Yamaha V-Max CMS

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Ein Bock wird kommen und mächtig austeilen.

Yamaha V-Max CMS

Bombage Deluxe

 

Cannes Moto Services (CMS) sitzen ganz im Süden Frankreichs, an der beliebten, zumeist sonnigen Cote d’Azur. Seit vielen Jahren ist das Unternehmen bekannt vor allem für seine charismatischen V-Max-Umbauten. Ein Großteil der Franzosen fährt seit Anbeginn der Zeitrechnung auf dieses Muscle-Bike ab. Gerade die Stadtneurotiker von Paris sind die absoluten V-Max-Fans und Freaks. CMS, in Mougins zwischen Cannes und Nizza ansässig, wissen das von jeher zu nutzen. Sie perfektionierten im Laufe der Jahre das Equipment an CNC-gefrästen und hernach auch verglasten Motordeckeln, Ansaugtrichtern, Lufthutzen-Attrappen, Zylinderkopfabdeckungen und Felgen, ja bis hin zu Aufsehen erregenden Schwingen für die immer breiteren Hinterräder.
 

Tiefe Einblicke dank Glasscheiben-Architektur


Auf den Shows der Pariser Tuningmesse
stellten sie Jahr für Jahr das Epizentrum der spektakulären Motorrad-Umbauten dar. Bis der eine von zwei Chefs vor vier Jahren einem tragischen Motorradunfall erlag. Daraufhin zog sich sein Kompagnon Aldo Martignomi erstmal zurück aus der Öffentlichkeit und fehlte dementsprechend seitdem in den vergangenen Jahren auf dieser wichtigen Messe. Doch das Leben geht weiter. Inzwischen rang sich auch Yamaha über den Umweg „MT-01“ endlich durch zu einer Neuschöpfung zum Thema VMAX. Mit all den Attributen, die so ein Macho-Bike schon immer ausmachte, samt brachialer Verpackung.

 

Nun aber nach über 20 Jahren technisch auf die Jetztzeit geeicht. Klar, mehr Hubraum und Druck mussten es sowieso sein. Und die Lufthutzen von damals als breite Muskelpartie übernehmen heute sogar den Zweck der Airbox-Befüllung. Also, mehr Kraft als schon vorhanden verlangte der CMS-Chef dem ersten VMAX-Umbau der neuen Generation nicht ab. Nur mehr eigener Esprit, die mehr eigene prägende Handschrift, die sollte dem fetten V-4-Boliden zu Gute kommen.
 

 

Wie es zu der smarten Brutalisierung der 2008er VMAX kam,
erzählt in Paris der eigens für dieses Kraftrad abgestellte Christophe Bonhomme. Der junge Mechaniker von Aldo Martignomi wirkt im ersten Moment ausnehmend schüchtern und zurückhaltend.

Auf die Frage, wie lange denn der Umbau gedauert habe, verliert der Mann schnell seine Scheu und es sprudelt förmlich aus ihm heraus. Bei seiner Geschichte über die Entstehung dieser VMAX geht er zurück bis zum Eintreffen der nagelneuen Maschine. „Der Chef hat mir erlaubt, sie einzufahren. Das habe ich natürlich genutzt, um mit meiner Frau hinten drauf eine kleine Tour zu fahren. Das war im Dezember letzten Jahres. Und aus den Fotos, die dabei entstanden, habe ich Sylvestergrußkarten gebastelt. Die Resonanz darauf war überwältigend.“ Christophe kann nicht verbergen, dass er eine wahre Freude daran hatte, weil ihn alle heftig beneideten. Braucht man wohl auch nicht eigens zu erwähnen, welch Ehre es für ihn war, gemeinsam mit seinem Chef diese VMAX umbauen zu dürfen. Der Stolz funkelt aus seinen Augen: Auf das Bike, auf seine Firma und auf seinen Chef. „Nun...“ beginnt er endlich die Umbauzeit zu beziffern, „Wir haben Anfang Januar damit begonnen und letzten Montag um Mitternacht, am Tag vor dem Aufbau hier in Paris, habe ich die letzte Schraube festgezogen. Und dann eben die 1000 km von Cannes hier her nach Le Bourget noch runtergerissen.“ Macht also insgesamt sechs aufregende und stressige Umbauwochen. Macht Christophe knapp gar nichts aus, schließlich war er vor drei Jahren nach einer abgeschlossenen Ausbildung zum Kfz-Mechaniker sogar bereit, seinen Wohnort vom Norden Frankreichs für seinen Arbeitgeber nach Südfrankreich zu verlegen. Mitsamt seiner kleinen Familie. Doch bei den Möglichkeiten, die sich bei solchen Umbauten bieten, mit Basis-Bikes dieser krassen Art, da hat der Vollblut-Mechaniker seinen Schritt eh nicht bereut. Und jetzt sogar diese ganz neue VMAX. Ein Bike, das einschlägt wie eine Pershing-II in den Mittelpunkt aller Eisen-Galaxien.

