KTM 990 SMT: Rückblick auf eine emotionale Legende
Retrotest – Fahrspaß pur bis heute?
Die KTM 990 SMT war eine Ausnahmeerscheinung. Heute, Jahre später, zeigt sich: Der Fahrspaß ist geblieben – und die Community weiß das mehr denn je zu schätzen.
Ein Sommertag im Schwarzwald: Der Anfang einer besonderen Beziehung
Es war Ende Juni 2011, als die 1000PS Crew mit der KTM 990 SM-T den Schwarzwald unter den ContiSportAttack nahm. Was sich damals als reine Supermoto mit Tourenambitionen präsentierte, wurde schnell zu einem der emotionalsten Motorraderlebnisse. Die erste Begegnung war elektrisierend: Der V2-Motor brüllte los, als hätte er jahrelang geschwiegen. Schon beim ersten Gasstoß wurde klar, dass hier nicht einfach ein Motorrad getestet wurde, sondern ein Charakter, der sich nicht zähmen lassen wollte.
Die KTM 990 SM-T war damals eine Mischung aus Wahnsinn und Alltagstauglichkeit. Abgeleitet von der wilden 950 SM, aber mit kleinen Tourenzugeständnissen wie Handguards, Windschild und ABS, täuschte sie kurz Normalität vor. Doch wer ihr zu nah kam, spürte: Hier pulsiert der Geist reiner Fahrfreude, unverfälscht und kompromisslos.
Der erste Eindruck: Eine wilde Schönheit mit Manieren
Der 999 cm³ große LC8-V2-Motor war das Herzstück dieser Maschine. 116 PS auf Abruf, ein nutzbarer Drehzahlbereich von 3.000 bis 9.500 U/min und darunter eine leichte Sturheit, wie man sie von Charakterköpfen kennt. Die SM-T war keine Maschine für Stadtverkehr oder zum Flanieren - sie forderte Kurven, forderte Haltung und Spiel mit der Schwerkraft. Besonders eindrucksvoll zeigte sich das Zusammenspiel aus bissigen Bremsen, dem straffen WP-Fahrwerk und dem fein abgestimmten ABS, das sich dezent im Hintergrund hielt. Zwar sorgten die langen Federwege für etwas Unschärfe am Grenzbereich, doch wer mit Gefühl fuhr, entdeckte eine neue Dimension des Kurvenspaßes. Die SM-T war kein Mittelmaß, sondern ein Statement. Ein Motorrad, das nicht fragte, ob man bereit sei - es fuhr einfach los.
Community-Rückblick: Die Legende lebt weiter
Fast 14 Jahre später lebt die KTM 990 SM-T in der Motorrad-Community weiter. In Foren, sozialen Medien und ind YouTube-Kommentaren ist die Begeisterung spürbar. Kaum ein anderer Vertreter dieser Bauart wird so oft mit den Worten "unverkäuflich" oder "für immer" beschrieben. Die Erfahrungen der Langzeitnutzer zeichnen ein klares Bild: Der LC8-Motor gilt als zuverlässig, wenn er gepflegt wird. Regelmäßige Ölwechsel alle 7.500 Kilometer und Ventilspielkontrollen im 15.000er-Rhythmus sind Standard. Kritisch beäugt werden vor allem Steuerkettenspanner und Benzinpumpe früher Baujahre, doch mit vorausschauender Wartung lassen sich diese Schwachstellen entschärfen. Viele berichten von Laufleistungen jenseits der 70.000 Kilometer, vereinzelt sogar über 100.000 - ohne Substanzverlust.
Produkttipps
Kultstatus durch Charakter: Zwischen Schrauberliebe und Alltag
Ein zentrales Thema ist die mechanische Ehrlichkeit der Maschine. Die KTM 990 SM-T kommt ohne elektronische Fahrhilfen, ohne Schnickschnack, aber mit einer klaren Einladung zur aktiven Auseinandersetzung. Die Sitzposition passt besonders für Fahrer um die 1,80 m, die Ergonomie ist sportlich-entspannt. Der Windschutz bleibt begrenzt, doch genau das wird oft positiv hervorgehoben denn es erinnert daran, worum es beim Motorradfahren wirklich geht.
Auch das Fahrwerk zeigt sich im Alter standfest. Die Ersatzteillage ist solide, Verschleißteile wie Bremsbeläge oder Kettensätze sind gut verfügbar. Bei Rahmenteilen oder Motorkomponenten wird es kostenintensiver, doch die Community ist aktiv: Tauschbörsen, Reparaturanleitungen und Erfahrungswerte helfen, auch komplexere Eingriffe selbst durchzuführen.
Marktentwicklung: Nischenmodell mit wachsender Nachfrage
Auf dem Gebrauchtmarkt bleibt die 990 SM-T ein begehrtes Nischenmodell. Zwischen 5.500 und 7.500 Euro rangieren die Preise für gepflegte Maschinen. Besonders gesucht sind spätere Baujahre mit ABS und vollständiger Servicehistorie. Viele Besitzer geben ihre Maschine nur ungern ab, was das Angebot begrenzt, aber die Qualität der erhältlichen Exemplare erhöht. Aktuelle Angebote findet ihr hier: KTM 990 SMT kaufen.
Die SM-T heute: Ein Geheimtipp für Unangepasste
Auch heute noch ist die KTM 990 SM-T ein Motorrad, das mehr ist als die Summe seiner Teile. Sie begeistert mit roher Kraft, direktem Feedback und einem Konzept, das sich nie dem Mainstream beugte. Während viele Modelle der Übergangszeit zur Digitalisierung heute technisch überholt wirken, hat die SM-T genau deshalb ihren Reiz behalten. Sie ist ein Motorrad für Puristen. Für Fahrer, die weniger Knöpfe und mehr Kurven wollen. Für Menschen, die kein TFT brauchen, sondern ein Pulsieren im Lenker. Die auf das Notwendige reduziert unterwegs sein wollen und dafür bereit sind, selbst Hand anzulegen. In einer Welt voller Assistenzsysteme und Komfortfunktionen ist die 990 SM-T ein Relikt - und gerade deshalb relevanter denn je.
Fazit: KTM 990 Supermoto T 2011
Die KTM 990 SM-T bleibt eine Ikone für all jene, die Emotionen über Vernunft stellen. Ihr explosiver Charakter und die tourentauglichen Zugeständnisse machen sie zu einer seltenen Verbindung aus Spaßmaschine und Alltagstalent. Auch heute noch ist sie ein Geheimtipp für Individualisten mit Benzin im Blut.- kraftvoller V2-Motor
- hochwertiges Fahrwerk mit langen Federwegen
- starke Bremsen mit radial montierten Sätteln
- gutes ABS-System
- hoher Fahrspaßfaktor
- eingeschränkter Windschutz
- ruppiges Ansprechverhalten unter 3.000 U/min
- leicht schwammiges Feedback bei sportlicher Fahrweise
Bericht vom 28.11.2025 | 5.907 Aufrufe