Yamaha FZS1000 Fazer (2001-2005): Test & Kaufberatung

Sporttourer ab 2.000 Euro

Groß, komfortabel und mit einem großartigen Motor ausgestattet - es gibt eine Menge, was man an Yamahas ursprünglichem Fazer-Modell mögen kann. Wenn ihr ein schnörkelloses Pendlermotorrad sucht, ist die Fazer 1000 sicherlich eine Überlegung wert. Wären wir doch nur so begeistert gewesen, als sie im Jahr 2001 auf den Markt kam...

Was Yamaha mit der FZS Fazer ablieferte, war ein Naked Bike mit viel Hubraum und einer entspannten Lebenseinstellung. Das wurde anfangs dadurch getrübt, dass jeder eine nackte R1 erwartete (diese kam mit der FZ1 auf den Markt, und ironischerweise hassten die meisten Fahrer sie!). Kurz gesagt: Sie war im Grunde eine größere Version des hervorragenden Mittelklasse-Tourers FZS600 Fazer - nur eben mit größeren Eiern!

Was spricht für die Yamaha FZS1000 Fazer?

Obwohl sie relativ kurze Zeit am Markt war, ist es bemerkenswert, wie viele FZS-Modelle auf dem Gebrauchtmarkt zu finden sind - ein Hinweis auf die Robustheit dieses Modells. Dies ist ein Motorrad, das einfach läuft und läuft, und das mit viel Charme und einer großen Portion Praktikabilität und Spaß.

Die Ergonomie der FZS ist angenehm und geräumig und der Sporttourer verfügt über einen gut gepolsterten Sitz. Für sportliche Kurvenfahrten ist die Federung etwas zu weich (was der Hauptgrund für die anfängliche Kritik war), aber für das Fahren auf holprigen und mit Schlaglöchern übersäten Straßen, ist sie eigentlich ziemlich gut. Hinzu kommen der kräftige Motor, der vom neu abgestimmten R1-Motor abgeleitet war, ein anständiges Maß an Praktikabilität für Fahrer und Sozius, eine Tankreichweite von über 300 Kilometer und eine ziemlich kugelsichere Zuverlässigkeit - und für ein Motorrad, das heutzutage günstig zu haben ist, sind das Sieger-Argumente.

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Yamaha FZS1000 Fazer Probleme

Die FZS1000 Fazer hat bereits 20 Jahre am Buckel. Die meisten Maschinen lebten ihr Leben entweder als Pendlerfahrzeuge oder als Langstreckenmaschinen. Wenn ihr eine gebrauchte FZS1000 Fazer kauft, müsst ihr auf die Verschleißteile achten, die sich mit der Zeit abnutzen. Doch zunächst ein paar Grundlagen...

Wie bei allen Yamaha-Modellen eines bestimmten Jahrgangs müsst ihr euch vor dem gefürchteten EXUP-Ventil in Acht nehmen. Sucht seine Position im Auspuffrohr und überprüft, ob es sich frei bewegt, indem ihr die Kabel beobachtet, die in das Ventil führen. Wenn möglich, solltet ihr die äußere Abdeckung entfernen, aber es ist gut möglich, dass die Schrauben, mit denen sie befestigt ist, inzwischen abgerundet sind, so dass dies ein Alptraum sein kann. Wenn das Ventil festgefressen ist (was bei vielen der Fall ist und durch eine Fi-Lampe oder einen Warncode auf dem Drehzahlmesser bestätigt wird), ist es ein Albtraum, es zu entfernen. Bei einem von der R1 abgeleiteten Motor muss das Ventilspiel alle 40.000 Kilometer überprüft werden, was oft missachtet wird und die Umlenkung des Fahrwerks sollte mindestens alle vier Jahre entfernt und neu gefettet werden, da sie sich sonst festfrisst.

