Wilde Jungs in MOST

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Beim RTS Weekend in Most gaben die Piloten Feuer und hatten die Hosen gestrichen voll. Die schnelle Strecke ist nix für Sonntagsfahrer. Nirgendwo anders hat man die Sieger mehr zu huldigen als in Most.
An diesem Wochenende wurden die Rennen der Klassen Streetfighter, Supersport, Superbiker und Superstock sowie der Kawa Cup und der 2. Lauf der Langstrecken ÖM ausgetragen. Mittlerweile hat sich in den Fahrerkreisen herumgesprochen das Most eine echt geile Rennstrecke ist und das Fahrerlager war entsprechend gefüllt. 
RTS-Fahrerlager in Most
   
Die Anreiseroute mit meinem Teampartner in der Langstrecke Franz Fuhl war diesmal ausnahmsweise bestens vorbereitet. Wären da nicht die 2 Strassensperrungen gewesen, dann hätte es wirklich planmäßig gepasst. So kamen wir nach 6,5 Stunden in unserer Absteige in Most an. An dieser Stelle möchte ich Freunden von grindiger Küche, ranzigem Teppich und abgefuckten Zimmern das Motel ASAS in Most empfehlen.
Mein Teampartner in der Langstrecke: Franz Fuhl
   
Die Stimmung bei der Vorbereitung des Langstreckenrennens war dann jedoch wesentlich besser. Um die Motivation und den Ehrgeiz hoch zu halten, haben wir auf alle Fälle eine dicke Lippe riskiert und einen fulminanten Triumph über unser Gegner-Team Nummer 1 Herbert Obermair und Mike Steiner vorhergesagt. Eine Niederlage war bei dem Spott den wir im Vorfeld verbreiteten somit einfach nicht drinnen.
   
Der Start des Teams 1000PS-Fuhl war wie immer bestens organisiert. Ich stell mich mit meiner ZX6-RR an den Start und kurz vor Beginn der Aufwärmrunde fällt mir auf, dass der Transponder am Eisen vom Fuhl Franzl montiert ist. Pech für Kawa Cup Chef Tibor Nehr der gerade in Rufweite an der Boxengasse steht. Er legt einen Sprint hin und holt den Transponder von Franzls Eisen. Unnötig zu erwähnen dass er bei der Ankunft feststellen musste dass kein Transponder-Splint vorhanden war. Ein zweiter Sandalenritt war somit nötig. Vielen Dank für den tollen Einsatz.
Nicht der Ghost-Rider sondern Tibor Nehr auf der Kawasaki Z 1000
   
Nach dem Start wurde ich durchgereicht wie nie zuvor. Nicht das ich dies nicht gewohnt bin, aber ich kam einfach nicht anständig in Schwung. Um den Schaden in Grenzen zu halten fuhr ich bereits nach 20 Minuten in die Box um den letzten Platz an den Franzl zu übergeben. Er hat meine Schmach wieder ausgebügelt und eine tadellose Stunde hingelegt.
   
Sehr gut für uns lief es bei den Gegnern Obermair / Steiner. Mike Steiner kommt zum Fahrerwechsel in die Box und findet gähnende Leere vor. Herbert Obermair ist unauffindbar. Mike fährt wieder los und probiert 3 Runden später sein Glück noch einmal. Diesmal hat er etwas mehr Glück. Der Herbert Obermair ist schon da muss sich aber noch frisieren, anziehen und kann seine Handschuhe nicht finden. Ich stand in der Zwischenzeit an der Boxenmauer und hab die Runden vom Fuhl Franzl gezählt. Herrlich.
Flotter Boxenstopp bei unseren Gegnern. Der Herbert Obermair legt gemütlich sein Gewand an. Vorher musste er natürlich noch seine Frisur ordentlich herrichten.
   

