GasGas Offroad 2024

Wir testen die 2024 Enduros und MX Bikes in Spielberg

Wie auch bei den Konzernschwestern KTM und HQV erhalten nun auch die roten Enduros im Modelljahr 2024 ein kräftiges Update. Mit dem Upgrade werden aber auch die Unterschiede zu den beiden Schwestern deutlich ausgeprägter.

Werbung
powered by Honda Austria
Mehr erfahren

Alles neu bei den GasGas Enduros 2024

Wirklich gleich geblieben sind eigentlich nur die Modellbezeichnungen der GasGas Enduro Palette. Allerdings hat sich hier auch einiges getan, denn das Angebot hat sich um die EC 450F und die EC 500F erweitert. Lediglich eine EC 150 findet man derzeit noch nicht im GasGas Portfolio. Im Vergleich zum Modelljahr 2023 ist kein Stein auf dem anderen geblieben: neuer Rahmen, neue Motoren, neue Elektronik. Alle technischen Änderungen zum Modelljahr 2023 findet ihr in folgendem Businessnewsbericht: Link zu den technischen Änderungen

GasGas Enduro 2024 - Die Unterschiede zu KTM und Husqvarna

Für die Insider ist aber nicht die Frage, was sich zwischen den beiden Modelljahren getan hat, sondern vielmehr, wo die Unterschiede zu den Schwestermodellen EXC bzw. TE/FE liegen.

GasGas Enduro 2024 - Der Preis:

GasGas war schon von Beginn an die preiswerteste Marke unter der KTM-Haube. Mit dem Modelljahr 2024 wird der Preisunterschied aber noch prägnanter. Denn eine EC350F kostet 11.549€, die orange Schwester schlägt sich mittlerweile mit 12.449€ zu Buche, nochmal 200 mehr, nämlich 12.649€ sind für die Huskies zu bezahlen. Alle Preise sind inklusive Steuer und Nova, allerdings exklusive den Auslieferungskosten in Höhe von 300€. Somit liegt zwischen der GasGas und der Husqvarna ein Preisunterschied von 1.200€. Dieser Preisunterschied zieht sich durch die ganze Palette, wobei er sich bei den Zweitaktern auf nur 1.000€ beläuft.

GasGas Enduro 2024 - Das Fahrwerk

Sowohl KTM als auch HQV präsentieren dieses Jahr ihre neuen Enduromodelle mit den neuen XACT Federelementen aus dem Hause WP. Bei GasGas hingegen setzte man nur beim Federbein auf die neue Serie. An der Front wirkt weiterhin die XPLORE Gabel, die wir bereits aus den vorherigen Modelljahren kennen. Es wurden lediglich die Gabelbeine verlängert und an die Einstellungen für den neuen Rahmen optimiert. Auch wenn in der GasGas nun das "alte" Fahrwerk verbaut wurde, kamen alle Enduromodelle in unserem Test sehr stimmig rüber. Auch die "schwerere" Front, wie man sie von den 24ern KTM und Huskies kennt, ist bei den Roten nicht so stark ausgeprägt. Das Fahrwerkssetup der ECs wirkt sehr harmonisch und gut abgestimmt.

GasGas Enduro 2024 - Die Bremsen bzw. Kupplungsarmaturen:

Zugegeben, könnte ich die Komponenten frei wählen, würde ich wahrscheinlich zu Brembo anstatt zu Braktec greifen. Diese Entscheidung beruht aber eher auf der Bekanntheit der italienischen Marke sowie dem genauen Gegenteil bei Braktec. Denn bei unserem Test leisteten beide Bremsen hervorragende Arbeit. Gute Dosierbarkeit sowie ein stetig gleicher Druckpunkt sind für mich die wichtigsten zu erfüllenden Aufgaben, welche beide Bremsen und auch die Kupplung mit Bravour meisterten.

GasGas Enduro 2024 - Heckrahmen:

Ein weiterer Unterschied findet sich im Heck der neuen GasGas Enduromodelle. Während man bei KTM und HQV auf einen Composite Rahmen aus Alu/Kunststoff setzt, kommen die EC Modelle mit dem "klassischen" Aluheck. Auch wenn man bei der KTM nun hoch und heilig schwört, dass der neue Composite deutlich stabiler ist, setze ich bei mehrtägigen Einsätzen lieber auf die Aluvariante. Der Grund: einen verbogenen Alurahmen kann ich im Gelände notdürftig zurechtbiegen. Einen abgerissenen Composite jedoch nicht.

