Honda PS125i

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kot ist wieder rollig und holt den PS125i zu sich. Es werden mehrere Positionen ausprobiert...
 

Ja, ich stehe immer noch auf Roller (ab 125 ccm aufwärts, also die wilden Dinger) und nein, ich bin kein Stammkunde der Blue Oyster Bar. Diese Dinger machen einfach Spaß, egal, was man leistungsmäßig gewohnt ist. Und über die Sinnhaftigkeit und Überlegenheit eines Rollers im Stadtverkehr muß man sowieso kein Wort verlieren. Der große Unterschied zum Motorrad ist die Komplikationslosigkeit. (Dieses Wort gibt es wirklich. Es kommt nur auf den kompliziertesten Seiten vor.) 

Ein Beispiel: 

  • Ich fasse den Entschluss, mit dem Motorrad zu fahren und sitze schon 10 Minuten später auf demselben. 

  • Ich fasse den Entschluss, mit dem Roller zu fahren. Während ich den Gedanken ausformuliere bin ich bereits die Gasse runter gefahren.

 

Fahrtechnikkurs. Heute: Sitzpositionen

Ja gut, einen großen Teil des Unterschieds macht natürlich die Bekleidung aus. Ich weiß auch nicht, wieso ich es völlig in Ordnung finde, mit einem Roller (der immerhin 120 geht!) in kurzer Hose und T-Shirt zu fahren, auf der anderen Seite aber keinen Meter ohne Vollpanier mit einem Motorrad zurücklege. Vielleicht, weil das Rollieren dem Radfahren näher ist, als dem Motorradfahren. Du kannst praktisch überall damit durch- und hinfahren. Du springst auf und fährst sofort los. Du denkst keinen Augenblick darüber nach, wie was geht, weil Gas wie Bremse völlig unkompliziert funktionieren. Und sobald du wieder abspringst, klack, da weilt er auch schon wieder auf seinem Hauptständer.

Man sehe sich nur an, wie total locker und flockig Jamie Oliver mit seiner Vespa zu den teuersten Londoner Feinkostläden und Märkten "günstige Zutaten" einkaufen fährt. Zack-Zack-Zack geht das. In die Parklücke gequietscht, runtergejumpt, 50 Pfund auf die Budl geprackt, 4 kleine Steaks verstaut und weggedüst. So einfach kann das Leben sein.

Der PS125i hat 13,7 PS. Das läßt bei euch im Kopf sicher eine Frage entstehen, und ich kann sie beantworten mit: Ja, es gibt eine Beschleunigung. Sie lässt sich nur nicht erzwingen, sie passiert einfach. Allerdings ist sie auch wieder nicht zu unterschätzen. Man kann sich ruhig an einer bei Rotlicht wartenden Blechschlange vorbeischummeln und in die erste Startreihe stellen. Der damit auf Position Zwei verdrängte Autofahrer wird zwar denken "Na geh, wos wü denn der Trottel? Jetzt konn I den noch 10 Meter erst wieder überholn, weu nix weitergeht", erlebt dann bei Grün jedoch sein blaues Wunder Denn beim Roller stellst du den Gashebel einfach auf Max, drehst also voll um, und musst dann nur noch warten. Alles passiert von allein, weil automatisch. Nach 10 Metern steht der Autofahrer noch an der Ampel, nach 20 auch, jetzt kommt er langsam und träge in Bewegung, will aufholen, doch du bist schon weit über die 50 Meter Grenze hinaus. Wenn er schließlich und endlich in den 2. Gang schaltet, stehst du entweder bereits an der nächsten Ampel, oder hast uneinholbar abgezogen. Wieder einer, der um eine Erfahrung reicher geworden ist.

Nein, nein, in der Stadt kann man dem zweifarbigen Flitzer mit 1340 mm Radstand nichts vormachen. Da ist er mindestens so fit und flink wie Jan Ullrich nach 3 Sackerl Eigenblut. In der Stadt brauchbarer als jedes Kleinstauto. Unter dem Sitz kann man den Jethelm oder den Einkauf verstauen und mit dem Topcase, das es jetzt gratis dazu gibt, geht sich dann sowieso alles aus.

Variante 1: Shitting Bull

Variante 2: Texan Horseradish

 

Variante 3: Gay Jockey (auch Blue Oyster Cruiser)
Achtung: Sehr wenig Gewicht auf dem Vorderrad

 

Ausreichend Platz unter dem Sitz. Das Topcase gibt's im Sommer gratis dazu (bei PS125i und Pantheon125)

220 mm Scheibe, Doppelkolben. 
Verzögert den 135 Kilo Roller vehement.

Wie schon beim SH125i wirken die Fußrasten etwas unpassend.

 

Der PS fährt sich überaus komfortabel, scheint tatsächlich ein Fahrwerk zu haben (ein gutes noch dazu). Nicht nur in engen Gassen fühlt man sich wohl, auch bei einer Geschwindigkeit von 120 hat man noch großes Vertrauen unverletzt anzukommen. Das CBS Bremssystem (Verteilung der Bremskraft auf Vorder- und Hinterrad) funktioniert hervorragend und wird nicht nur B-Schein Besitzern unterstützend zur Hand gehen. Die Verarbeitungsqualität ist gewohnt hoch, das Design gefällig, mit fast keinen Ausrutschern (Stichwort Fußrasten).

Wie den SH125i finde ich den PS wirklich gelungen und empfehlenswert, ich kauf mir nur deswegen keinen, weil ich dann Nils mit seinem Honda Lead herbrennen würde (=Jobverlust).

 
Technische Daten PS125i
Motor 4-Takt, Einzylinder
Hubraum 124 ccm
Bohrung x Hub 52,4 mm x 57,8 mm
Leistung 10,1 kW (13,7 PS) / 9000 U/min.
Drehmoment 11,5 Nm bei 7000 U/Min
Kühlung Flüssigkeit
Gemischaufbereitung

Einspritzanlage

Getriebe/Antrieb V-Matic, Riemen
Gabel 33mm Telegabel
Federbein 2 Federbeine
Reifen vo.
110/90-13 56L
Reifen hi. 130/70-13 57L
Bremsen vo. 220mm Einscheibenbremse 
Bremsen hi. 130mm Trommelbremse
Radstand 1.340 mm
Sitzhöhe 800 mm
Trockengewicht 126 kg
Preis EUR 2.890.-
 

Interessante Links:

 

Bericht: kot
Fotos: kot, Honda

Fazit: Honda PS125i

Der PS fährt sich überaus komfortabel, das Fahrwerk überzeugt. Nicht nur in engen Gassen fühlt man sich wohl, auch bei einer Geschwindigkeit von 120 hat man noch großes Vertrauen.


  • Akzeptabler Beschleunigungsvorgang
  • geräumiger Stauraum
  • effizient in der Stadt
  • Komfort
  • positives Fahrwerk
  • CBS-Bremssystem.
  • Fußrasten wirken unpassend

Bericht vom 19.07.2006 | 64.088 Aufrufe

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