Stand nach einer halben Stunde beim 2. Rennen der ÖM Langstrecke:

  1. Mühringer / Hechfellner - Team Bayernexpress
  2. Sendlhofer / Schaffernak - Team Gruber Fuhl
  3. Unger / Savonith - Team MPU 1
  4. Ragginger / Titan - Team RT-Racing
  5. Jetschko / Ulbing - Team Bridgestone

 

Nach einer halben Stunde war an der Spitze noch alles offen. Die ersten 13 Teams lagen noch in der gleichen Runde und die Teamstrategien waren ähnlich geheim wie das Coca-Cola Rezept. Die längsten Turns fahren fast immer Andi Savonith und Sepp Unger auf ihren R7.
Fahrerwechsel beim MPU Team. Andi Savonith - Josef Unger
   
Halbzeit Stand beim 3h Rennen in Most:
  1. Sendlhofer / Schaffernak - Team Gruber Fuhl
  2. Unger / Savonith - Team MPU 1
  3. Jetschko / Ulbing - Team Bridgestone
  4. Ragginger / Titan - Team RT-Racing
  5. Auer / Schmid - MSC Zeillern
   
Während die Gasgriff-Henker ihre Runden in Most zogen, lehnte ich an der Boxenmauer und betrachtete die Einfahrt zum teuflischen Nadelöhr. Alle Piloten welche noch nie in Most waren werfen bitte schnell einen Blick auf die Track Map. Man beachte die kleine aber feine Schikane nach der Start Ziel Geraden die dann in eine lange High-Speed links übergeht. Die Sache läuft dann live in etwa so ab: Der Racer kommt auf seinem Geschoss die Zielgerade daher die sich durch mächtige Bodenwellen auszeichnet welche dann und wann schon mal das Vorderrad abheben lassen. Dann visiert er oder sie den ca. 20-30cm breiten Streifen in der Schikane an,  durch den man gerade durchfahren kann. Auf der Uhr stehen bei den schnellen Piloten hier übrigens 270. Nun kommt der absolut geilste Moment für den Piloten und der härteste für die Zuseher. Sofort nach der schmalen Durchfahrt wird die Maschine in die Links-Kurve gewuchtet und der Pilot wird bedenklich weit nach außen zu den überaus deftigen Curbs getragen. Der Gasgriff wird wieder auf Anschlag gestellt und hier auf der langen Links kann man viel Zeit gewinnen oder auch verlieren.
Die Rennstrecke in Most! Die irren Typen im RTS-Fahrerlager finden sie einfach nur geil.
 

In Most sollte man lieber ohne Rücklicht unterwegs sein. Das verräterische Bremslicht vor der Einfahrt in die Schikane trennt die Spreu vom Weizen. Gasgriff-Henker schalten nur einen Gang zurück und drehen sofort wieder auf. Angeblich soll es sogar Piloten geben welche die gesamte Passage im Anschlag nehmen. Persönlich gesehen habe ich allerdings noch keinen...
   
Die Bikecity Teams haben sich gegenseitig ausradiert. Team Bikecity 2 befördert Team Bikecity 3 ins Kiesbett. Somit ist beiden Teams das untere Ende der Ergebnisliste gesichert. In den jungen Burschen lodert das Racing Fieber eben lichterloh und in jeder Kurve wird gefightet ohne Ende. ABER! Was haben wir alle in der Fahrerbesprechung gelernt? Zum Ersten ist es erlaubt NastyNils in der Safety-Car Phase zu überholen (Ausnahmeregelung welche hier nix zur Sache tut) und zum Zweiten wird ein Langstreckenrennen niemals in nur einer Kurve entschieden.
   
Bei meinem 2. Turn war ich motiviert wie nie zuvor. Die Verpflegung in der fahrenden Gruber Ranch war derartig perfekt dass ich einigermaßen schnell unterwegs war. Plötzlich überholt mich der Andi Fischer der gemeinsam mit Jürgen Rampula an den Start geht. Ich heftete mich an seinen Hinterreifen und konnte das Tempo tatsächlich halten. 10 oder 15 Runden bin ich dem Andi Fischer nachgefahren und hab gegrübelt wie ich jetzt nur überholen sollte. Meine Erfahrungen im Bereich Überholmanöver sind ja eher sehr beschränkt da ich noch nicht oft in den Genuss kam jemanden zu verbrennen.
Der Jürgen Rampula kann es kaum glauben. NastyNils steht vor ihm am Ergebniszettel
   
