Norwegen Reisebericht - Ein Traum auf zwei Rädern

Norwegen Reisebericht - Ein Traum auf zwei Rädern

Kristiansand - Kristiansund - Kristiansand

Während sich auf den Stränden die Liegen aneinander reihen und man sich nur mit Ellbogeneinsatz einen Weg zum Wasser bahnen kann, suchen wir Motorradfahrer nach mehr. Weg vom Massentourismus, weg von überfüllten Stränden und ab ins Abenteuer! Auf der Suche nach kurvigen Straßen, schöner Landschaft und angenehmen Temperaturen ist Gregor im Auftrag von 1000PS nach Norwegen gefahren.

Motorradfahren und Abenteuer, das gehört einfach zusammen. Wir Motorradfahrer suchen nach dem Kick, nach spannenden Erfahrungen, nach dem Außergewöhnlichen. Einfach mal was neues erleben, schauen was geht. Genau das war auch mein Zugang. Kriterien an das Reiseziel: Nicht zu heiß, spektakuläre Landschaft, von Wien aus erreichbar per Motorrad und möglichst wenig Touristen. Vor allem ersteres und letzteres war im Juli nicht einfach. Ein paar schnelle Google-Suchen lieferten bald den Favoriten: Norwegen! Fotos von unglaublichen Landschaften in einer Tour. Auch zwei Freunde schlossen sich bei den Traumbildern gleich an. Doch die erste Herausforderung: Wie kommt man denn hin?

Ähnliche Motorräder wie die Honda CB500X

Anreise nach Norwegen

Mit einer Entfernung zwischen Wien und Norwegen von ca. 1600 km (Luftlinie) wäre eine Anfahrt auf Achse zwar möglich, aber doch eher etwas für eingefleischte Langstreckenfahrer. Die Kombination aus Flug und Leihmotorrad ist auch eine Option, hätte jedoch unser schmales Budget bei weitem gesprengt. Zum Glück gibt es eine Alternative. Von Wien fährt der Nachtzug der ÖBB, inklusive Motorradtransport, schon für rund 60€ bis Hamburg. Er startet um 21:00 in Wien und kommt um halb 10 in Hamburg an, man verliert also nicht einmal einen Urlaubstag. Von Hamburg aus sind es gute 500 km Autobahn bis an die Nordspitze Dänemarks. Von mehreren Orten gehen dort Fähren nach Norwegen, unsere Wahl war die Fähre von Hirtshals nach Kristiansand. Die Fahrt kostet, je nach Zeitpunkt der Buchung, um die 50-80€ und dauert normalerweise 2,5 Stunden. Die Betonung liegt hier auf NORMALERWEISE, denn bei unserer Überfahrt gab es ein schweres Unwetter, mehrere Meter hohe Wellen und lebhaften Gebrauch von Kotztüten. Auch ich zählte leider zu diesen "Süßwassermatrosen". Aber nach 4,5 stündiger Fahrt war die Ankunftsfreude doppelt groß. Endlich in Norwegen!

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Honda CB500X - Das ideale Gefährt für Norwegen

Als passenden fahrbaren Untersatz bekam ich für die Reise eine Honda CB500X zur Verfügung gestellt. Ausgestattet mit SW-Motech Gepäcksystemen und Metzeler Roadtec 01 Reifen muss sich die CB500X vor anderen, "großen" Reiseenduros nicht verstecken. Sicher, die Sportlichkeit einer KTM Super Adventure hat sie mit ihren 48 PS nicht. Und mit der technischen Ausgereiftheit einer BMW GS kann sie sich ohne Fahrmodi, Heizgriffe oder Traktionskontrolle auch nicht messen. War aber auch egal! In Norwegen gilt auf Landstraßen eine Geschwindigkeits-Begrenzung von max. 80 km/h. Außerdem ermöglichen die oft engen und sehr kurvigen Straßen nicht viel schnellere Geschwindigkeiten. Da sind 150 PS nicht zwingend notwendig. Auch riskieren möchte man bei Verkehrsstrafen ab 300€ eher nichts. Die 48 PS der CB500X passen aber perfekt. Die Leistung ist genau richtig um auf den schmalen Fjordstraßen Spaß zu haben, doch nicht genug um permanent seinen Führerschein zu riskieren. Und außerdem beweist die "kleine" auch, dass es kein 15.000€ Motorrad braucht um auf große Reise zu gehen! Doch dazu mehr in einem separaten Testbericht, und jetzt zurück zur Reise.

