BMW C 600 Sport - Test in den Alpen

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Online seit: 27.06.2013

Testbericht

BMW C 600 am Berg!

BMW C 600 am Berg!

Sechs Motorräder, ein Ziel schneller sein als alle anderen. Der BMW C 600 Sport im Test.


Sechs Motorräder, ein Ziel – schneller sein als alle anderen. Der BMW C 600
Sport im Test.












































































































































BMW C 600 Sport
 


BMW C 600 Sport – der Schnellste am Berg?




Eine Frage, die sich bereits Generationen von
Motorradfahrern gestellt haben: Mit welchem Eisen ist man am schnellsten
am Berg oben?! Da die mickrige 1000PS-Crew schon alleine aus
logistischen Gründen nicht hunderte Motorräder die gleiche Bergstraße
hinauf scheuchen kann, stellen wir die Frage etwas anders: Mit welchem
Konzept ist man am schnellsten am Berg oben?! Denn wie wir doch alle
wissen, können gerade auf kurvigen Bergstrecken quirlige Moperln die
stärksten Monster im wahrsten Sinne des Wortes ausbremsen. Allerdings
können Superbikes mit fast 200 PS auf den Zwischengeraden wieder zurück
schlagen. Sechs Maschinen aus verschiedenen Kategorien mit
unterschiedlichen Kubaturen müssen daher gegeneinander antreten, vom
Naked Bike über die Großenduro, den Reisetourer, die Supermoto und das
Superbike bis zum Luxus-Roller ist alles dabei. Der luxuriöse BMW C 600
Sport muss sich gegen Ducati 1199 Panigale, Triumph Trophy, KTM 1190
Adventure, Ducati Hyperstrada und Triumph Speed Triple wehren.

 

Zugegeben, das Projekt
scheint etwas gewagt - mit einem Luxusroller vor allen anderen den Berg
bezwingen? Aber warum eigentlich nicht! Die Bezeichnung ”Sport” muss ja
eine gewisse Richtigkeit haben. Und tatsächlich, der C 600 Sport lässt
sich erstaunlich flott bewegen, zumindest für einen großen und doch
ziemlich schweren Roller. Immerhin ist der C 600 Sport ja auch nicht für
den ultimativen Ritt auf der letzten Rille gedacht, sondern als
komfortabler Luxusroller, der sich in der Stadt besonders wendig gibt,
ohne Überland Schwächen zu zeigen. Dementsprechend gut ist der
Windschutz, die Beine werden von der breiten Verkleidung effizient
abgedeckt, das Windschild ist sogar mechanisch verstellbar – was will
man mehr?

BMW C 600 Sport
 

Vielleicht noch ein
bisschen Stauraum gefällig? Kein Problem, unter der Sitzbank findet ein
Vollvisierhelm locker Platz, im Stand kommt dann auch noch das ”FlexCase”
dazu: Ein Sack aus robustem Material, der im hinteren Bereich nach unten
ausgeklappt werden kann und somit einen zusätzlichen Helm aufnehmen
kann. Der Sack reicht dann zwar bis zum Hinterrad herunter, während der
Fahrt braucht man aber ohnehin wieder einen Helm und klappt das FlexCase
einfach hoch. Eigentlich eine ziemlich simple, dafür aber umso genialere
Idee, bei der ich mich wundere, warum sie nicht auch bei anderen Rollern
oder sogar bei Motorrädern Anwendung findet. In diesem Test geht es aber
nicht um Stauraum oder Komfort, sondern schlicht und ergreifend um Zeit
- ob ein Luxusroller mit vergleichsweise bescheidenen 60 PS, dafür aber
stolzen 249 Kilo Gewicht beim Sprint in die Berge mithalten kann oder
vielleicht sogar die Nase vorne hat?