Ich musste also eine ideale Gelegenheit abwarten und vollstreckte als ein Überrunder beim Fischer Andi vorbeifährt. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten und eine halbe Runde später fuhr er mit Bikergruß wieder an mir vorbei und rauschte in die Boxengasse ab. Ich konnte an sagenhafter 20. Position an den Fuhl Franzl übergeben. Er konnte es kaum glauben und legte einen 60 Minuten Monster Turn hin der am Ende für einen ehrenwerten 16. Platz reichte. Durch perfekte Boxenstrategie schafften es unsere Gegner Obermair/Steiner nur 10 Runden hinter uns zu bleiben. Gratulation an die tüchtigen Gegner. Wir freuen uns schon aufs nächste Duell in Brünn.
Franzl Fuhl ist hinüber. Der alte Herr aus Neudörfl ist nach dem Langstreckenrennen fix und fertig.
   
Die Burschen an der Spitze wurden von einem kurzen Regenschauer ein wenig durcheinander gebracht. In der Boxengasse wurden Regenreifen aufgezogen, die Fahrer kamen rein und wurden auf Slicks wieder rausgeschickt weil es plötzlich wieder aufgehört hat zu regnen. So wurde den Mechanikern zumindest nicht langweilig.
   
CBR 1000 RR Pilot Mundl Jetschko vom Team Bridgestone grinst. Teamkollege Ulbing Sepp dreht draußen schnelle 1:37er Runden und ein Platz auf dem Podest scheint gesichert zu sein. Die Beiden setzen beim Langstrecken Rennen auf Bridgestone BT 002 Profilreifen und fahren beide das gesamte Rennen mit einem Satz Reifen durch. Somit hat die Boxencrew mehr Zeit zum Schmähführen was ja auch nicht unwichtig ist.
   
Die Boxencrew vom MSC-Zeillern ist zufrieden mir ihren Piloten Robert Auer und Hermann Schmid. Diesmal geht sich der 5. Platz aus. Die Salzburger GSXR Truppe Bert Titan und Felix Ragginger sind eine Runde mehr gefahren und kamen auf Platz 4 und die Höllenthaler Streetfighter Heinz Diener und Daniel Männer fuhren 2 Runden weniger und kamen auf Platz 6.
   
Nach 3 Stunden und 108 harten Runden am teuflisch schnellen Kurs von Most haben Sendlhofer Günter und Schaffernak Christian auf ihren ZX-10 R vom Racingteam-Gruber Fuhl die Nase vorne. Die beiden leisteten sich keine Schnitzer und fuhren konstant schnelle Rundenzeiten. Unger Josef und Andi Savonith fuhren zwar ähnlich konstant und auch ohne Fehler aber eben um einen kleinen Tick langsamer. Am Ende trennten die beiden Teams 1 Minute. Auf Rang 3 kamen Mundl Jetschko (Honda CBR 1000 RR) und Sepp Ulbing (Kawa ZX 10 R) mit 1:40 Rückstand auf Rang 2. In der Gesamtwertung haben alle 3 Teams noch alle Chancen. Beim nächsten RTS-Event von 2.-4. Juli wird das nächste Langstreckenrennen ausgetragen.
Thomas Grill gratuliert der RTS-Kollegin Gerti Mühringer zum 12. Platz im Langstreckenrennen. Gemeinsam mit ihrem Teamkollegen Hechfellner Jürgen hat sie 3 Stunden lang Feuer gegeben.
   
Ergebnis 1. Rennen ÖM Langstrecke
Pos. Racer Team Motorrad Reifen
1. Sendlhofer Günter, Schaffernak Christian Racingteam Gruber / Fuhl Beide Kawasaki ZX 10 R Dunlop
2. Unger Josef, Savonith Andi MPU 1 Beide Yamaha R7 Dunlop
3. Jetschko Raimund, Ulbing Josef Bridgestone Austria Honda CBR 1000 RR / Kawasaki ZX 10 R Bridgestone

