

Interessante Links:

Text: Vauli
Fotos:
Michael G. Fox

 

Fazit: Harley-Davidson Sportster XL 1200T SuperLow

Bei einer Harley geht es nicht um Leistung, sondern um Drehmoment und mit 96 Newtonmeter bei nur 3750 Umdrehungen bekommt man auch bei der Superlow 1200T den typischen Tritt in den Hintern von ganz weit unten.


  • Ruhiger Lauf
  • effizienter Windschild - kann auch abmontiert werden
  • Bremse funktioniert standfest und ohne viel Handkraft.
  • Unkomfortabel für längere Touren
  • schwacher Auspuffsound.

Bericht vom 19.05.2014 | 54.405 Aufrufe

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