Top asphaltiert, kurvig und endlos - die Straßen Norwegens

Wer meint, dass die Foto-reife Landschaft erst weiter im Norden liegt, der irrt gewaltig. Kaum 10 Minuten nach Kristiansand kommen wir aus dem Staunen nicht raus. Zauberhafte Nadelwälder mit unzähligen Seen dazwischen, geformt vom schroffen Hügelland mit urzeitlichen Felswänden. Aber nicht nur landschaftlich werden wir ordentlich bedient, auch fahrerisch ist die Reise von Minute 1 an ein Spaß. Selbst kleinste Straßen, ohne Verkehr und kaum Ortschaften auf der Strecke, sind asphaltiert und in überraschend gutem Zustand. Von Schlaglochpisten, wie man sie andernorts kennt, keine Spur. Doch während wir die Fahrerei in Richtung Nordwesten genießen, kommen wir nicht umhin, unseren auffällig geringen Fortschritt zu bemerken. Vom Hafen bis zu unserem ersten Ziel, dem berühmten Felsplateau Preikestolen, war unsere geplante Route knapp 300 km lang. Sonst keine großartige Tagesdistanz, doch in Norwegen gelten andere Verhältnisse. Autobahnen und Schnellstraßen wie bei uns gibt es nur im Umkreis der größten Städte, und selbst dort nur für wenige Kilometer. Überall sonst passt sich die Straße dem rauen Verlauf der Landschaft an und selbst Hauptverbindungsstrecken wuseln sich in endlosen und engen Kurven an Felswänden entlang. Zusätzlich zu den strammen Geschwindigkeitsbegrenzungen und Fotostopps braucht man für 300 km schon mal 6-7 Stunden. Distanzen sollten also nicht unterschätzt werden. Das spüren wir auch an unserem ersten Tag, als die vermeintlich gemütliche Tagesetappe, sogar trotz späterer Nachkorrektur, bis Mitternacht dauert.

Ersatzteile und Reparaturen in Norwegen

Auf dem Weg zu Preikestolen vollbringe ich auch ein Kunststück. Beim Umdrehen lege ich die Honda CB500X hin, natürlich nicht aufgrund eines Mangels an Konzentration, sondern rein aus Pflichtbewusstsein gegenüber 1000PS. Schließlich muss ja auch getestet werden, wie es in Norwegen mit Ersatzteilen und Reparaturen steht. Mein Umfaller reißt mir die linke Fußraste ab. Nach mehreren Telefonaten quer durch Norwegen finde ich endlich einen Honda Händler, der die Fußraste auf Lager hat. Entfernung: 500km. So geschieht es, dass ich die darauffolgenden Tage ohne Fußraste über Berge und durch Fjorde flitze. Sehr professionell! Fazit zu diesem Test: Es gibt ausreichend Händler, auch in abgelegenen Gebieten, allerdings haben nur Händler in der Nähe der größten Städte umfangreiche Lager mit Ersatzteilen.

Unterkünfte, Camping und das Jedermannsrecht

In der Nähe von Preikestolen nehmen wir uns unsere erste Hütte, mit wunderschönem Blick auf das Lysefjord. Generell gibt es in Norwegen sehr viele Gelegenheiten um in Hütten zu übernachten. Sie kosten, je nach Ausstattung und Lage, 60-100€ und selbst inmitten der Saison finden sich relativ problemlos noch freie Hütten. Seiten wie Booking.com oder AirBnB helfen dabei natürlich. Für Naturliebhaber oder Sparfüchse gibt es natürlich auch die Möglichkeit zu campen. Dazu kann man Campingplätze nutzen oder vom Jedermannsrecht Gebrauch machen. Campingplätze liegen meist in toller Lage und haben Annehmlichkeiten wie Shops und Sanitäranlagen zu bieten, doch sie kosten auch meist um die 20€ pro Zelt. Das Jedermannsrecht erlaubt es jedem auf ungenütztem Privatgrund, mit einem Mindestabstand von 150 m zum nächsten Haus, zu campieren. Allerdings ist dieses Recht im Falle des motorisierten Urlaubers ein gewisser rechtlicher Graubereich. Im Endeffekt ist es so wie überall auch: Wenn man sich anständig benimmt, keinen Schaden oder Dreck hinterlässt und sich an den gesunden Menschenverstand hält, dann gibt es auch keine Einwände. Auch wir haben im Laufen der Reise öfter gecampt. Wichtig mitzubringen: Mückenspray, dicker Schlafsack und bei Bedarf eine Schlafbrille!