In diesem Moment spielen sich die wohl größten Dramen im Leben eines Rennfahrers ab: (von links nach rechts)
Seppi Unger lächelt zufrieden. Seine Waffe ist geladen und entsichert. Seine Zeit ist gekommen. Er wird nun gnadenlos zuschlagen.
Andi Savonith ist verzweifelt. Während neben im schon kräftig gespritzt wird muss er noch kräftig schütteln. Panik macht sich breit.
Christian Schaffernak hat seine Waffe zwar bereits im Anschlag aber er muss schon die herbe Sektdusche vom Sepp Ulbing ertragen. Nun sind gute Nerven gefragt.
Günter Sendlhofer ist der eindeutige Verlierer am Podest. Während er noch voll Stolz den Siegerpokal in den Händen hält muss er bereits die grindige Sektdusche über sich ergehen lassen.
Sepp Ulbing ist der große Sieger des Krieges am Podest. Keiner hat diesmal schneller gezogen als er. Böse Zungen behaupten er hat Nachhilfe beim Schnellspritzer Bert Titan genommen.
Mundl Jetschko ganz rechts im Bild lächelt glücklich und zufrieden. Er kann in Ruhe seine Flasche so richtig mächtig aufladen und greift erst dann ins Geschehen ein wenn Sepp Ulbing sein Pulver verschossen hat.

Die Niederlage vom Team Schaffernak / Sendlhofer ist nun endgültig besiegelt. Während Sendlhofer gerade mal den Pokal zu Boden stellt und die Waffe vollkommen unvorbereitet in den Händen hält verschließt der Schaffi seine Augen und zielt mit seiner Sektpistole einfach ins Leere. Andi Savonith kann ungestört von der Flanke angreifen und bringt beinahe den vollen Liter ins Ziel. Die Bridgestone Truppe profitiert von den lausigen Gegnern am Podest und kommt unbeschadet vom Siegerpodest.
   
Für das Kawa Cup Rennen am Sonntag war ich schwerstens motiviert. Diesmal muss zumindest irgendein Racer hinter mir bleiben. Der Mocker Wolferl war im Training hinter mir aber beim Rennen ist er zäh wie Leder. So auch diesmal. 3-4 Runden vor Schluss galt meine ganze Konzentration eigentlich den Burschen vor mir. Mike Steiner und Mazakarini Christoph lieferten sich nette Duelle vor mir und ich konnte deren Tempo halten. Ein Überrunder macht mir das Leben besonders leicht und drängt den armen Mazakarini ins Kiesbett. Mein Mitleid hielt sich angesichts der gewonnen Position jedoch in Grenzen und ich fühlte mich bereits so sicher wie ein Bärenbaby im Schoße der Grizzlymama. Dann plötzlich taucht der Mocker Woflerl hinter mir auf.
Das unschuldige und freundliche Antlitz vom Remus-Verkaufsmann Wolfgang Mocker täuscht. Auf der Rennstrecke kennt er keine Gnade und macht mir das Leben zur Hölle.
   
Wir rasen Seite an Seite Gasgriff und Stift in der Hose am Anschlag die Start-Ziel Gerade hinab zur Nadelöhr Schikane. Das ist jene Situation wo man sich anscheißt wie beim ersten mal Flaschendrehen am Schulskikurs. Wie auch damals hab ich mir hier keinen Rückzieher erlaubt bin hart am Gas geblieben und hab in den Helm gebrüllt "DREH AB DU *piep*". Es müssen Ewigkeiten gewesen sein die wir hier nebeneinander verbrachten und wir beide waren derartig High vom Kampf um die Rote Laterne das niemand nachgeben wollte. Es war wie ein Sieg beim russischen Roulette als dem Mocker Wolferl die Muffe ging und er in die Eisen langte. Ich schoss vor ihm ins Nadelöhr und nahm die lange Links das erste und letzte Mal in meinem Leben voll am Gas. Doch die Revanche ließ nicht lange auf sich warten. Er ging 1 Runde später wieder vorbei, ich schlug wieder zurück und ich war mir sicher jetzt hat er es eingesehen wer der Herr der grünen Eisen ist. Doch ausgerechnet in der verdammten letzten Kurve in der verdammten letzten Runde hat er sich beinhart innen rein gestellt. Auch dieses mal musste ich wieder ans Flaschendrehen denken und machte einen Rückzieher wie damals als der Flaschenhals zuerst auf mich und dann auf die fette Kröte der Nachbarklasse zeigte. Ich griff in den Anker und der Wolferl ging innen vorbei. Ich fühlte mich wie der größte Hosenkacker von hier bis Tadschikistan. Am Zielstrich trennten mich dann nur 5 Zehntel vom Mocker Wolferl. Hinter mir kam nur der arme Teufel aus dem Kiesbett - Mazakarini Christoph von der Bikecity-  ins Ziel. Ein Ergebnis mit dem ich unmöglich zufrieden sein kann.
   