 

Christophe Bonhomme durfte sie nicht nur einfahren...

Der Perma-Überholer kraft Macho-Attitüden überzeugt mit all seinen CNC-gefrästen Abdeckungen rund um den Reaktor, der innerlich unverändert blieb. Ein üppiges Ensemble an wertigen Aluminiumteilen, teils mit tiefen Einblickmöglichkeiten dank Glasscheiben-Architektur, bringt den Big-Bock zum Blinken. Aber nicht protzig wie die Goldklunker an Gangsta-Boss Pimp-Daddy, eher stilsicher wie ein eleganter Beau Marke Charles Aznavour, der die Massen durch körperliche Fitness und stimmliche Qualitäten zu überzeugen weiß. Am Sound annähernd einem sonoren V-8-Triebwerk änderte CMS nichts. Der findet eh per Titan-Trompeten Zugang zu allen hörigen Gehörgängen.

Aber auch die kleinen optischen Schmankerln wie die Griffe, Hebeleien, Bremszylinder-Reservoir und Blinker von Rizoma passen quasi goldrichtig, elegant und pretiös ins Gesamtbild. Breitfüßig dagegen der Auftritt der Räder: Wenn nun schon eine fette Gabel mit 52 mm Gesamtdurchmesser zum Tragen kommt, die ein 120er Pneu am 18-Zoll-Vorderrad führt, dann darf auch hinten die breite Masse mehr bedient werden. 240 mm zeugen noch nicht vom Hüftgold der heutigen Muscle-Bikes an der hinteren Pelle. Da will Aldo mit Christophe demnächst noch forscher zu Wege gehen. Mindestens ein 300er Reifen soll dann imponieren können. Doch schon jetzt gehen die CNC-gefrästen, dreiteiligen Felgen aus dem Hause CMS voll an die Netzhaut, lassen noch breitere Gummis nicht unbedingt missen.

Yamaha V-Max CMS Slideshow


 

Insgesamt lässt sich die VMAX noch brachialer aufblasen, ohne Frage. Doch dazu wird ein radikaler Schwingenumbau von Nöten sein, der dann wie der Terminator in die Wirtschaftskrise einfahren wird. Hier ließen die Mannen von CMS stattdessen noch eine kostenübersichtliche Lackierung anbringen, um dem Eyecatcher-Modus noch den entsprechenden Lidstrich zu verpassen. Die sogar deutschsprachigen VMAX-Versteher aus Südfrankreich halten ein variabel zu schnürendes Aufmotzer-Paket für den Interessierten bereit. Einfach mal rein sehen auf die Website und dann das Familien-Tafelsilber dafür versilbern. Was auf die hohe Kante bringen, bringt heute eh nix mehr. Dann lieber stilvoll auf dieses Muscle-Bike setzen und prall den VMAX raushängen lassen.


 

Yamaha V-Max CMS 08 Datasheet

Motor Rahmen Räder / Reifen Zubehör Lackierung
Original Original Bridgestone Battlax BT 028, 3,5 Zoll - 120/70 R 18 M/C vorne und 7,5 Zoll - 240/40 VR 18 hinten, CMS-5-Speichen-Aluminium-Felgen, dreiteilig, CNC-gefräst. Rizoma Griffe, Blinker, Brems-/Kupplungszylinder-Reservoir. Front- und Heckfender Carbon, lackiert, CMS. Sämtliche Motordeckel und andere Abdeckungen aus Aluminium, teilweise mit Sichtfenster, CNC-gefräst, von CMS CMS und California Colors, rot mit Applikationen und Beschriftungen
 
Informationen Preis
Cannes Moto Services
60, Chemin de Font Graissan
F-06250 Mougins
Fon: 0033-(0)4 93 46 26 76
Fax: 0033-(0)4 93 69 44 73

Website: www.cannesmotoservices.com
E-Mail: info@vmaxfrance.com
 
auf Anfrage

 

Text: Sabine Welte
Fotos: Sabine Welte

Autor

sabinewelte

SABINEWELTE

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Bericht vom 30.06.2009 | 48.080 Aufrufe

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