Sonnenstand und Verkehrsaufkommen in Norwegen

Schlafbrille? Wen Helligkeit beim Schlafen stört, sollte sich etwas in die Richtung mitnehmen. Die Sonne geht im Sommer erst sehr spät, im Norden erst weit nach Mitternacht unter und geht vor 4 schon wieder auf. Dies kann störend für den Schlafrhythmus sein, ist aber sehr leiwand beim Motorradfahren. Obwohl das Verkehrsaufkommen auch im Sommer moderat ist, kann es auf den bekanntesten und schönsten Strecken schon mal von Touristen-Vans und Wohnmobilen wuseln. Da kommt der späte Sonnenuntergang gerade richtig. Statt zu Mittag im dichten Verkehrstreiben dahinzugondeln, kann man auch um 23 Uhr bei Sonnenschein und leerer Straße die schönsten Fjordstraßen und Serpentinen genießen.

Nach unserer Wanderung zum Preikestolen, welche ich jedem empfehlen würde, denn oben wartet eine atemberaubende Aussicht, fahren auch wir die ausgeschilderte Touristenstraße Nr. 13 in Richtung Bergen. Die Straße ist ein Traum, führt vom tiefblauen Fjord durch zahlreiche kurze Tunnel über die Berge und wieder hinunter zum Fjord. Immer wieder fallen Wasserfälle senkrecht neben, oder sogar auf die Straße. Entlang dieser bezaubernden Szenerie fahren wir am Hardangerfjord vorbei in Richtung der ersten größeren Stadt unserer Tour: Bergen!

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Bergen und das norwegische Wetter!

Kälte und Nässe sind beim Motorradfahren eher unerwünscht. Manche würden sagen, dass deswegen Norwegen nicht das ideale Ziel ist. Doch während unserer zweiwöchigen Reise waren die Tage vor und nach Bergen die so ziemlich einzigen Regentage. Dafür dort aber richtig! Nach unserer Ankunft in der wunderschönen Hansestadt Bergen, mit ihren windschiefen Holzhäusern, engen Gassen und einer interessanten Geschichte, wollen wir eigentlich uns die Zeit nehmen und die Stadt erkunden. Doch bei 13°C und dauerhaftem Regen vergeht uns die Lust recht schnell und wir verkrümmeln uns zurück ins trockenere Landesinnere. So ein Hundswetter ist an der Westküste keine Seltenheit. Bergen ist mit 248 Regentagen im Jahr die regenreichste Großstadt Europas. Von Bergen folgen wir der E39 nach Norden zu einer der schönsten Straßen Norwegens: dem Gaularfjellet.

Serpentinen und Fähren auf dem Weg in die norwegischen Berge

Von jetzt an wird es immer besser. Der Regen weicht wechselhaftem aber trockenem Wetter, Verkehr ist auch keiner in Sicht und die Gaularfjellet-Straße führt in Richtung Landesinnere durch beeindruckende Landschaft. Das Highlight: der Utsikten Aussichtspunkt und die danach folgenden Serpentinen hinunter zum Fjord. Hier bekommt man den ersten Vorgeschmack auf die Gebirgsmassive der Nationalparks. Doch zuerst muss eine Fähre genommen werden. Fähren kann man in Norwegen generell kaum ausweichen. Vor allem in der Küstenregion führen viele Verbindungen über Fähren. Die Überfahrt mit ihnen verläuft problemlos und unkompliziert. Wie andernorts Busse, geht alle paar Minuten eine Fähre, bezahlt wird davor oder an Bord bei durchgehenden Mitarbeitern und die Kosten liegen bei Motorrädern bei 5-9€.

Wenige Kilometer nach der Fähre beginnt die Touristenstraße 55 mit der Bezeichnung Sognefjellet. Diese führt hinauf in die Berge und zwischen den Nationalparks Breheimen, Reinheimen und Jotunheimen hindurch. Letzterer ist in alter nordischer Mythologie die Heimat der Riesen. Wenn man dann selbst daran vorbei fährt, wird einem auch schlagartig klar, warum!