An der Spitze des Kawasaki ZX-6 Castrol Cups hat sich die Ausgangsposition deutlich geändert. Thomas Moser musste sich wegen seiner Sehnenscheiden-Entzündung im Unterarm für eine Rennklasse entscheiden. Mehr als ein Rennen am Wochenende ist mit seiner strapazierten Hand nicht drinnen. Niemand im Fahrerlager kann sich erklären warum sein Unterarm derartig hinüber ist, da er ja eine Freundin hat. Er entschied sich jedenfalls den Rest der Saison nur noch in der Klasse Supersport an den Start zu gehen.
Tom Moser wie in seine Gegner in der Supersport Klasse meistens zu Gesicht bekommen. Von hinten!
   
So muss der Leader in der Kawasaki Cup Gesamtwertung Günter Sendlhofer auf seinen Lieblingsgegner verzichten. Langweilig wurde es ihm bei diesem Lauf in Most aber trotzdem nicht. Mario Klepatsch hängte an seinem Hinterreifen wie ein Pitbull Terrier und forderte Sendlhofer bei zahlreichen Überholmanövern. Streckensprecher Atcy musste immer wieder am Richsalz schnuppern wenn die beiden nebeneinander in die Kurve gingen. Doch dann nach der langen Linkskurve wollte Mario Klepatsch in der Bremszone zuschlagen. Der Sendlhofer ist ja auch kein schlechter Bremser und so war das Manöver von Klepatsch mehr als gewagt. Es endete schließlich mit einem Ritt durchs Kiesbett und nun heftete sich Richie Holzer von der Bikecity an den Hinterreifen vom Sendlhofer.
Mario Klepatsch vom Team Lietz krault sich seine wuchernden Brusthaare. Ganz zufrieden ist er heute nicht mit seinem Kawa Cup Ergenis. Wäre da nicht sein Ausritt ins Kiesbett gewesen, hätte er an der Spitze noch mitmischen können.
   
Holzer dreht ordentlich auf und fährt in der 9. Runde sogar die schnellste Rennrunde kann aber Sendlhofer nicht mehr gefährlich werden. Am Ende fährt er nur eine Zehntel Sekunde hinter Sendy über die Ziellinie und freut sich über einen tollen 2. Platz im dicht besetzten Kawasaki Cup. Beim Kampf um Platz 3 geht dem schnellen Phillip Kregl das Schmalz in den Ärmeln aus und so fährt Mario Klepatsch trotz Kiesbett-Ralley auf Platz 3.
Richi Holzer hat heuer zwar schon einige Bretter gerissen, ist aber schnell wie nie zuvor. Schnellste Runde im Kawa Cup! Gratulation!
   
Rainer Jost vom Team MexMotos hat es in Most ebenfalls getaugt. Er konnte Wolfgang Haindl schnupfen und holte sich den 5. Platz. Wolfgang Haindl raunzte nach dem Rennen wie ein altes Waschweib. "Ich war diesmal schlecht und bin mit meinen 52 Jahren einfach zu alt fürs Rennfahren", meint der graue Star im RTS-Fahrerlager. Das hat er vermutlich vor 10 Jahren auch schon gesagt und haut den meisten jungen Burschen im Feld immer noch den Hintern aus.
Er wird auch noch Rennen fahren wenn der Sponsor längst die Pensionskasse ist. Wolfgang Haindl.
   
Günter Sendlhofer kann mit diesem Sieg seinen Vorsprung in der Gesamtwertung weiter ausbauen. Leicht hat es ihm der Mario Klepatsch aber nicht gemacht, sagte er nach dem Rennen. War ein harter Kampf um die Spitze, doch am Ende hatte der vife Racer aus dem Burgenland die Nase vorne. Der schmerzende kleine Finger verhindert jedoch ein Antreten mit der ZX 10 R in der Klasse Superstock.
   
