Hyosung ST 700

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Neuer Klassik Chopper aus Korea. Hyosung bringt den 'ride free' Spirit zum leistbaren Preis.

Hyosung ST 700i

Neuer Korea Cruiser mit mehr Hubraum. Ersetzt die Aquila in der Modellpalette nicht, sondern ergänzt sie. Billiglohnarbeiter arlo testete den 8.695€ Konter gegen den Rest der Cruiserwelt.
Eigentlich ist es ja schon komisch, je mehr Motorräder ich in meinen Leben gefahren bin , umso wurschtiger sind mir Angaben zu Gewicht und Leistung. Selbst die Marke wird immer unwichtiger. Denn Motorradfahren ist nicht immer nur, die schnellste Möglichkeit von A nach B zu kommen. Motorradfahren ist auch, so klischeehaft es nun klingen mag, individuell ausgedrückte Freiheit und Genuss an und für sich. Einfach ohne Ziel losfahren und dann angekommen sein, wenn man eine lang gezogene Kurve durchsurft, oder einen Sonnenuntergang am Arlbergpass genießt. Motorradfahren ist also nicht immer die Jagd nach der Zehntel Sekunde oder die optimale Linie. Gut für mich, denn als bekanntes Schlusslicht bei jeder Rennveranstaltung, finde auch ich im stressfreien Gleiten meine Daseinsberechtigung. Auch gut für mich, dass am Plan für die Testberichte die neue ST 700i von Hyosung steht.

Das bisherig einzige Cruiser Modell von Hyosung hört auf den Namen GV 650i Aquila. Die Aquila spielt bei Hyosung aber eher die Rolle des Sport Cruisers, während die neue ST 700i die Rolle der klassischen Chopper übernimmt. Die ST löst die Aquila also nicht ab, sondern ergänzt das Chopperprogramm von Hyosung. Klassisch sind auch die Linien der ST, schöner runder Tank und geschwungene Kotflügel lassen Vergleiche mit dem Vorbild aus Milwaukee nicht unversucht. Nicht ganz vergleichbar sind die beiden in Punkto Preis, denn der Koreaner kostet mit 8.695 € nur einen Bruchteil des amerikanischen Originals. Klar hat Hyosung definitiv nicht das gewaltige Image wie HD es hat und so kann man am Wirtshaustisch wahrscheinlich nicht den gleichen Respekt erwarten, wie ein Besitzer eines erzamerikanischen Eisens, aber die kleine Aufzahlung von knapp 14.000 € auf eine original Fat Boy, mit der die Hyosung etwas Ähnlichkeit hat, ist doch eine Menge Holz.

Erklären lässt sich der massive Preisunterschied aber nicht mit den Fahreigenschaften der ST 700i, die sind nämlich für eine Chopper dieser Größenordnung wirklich akzeptabel. Denn obwohl die ST so wie jede gute Chopper nicht zum Rasen verleitet, kann sie ruhig etwas flotter durch die Gegend gescheucht werden, da das Fahrwerk für eine Chopper doch relativ straff und sportlich abgestimmt ist. Auch an den Bremsen kann man kaum meckern, die Vierkolbenbremse verbeißt sich brav in der vorderen 300er Scheibe und bietet ausreichend Verzögerung für jede Situation.

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Sportcruiser Aqulia und ST700i im Hyosung Programm.


Viel wichtiger aber als die Eigenschaften von Fahrwerk und Bremse, sind die Cruiserfähigkeiten der ST700. Schön gelassen durch die Gegend tuckern, laid back auf dem komfortablen Sitzkissen Kilometer runterspulen und dabei die Landschaften genießen - das kann die Hyosung sehr gut. Durch die aufrechte Sitzposition und die entspannte Beinhaltung ist es auch ohne weiteres möglich, den gesamten Tankinhalt von 17 Litern ohne Zwischenstopp und ohne eingeschlafenes Hinterteil abzusitzen.

Video Hyosung ST700i



Das Aggregat der ST 700i leistet 63 PS und 57 Nm. Klingt zwar selbst für Chopper nicht wirklich übermotorisiert, jedoch ist zu beachten, dass die ST mit 244 Kg in ihrer Liga zu den leichteren Exemplaren gehört - und zu den stärksten. Somit relativiert sich die Leistung wiederum. Das bestätigt sich auch im Fahrbetrieb, die ST ist für eine Chopper ihrer Klasse sehr agil und flink wenn es darauf ankommt.

Dass aber in Korea nicht nur die Sonne scheint und alles eitel Wonne ist, sollte spätestens seit den Konflikten zwischen Nord- und Südkorea bekannt sein. Auch die Hyosung ST 700i hat ihre Schattenseiten, z. Bsp. die Verarbeitung der Armaturen oder der Blinker. Auf den zweiten Blick erkennt man, dass die Verarbeitung an manchen Stellen etwas besser sein könnte. Scharfe Kanten und Optik a lá Plastik enttarnen den massiven Preisunterschied. Denn ansonsten macht es einem die Hyosung schon schwer, ihre Herkunft zu erraten, lediglich ein kleiner Flügel im Tacho und ein dezenter Hyosung Schriftzug am Sattel verraten den Hersteller. Etwas nervig ist auch die Tankanzeige, von einer blinkenden Anzeige bis zum halbvollen Füllstatus ist innerhalb von fünf Minuten Fahrt alles drin. Hier rät es sich lieber zu früh als zu spät die Tankstelle zu kontaktieren. Diese eher kleinen Mängel sind aber bei dem Gesamtpaket der ST 700i verkraftbar, überhaupt wenn man sich vor Augen führt, wie viel Geld man sich mit der Hyosung erspart hat.


Bei den leichtesten und stärksten Bikes dieser Klasse.


Alles in allem ein überraschend charakterstarkes Motorrad. Das kann jetzt als Kompliment oder als Ausrede gewertet werden und tatsächlich ist es beides. Die Koreanerin fährt sich schon ganz gut, der kräftig-raue Motor macht viel Freude und ist mit der starken Bremserei ausreichend abgesichert. In der Totalen betrachtet wirkt der Korea-Cruiser geschmacklich gut getroffen, en detail werden allerdings einige Schwächen in der Verarbeitung erkennbar. Ist uns von japanischen Produkten dieser Preis- und Motorradklasse nicht unbekannt. Die Patschen der uns nicht geläufigen Marke "Shinko" würden wird trotzdem gegen ein bekannteres Markenprodukt ersetzen.

Gute Anordnung der Fußrasten. Schöne Front.
Understatement - einziger Marken Schriftzug. Nicht gerade State of the Art, aber ok.
Gut ablesbarer Tacho. Das Verbandspackerl sollte die Größe eines Tschikpackerls nicht überschreiten, um da rein zu passen.


Interessante Links:

Text: arlo
Fotos: arlo, Volli

Fazit: Hyosung ST 700 i

Alles in allem ein überraschend charakterstarkes Motorrad. Das kann jetzt als Kompliment oder als Ausrede gewertet werden und tatsächlich ist es beides. Die Koreanerin fährt sich schon ganz gut, der kräftig-raue Motor macht viel Freude und ist mit der starken Bremserei ausreichend abgesichert.


  • Aufrechte Sitzposition
  • entspannte Beinhaltung
  • gute Bremsanlage
  • starker Motor
  • positives Fahrgefühl.
  • teilweise schlechte Verarbeitung
  • Tankanzeige fehlerhaft

Bericht vom 28.07.2010 | 51.310 Aufrufe

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