Yamaha FZ6 und FZ6 Fazer Gebrauchtberatung

Preiswerte 600er mit viel Potential

Die Yamaha FZ6 ist zwar bereits ein wenig in die Jahre gekommen, doch bietet sie immer noch echten Fahrspaß zum kleinen Preis. Das Angebot ist groß, doch worauf muss man bei einem gebrauchten Exemplar achten?

Über die FZ6 Baureihe

Als Ersatz für die beliebte Yamaha FZS600 Fazer tauschten die FZ6-Modelle den in die Jahre gekommenen Thundercat-Motor gegen einen komplett neuen Motor aus, der sein Erbe der YZF-R6 verdankt. Passend zu diesem neuen Motor stattete Yamaha die FZ6-Baureihe mit einem komplett neuen Aluminium-Gussrahmen, einem verbesserten Fahrwerk und einem frischen Look aus. Diese Generation, die sowohl als verkleidete Fazer als auch als nackte FZ6 erhältlich ist, hatte einen holprigen Start in ihr Leben, da der R6-Motor etwas drehfreudig war, wodurch sich die FZ6 aggressiver anfühlte als die eher entspannte alte Fazer. Mit der Zeit sind sie jedoch zu exzellenten und sehr preiswerten, praktischen Mittelklasse-Bikes gereift.

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Wie viel kostet eine gebrauchte Yamaha FZ6 oder FZ6 Fazer

Während der Motorrad Saison findet man in der Regel immer eine große Anzahl an gebrauchten Exemplaren. Preise variieren je nach Laufleistung und verbautem Zubehör: Gebrauchte Yamaha FZ6 und FZ6 Fazer kaufen.

Yamaha FZ6 Leistung im Vergleich zur FZS 600

Als die FZ6 auf den Markt kam, wurde viel über die fehlende Leistung im mittleren Drehzahlbereich gemeckert. Das lag aber größtenteils an falschen Erinnerungen, denn wenn man die FZS (Vorgängerin) und die FZ6 hintereinander fährt, ist das neue Modell im mittleren Bereich tatsächlich ziemlich stark. Das "Problem" ist, dass der Motor ein wenig drehfreudig und vibrierend ist, was den Eindruck erweckt, dass es ihm an Antrieb mangelt, während die FZS viel sanfter und drehzahlfauler ist. Mit 98 PS und 63 Nm leistet die FZ6 mehr als Yamaha von der FZS behauptet (95 PS und 61 Nm). Aber während das ältere Motorrad seine Spitzenwerte bei 11.000 bzw. 9.500 Umdrehungen pro Minute erreichte, tut dies die FZ6 bei 12.000 bzw. 10.000 Umdrehungen pro Minute, was den Eindruck erweckt, dass sie härter arbeitet, wenn man sie fährt.

Das Getriebe ist nicht das Highlight der FZ6

Hier haben wir ein paar berechtigte Kritikpunkte an den FZ6-Modellen, denn das Getriebe ist etwas klobig und die Kupplung ist sehr schwergängig und nicht sehr angenehm. Das ist ein Problem, das Yamaha während der gesamten Lebensdauer des Modells nie wirklich in den Griff bekommen hat, aber ironischerweise haben sie es bei den aktualisierten XJ6 Diversion-Modellen, die den gleichen Motor auf R6-Basis haben, behoben. Abgesehen von diesem Schwachpunkt ist der Reihenvierer ein sehr starker Motor und, da er im Vergleich zum R6 schwächer abgestimmt ist, auch sehr zuverlässig. Gelegentlich gehen die Federn des Getriebes dahin, bei älteren Maschinen kann es zu Ausfällen des Drosselklappensensors (TPS) kommen und man muss sich immer darüber im Klaren sein, dass der Motor nach 40.000 Kilometer eine Überprüfung des Ventilspiels benötigt. Das bedeutet eine große Rechnung, aber im Allgemeinen muss man sich keine Sorgen machen, was die Zuverlässigkeit des Motors angeht. Achtet auf stark korrodierte oder undichte Kühler, die teuer zu ersetzen sind.