Ergebnis 3. Rennen Kawasaki Cup 
Pos. Racer Team
1. Günther Sendlhofer Fuhl
2. Richard Holzer BikeCity
3. Mario Klepatsch Lietz
4. Phillip Kregl Lietz
5. Rainer Jost Mex Motos
6. Wolfgang Haindl Fuhl
7. Anton Kopic BikeCity
8. Thomas Baumgartner Lietz
9. Christian Schaffernak Fuhl
10. Reinhard Höll Lietz
 

Richi Holzer, Günter Sendlhofer und Mario Klepatsch bei der obligatorischen Sektspritzerei.
   
Leider keine neuen Gegner gab es für die Racer in der Klasse Streetfighter. Andi Savonith konnte um 7 Zehntel schneller fahren als Heinz Diener und so gab es den schon gewohnten Zieleinlauf Andreas Savonith vor Heinz Diener. Auf Platz 3 kam Steiner Johann vor Daniel Männer. In der Serienklasse versuchte diesmal Tibor Nehr sein Glück. Er drehte seine ersten Runden auf der Rennstrecke und stand in der Serienklasse gemeinsam mit Andi Fischer am Start. Ein 2. Platz war somit nicht zu verhindern.
Die Höllenthaler Racingtruppe in der Streetfighter Klasse. Wird der Andi Savonith irgendwann einmal zu schlagen sein?
   
Ein dichteres Starterfeld soll es angeblich beim nächsten Streetfighter Lauf in Brünn geben. Mike Bürger wird mit einer Z 750 an den Start geben und möchte einen RTS-Pokal in der Serienklasse zurück erobern. Auch Tibor Nehr steht wieder mit am Start. Ich bin schon gespannt ob es noch einige Naked-Bike Racer gibt welche sich in Brünn ebenfalls an den Start wagen. In der offenen Klasse mit den gestrippten Superbikes wird für Newcomer kein Licht brennen, aber in der Serienklasse gibt es quasi eine Podestgarantie für jeden der halbwegs schnell um die Runden kommt. Der nächste RTS-Termin in Brünn ist von 2.-4. Juli. Das Streetfighter Rennen findet am Sonntag vormittag statt. In der Früh hat man noch Zeit für ein paar Aufwärmrunden und am Nachmittag viel Zeit fürs freie Fahren. Infos zur Anmeldung unter www.rts-oeg.at

Ergebnis 3. Rennen Streetfighter - offene Klasse 
Pos. Racer Motorrad Reifen
1. Savonith Andreas Yamaha R7 Dunlop
2. Heinz Diener Suzuki GSX-R 1000 Pirelli
3. Johann Steiner Yamaha R1 Metzeler


Am Podest ist der Savo bei weitem nicht so mutig wie auf der Rennstrecke. Er flüchtet vor dem einsetzenden Sektniederschlag. Vollkommen unerfahren am Podest war der arme Tibor Nehr. Die Konkurrenten am Podest erkannten das Manko sofort und stürzten sich dann alle auf ihn. Die Kawasaki Kleidung erwies sich als ausgesprochen Sekt beständig.
   
Wie in allen Klassen verlief auch der Start in der Klasse Supersport reibungslos. Bei den RTS-Strassen ÖM Rennen wird zwar sehr schnell gefahren und auch hart gefightet, unnötig gefährliche Attacken bleiben meistens aber aus. Sämtliche Piloten sind klug genug und machen in der ersten Schikane keine Harakiri Manöver. In dieser Sektion der Strecke kann man zwar sehr viel Zeit gut machen und viel gewinnen aber auch alles verlieren.
Die Supersport Meute ordnet sich in die Schikane ein. Der Streckenposten kaut kräftig an den Nägeln, kann aber aufatmen. Nix passiert.
   
