KTM 1290 Super Duke GT Test im Hyper-Touring Vergleich 2022

An den richtigen Stellen nachgebessert!

Geht es um Hyper-Touring darf ein Motorrad nicht fehlen: die KTM 1290 Super Duke GT. Die Power des Biests fließt durch ihre Adern, doch präsentiert sie sich tourentauglich und bereit für die Reise. Kann sie im Vergleich überzeugen?

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Ist das die finale Version dieser Super Duke GT Generation? Fotografen haben bereits erste Erlkönige einer 2024er GT gesichtet, was dafür spricht, dass das eventuell unser letzter Tango mit dem aktuellen Touring-Biest ist. Das Finale ist aber groß, den für das 2022er Modell wurde ordentlich nachgelegt. Aber reicht es gegen Aprilia Tuono V4, Kawasaki Ninja H2 SX SE und Suzuki Hayabusa?

Neues TFT-Display rundet das Elektronikpaket ab

KTM Motorräder sind im Allgemeinen für ihre umfangreichen Elektronik-Ausstattungen bekannt, auch wenn diese öfters nur mit einem Aufpreis zu finden sind. Dasselbe gilt auch für die 1290 Super Duke GT, das Highlight wird aber immer montiert: Das neue 7 Zoll Farb TFT-Display. Dieses stammt von der aktuellen Super Adventure S und bietet neben einer neuen Darstellung auch Turn-by-Turn Navigation, sowie wichtige Informationen wie den Reifendruck und die aktuelle Öl-Temperatur. Ansonsten sind dank 6-Achsen-IMU die Sicherheitsfeatures schräglagenabhängig, weitere Features wie Hill-Hold-Control, oder die Motorschleppmoomentregelung können via PowerParts zusätzlich bestellt werden. Das gilt auch für den Quickshifter+, den wir dringendst empfehlen - der Motor hat es nämlich verdient!

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Gewaltige Leistung in der KTM 1290 Super Duke GT

Lang lebe der LC8! Seit knapp 20 Jahren begeistert uns der KTM V2 - im Jahr 2022 ist er besser denn je. Ganze 175 PS bei 9.750 U/min und 141 Nm Drehmoment bei 7.000 Umdrehungen produziert der V2 mit 1.310 ccm Hubraum. Ab mittlerer Drehzahl erwacht das Aggregat und hat nur mehr ein Ziel: Den Horizont so schnell wie möglich zu erreichen. Unter 2.500 Umdrehungen ist die KTM aber leider etwas zickig, und verlangt nach der nächstniedrigeren Fahrstufe - nervig wenn man leise durch Ortschaften tuckern will, oder im falschen Gang aus der Spitzkehre herausfeuern möchte.

Dennoch überzeugt die 1290 Super Duke GT motorisch, denn die Vibrationen halten sich auf langen Autobahnetappen in Grenzen, dank verschiedener Fahrmodi und ausgereifter Elektronik bleibt die Leistung berechenbar und wenn das angepeilte Kurvenparadies erreicht ist, bläst der LC8 zum Angriff!

Verbrauch der KTM 1290 Super Duke GT

Touring bedeutet nicht nur Komfort auf Langstrecke und gelegentlichen Spaß im Kurvengeschlängel - auch der Verbrauch ist entscheidend. Wer möchte schon alle paar Kilometer stehen bleiben, um nachzutanken? Glücklicherweise können wir im Fall der KTM entwarnen! Mit einem Tankvolumen von 23 Liter kann die 1290 Super Duke GT einigen an Sprit mit sich ziehen, von dem sich der Motor - in Relation zum Hubraum - nicht einmal viel genehmigt. Bei unserer letztjährigen Tour durch Österreich konnten wir einen Verbrauch von knapp unter 6 l/100km erzielen was eine theoretische Reichweite von knapp 400 Kilometer ergibt.

Bequemer Tourer und wahres Sportgerät in einem Motorrad

Im Straßen-Segment der Mattighofner kann die GT durchaus als der Allrounder schlechthin bezeichnet werden. Das semiaktive WP APEX-Fahrwerk ist zwar in jedem Modus relativ straff abgestimmt, bietet aber dennoch genügend Restkomfort und Souveränität, sodass lange Tagestouren entspannt möglich ist. Der Windschutz ist gut, schließlich lässt sich das Windschild auch während der Fahrt leicht verstellen. Auch ergonomisch werden sich fast alle Fahrer auf ihr wohl fühlen, einzig die Sitzhöhe von 835 mm fällt etwas hoch aus.

