Hinterreiter siegt im Boxer-Cup

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Bei perfekten Rennbedingungen traten die 30 BoxerCup Piloten auf dem traditionsreichen TT Circuit von Assen vor 90.000 jubelnden Fans erneut den Beweis an, dass bei diesem Cup einfach alles möglich ist: Von Beginn an immer ganz vorne mit dabei, übernahm Thomas Hinterreiter (BMW Motorrad Austria-Team Hinterreiter) in der fünften Runde allein die Führung, die er sich bis zur Ziellinie nicht mehr nehmen ließ. Bis auf 3 Sekunden baute er seinen Vorsprung auf den anstürmenden Verfolger-Block gebildet von Panichi (99), Legrelle (45), Barth (6), Parriott (46) und Mertens (21) aus, der sich für die taktische Schlussrunde permanent neu sortierte.


Unangefochten fuhr der überglückliche Hinterreiter nach LeMans nun schon zum zweiten mal in dieser Saison die vollen 25 Punkte nach Hause - während hinter ihm der Kampf um die Podiumsplätze in vollem Gange war. Mit glücklicherer Gashand agierte dabei Markus Barth vom Team BMW Niederlassungen Boxer Racing, der auf der Zielgeraden Sébastien Legrelle (BMW Motorrad Belgium/Herpigny Motors) um wenige Zentimeter hinter sich lassen konnte.

Als Belohnung für ihr atemberaubendes Powerplay traten die drei zur Champagnerdusche an und erhielten ihre Pokale aus der Hand von Peter Müller, Leiter Vertrieb BMW Motorrad. Zur Saisonhalbzeit baut damit Hinterreiter (86 Punkte) seine Führung in der Gesamtwertung auf komfortable 20 Punkte aus, vor Barth (66 Pkt.) sowie Parriott (65 Pkt.) und Panichi (53 Pkt.). "Es bleibt weiter spannend," kommentiert der rennsportbegeisterte Peter Müller nach dem Rennen. "Hinterreiter hat wieder einmal seine Klasse bewiesen und allen gezeigt, dass er nicht nur im Qualifying die schnellste Linie findet. Beeindruckend ist der Kampfgeist von Markus Barth, der verletzungsbedingt gehandikapt ins Rennen gestartet war, und sich trotzdem im starken Verfolgerfeld durchsetzte."

Welkom bij de 74ste Dutch TT Assen - dem legendären Motorrad-Rennwochenende mit starker Tradition: Bis zum Jahr 1925 reicht die Geschichte der Dutch TT zurück. Seit 1949 werden Motorrad-Weltmeisterschaftsläufe ausgetragen und der TT Circuit Assen ist die einzige Rennstrecke, die seit 1949 alljährlich Veranstaltungsort war. An diesem Samstag verfolgen wieder um die 90.000 Rennsportbegeisterte an der 1984 modernisierten Strecke die Läufe zum MotoGP, 125cc sowie 250cc GP - und natürlich das 4. Rennen des BMW Motorrad BoxerCup 2004!

 

 

Unvergessen ist die BoxerCup-Regenschlacht der vergangenen Saison. In der siebten Runde verlangte einsetzender Regen nach einem Rennabbruch, da die Rennmaschinen nach dem Start im Trocknen auf Regenreifen umgerüstet werden mussten. Auch beim Qualifying für dieses Jahr hatten die Piloten mit unberechenbarem Wetter zu kämpfen.

Am besten kam beim ersten Qualifying das italienische Dream Car Team um Fahrer Roberto "Panick" Panichi (99) mit den Bedingungen zurecht. Lohn der Anstrengung: Mit der glänzenden Zeit von 2:18,458 für die 6,027 Kilometer sicherte sich Panichi die Pole. Aufgrund sich ankündigenden Regens im zweiten Qualifying riskierten die Fahrer nichts mehr. Neben Panichi lauern in der ersten Reihe mit Hinterreiter (7), Parriott (46) und Legrelle (45) bekannte Gesichter. Im Nacken warten 26 hungrige Konkurrenten auf ihre Chance.