Tom Moser setzt sich zu Beginn sofort an die Spitze und Peter Lietz klebt rundenlang an seinem Hinterreifen. Die Ducati 749 R vom Motorradhändler aus Amstetten läuft auf dem unebenen Kurs in Most besonders gut. Niemand anders kann das hohe Tempo der beiden Piloten an der Spitze halten. Doch nach 5 Runden dann eine brenzlige Szene. In der letzten schnellen Linkskurve kommt Peter Lietz weit nach außen und muss beinahe eine Enduro-Sonderprüfung durch den Acker einlegen. Die Zeit kann er bis zum Schluß nicht mehr wieder gut machen. Tom Moser erlaubt sich keinen Fehler und fährt dann einen souveränen Sieg fürs Team Lietz ein.
Peter Lietz jagt Tom Moser
   
Dahinter fighteten Mario Klepatsch und Chili Adelmaier um den 3. Platz. Mario Klepatsch ist in der Klasse Supersport ja mit seiner originalen Kawa Cup Maschine unterwegs. Da hat er besonders auf der Geraden gegen die fein getunten GSXR 600 von Chili Adelmaier keine Chance. Der Chili nutzt sein Material dementsprechend aus und vollstreckte auf der Start-Ziel. Chili Adelmaier will heuer noch einmal am Pannoniaring bei der ASKÖ-RTS Strassen ÖM an den Start gehen.
Chili Adelmaier und seine Suzuki GSXR  600
   
Adi Kernstock war nach dem Start sehr gut unterwegs wurde aber durch einen Patschen am Vorderreifen aus dem Reich der Siegesträume zurückgeholt. Er schlingerte um den Kurs von Most als hätte er zum Frühstück einen Liter Kurvengeist gesoffen und ist dann jedoch unbeschadet in die Boxengasse zurückgekehrt. Passiert ist zum Glück nix, leider jedoch auch nicht am Punktekonto. Für den Meister vom Vorjahr schaut es heuer also eher nicht so gut aus.
Adi Kernstock berichtet vom wilden Bullenritt auf der GSXR
   
Besonders schnell war diesmal auch wieder der Baumrock Herbert unterwegs. Das Photofinish beim gewonnen Duell über die Ziellinie mit Heli Liendl war hart aber herzlich. Die beiden trennten zum Schluß nur 3 Hundertstel Sekunden. Das Duell in der GP-Design Eberl Box hat diesmal der Reni Konrad auf seiner Honda gewonnen. Er fuhr als 7., Peter Schoibl auf der R6 als 10. gefolgt von Heinz Kreutzer auf der 6er Kawa als 11. über den Zielstrich.
Reini Konrad, Motorenguru Heinz Kreutzer, Peter Schoibl
   
Ergebnis 4. Rennen ÖM Supersport
Pos. Racer Motorrad Reifen
1. Thomas Moser Kawasaki ZX6-RR Dunlop
2. Peter Lietz Ducati 749 R Dunlop
3. Gilbert Adelmaier Suzuki GSXR 600 Metzeler

Die 3 Burschen am Siegerphoto stehen am Podest wie die Bubis im Kirchenchor. Der Siegersekt wurde nicht angerührt, keine tumultartigen Szenen welche die romantische Stimmung trüben.
   
Bis zum Start des Superbike Rennens hielt ich den Bert Titan für einen mörderisch schnellen Racer der einfach keine Fehler macht. Doch der Start zum Superbike Rennen wird als mieseste Leistung in Bert Titans Rennfahrer Tagebuch eingehen. Er startet mit seiner GSXR 750 wie ein einarmiger Torero der auf einem halb verhungerten Stier reitet. Er wurde von der Pole Position weit nach hinten durchgereicht und greift dann aber umso härter an. Die folgende Aufholjagd vom Salzburger Wirten geht dann ebenfalls in sein persönliches Racing Tagebuch als Meisterleistung ein. Er gibt Feuer wie nie zuvor und ist schon nach einer Runde wieder vorne auf Platz 2 und eine Runde später auf Platz 1.
Die Titanen Brüder - links der Schrauber, rechts der Racer.
   