BMW C 600 Sport
 

Die Testmotorräder für
die Touren liehen wir beim größten Motorradtestcenter in den Alpen, dem


Highbike-Testcenter
Paznaun

. Hier gibt es bei Nächtigung im Paznauntal die edelsten
Motorräder und Roller zu attraktivsten Preisen:

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kot
Kots Meinung:
Es gab mir schon zu denken, als ich damals mit einem Kollegen vom
Motorradmagazin bei der Präsentation der neuen BMW-Roller um 10.30 Uhr
zur Mittagspause erschien. Offenbar hatten wir die geplante Ankunftszeit
um mehr als eine Stunde unterboten. Da waren die BMW-Leute selbst
überrascht, wie schnell man mit dem Scooter fahren kann. Und wir waren
es auch. Die Bayern nennen das ”Urban Mobility”, aber die
Bewegungsmöglichkeiten mit dem 60 PS starken Fahrzeug gehen weit über
die Stadtgrenze hinaus. Sogar in den Alpen fühlt man sich damit wohl und
nicht untermotorisiert oder ”echten” Motorrädern unterlegen. Knapp 250
Kilo sind natürlich kein Pappenstiel und fallen beim Manövrieren
mitunter negativ auf, die Leistung des Zweizylinder-Reihenmotors reicht
aber aus, um flott und souverän über Pässe zu gleiten und durch Täler zu
zoomen. Auch die Bremsen sind auf gewohnt hohem BMW-Niveau. Mir
persönlich ist der C 600 Sport bequem genug und würde sicher auch einer
eventuellen Begleitung am Sozius Freude machen. Für das Gepäck sollte
man dann allerdings ein Topcase und/oder Seitenkoffer montieren, denn
unter der Sitzbank ist der Platz begrenzt. Dass ich mit dem C 600 Sport
nicht wirklich schnell am Berg oben bin, stört mich gar nicht, mit einem
Roller muss man sich deshalb wenigstens nicht genieren.




BMW C 600 Sport


NastyNils
Nasty Nils´ Meinung:
Der ”Sport” Großroller von BMW hatte es bei diesem Test besonders
schwer. Auf der einen Seite waren wir bei der Bergfahrt auch mit der
fast 200 PS starken Panigale unterwegs. Auf der anderen Seite war auch
noch die vielgelobte und kaum schwächere KTM 1190 Adventuremit dabei.
Behandeln wir also erst mal die Vorteile: Der C 600 Sport macht optisch
auf alle Fälle mehr her als sein Bruder C 650 GT und die meisten anderen
Luxusroller. Allerdings fährt er in der Praxis auch nicht wirklich
schneller. Der Gewichtsvorteil ist kaum zu nutzen und so bleibt als
einziger Vorteil vom C 600 Sport die coolere Optik. Andererseits bietet
er auch alle Roller-Vorteile im Vergleich zu den Motorrädern. Also
Stauraum unter der Sitzbank, toller Fahrkomfort und immer noch guter
Wind- und Wetterschutz. Insgesamt verdient der C 600 Sport das Label
”Premium” in jeder Hinsicht. Jeder Knopf und jedes Detail wirkt genauso
hochwertig wie an einem 5er BMW oder an einer R 1200 RT. In den Alpen
begeistert der Roller vor allem in Wechselkurven und in
unübersichtlichem Terrain. In den Spitzkehren vermisst man bergauf aber
eine etwas sportlichere Abstimmung vom Automatikgetriebe und bergab eine
vollwertige Motorbremswirkung. Trotzdem: Wer den C 600 Sport eigentlich
nur als Alltagsgerät angeschafft hat, kann damit problemlos mit den
Kumpels auf große Reise gehen. Gemeinsam mit dem T-Max von Yamaha in
Sachen Optik immer noch ”das geringste Übel” wenn man mit
rollerfeindlichen Bikern unterwegs ist. Bergauf über die Pässe? Leider
eine Fehlbesetzung.