Handling, Federung, Fahrwerk und Gewicht

Bei all der Aufregung um den R6-Motor vergaßen die meisten Tester zu erwähnen, dass die Modelle der FZ6-Generation in der Tat gut fahrbare Motorräder sind und der alten FZS600 um Lichtjahre voraus sind. Nicht ganz so sportlich wie die Hornet, nehmen die FZ6 und Fazer es gerne mit zahlreichen Kurven auf und auch auf Trackdays sind sie keine Seltenheit. Die Bodenfreiheit ist groß und trotz fehlender Einstellmöglichkeiten ist das Fahrwerk recht anständig, was auch daran liegt, dass es serienmäßig recht straff eingestellt ist. In der Stadt sind die FZ6-Modelle durch ihre niedrige Sitzhöhe leicht zu manövrieren und sie sind mit einem sehr guten Wendekreis gesegnet. Etwas, das Yamaha absichtlich in das Motorrad eingebaut hat. Bei gebrauchten Motorrädern, die sich der 30.000-Kilometer-Marke nähern, sollte man immer den Zustand des Stoßdämpfers überprüfen, da er nicht mehr repariert werden kann. Das bedeutet, wenn er seine Dämpfung verliert, muss man ein Ersatzteil kaufen, wobei preisgünstige Zubehör-Dämpfer in der Größenordnung von 300 Euro liegen. Oder man setzt auf ein gebrauchtes Originalteil von eBay, was ein Glücksspiel ist.

Yamaha FZ6 und FZ6 Fazer (2003-2010) Bremsen

Als die FZ6-Modelle auf den Markt kamen, gab es viel Zähneknirschen über die Tatsache, dass sie mit preiswerten Zweikolben-Bremssätteln ausgestattet waren, während die FZS600 Vierkolbenbremsen besaß. Dieses "Downgrade" wurde mit dem S2-Update 2007 korrigiert, als beide FZS6-Modelle mit Vierkolben-Bremszangen und optionalem ABS ausgestattet wurden. Die Vierkolben-Bremssättel sind sehr robust, aber die schwimmenden Bremssättel können aufgrund von Korrosion an ihren Gleitern festkleben, was ein kompetenter Heimwerker schnell und relativ günstig beheben kann.

Komfort auf Langstrecke und Touren

Offensichtlich ist die Fazer dank ihrer Halbverkleidung ein besserer Tourer als die FZ6 (für die FZ6 kann man Zubehörscheiben kaufen). Der Sitz ist straff, aber halb so wild, die Sitzposition bequem und die Verkleidung eigentlich ganz gut. Als leichter Tourer braucht man nur einen Satz Seitentaschen (Vorsicht vor dem Auspuff unter der Sitzbank!) und eine Top-Box/Tankrucksack und schon ist man unterwegs. Da die Fazer auch bei knapp über 100 km/h pro Stunde nicht schlapp macht, ist sie mehr als geeignet, um große Strecken zurückzulegen.

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Fahrhilfen und Zubehör

Die einzige Fahrhilfe ist das ABS, das bei Modellen nach 2007 als optionales Extra erhältlich war. Ein recht ordentliches System, das sich wahrscheinlich lohnt, wenn man die Option hat. Wenn es um Zubehör geht, gibt es eine große Auswahl, da die meisten Nachrüstfirmen die FZ6 versorgen. Ein Unterfahrschutz hilft, den Auspuff vor zu starkem Rost zu schützen, ein Kühlergrill hält den Kühler sicher, Heizgriffe sind ein Segen im Winter, Topcases und Gepäckträger sind beliebt und größere Scheiben sind ebenfalls gute Ergänzungen. Achtet nur auf stark modifizierte FZ6-Modelle, da einige Besitzer Renthal- oder andere Ersatzlenker montieren. Ihr müsst sicherstellen, dass die Gaszüge oder Bremsleitungen dabei nicht beschädigt wurden.

Yamaha FZ6 und FZ6 Fazer (2003-2010) Fazit

Die FZ6 und die FZ6 Fazer sind solide Mittelklasse-Motorräder, die, obwohl sie zu ihrer Zeit unpopulär waren, auf dem Gebrauchtmarkt ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten, solide gebaut und praktisch sind. Vielleicht sind sie nicht die attraktivsten Motorräder, aber sie eignen sich für den schnörkellosen Pendlerverkehr und sind mehr als geeignet für ein bisschen Wochenendvergnügen, wenn die Sonne scheint und der Asphalt warm ist.

Über Jon Urry

Als begeisterter Motorradfahrer und Weltenbummler, der seit 2001 schon für Motorradmagazine in acht Ländern gearbeitet hat und jährlich über 30.000 Kilometer im Sattel verbringt, behauptet Jon von sich selbst zumindest seit 2003 jedes Modell von jedem (namhaften) Hersteller gefahren zu sein, das er kennt. 1000PS ist es gelungen ihm eine Reihe an Gebraucht-Berichten abzuluchsen, sodass ihr, von unserer Crew auf Deutsch übersetzt und da oder dort erweitert, in den Genuss seiner einzigartigen Erfahrungen kommt.

Autor

Bericht vom 18.01.2021 | 9.170 Aufrufe

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