Josef Unger und Andi Savonith können dem Bert Titan diesmal nicht zu nahe kommen. Die beiden MPUler folgen auf Platz 2 und 3. Dahinter kommt Teamkollege Hannes Nusshall auf Platz 4 und Richi Rampula auf Platz 5. Der Richi Rampula ist heuer auf einer GSXR 750 vom Zweirad Fischer aus Zwentendorf (Nähe Tulln) unterwegs. Beim Duell um Platz 5 hätte er sich gegen den Willy Demelbauer auf seiner geilen 999er Duc fast die Zähne ausgebissen. Doch auf der Bremse ist der Richi eben ein alter Henker und geht am Willy vorbei.
Willy Demelbauer und Richi Rampula
   
Ergebnis 4. Rennen ÖM Superbike
Pos. Racer Motorrad Reifen
1. Bert Titan Suzuki GSX-R 750 Pirelli
2. Josef Unger Yamaha R7 Dunlop
3. Andi Savonith Yamaha R7 Dunlop

Diesmal muss der Bert Titan für seine Sünden der Vergangenheit büßen. Während er bei den letzten Rennen immer schon vor dem Startschuss mit der Sektspritzerei begonnen hat und seine Gegner ganz schwer einweichte, haben diesmal Andi Savonith und Seppi Unger gnadenlos zugeschlagen. Noch bevor der Titan Bertl das Podest erklimmen konnte wurden die Sektflaschen geköpft.


Wichtige Info für die Gattin vom Titan Bertl: Er ist bei der Heimreise von Most nicht in einem Etablissement bei einem Champagnerbad hängen geblieben, sondern hat am Siegerpodest schwer abgebissen.
   
In der Klasse Superstock war der Herbert Reiterlehner eine einsame Klasse für sich. Er fuhr in Most 1:35.086. So schnell konnte kein anderer der Piloten an diesem Wochenende fahren. Josef Unger hat mit seiner Mega Ducati zwar einen ordentlichen Durchmarsch hingelegt und Sepp Ulbing, Peter Paukovitsch und Ragginger Felix durchgereicht aber die niedrigen Zeiten vom Reiterlehner Herbert waren auch für ihn zu schnell.
Unbesiegbar: Herbert Reiterlehner auf seiner GSXR 1000.
   
Sepp Ulbing von der Kärntner FreakyMoto Truppe folgte mit der ZX 10 auf Platz 3 und konnte Peter Paukovitsch sehenswert ausbremsen. Peter Paukovitsch hat sich mit den Reifen schwer vergriffen und eine zu weiche Mischung aufgezogen. Seine schnellen Rundenzeiten konnte er nur ein paar Runden fahren.
Platz 3 in der starken Superstock Klasse: Sepp Ulbing auf Kawasaki ZX 10 R
   
Mit dabei in der Klasse Superstock war auch der Herbert Pölzleitner. Er fährt heuer auf seiner Yamaha R1 in der IDM und hat bisher außer ein paar deftigen Stürzen leider noch nicht viel erreicht. In den letzten Jahren war er auf Ducati unterwegs und kommt mit der Leistungsentfaltung der R1 noch nicht so gut zurecht. In Most hat er im Langstreckenrennen und in der Superstock Klasse viele Trainingsrunden hingelegt und konnte 1:35.336 fahren. Schneller war nur der Herbert Reiterlehner.
Herbert Pölzleitner auf Yamaha R1
   
Ergebnis 4. Rennen ÖM Superstock
Pos. Racer Motorrad Reifen
1. Herbert Reiterlehner Suzuki GSXR 1000 Pirelli
2. Josef Unger Ducati Dunlop
3. Josef Ulbing Kawasaki ZX 10 R Bridgestone

 


Josef Unger, Herbert Reiterlehner und Sepp Ulbing warten mit der Sektspritzerei ganz brav und artig bis die Photographen ihre Arbeit erledigt haben.
   
Der nächste RTS Termin geht von 2.Juli - 4. Juli in Brünn über die Bühne. Die RTS Termine in Brünn sind meistens sehr gut besucht. Interessenten für das Langstreckenrennen sollten sich lieber rechtzeitig anmelden um einen Startplatz zu bekommen. Am Freitag ist den ganzen Tag viel Zeit fürs freie Fahren, am Samstag gibt es am Vormittag die Rennen und am Nachmittag das 3h Langstreckenrennen. Am Sonntag Vormittag gehen die Rennen über die Bühne und am Nachmittag gibt es wieder viel Zeit und Platz fürs freie Fahren.


Mike Bürger wird in Brünn wieder selber den Gasgriff umlegen. Wer ihn herbrennen möchte, muss in der Klasse Streetfighter mit am Start sein.

Bericht vom 14.06.2004 | 6.704 Aufrufe

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