Kawasaki ZX6-R TuneUp - 600er für die Rennstrecke

Fahrwerk, Bremspumpe und Co. modifiziert

Normalerweise hinter der Kamera wagt sich Kollege Armin ans Mikrofon und stellt sein Trackday Bike 2020 vor - die Kawasaki ZX6-R. Ausgestattet mit Öhlins Fahrwerk und Magura Bremspumpe lässt das Bike bei ambitionierten Rennstrecken Einsteiger keine Wünsche offen.

Ich muss schon zugeben - als ich das erste mal die Kawasaki ZX6-R im Herbst 2019 auf der Rennstrecke ausführen durfte, war ich noch nicht vollends überzeugt. Wobei der Vollständigkeit halber erwähnt sei, dass mein Erstkontakt mit der ZX6-R nicht im Winkelwerk des Pannoniarings stattfand, sondern auf dem verhältnismäßig schnellen Slovakiaring. Aber was solls, einen Versuch ists ja wohl wert. Als dann der Tag gekommen war stieg auch meine Vorfreude - Reifenwärmer drauf, Motorrad warmlaufen lassen - los gings. Doch diese Entscheidung wurde mir - oder genauer gesagt meinem Geldbeutel - gleich in der ersten Runde zum Verhängnis.

Startschuss Tuneup 2020

Denn bereits nach dem ersten Turn war meine Entscheidung gefallen - wenn ich für die nächste Rennstrecken Saison optimal gerüstet sein will, muss die Kawa in meine Garage. Das leichte Handling und die für mich optimale Sitzposition hatten mich sofort überzeugt. Sämtliche Bedenken hinsichtlich zu geringer Leistung oder Ähnlichem waren ebenfalls wie weggeblasen - die 131PS der ZX6-R waren und sind nach wie vor mehr als ausreichend. Nach einem wunderbaren Rennstrecken Tag im Herbst 2019 war die Entscheidung also gefallen und ich kontaktierte sofort Kawasaki Deutschland, um mir diese Perle unseres Pressefuhrparks zu sichern. So kam es dann, dass ich sie nur wenige Wochen später auch offiziell mein Eigen nennen durfte. Sofort stand natürlich die Frage nach etwaigen Tuningmaßnahmen im Raum - muss es denn überhaupt ein teures Fahrwerk oder Tuningteile aus dem Zubehörprogramm sein? Oder ist die ZX-6R bereits serienmäßig vollkommen ausreichend bestückt?

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Wo hat die Kawasaki noch (Zubehör)Bedarf ?

Da ich selbst was konkrete Anbauteile betrifft über überschaubare Erfahrung verfüge, habe ich mir den Rat unsers bereits äußerst Tune-Up erfahrenen Mex geholt und ihm meine Rennstreckenerfahrungen geschildert. Da war einmal die etwas intransparente Bremse. Da das Nadelöhr hier wohl kaum die 310mm Doppelscheiben sind, war der Bedarf schnell ausgeforscht - eine neue rennstreckentauglichere Bremspumpe musste her. Meine Entscheidung fiel hier auf die Magura HC-3 - so viel vorweg, ein guter Griff. Doch ganz glücklich war ich noch immer nicht, das Fahrwerk (vor allem die Gabel) war mir noch ein Dorn im Auge. Hierbei möchte ich aber erwähnen das diese bereits serienmäßig bei weitem keinen schlechten Job macht - im Gegenteil. Im Landstraßen-Einsatz war ich vom Kompromiss zwischen sportlich und tourentauglich durchaus angetan. Doch da das neue Zuhause der Kawasaki die Rennstrecke sein wird, war mein Ziel sie auch optimal dafür zu rüsten. Da sich meine Erfahrung mit entsprechenden Fahrwerken aber eher in Grenzen hielt, war wieder die Meinung meines geschätzten Kollegen gefragt. So kam es das meine endgültige Entscheidung dann auf einen der wohl bekanntesten und renommiertesten Hersteller in diesem Bereich fiel - Öhlins.

Der Umbau der 2019er ZX-6R zum Rennstrecken-Bike und die erste Ausfahrt

Nach einem gefühlt ewig langen Winter und regelmäßigen Garagenbesuchen bei meiner ZX-6R stieg die Vorfreude auf die Rennstreckensaison 2020 langsam ins Unermessliche. Als dann endlich mit Anfang März sämtliche Zubehörteile ebenfalls bei Martin Bauer von MB Bikeperformance zum Umbau bereit lagen war es kaum noch auszuhalten. Doch da war ja noch etwas, etwas das uns allen einen gründlichen Strich durch die Rennsaison 2020 machen sollte - der erste Lockdown. Damals rückte die Kawasaki dann für ein paar Wochen zugegebenermaßen in den Hintergrund. Als sich die Situation langsam beruhigte und der Tune-Up Partner unseres Vertrauens - MB Bikeperformance - wieder öffnen durfte, war es soweit. Endlich bekam die ZX-6R ihre neuen Teile montiert:

Nun hieß es aber wieder warten, denn wie wir alles wissen war damals die Ausreise aus Österreich nur schwer möglich, an Veranstaltungen im Ausland somit nicht zu denken. Erst im Juli war es dann soweit - der für mich erste Termin und die erste Möglichkeit mein frisch umgebautes Trackday Bike bei den 1000PS Bridgestone Trackdays auszuführen.

Fazit zum TuneUp Kawasaki ZX-6R

Dieser Termin führte mich dann sozusagen auf unsere Haus- und Hofstrecke, den Pannonia Ring. Angekommen ging es umgehend los und ich durfte die Kawasaki das erste mal im neuen Rennstrecken-Trimm ausführen. Die Begeisterung war schon wie im letzten Jahr bereits nach den ersten Runden groß. Durch das neue Fahrwerk und die Bremspumpe fühlte sich das Motorrad vor allem am Kurveneingang, in den Anbremsphasen, deutlich stabiler an. Im letzten Jahr war es das Heck, das bei starken Bremsmanövern dazu neigte etwas leicht zu werden. Durch den üppigen Einstellbereich an der neuen Öhlins Cartridge und durch die Hilfe von MB Bikeperformance war hier nach dem ersten Turn schnell ein Setting gefunden, welches das diesbezügliche Verhalten nochmal deutlich verbesserte. Damit war dann auch mein eigentlich einzig echtes Problem an der Kawasaki gelöst. Denn was ich wollte, war ein Trackday Bike welches unkompliziert ist und bereits ab der ersten Runde für mich wunderbar funktioniert - gerade da ich eher ein Gelegenheits-Trackdayfahrer bin und Rundenzeiten nebensächlich sind. Neben der unendlich geilen Optik der CNC gefrästen Bremspumpe und des goldenen Öhlins Federbeins war es daher für mich hauptsächlich der Wohlfühlfaktor am Motorrad welcher für mich stimmen musste und genau das tut er.

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Bericht vom 12.11.2020 | 4.888 Aufrufe

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