Haydens Honda-Nemesis

Der Weltmeister hat nach wie vor Probleme mit seiner Maschine und weiß auch nicht, wann diese gelöst werden sollen. Er hofft auf Honda.

Haydens Honda-Nemesis

Nicky Hayden ist im Moment nicht besonders glücklich damit, wie es für ihn in der MotoGP läuft. Schon bei den Tests hinkte er hinter der Spitze her und auch beim Saisonauftakt in Katar lief es mit Platz acht bei weitem nicht so, wie er sich den Start seiner Titelverteidigung vorgestellt hätte. Obwohl Honda ihm jede erdenkliche Hilfe zugesichert hat, um die Maschine seinen Ansprüchen anzupassen und damit das Vertrauen des Weltmeisters in die Maschine zu stärken, ist er frustriert. Vor allem die Vorderseite seines Motorrades passt ihm überhaupt noch nicht.

"Ich will nicht zickig sein oder Entschuldigungen suchen, aber es gibt noch immer viel Arbeit, um die Front meiner Maschine zu verbessern. Ich wundere mich, wie es nach wie vor möglich ist, dass wir noch immer an diesem Punkt stehen. Das ist frustrierend und zieht dich runter", erklärte er dem Magazin Motosprint.

Doch nicht nur die Vorderseite macht ihm Sorgen, sondern auch der Top Speed, was er vor allem in Katar merken musste. "Wir brauchen mehr Top Speed, daran gibt es gar keinen Zweifel. Auch ich wurde auf der Geraden von einer Ducati überholt; in meinem Fall war es Barros. Nachdem Alex an mir vorbei war, war es fast unmöglich, ihn wieder einzuholen. Außerdem, Yamaha ist in der gleichen Position wie wir. Nach Katar kann man also verstehen, was wir in den nächsten Rennen brauchen."

Und auch deswegen schickt er noch einmal einen Hilferuf an Honda, um bessere Teile zu bekommen. "Ich kann allen Aufwand der Welt betreiben, aber ich kann sicher nicht selbst damit beginnen, Teile für meine Maschine zu bauen. Voriges Jahr habe ich um Material gebeten, dass nie gekommen ist, aber ich habe wenigstens gute Resultate eingefahren, also habe ich das dann wieder vergessen", meinte er. Doch diesmal scheint das nicht so zu funktionieren. Durch die Unsicherheit mit der Front seiner Maschine, hat sich auch sein Fahrverhalten verändert.

"Mit dieser Maschine ist es im Moment so, als ob ich Stop-and-Go fahren muss, damit ich in die Kurven hinein und wieder hinaus komme. Bei einigen Kurven, die aufeinander folgen, muss ich es separat angehen; zuerst die eine, dann die andere weil ich sie nicht gemeinsam koordinieren kann. Wenn man mit der Vorderseite ein gutes Gefühl hat, dann ist es Spaß, wenn das fehlt, dann ist es ein Desaster", erklärte Hayden. Doch der Amerikaner sieht so bald keine Verbesserungen. Im Gegenteil, seinen Angaben zufolge, ist seine Maschine im Motorenbereich noch auf dem Stand der Testfahrten in Valencia, die nach dem Saisonabschluss im vorigen Jahr stattfanden.

So sagte er: "Ich habe bereits einige neue Teile für den Motor ausprobiert, aber jedes Mal sind wir wieder zu den alten zurückgegangen. Ich weiß, dass mir keiner glauben wird, wenn ich sage, dass ich immer noch die gleichen Teile verwende, die ich an Valencia hatte, aber das ist die Wahrheit." Doch ganz hat er den Glauben noch nicht aufgegeben. So ist er überzeugt, dass in Japan hart daran gearbeitet wird, um die Situation noch zu verbessern. "Sie stehen für keine Sekunde still und ich weiß, dass früher oder später jemand mit etwas Neuem auftauchen wird, dass die Situation radikal verändert."

In einem Punkt widerspricht er dem Managing Direktor von Honda Racing, Satoru Horiike, ganz eindeutig. Der hatte gesagt, dass die neue Maschine die ähnlichen Dimensionen der alten habe. Hayden meinte: "Ich will nicht die Gründe nennen, warum Honda so eine kleine und kurze Maschine gebaut hat. Voriges Jahr habe ich mich entschieden, bei Honda zu bleiben. Ich wollte nicht woanders hin und ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich nicht geglaubt hätte, dass wir mit der 800er auf einigen Strecken einen Vorteil haben würden." Zum Abschluss betonte er noch einmal, dass er trotz allem nach wie vor an Honda glaube und sagte etwas, das angesichts der Aussagen davor, wenig logisch erschien: "Ich werde meinen Mund halten, bis ich der schnellste Honda-Fahrer bin."

©adrivo Sportpresse GmbH
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Foto: ©Repsol YPF

Bericht vom 22.03.2007 | 1.567 Aufrufe

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