Sind aber die Seitenkoffer, die per integrierter Halterung einfach montiert werden können, abgelegt und es geht um reinen Fahrspaß, wird die 1290 Super Duke GT zum puren Sportpaket. Im Fahrmodus Sport setzt die Elektronik die volle Leistung frei, strafft das Fahrwerk und senkt die Traktionskontrolle auf einen niedrigen Level. Der breite Lenker verwandelt sich zu einem Hebel der das Vorderrad präzise an den ausgewählten Scheitel dirigiert. In höheren Geschwindigkeiten verfügt sie zwar nicht über die Stabilität wie ihre Mitstreiter, doch das passt und definiert den Charakter der Super Duke GT.

Vaulis Senf zur KTM 1290 Super Duke GT im Hyper-Touring Vergleich 2022

Es ist immer wieder das Gleiche - ich bin die 1290er-GT schon länger nicht mehr gefahren, sehe sie an und komme zu dem Schluss, dass ich sie wegen ihrer eigenwilligen Optik nicht haben möchte. Dann steige ich auf, fahre mit ihr, steige ab und komme zu dem Schluss, dass ich sie trotz ihrer Optik unbedingt haben möchte! Die GT ist für mich so ein Motorrad, das die Quintessenz des Motorrads in sich trägt - ein Motor-Rad, dessen Triebwerk nun mal das Wichtigste an dem Ding ist. Es überwältigt mich immer wieder, wie spaßig und gut kontrollierbar dieses riesige V2-Triebwerk zur Sache geht. Das spürbare Ruckeln unter 2500 Touren kann zwar schon nerven und für einen Tourer ist das tatsächlich ein ziemliches No-Go, aus der Ortschaft raus ist man aber schnell wieder glücklich.

Bild von Vauli
Vauli

"Die KTM ist meine persönliche Siegerin des Hyper-Touring Vergleichs."

Natürlich macht der Motor alleine noch kein gutes Motorrad, die herrliche Kontrolle über den breiten Lenker und die aufrechte Sitzposition tragen enorm dazu bei und das umfangreiche Elektronik-Package reagiert zwar präzise, aber angenehm spät - typisch KTM, alles auf Fahrspaß ausgerichtet. Dass die KTM bei flotter Gangart nicht so stabil ist wie etwa die Aprilia Tuono V4 stört mich persönlich gar nicht, das macht die Sache nur interessanter. Für mich ist die KTM insgesamt die Siegerin des Hyper-Touring Vergleichs, da sie auch noch mit Touring-relevanten Features wie dem höhenverstellbaren Windschild und einer dezent integrierten Seitenkofferhalterung aufwarten kann.

Fahrendes Motorrad

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Wo positioniert sich die Super Duke GT im Hyper Touring Vergleich?

In unserem Vergleich konnten wir zwei Lager herauskristallisieren: Die klassischen Sporttourer in Form von Kawasaki Ninja H2 SX SE und Suzuki Hayabusa gegen die Crossover-Sporttourer in Form von Aprilia Tuono V4 und KTM 1290 Super Duke GT. Letzteres Duo - in diesem Fall die KTM - punktet vor allem mit der aufrechten Sitzposition und einem breiten Lenker. Das verschafft der Super Duke GT in engen Kurven einen deutlichen Vorteil, wenn es um die Handlichkeit geht. Es braucht weniger körperlichen Einsatz, um das Bike durch die kompakten Radien zu bewegen, was auf lange Dauer Kraft spart. Schließlich profitiert sie im Jahrgang 2022 zusätzlich von den leichteren Felgen, die sie vom Naked Bike Super Duke R übernommen hat.

Fazit: KTM 1290 Super Duke GT 2023

Ihren Fokus legt die KTM 1290 Super Duke GT ganz klar auf Sport in Sporttouring, kann aber auch mit ihren Langstreckenqualitäten überzeugen. Im Modelljahr 2022 wurden unter anderem mit dem neuen TFT-Display die richtigen Schritte gesetzt, um sie zu modernisieren, ohne den brutalen Charakter - den ihre Besitzer schätzen - zu verlieren. Wer einen wahren Allrounder sucht und sich nicht an der Optik stört, kann mit der KTM 1290 Super Duke GT nichts falsch machen!


  • Kraftvoller Motor
  • Agiles Handling
  • 7 Zoll Display
  • Sitzposition
  • Komfort
  • höhenverstellbares Windschild
  • Ruckeln unter 2.500 U/min
  • Optik eigenwillig:Schaltassitent aufpreispflichtig

Bericht vom 01.07.2022 | 5.452 Aufrufe

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