Auf diese Fehlercodes sollte man bei einer gebrauchten FZS1000 Fazer achten

Was das Fahrwerk betrifft, so solltet ihr die Gabel ein wenig schwingen lassen und sie auf undichte Stellen an den Dichtungen überprüfen. Das Federbein wird wahrscheinlich (fast sicher!) viele Anzeichen von Rost aufweisen, aber stellt sicher, dass die Einstellvorrichtung an der Basis des Stoßdämpfers frei beweglich ist, da diese gerne festsitzen. Wenn ihr schon dabei seid, solltet ihr auch die Lebensdauer der Kette und der Ritzel sowie der Reifen überprüfen. Nun zu den Fazer-spezifischen Fragen...

Der R1-Motor ist zwar im Allgemeinen solide, aber der zweite Gang ist etwas schwach. Achtet also bei einer Probefahrt auf Anzeichen für ein Herausspringen und seid vorsichtig, wenn der Drosselklappensensor (TPS) ausfällt. Der Austausch dieses Sensors kostet nicht wenig Geld und ist etwas kompliziert einzustellen, so dass ein kompetenter Mechaniker erforderlich ist. Wenn das TPS ausgefallen ist, bewegt sich der Drehzahlmesser auf und ab und zeigt einen Warncode an, was bei einer Probefahrt offensichtlich ist. Die Vergaser müssen bei einer Maschine mit hoher Laufleistung möglicherweise überholt werden, da die Dichtungen anfangen können, sich aufzulösen (vor allem, wenn sie eine Zeit lang nicht benutzt wurden), aber ein Vergaserüberholungskit kostet nicht die Welt und ist keine allzu schwierige Aufgabe für Heimmechaniker. Schließlich gibt es noch die Lackierung, bei der der Lack vom Motor und den Rädern abblättert, aber das ist leicht zu erkennen. Es sei denn, das Motorrad hat eine Zubehör-Verkleidung, in diesem Fall sollte man die Taschenlampe zücken und dahinter schauen.

Modellpflege des Yamaha Sporttourers

Die FZS1000 Fazer kam 2001 auf den Markt und wurde nur vier Jahre später, Ende 2005, durch das (ziemlich gescholtene) Modell FZ1 Fazer ersetzt. Als solche erhielt sie keine größeren Überarbeitungen, doch 2003 kam eine S-Version mit schwarzem Motor und aktualisierten Anzeigen auf den Markt. 2005 bedeutete ein schwarzer Rahmen den Einbau eines überarbeiteten Katalysators, um die strengeren Emissionsvorschriften zu erfüllen. Die 2006er FZ1 Fazer ist ein völlig neues Tier, das eine andere Generation des R1-Motors, ein gegossenes Aluminiumchassis und eine Benzineinspritzung neben einer Upside-down-Gabel und zahlreichen anderen Unterschieden verwendet. Sie ist nicht so entspannt wie die FZS, aber sie bietet ein besseres Handling und eine moderneres Fahrerlebnis.

Preis einer gebrauchten Yamaha FZS1000 Fazer

Die Yamaha FZS1000 Fazer war ein Motorrad, das von ihren Besitzern häufig verwendet wurde. Sprich: Es ist also nicht unüblich, Exemplare mit über 100.000 Kilometer auf der Uhr zu finden. Je nach Laufleistung und verbautem Zubehör variieren also die Preise. Doch es geht günstig los - erste Exemplare starten ab 2.000 Euro: Gebrauchte Yamaha FZS1000 Fazer kaufen.

Über Jon Urry

Als begeisterter Motorradfahrer und Weltenbummler, der seit 2001 schon für Motorradmagazine in acht Ländern gearbeitet hat und jährlich über 30.000 Kilometer im Sattel verbringt, behauptet Jon von sich selbst zumindest seit 2003 jedes Modell von jedem (namhaften) Hersteller gefahren zu sein, das er kennt. 1000PS ist es gelungen ihm eine Reihe an Gebraucht-Berichten abzuluchsen, sodass ihr, von unserer Crew auf Deutsch übersetzt und da oder dort erweitert, in den Genuss seiner einzigartigen Erfahrungen kommt.

Autor

Bericht vom 25.08.2021 | 11.483 Aufrufe

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