Die einzelnen Modelle im Test:

Bei unserem Test auf der Area 24 am Red Bull Ring hatten wir nur ein paar Modelle der 2024er GasGas Enduro Generation zum Probieren. Hier das Fazit unseres neuen Offroad Redakteurs Busty Wolter:

GasGas EC 300 2024:

Das Flaggschiff der Zweitakt-Enduros wurde für 2024 generalüberholt: neues Chassis, neuer Motor, neues Bodywork und eine neue Benzineinspritzung, die nun direkt im Drosselklappenkörper erfolgt, statt wie bisher im Ansaugkanal. Die neuen Enduros sind noch agiler geworden. Das macht sich bereits bei Gewichtsverlagerungen von einer zur anderen Seite bemerkbar. Noch mehr spürt man es aber bei Lastwechseln von hinten nach vorne, das Motorrad kippt etwas schneller nach vorne. Je nach Fahrsituation bringt das Vorteile oder man muss sich zum Teil auch erst mal daran gewöhnen. Der Motor spricht noch weicher an als bisher, was besonders im technischen Gelände, wo viel Feingefühl beim Klettern gefragt ist, noch besser ist. Doch weich heißt nicht kraftlos, denn das Drehmoment der 300er ist nach wie vor stark. Bei höheren Drehzahlen kommt dann die Spritzigkeit des Zweitakt-Triebwerks hervorragend zu Tage.

GasGas EC 250F 2024:

Die kleine Viertakt-Enduro macht viel Spaß und kann mehr, als man ihr im ersten Moment vielleicht zutraut. Der Durchzug des Motors überfordert einen nicht, und die Leistungskurve fühlt sich sehr linear an. Doch selbst in steileren Auffahrten klettert die EC 250F munter weiter, selbst wenn man zwischendurch den Schwung verliert. Ihre Traktion ist auch auf Wurzeln und Steinen beeindruckend. Auf rutschigem, glattem Boden in Sonderprüfungen kann man mit der 250F hervorragend fliegen lassen. Es ist nie zu viel Durchzug, aber auch nicht zu wenig. Die kleine Viertaktenduro ist vielleicht die eierlegende Wollmilchsau im Enduro-Lineup von GasGas, mit der jeder zurechtkommt, egal in welcher Enduro-Unterdisziplin man unterwegs ist. Auf dem neuen Bodywork kann man sich gut bewegen, und die Braktec-Bremsen funktionieren sehr gut.

GasGas MC 350F 2024:

Der neue GasGas Crosser mit 350 ccm hat mir sehr gut gefallen. Tatsächlich dachte ich im ersten Moment, ich säße auf einer 450er, so kraftvoll hat das neue Triebwerk angeschoben! Im Vergleich zur großen Schwester lassen sich die viele Leistung und das große Drehmoment aber noch beherrschen, und man sitzt auf keiner unkontrollierbaren Waffe. Auch vom Handling ist sie etwas agiler. Aber ich muss schon sagen: die 350er ist erwachsen geworden, denn vor ein paar Jahren konnte man noch nicht so bequem frühzeitig hochschalten und das Drehmoment für eine ruhige, aber schnelle Fahrweise nutzen. Und wenn man möchte, kann man den Motor nach wie vor hochdrehen lassen. Auch die WP-Fahrwerkskomponenten haben auf der MX-Strecke des Red Bull Rings gut funktioniert.

Die GasGas Enduro Modelle für das Jahr 2024 präsentieren sich als beeindruckendes Update mit zahlreichen Neuerungen. Trotz der gemeinsamen Plattform mit KTM und Husqvarna hebt sich GasGas durch spezifische Veränderungen hervor.

Mit dem Hinzufügen der EC 450F und EC 500F erweitert GasGas sein Angebot, während der Rest der Palette umfassend überarbeitet wurde. Der Fokus liegt auf neuen Rahmen, Motoren und Elektronik, was die Modelle von ihren Vorgängern deutlich abhebt.

Insbesondere der Preisunterschied zu den Schwestermarken KTM und Husqvarna macht GasGas weiterhin zu einer attraktiven Option.

Insgesamt zeigen die GasGas Enduro Modelle für 2024 eine gelungene Kombination aus Leistung, Vielseitigkeit und einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis, die sie zu einer ernstzunehmenden Option im Enduro-Segment macht.

Fazit: GASGAS EC 300 2024

Die überarbeitete EC 300 beeindruckt mit Agilität und starkem Drehmoment. Ideal für technisches Gelände.


  • Agilität
  • starkes Drehmoment
  • bärenstarker Motor
  • überfordert nicht so gute Fahrer

Fazit: GASGAS EC 250F 2024

Die vielseitige Viertaktenduro bietet linearen Durchzug und beeindruckende Traktion. Eierlegende Wollmilchsau im GasGas-Lineup.


  • Linearer Durchzug
  • Traktion
  • Keine signifikanten Schwächen festgestellt.

Fazit: GASGAS MC 350F 2024

Der kraftvolle 350er Crosser beeindruckt mit beherrschbarer Leistung und agilerem Handling. Eine erwachsene, kontrollierbare Maschine.


  • Kraftvolle Leistung
  • beherrschbares Drehmoment
  • agiles Handling.
  • Keine nennenswerten Schwächen gefunden.

Bericht vom 15.12.2023 | 7.805 Aufrufe

Empfohlene Berichte

Pfeil links Pfeil rechts