Jotunheim, die Heimat der Riesen, und Geiranger, das Juwel Norwegens

In diesem Teil Norwegens geht es Schlag auf Schlag! Über den Sognefjellet und dann auf der 15er Straße von Lom nach Nordwesten jagt ein atemberaubendes Panorama das nächste, reiht sich ein urgewaltiges Felsmassiv an das vorherige und Gletscher, Schneewehen und Schmelzwasserseen zieren den Straßenrand. Auch die Straße selbst muss sich nicht verstecken. Gut asphaltiert und sehr kurvig. So muss sie sich vor den besten Alpenpässen nicht verstecken. 190 km sind es ca. vom Beginn der Sognefjellet Straße bis zum Ende des Gebirgsplateus der Nationalparks. 190 km brachiale Naturgewalten und Kurvenspaß, vereint zur ultimativen Straße. Einzig der restliche Verkehr kann zeitweise recht dicht werden. Doch das Juwel Norwegens wartet auf uns beim Abstieg von den Bergen. Der Geirangerfjord, Norwegens bekanntester Fjord, lässt einen beim ersten Blick nach Luft schnappen. Der Namensgebende Fjord-Ort ist zwar komplett von Touristen überrannt, doch die Szenerie von oben ist unbeschreiblich schön. Will man die Serpentinen hinunter zum malerischen Dorf wirklich genießen, sollte man nicht in der Hauptsaison kommen. Auf den Straßen herrscht so ein Gewusel und Durcheinander durch Reisebusse, Touristen zu Fuß und kleine Elektroautos, dass man sich eher in einer südostasiatischen Metropole wähnt, und selbst mit dem Motorrad kaum vorankommt. Später erfahren wir, dass in Geiranger auf 250 Einwohner um die 800.000 Touristen jährlich kommen.

Trollstigen und Alesund

Vom Geirangerfjord geht es über die Touristenstraße 63 nordwärts in Richtung Alesund. Krönendes Highlight dieser Strecke sind die Trollstigen. In langen Serpentinen mit scharfen Spitzkehren winden sich diese "Stufen der Trolle" talwärts, während von allen Seiten beeindruckende Wasserfälle von den steilen Felswänden rauschen. Die Trollstigen markieren auch das Ende des Berglandes. Über die E136 sind die letzten Kilometer bis Alesund schnell bezwungen. Die 1907 fast vollständig abgebrannte Insel-Stadt wurde im damals modernen Jugendstil wiederaufgebaut und wird deshalb auch "Stadt des Jugendstils" genannt. Umgeben vom Meer, mit bunten Häusern mit spitzen Giebeln und kleinen Türmchen ist Alesund sehr schön anzuschauen. Bei einem motorisierten Besuch sollte man allerdings auf die lokalen Vorschriften achten. Z.B. muss beim Parken ein Mindestabstand von 5 Metern zu Fußgängerübergängen gehalten werden, sonst wird man gleich einmal mit 50€ zur Kasse gebeten.

Die Atlantikstraße und Kristiansund

Lediglich gut 150 km trennen Alesund von Kristiansund, dem nördlichsten Punkt unserer Reise. Auf diesen 150 km liegen aber Fähren, Unterwassertunnel und die berühmte Atlantikstraße. Vor allem letztere ist erwähnenswert. Die 1989 fertiggestellte und zu Norwegens Bauwerk des Jahrhunderts gekürte Straße "hüpft" inmitten vom Meer von einer kleinen Insel zur nächsten. Fahrerisch stören strenge Speed-Limits und viele Touristen ein wenig. Landschaftlich ist die Strecke schon interessant, mit nur 8 km Länge ist sie aber schnell wieder vorbei. Für besonders abenteuerlustige Seelen empfiehlt sich dieses Stück wenn die Herbstwinde das Meer aufpeitschen, sich Meter-hohe Wellen gegen die Seiten der Atlantikstraße werfen und die Gischt auf die Straße sprüht. Kristiansund selbst ist eine malerische Hafen- und Inselstadt, dessen bunte Häuser sich auf vier Inseln verteilen. Ein Fischgericht im Hafen, den Blick hinaus gen Europäisches Nordmeer gerichtet, markiert den Umkehrpunkt unserer Reise.

