Enduro ÖM / ÖEC Guttaring 2022

Auftakt zur Endurorennsaison

Viel Durchhaltevermögen war vom Veranstalter im Vorfeld gefordert, ebenso von den Teilnehmern am Rennwochenende. Am Ende gab es lauter Gewinner, allen voran Luca Fischerder aus Deutschland.

Der Auftakt zur Endurorennsaison 2022 war etwas holprig. Zuerst musste die Auftaktveranstaltung in Althofen wegen zu hoher Waldbrandgefahr mit Guttaring getauscht werden. Dann die Verschiebung wegen Schneefalls um eine Woche später. Diesmal sollte es klappen, doch bei der Anreise dürften einige ihren Augen nicht getraut haben. Da der Schwarzlhof auf 1100 mSH liegt, schneite es dicke Flocken und innerhalb kurzer Zeit war das perfekte Winterwonderland fertig. Da gab es dann etwas Hektik unter allen Akteuren. Die Kinderrennen wurden schon vorab abgesagt, die Besichtigung der Sonderprüfungen und die Quali musste kurzerhand aus Sicherheitsgründen abgesagt werden. Die hartgesottenen Enduristen ließen sich durch den Schnee nicht abhalten und trainierten fleißig weiter. Damit waren alle Augen auf den Renntag und die Wetterapps gerichtet.

Neue Dynamik

Fast alles neu macht in dem Fall der April, denn wie schon die letzten Jahre, entwickelt sich der Cup mächtig weiter. Die Zeitnehmung wurde auf internationalen Standard, eigentlich sogar darüber gehoben. Der Transponder auf der Hand misst die Sonderprüfungen, Durchfahrtskontrollen und Geheimkontrollen auf der Strecke. So wird auch ein Abkürzen umgehend sichtbar. Ein weiters Benefit ist das Livetiming. So können selbst daheimgebliebene die Sonderprüfungszeiten bequem live mitverfolgen. Auch sonst wird am Marketing und dem gesamten Auftritt stetig gearbeitet und auf ein neues Level gehoben.

Renntag

Nachdem sich in der Früh die letzten Nebenschwaden verzogen hatten, strahlte die Sonne mit den Teilnehmern um die Wette. Da die Quali und Besichtigung am Samstag im wahrsten Sinne des Wortes in den Schnee fiel, wurde vor dem Start jede der zwei Sonderprüfungen besichtigt. Die FahrerInnen des ersten 3h Rennens am Vormittag hatten noch mit zum Teil vereisten Stellen im Schatten zu kämpfen. Doch die Strecke trocknete laufend auf und der Spaßfaktor stieg mit jeder der 3 vorgegebenen Runden. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren waren diesmal nur 2 schwere Elemente pro Runde eingebaut. Dafür war neben dem gewohnten Hirter Test noch eine zweite kleinere, sehr technische Sonderprüfung, der HED SP ergänzt. War dieser Abschnitt die letzten Jahre noch ein schwerer Punkt, wurde er diesmal inklusive einem Kahlschlages als SP gewertet. Den schweren Felsen konnte man zur Sicherheit auch umfahren. Staus blieben dadurch aus. Am Nachmittag folgten dann die Klasse E1, E2 und E3 sowie alle ÖM Klassen. Um die schnellsten Jungs noch etwas mehr zu fordern, mussten die ÖM Junioren und Open 4 Runden in 3 Stunden absolvieren. Lediglich in der ersten Runde kam es beim ersten schweren Abschnitt in der Sherco Leitn zu längeren Wartezeiten, danach teilte sich das Starterfeld super auf und die Strecke wurde immer griffiger. Am Ende des Tages waren die Bedingungen perfekt, dies war 24h vorher kaum vorstellbar.

Bei der ÖM Jugend lieferte Valentino Hutter bis auf eine verpatzte SP sehr konstante Zeiten ab und sicherte sich so den Auftaktsieg vor Raphael Herbitschek und Jonas Ederer. Die Klasse der ÖM Junioren gewann Marcel Schnölzer mit lediglich 14 Sekunden Vorsprung vor Kilian Zierer und Thomas Hecher. Wie schnell die Jungen schon andrücken zeigt der Vergleich mit der ÖM Open. Hier hätte sich Schmölzer auf den 5. Platz vorgeschoben.

Das mit Sicherheit spannenste Duell fand aber in der schnellsten Klasse, der ÖM Open statt. Sherco ist neuer Sponsor des Österr. Endurocups und schickte zum Auftakt den derzeit schnellsten Deutschen Enduropiloten nach Kärnten. Schon von der ersten SP weg war klar, dass ein Sieg nur über ihn laufen wird. Und am besten dagegen halten konnte Benni Schöpf. Benni ist bei KTM Testfahrer und hat nach 5 Staatsmeistertiteln seine Karriere Ende 2020 bereits zurückgestellt. Doch kurz vor dem ÖM Start packte ihn doch wieder das Rennfieber. Während Schöpf auf der kurzen und technischen HED SP immer die Nase vorne hatte, konnte wiederum Fischeder auf der schnelleren Hirter SP wertvolle Sekunden wieder gut machen. Bis zur vorletzten Runde ein echter Zentelkrimi. Lediglich ein Patzer von Schöpf in der letzten SP sorgten so für einen Sieg von Luca Fischeder mit gesamt 7 Sekunden Vorsprung. Dritter wurde Walter Feichtinger der bereits eine Minute Rückstand auf den Sieger hatte.

Fazit: Trotz aller Widrigkeiten war es im Nachhinein ein perfekter Start in die Saison 2022 der nicht spannender hätte sein können mit einem neuen Siegergesicht aus Deutschland. Wir werden sehen, wer beim nächsten Lauf der am 23.-24.4. in Althofen (Ktn.) stattfindet, sich als erster Sieger einer neuen Rennlocation eintragen darf.

Alle Infos und Ergebnisse unter:

www.endurocup.at

Autor

Bericht vom 14.04.2022 | 1.572 Aufrufe

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