Hyper Naked Bike Vergleich 2021 - Aprilia Tuono V4 1100 Factory

Die fesche Italienerin gegen BMW, Ducati, Kawasaki, KTM, Triumph

Die Königsklasse unter den Naked Bikes! Mit bis zu 208 PS(!) darf man getrost von Hyper-Naked Bikes sprechen, denn wirklich schwach ist keine in unserem Sextett und die Performance ist bei allen phänomenal. Gewiss nicht die Stärkste, mit ihren edlen Komponenten allerdings nach wie vor eine der Sportlichsten ist die nun noch hübschere Aprilia Tuono V4 1100 Factory. Aber bekommt sie damit auch die meisten Punkte in unserem nackten Wahnsinn?!

Die Aprilia Tuono V4 Factory ist wie ein guter, italienischer Wein - je länger sie reift, desto besser wird sie! Wobei man die Tuono natürlich nicht wirklich mit einem edlen Tropfen vergleichen kann, der völlig ohne Zutun immer besser wird, die Ingenieure haben vor allem bei der aktuellen 2021er-Tuono V4 gründlich Hand angelegt. Die Änderungen für die Euro5-Norm führen dazu, dass die Elektronik nun wie bei vielen Konkurrentinnen noch besser funktioniert und ein angenehmeres Ansprechverhalten bewirkt. Besonders viel wurde an der Optik geschliffen, die große Tuono ist durch die Annäherung an die Tuono 660 zumindest an der Front nun endlich ganz neu. Zur Beruhigung aller Tuono V4-Fans sei aber an dieser Stelle erwähnt: In ihrem Wesen ist diese italienische Hyper-Nacktheit immer noch die Gleiche.

Die Aprilia Tuono V4 1100 Factory ist die Zweitschwächste - fährt trotzdem vorne mit!

Begonnen beim Motor, der nach wie vor 175 PS bei 11.000 Umdrehungen leistet und damit die Aprilia Tuono V4 1100 Factory nach der BMW S 1000 R mit 165 PS am Papier zur Zweitschwächsten macht. An Power mangelt es ihr dennoch nicht, die Aprilia marschiert schon sehr zielstrebig vorwärts. Das Drehmoment ist in diesem hochkarätigen Vergleich ebenfalls lediglich der BMW mit 114 Newtonmeter überlegen, die 121 Newtonmeter bei 9000 Touren der Tuono V4 sind aber alles andere als schwach einzustufen. Allerdings kommt sie immer noch nicht völlig unbeschwert aus dem Drehzahlkeller und will brav gedreht werden.

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Feinste Komponenten an der Aprilia Tuono V4 1100 Factory

Das ist mitunter auch der Grund, warum ich der Aprilia Tuono V4 1100 Factory nur zwei Punkte gegeben habe. Sie fordert mich abgesehen von der Ducati Streetfighter V4 S am meisten in diesem Sextett. Das Ansprechverhalten des Motors ist mir im direkten Vergleich mit den Konkurrentinnen immer noch zu harsch und das ganze Handling der Maschine beschert mir ganz einfach mehr Arbeit als bei den anderen. Für sich betrachtet ist die Tuono V4 vor allem als Factory mit dem absolut edlen, elektronisch verstellbaren Öhlins-Fahrwerk natürlich extrem präzise und hochwertig, aber mich persönlich können einige andere Maschinen in diesem nackten Wahnsinn noch mehr begeistern. Von den fünf anderen Testern bekommt die Aprilia aber ohnehin durchwegs drei oder gar vier Punkte - was ihr zum 2. Gesamtrang verhilft!

Die Wertung der sechs Fahrer für die Aprilia Tuono V4 1100 Factory:

Zonko 4, Tibor 3, Mex 3, Poky 3, Vauli 2, Nils 3. Insgesamt 18 Punkte von 24 möglichen Punkten (maximal 4 Punkte pro Fahrer). Die Aprilia ordnet sich damit zusammen mit einer Konkurrentin (Ducati Streetfighter V4 S oder KTM 1290 Super Duke R) auf dem ausgezeichneten 2. Platz in diesem Vergleich ein.

Zonkos Meinung zur Aprilia Tuono V4 1100 Factory:

Auch 2021 ist für mich der Werksthunfisch im harten Kampf der Hypernakeds in Führung. Der Euro 5 Motor hat nichts von seiner Stärke verloren, ist aber deutlich leiser geworden - trotz schlankeren Auspuffs. Die weiter verfeinerte Elektronik ist top. Das für mich Entscheidende ist aber, dass Chassis, Geometrie und Fahrwerk immer noch den Spagat zwischen sportlicher Landstraßenfahrt und Rennstrecke perfekt schaffen. Werksthunfisch forever! Volle vier Punkte.

Tibors Meinung zur Aprilia Tuono V4 1100 Factory:

Die Tuono ist für mich die Klassenbeste in Sachen Motorsound. Sitzposition ist komfortabel bis auf den Knieschluss am Tank, da brachte ich meine Radlbeine schwer unter. Die guten Fahreindrücke stechen die langweilige Optik.

