Hyosung GV125 S Aquila Bobber-Test 2022

Mit Harley-Optik und echtem V2-Motor!

Wer es pragmatisch angeht, könnte mit der Hyosung GV125 S Aquila richtig glücklich werden. Denn falls man „nur“ den A1- oder den B111/B196-Führerschein besitzt und somit ohnehin nicht mehr als 15 PS fahren darf - warum sollte man dann nicht auch gleich ein gemütliches Bike mit angenehmer Sitzposition nehmen?!

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Eigentlich dürfte es eine durchaus rationale Entscheidung sein, die für die Hyosung GV125 S Aquila spricht - ein praktisches, unkompliziertes Bike mit niedriger Sitzhöhe und wenig Verbrauch, bestens geeignet für den Stadtverkehr und zum Pendeln. Für mich persönlich wären es allerdings eher zwei andere Gründe: Der ECHTE V2-Motor und die grandiose Optik! Wobei der kleine V2-Murl ja auch der Optik zu Gute kommt, denn fahrtechnisch hat er (leider) keinen entscheidenden Vorteil gegenüber der üblichen Einzylinder-Konkurrenz. Wer nämlich V2-typisches Bollern und einen (wenigstens etwas) außergewöhnlichen Charakter erwartet, wird enttäuscht. Sogar die Vermutung in die andere Richtung, nämlich dass die beiden noch kleineren 62,5 Kubik-Töpfe mehr Laufruhe bieten und höhere Drehzahlen erlauben, ist ein Trugschluss. Stattdessen wirken die 14 PS bei 10.250 Touren keineswegs stärker oder schwächer als bei vergleichbaren Einzylindern dieser Klasse und die Drehfreude endet auch bereits kurz nach Erreichen der Maximalleistung.

Die Hyosung GV125 S Aquila passt auch bestens für Fahranfänger

Allerdings passt der Motor damit wiederum ausgezeichnet zum entspannten Charakter der Hyosung GV125 S Aquila, auf der man eben äußerst gemütlich Platz nehmen darf. Mit der Sitzhöhe von richtig Fahranfänger-freundlichen 710 Millimeter sind die Beine dank der weit vorne angebrachten Fußrasten trotzdem nicht zu sehr abgewinkelt und der Lenker befindet sich in einer angenehmen Entfernung. Das ganze Bike ist zwar tatsächlich insgesamt kleiner als es die Optik vermuten ließe und große Fahrer, zumindest solche mit langen Beinen werden ebendiese schwierig unterbringen, bis 1,85 Meter Größe wird es aber durchaus funktionieren.

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Sportlich wäre übertrieben, flink ist der fesche Bobber trotzdem!

Das Fahrwerk benimmt sich dabei so, wie man es bei 125ern oft vorfindet und schätzt. Natürlich sind da keine verstellbaren Top-Komponenten verbaut, aber die Telegabel mit 135 Millimeter Federweg dämpft akzeptabel straff mit ausreichend Komfort und sogar die Stereo-Federbeine im Heck mit nur 67 Millimeter Federweg schlagen nicht sofort bei jeder Unebenheit durch sondern wirken ebenfalls komfortabel, ohne gleich völlig schwammig um die Ecken zu wackeln. Fahrdynamisch kommen der Hyosung GV125 S Aquila ihre vergleichsweise kleinen Reifen zugute, denn der fesche Bobber flitzt erstaunlich easy um die Ecken, obwohl die Formate 120/80-16 vorne und 150/80-15 hinten eigentlich ziemlich breit für eine 125er sind. Und auch das Gewicht von 169 Kilo (vollgetankt von uns selbst gewogen) ließe nicht zwangsweise ein so leichtfüßiges Handling erwarten. Offensichtlich stimmt aber der Schwerpunkt und vielleicht ja auch die Kontur der (mir bisher unbekannten) Timsun-Reifen, deren Profil eher an Hypersport-, als an Bobber-Reifen erinnert.

Für eine 125er macht die Hyosung GV125 S Aquila schon einiges her

Bei den Bremsen ist, so wie bei der von uns am gleichen Tag getesteten Benelli Leoncino 125 (hier geht´s zum Test der Benelli Leoncino 125), das kombinierte Bremssystem CBS gewöhnungsbedürftig. Weil die vordere Bremse bei jeder Betätigung der Hinterradbremse ebenfalls aktiviert wird, taucht die Front unerwartet ein, allerdings ist allzu hartes Bremsen für einen gemütlichen 125er-Bobber ohnehin nicht die wichtigste Disziplin. Für mich persönlich ist dies vielmehr die Optik - denn so sehr nach Harley-Davidson Sportster Forty-Eight sieht kein anderer 125er-Bobber aus! Vor allem wirkt das Design durch den echten V2-Motor (so klein er auch ist) nicht peinlich oder aufgesetzt, sondern einfach nur im passenden Maßstab geschrumpft und absolut gelungen. Dann auch noch der minimalistische Scheinwerfer zwischen den Gabelrohren, die fesche kupferfarbene Lackierung und der edel gesteppte Sattel - für eine 125er macht die Hyosung GV125 S Aquila schon einiges her! Da ist schließlich auch der Preis von 4000 Euro in Deutschland zumindest im Vergleich mit dem (nur noch gebraucht erhältlichen) Harley-Original ein absolutes Schnäppchen!

Horvaths Senf zum Test der Hyosung GV125 S Aquila:

Ein V2-Bobber in der A1-Klasse. Klingt so verrückt wie es tatsächlich ist, funktioniert dafür aber überraschend gut! Zugegeben: der V2-Motor kann als optisches Gimmick gesehen werden, denn von den beiden 62,5 Kubik großen Zylindern erhält man zumindest in dieser Hubraumklasse nicht das typische Feedback, das man von solch einer Motorbauart erwarten würde. Aber das ist egal, denn das Aggregat sieht großartig aus und passt perfekt zur coolen Optik der Hyosung. Doch nicht nur die Optik erfreut, auch die niedrige Sitzhöhe von 710 mm lädt alle, die sich zu klein zum Motorrad fahren fühlen, ein. Hier findet wirklich jeder und jede Platz! In der niedrigen Sitzposition spürt man Entspannung, die es während der Fahrt aber auch braucht. Hyosung hätte der Aquila ruhig mehr Saft einfüllen können! Im richtigen Mindset kauft man jedoch mit der GV125S einen ehrlichen und richtig coolen V2-Bobber der A1-Klasse!

Fazit: Hyosung GV 125 S Aquila

Wer auf den Look von großen Bobber-Maschinen mit mächtigem V2-Motor steht, findet mit der Hyosung GV125 S Aquila eine interessante 125er-Alternative. Die Optik ist richtig gelungen, die Proportionen stimmen und der Bonsai-V2 ist ein echter V2! Allerdings hebt sich das Triebwerk fahrtechnisch nicht spürbar von der üblichen Einzylinder-Konkurrenz ab. Das mag auch am vergleichsweise hohen Gewicht liegen. Dennoch ist die GV125 S Aquila ein sehr wendiger und dank der bequemen Sitzposition auch sehr einfach fahrbarer Bobber. Für Fahranfänger mit A1/B111/B196-Führerschein eine echte Empfehlung.


  • Herrliche Bobber-Optik
  • ein echter V2-Motor
  • sehr bequeme Sitzposition
  • niedrige Sattelhöhe
  • trotz höheren Gewichts sehr wendig
  • CBS-Bremse als Sicherheitsfeature
  • Motor eher unspektakulär
  • CBS gewöhnungsbedürftig

Bericht vom 16.05.2022 | 16.336 Aufrufe

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