Norwegens Tunnel, Tiere und Tankstellen

Die unvergleichbare Szenerie des Berglandes der Nationalparks kann man mehr als nur einmal bewundern. Deshalb nehmen wir den gleichen Weg noch einmal zurück nach Süden. Wir erklimmen die Trollstigen, drängen uns durch Geiranger, durchqueren die Berge von Reinheimen und Jotunheimen an Lom vorbei in Richtung Sogndal. Von dort aus geht über die 50er Straße weiter. Doch davor liegt der Laerdalstunnelen, mit 24,5 km Länge der längste Straßentunnel der Welt, vor uns. Norwegen wimmelt von Tunneln. Lang und kurz, schmal und breit, gerade und gebogen, asphaltiert und unbefestigt, beleuchtet und unbeleuchtet - auf jeder Strecke durchfährt man sie zwangsweise. Doch vor allem auf den kleinen Touristenstraßen sind sie innen recht finster, weshalb von einem vollgetönten Visier abzuraten ist. Die sehen zwar gut aus, sind aber einen Zusammenstoß mit einem Schaf, welche sich teils auch in Tunneln rumtreiben, nicht wert. Doch zurück zum Laerdalstunnelen: Da 25 km stures Geradeaus-Fahren in Halbfinsternis nicht gerade verlockend klingen, entschließen wir uns für die Straße über den Berg, statt durch den Berg. Die abenteuerliche Straße über das Auerlandsfjellet ist zwar asphaltiert, aber extrem eng und sehr wellig. Zuerst fährt man durch lichten Wald, oben erinnert die karge Landschaft dann an das Gebirgsplateau von Breheimen und Reinheimen und bietet traumhafte Aussicht aufs Umland. Hinunter ins Tal gibt es wieder herrlich enge Serpentinen.

Nach dem wilden Ritt brauchen wir dringend eine Pause und die Stahlrösser hecheln nach Treibstoff. Zum Glück ist das Tankstellennetzwerk in Norwegen ausgezeichnet ausgebaut. Selbst in abgelegenen Gebieten findet man Zapfsäulen, häufig automatisiert mit Bezahlung per Karte. Generell braucht man in Norwegen kein Bargeld, überall kann mit Bankomat- oder Kreditkarte bezahlt werden. Meine anfangs abgehobenen 500 Kronen bleiben bis zum Schluss unangetastet.

Oslo und Norwegens astronomisches Preisniveau

Über die 7er Straße durchqueren wir die Buskerud-Provinz um noch einen Tag in Oslo zu verbringen. Zwar ist Parken in der Innenstadt kostenpflichtig, doch im Angesicht der restlichen Kosten sind diese paar Euro nur ein Tropfen am heißen Stein. Norwegen bildet gemeinsam mit der Schweiz und Island die Top 3 der teuersten Länder Europas, vor allem was Konsumgüter angeht. Mahlzeiten kosten von knapp 20-30€, außergewöhnliche Speißen beginnen erst bei ca. 35€. Das Bier kostet 12€, was der österreichischen Seele schon sehr wehtut. Auch der Sprit ist mit 1,60-1,70€/l (Stand Sommer 2019) über unserem Niveau. Alles zusammen reißt ein ordentliches Loch ins Portemonnaie, besonders in Oslo wo es so viel zu essen, trinken und kaufen gibt. Die Stadt bietet für alle Geschmäcker was, allerdings kann sie an Außergewöhnlichkeit nicht mit der Landschaft Norwegens mithalten und ist in vielerlei Hinsicht anderen Großstädten Europas ähnlich.

Die Rückreise nach Kristiansand ist fahrerisch auch noch einmal ein Schmankerl. Statt die E18 entlang der Küste zu nehmen, fahren wir über kleine Straßen in die Telemark hinein und genießen dort das Kurvengewirr ohne jeglichen Verkehr. Schlussendlich münden wir auf die 41er, welche direkt bis nach Kristiansand führt.

Fazit der Norwegenreise

Zusammenfassend kann gesagt werden: Norwegen ist ein irrsinnig schönes Land, welches vor allem landschaftlich schwer begeistert und unzählige Sehenswürdigkeiten bietet. Schon in dem von uns besuchten Teil hätte es noch eine Unmenge an Orten gegeben, die wir gerne besucht hätten. Und dann gibt es noch Highlights im Norden wie die Lofoten, die an sich schon einen Besuch wert sind. Eine Norwegenreise zahlt sich für Motorradfahrer mit einer Liebe für Panoramen, Wasser- und Felslandschaften und ohne Scheu vor feuchtem Wetter aus. Speedfreaks kommen weniger auf ihre Kosten, Naturliebhaber werden dafür nicht genug bekommen. Aber noch ist nicht aller Tage, ich komme auch wieder, keine Frage. Dann aber mit einem etwas Gelände-gängigeren Gefährt, um auch die wilde Seite Norwegens zu erkunden.

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Bericht vom 08.08.2019 | 4.209 Aufrufe

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