Mex´s Meinung zur Aprilia Tuono V4 1100 Factory:

Geht es schnell zur Sache, ist der Werksthunfisch auch in der jüngsten Evolution 2021 eine Macht. Sie bleibt den Tugenden der Vorgängerin treu. Kein anderes Bike liefert eine so transparente Rückmeldung über die Front. Die Tuono kann dadurch extrem präzise am Kurveneingang platziert werden und liegt auch so satt wie keine Andere im Radius. Das macht sie zur perfekten Wahl für Freunde des schnellen Fahrens und Trackday-Fans. Die Sitzposition ist, sowohl durch die frontorientierte Oberkörperhaltung, als auch durch den spitzen Kniewinkel spürbar fordernder als bei den anderen Bikes im Testfeld. Für lange Touren gibt es dadurch sicherlich besser geeignete Geräte. Apropos Langstrecke: Trotz größtem Tankvolumen ist sie das Bike mit der geringsten Reichweite. Aber hey, wer nörgelt bei solchen Fahrleistungen schon über den Spritverbrauch, denn Fahrwerk, Bremse, Assistenzsysteme, etc. alles agiert auf absolutem Referenz-Niveau. Dass der Aprilia Motor "nur" 175 Pferde beherbergt, merkt man im Vergleich zur Konkurrenz auf der Landstraße kaum. Der V4 liefert in jeder Lebenslage ordentlich Druck und gibt diesen wunderbar berechenbar ans Hinterrad. Der Motorsound ist ebenfalls ein Traum, präsent und rau aber nicht aufdringlich. Stellt sich abschließend für mich die Frage, was die neue Factory wirklich besser kann als das Vorgängermodell? Klar, in Sachen Optik spielt sie für meinen Geschmack ganz vorne mit, eine sehr gelungene Überarbeitung. Auch die neue Unterzug-Schwinge versprüht Hightech-Rennsport-Charme, doch wer mit der alten Tuono glücklich ist, muss nicht zwingend auf die neue umsteigen.

Gebrauchte und neue Aprilia Tuono V4 1100 Factory Motorräder

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Pokys Meinung zur Aprilia Tuono V4 1100 Factory:

Endlich ein neues G´schau für die Aprilia Tuono V4 Factory und gut schaut sie aus! Wenn die LED-Frontscheinwerfer im Rückspiegel auftauchen, heißt es Platz machen, die Leistung von immer noch 175 PS wird im Drehzahlkeller zögerlich aber beim Hochdrehen infernalisch abgegeben. Dazu kommt das stabilste Chassis und das gemeinsam mit der Ducati beste Fahrwerk im Vergleich. Nur die ganz engen Kehren liegen der Tuono nicht, dafür gibt es bei der Konkurrenz geeignetere Motorräder. Die rennstreckenorientierte Auslegung verhindert die volle Punktzahl in unserem Landstraßentest.

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NastyNils´ Meinung zur Aprilia Tuono V4 1100 Factory:

Die Aprilia Tuono V4 Factory blieb auch 2021 ihrer Linie treu. Sie ist einem stabilen Superbike sehr nahe und bietet dabei eine einigermaßen aufrechte Sitzposition an. Sie ist somit immer noch die beste Schnittmenge aus sportlich perfekter Präzision und Fahrkomfort. Im direkten Vergleich wirkt sie nicht mehr so spektakulär wie früher mal, aber bei den Fahrleistungen überzeugt sie immer noch voll und ganz.

Hier geht´s zu den Neu- und Gebrauchtpreisen der sechs Hyper-Naked Bikes in unserem nackten Wahnsinn!

Fazit: Aprilia Tuono V4 1100 Factory

Der Motor der neuen Aprilia Tuono V4 1100 Factory gewinnt zwar durch die Änderung auf die Euro5-Konformität an Präzision, bleibt im Wesen aber unverändert - ein potenter Geselle, der gedreht werden möchte! Auch das Handling bleibt sportlich und fordernd, gemütlich können´s ruhig die anderen angehen. Das elektronisch verstellbare Öhlins-Fahrwerk werkt ausgezeichnet und das Elektronik-Paket ist State-of-the-Art. In Sachen Optik orientiert sich die neue Tuono V4 1100 Factory nun an der kleinen Tuono 660, vor allem die Front mit den hochgezogenen LED-Tagfahrleuchten sieht hinreißend aus. Insgesamt also ein großartige Evolution eines ohnehin guten Motorrads.


  • kräftiges V4-Triebwerk
  • herrlicher Sound
  • sportliche Sitzposition
  • ausgezeichnetes, elektronisches Öhlins-Fahrwerk
  • umfangreiches Elektronik-Package
  • hübsche Optik
  • lässt sich aus dem Drehzahlkeller etwas bitten

Bericht vom 25.05.2021 | 7.275 Aufrufe

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