Motorradmarkt Österreich 2025 rückläufig - Ausblick auf 2026
Warum der Zweiradmarkt 2025 verliert und 2026 Hoffnung macht
Der österreichische Markt für einspurige motorisierte Fahrzeuge zeigt 2025 einen deutlichen Rückgang. Nachwirkungen aus 2024, wirtschaftliche Unsicherheit und verschobene Käufe prägen das Bild. Gleichzeitig wächst der Bestand weiter und die Elektromobilität gewinnt erneut an Bedeutung.
Nachwirkungen aus 2024 prägen das Marktjahr 2025
Ein wesentlicher Grund für den Rückgang seien zahlreiche Euro-5-Tageszulassungen Ende 2024 im Zuge der Umstellung auf Euro 5+. Zusätzlich hätten verkaufsfördernde Maßnahmen aus dem Jahr 2024 den Markt vorgezogen und damit das Jahr 2025 belastet. Diese Effekte wirkten laut Arge 2Rad im aktuellen Jahr klar nach. Parallel dazu zeige sich jedoch eine positive Entwicklung am Gebrauchtfahrzeugmarkt, der um 3,5 Prozent gewachsen sei. Auch die Zahl der Lenkberechtigungen sei im Jahresvergleich gestiegen, was weiterhin auf ein grundsätzliches Interesse an motorisierten Zweirädern hindeute.
Mehr Führerscheine, aber Zurückhaltung beim Neufahrzeugkauf
Die Anzahl der ausgestellten Lenkberechtigungen habe 2025 erneut zugelegt. Besonders der A-Schein verzeichnete ein Plus von 4,6 Prozent. Auch die Klassen AM, A1, A2 und B111 zeigten im Vergleich zu 2024 leichte Zuwächse.
| Lenkerberechtigung | Anzahl 2024 | Anzahl 2025 |
| A | 12.770 | 13.363 |
| AM | 28.025 | 29.189 |
| A1 | 3.701 | 3.980 |
| A2 | 8.245 | 8.629 |
| B111 | 13.667 | 13.698 |
Gleichzeitig werde der Neufahrzeugmarkt durch die anhaltend schwierige wirtschaftliche Lage gebremst. Laut Arge 2Rad könnten viele Konsumentinnen und Konsumenten Investitionsentscheidungen verschieben oder bewusst auf den Gebrauchtmarkt ausweichen.
Bestand nähert sich der Millionengrenze
Trotz rückläufiger Neuzulassungen steige der Gesamtbestand weiter an. Bereits zu Jahresbeginn 2025 sind rund 970.000 einspurige motorisierte Fahrzeuge in Österreich unterwegs. "Wir gehen fest davon aus, dass 2026 die magische Marke von einer Million geknackt wird", so Karin Munk, Generalsekretärin der Arge 2Rad. Damit bleibe das Segment ein zentraler Bestandteil der Mobilität - sowohl im urbanen als auch im ländlichen Raum.
Deutlicher Rückgang bei den Neuzulassungen 2025
Insgesamt wurden 41.271 einspurige motorisierte Fahrzeuge neu zugelassen, was einem Minus von knapp 30 Prozent entspreche.
Marktzahlen im Überblick (2025):
- Gesamtmarkt: -30 % (41.271 Fahrzeuge)
- Moped (L1e) Verbrenner: -18 % (8.031 Fahrzeuge)
- Motorrad (L3e) Verbrenner: -32 % (30.745 Fahrzeuge)
- 125-ccm-Segment Verbrenner: -21 % (9.285 Fahrzeuge)
Diese Zahlen unterstreichen laut Arge 2Rad die starke Zurückhaltung im klassischen Verbrenner-Neufahrzeugmarkt.
Elektromobilität im Zweiradbereich wieder im Aufwind
Positiv entwickle sich hingegen der E-Zweiradmarkt, der 2025 insgesamt 2.495 Fahrzeuge umfasse. Besonders im urbanen Umfeld zeige sich eine zunehmende Bedeutung elektrisch angetriebener Zweiräder. Im Detail:
- E-Moped (L1e): -29 % (1.179 Fahrzeuge)
- E-Motorrad bis 11 kW: +1,5 % (1.248 Fahrzeuge)
- E-Motorrad über 11 kW: -7 % (68 Fahrzeuge)
Vor allem E-Motorräder im 125-ccm-Äquivalent würden laut Arge 2Rad an Bedeutung gewinnen. Der E-Mobilitätsbonus könne dabei als wirksamer Kaufanreiz fungieren. "Vor allem in Städten zeigt sich die Entwicklung sehr positiv", so Munk. Elektromobilität ermögliche es insbesondere jungen Menschen, umweltbewusst mobil zu sein, ohne auf Individualität zu verzichten.
Ausblick auf 2026
Im internationalen Vergleich zeige sich laut Arge 2Rad klar, wie wichtig einspurige Fahrzeuge für den urbanen Verkehr seien - etwa zur Stauvermeidung, Entlastung des Parkraums und Reduktion von Emissionen. Der Umstieg von einem Auto auf einen 125-ccm-Roller könne den CO₂-Ausstoß um rund 75 Prozent senken. Ein E-Roller verursache im Betrieb sogar keine CO₂-Emissionen.
Nach Abschluss der Euro-5+-Einführung und dem Abklingen der Nachwirkungen aus 2024 erwarte die Arge 2Rad für 2026 ein stabiles bis leicht positives Marktumfeld. Mit dem prognostizierten Überschreiten der Millionengrenze im Fahrzeugbestand bleibe der Zweiradmarkt ein relevanter Faktor für die Mobilität in Österreich.
moto-austria und Newchurch Summit als Branchentreffpunkte 2026
Auch abseits der reinen Marktzahlen bleibt die Zweiradbranche in Bewegung. Mit der moto-austria 2026 steht vom 6. bis 8. Februar in Wels Österreichs Leitmesse für motorisierte Einspurige am Kalender. Pünktlich zum Saisonstart soll die wichtigste heimische Zweiradmesse erneut als zentrale Plattform für Premieren, Innovationen und Branchen-Highlights dienen und Hersteller, Handel sowie Motorradfans zusammenbringen.
Im Sommer rückt dann der Event-Fokus in die Alpen: Vom 21. bis 28. Juni 2026 feiert THE NEWCHURCH SUMMIT seine Premiere in Neukirchen am Großvenediger - mit 1000PS als Veranstaltungspartner. Geplant sind unter anderem mehr Markenpräsenz, ein erweitertes Probefahrtangebot, zusätzliche Aussteller sowie spezielle Inhalte für Reiseenduro-Fahrerinnen und -Fahrer. Neukirchen bleibt dabei das Herzstück des Events, das 2026 als Plattform für Austausch, Erlebnisse und Motorradvielfalt positioniert wird.
Bericht vom 30.01.2026 | 2.098 Aufrufe