BMW C 600 Sport

BMW C 600 Sport



Vaulis Meinung:
Der C 600 Sport hat mich nicht wirklich überrascht, ich wusste ja
bereits, dass das Fahrwerk auf einem extrem hohen Niveau arbeitet. So
kann der große Roller erstaunlich flink und präzise um Ecken gezirkelt
werden und dennoch werden schlimme Fahrbahnschäden weggefiltert. Die
gemütliche Sitzbank tut ihr Übriges dazu, der Komfort kommt also auf
keinen Fall zu kurz. Dass der, für einen Roller zwar sehr starke, im
Vergleich mit der direkten Konkurrenz aber heillos unterlegene Motor die
schwere Fuhre als letzter auf den Berg tragen wird, war mir sofort klar.
Bergab sieht die Sache dann aber schon ganz anders aus, wer nicht
zimperlich ist, das Gas lange stehen lässt und möglichst spät auf die
guten Stopper vertraut, mischt plötzlich wieder vorne mit. Hilfreich ist
dabei, dass sich auch die hintere Bremse tadellos dosieren lässt und
brav mithilft, den konzeptbedingt hecklastigen C 600 Sport auf Kurs zu
halten. Weiters verhindert die Automatik, dass man sich wie auf dem
Motorrad mit Schaltgetriebe in einem fix eingelegten Gang verkriecht und
auf die Motorbremse vertraut. Schade, dass die Wertung bergauf ging,
bergab wäre der C 600 Sport nämlich einer meiner Favoriten.

 
Hier geht´s zu den anderen Bikes:















BMW C 600 Sport





Ducati Hyperstrada





Ducati 1199 Panigale






KTM 1190 Adventure






Triumph Speed Triple





Triumph Trophy SE



 


Die Tiroler
Bergwertung im Detail:


Die gewählte Stecke setzt sich aus der Silvretta Hochalpenstraße und dem
Stilfser Joch zusammen, beide Strecken jeweils bei trockenen und guten
Verhältnissen. Die Ergebnisse ergeben einen Mittelwert, immerhin sind
wir gemütliche Österreicher und fangen nicht gleich zu weinen an, wenn
uns ein Auto kurzfristig aufhält und ein paar Sekunden stiehlt - was im
Übrigen ohnehin bei jedem Motorrad vorgekommen ist.




















































  Kot Nils Vauli Gesamt
KTM 1190 Adventure 1. 1. 1. 1.
Ducati 1199 Panigale 2. 2. 3. 2.
Ducati Hyperstrada 3. 4. 2. 3.
Triumph Speed Triple 4. 3. 4. 4.
Triumph Trophy 5. 5. 5. 5.
BMW C 600 Sport 6. 6. 6. 6.

 


BMW C 600 Sport

BMW C 600 Sport

"FlexCase"
nennt BMW den genialen Sack, der im Stand ausgeklappt werden kann um
einen zusätzlichen Helm aufzunehmen.

Die
Armaturen spiegeln mit ihrem edlen Finish den insgesamt äußerst
hochwertigen Auftritt des BMW-Rollers wider.



Galerie BMW C 600 Sport (20 Fotos) - hier klicken!



BMW C 600 Sport

BMW C 600 Sport

Die
Antriebsseite wirkt sehr technoid, die Schokoladenseite zeigt das Bild
unten.

Mit den
Knopferln für Griff- und Sitzheizung das volle Programm - natürlich
aufpreispflichtig.


BMW C 600 Sport


Interessante Links:

Text: Vauli

Fotos: Kukla

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1000PS Test vom BMW C 600 Sport in den Alpen.
Bei einer zünftigen Ausfahrt, ausgehend vom Highbike Testcenter in Ischgl, nahmen wir uns stellvertretend für verschiedene Motorradkategorien jeweils einen Protagonisten zur Brust. Für die Roller stieg der C 600 Sport in den "Ring" und trat gegen Motorräder an. Er schlug sich tapfer!

Bericht nachlesen: http://www.1000ps.at/testbericht-2357669-BMW_C_600_am_Berg