Der Reifen ist rund und das Rennen hat 72 Kilometer: Hand am Gas. Ampel auf grün. Start! Legrelle kommt glänzend weg, muss sich jedoch bereits beim Anbremsen auf die Haarbocht-Rechtskurve wieder vom heranstürmenden Panichi einfangen lassen. Nach den ersten 6 Kilometern kreuzt Profi-Tester Markus Barth "Simpson" als erster die Linie, dicht gefolgt vom Power-Quintett mit Hinterreiter (AUT), Legrelle (BEL), Panichi (ITA), Mertens (BEL) und Parriott (USA). Hervorragend schlägt sich Ex-GP-Pilot und RTL Moderator Jürgen Fuchs (88) auf Platz 7, der sich ebenfalls vom Feld absetzen kann.

Jeroen Oudeman (14) vom BMW Motorrad Team Bakker Nederland besitzt intime Streckenkenntnis: "Im nördlichen Teil nach der S-Bocht sind die Kurven überhöht, was sie recht schnell macht. Im südlichen Teil bietet der erneuerte Asphalt hervorragenden Grip. Überholmöglichkeiten bieten sich natürlich auf den 2 langen Vollgas-Geraden, am besten überrascht man den Gegner allerdings durch extrem spätes Anbremsen der Strubben-Kehre oder der Geert Timmer Bocht eingangs der Zielgeraden", verrät Oudeman.

 

 

Im Pulk geht es die Zielgerade hinunter, Hinterreiter hat sich zur Mitte des Rennens einen kleinen Vorsprung erfahren - in seinem Sog fightet die Verfolgergruppe, angeführt von Panichi auf breiter Front. Vor dem Nadelöhr der Schikane schiebt sich Legrelle vor auf Platz zwei. In der sechsten Runde bereits leicht abgeschlagen, fährt Bath nun seine besten Runden und schließt wieder zur Spitze auf. Auch Mertens greift noch mal in den Kampf um die Podiumsplätze ein, als er einen unglaublichen Zwischenspurt einlegt und sich an Parriott und Panichi vorbeischiebt. Zum hinteren Teil des Feldes klafft bereits eine Lücke von 8 Sekunden. Auf den letzten Runden fährt Barth erneut persönliche Bestzeit. Mertens gehen die Runden aus. "Ein paar Runden mehr und ich hätte noch eine Chance auf einen der vorderen Plätze gehabt", lautet später sein Kommentar.

So aber ändert sich nichts mehr am Zieleinlauf: Von Hinterreiters furioser Performance geschlagen sichert sich Barth den zweiten Platz vor Legrelle, Mertens und Parriott.

Dutch/Bavarian-Conection: Die Grandstands an der Gegengeraden waren fest in weiß-blauer Hand: Das Kontingent von 2.500 Tickets, das die niederländischen BMW-Händler ihren Automobil- und Motorradkunden anboten, war innerhalb von 2 Wochen ausverkauft. Begeistert von den engen Zweikämpfen feuerten sie nicht nur ihre niederländischen Fahrer an. Für manche war das der erste faszinierende Kontakt mit dem Motorradrennsport, andere waren bereits zum dritten mal beim BoxerCup, der schon jetzt zum festen Bestandteil der Dutch TT geworden ist.

Saisonhalbzeit nach 4 Läufen. Am 17. Juli findet der Highspeed-Thriller seine Fortsetzung auf dem Sachsenring in der Nähe von Chemnitz. Einmalige Chance für die deutschen Fans, ihren Favoriten live anzufeuern. Mit Sicherheit wird der deutsche Lauf im Rahmen des MotoGP-Wochenendes auch dieses Jahr wieder ein unvergessliches Erlebnis!

 

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Bericht vom 28.06.2004 | 3.757 Aufrufe

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