2020er Ducati Monster 1200 S im Landstraßen Test

Die italienische Naked Bike Ikone mit unverkennbaren Power-Punch!

Mehrere Tage waren Juliane, Tibor und Dennis in Deutschland für Euch unterwegs, um der Ducati Monster 1200 S auf den Zahn zu fühlen. Wie hat sich “die größte aller Monster-Modelle” in unserem Test geschlagen und womit kann das klassische Italo Naked Bike auf der Landstraße punkten? Ist die Monster 1200 S in Zeiten von Hyper Naked Bikes mit mehr als 200 PS nach wie vor ein echter Muskelprotz?

Ducati Monster 1200 S - Das S steht für (Fahr) Spaß!

Während unseres mehrtägigen Tests in der deutschen Eifel gab es wohl kaum ein anderes Bike, auf dem man sich direkt nach dem Aufsteigen so wohl gefühlt hat und gleichzeitig von den puren Emotionen überwältigt wurde. Die Sitzhöhe der Monster 1200S, welche übrigens leicht verstellbar ist, beträgt angenehme 795 - 820 mm. Das Resultat ist gleichermaßen praktisch als auch überzeugend. Du sitzt mitten im Motorrad und fühlst dich sofort wohl. Das klassische Gefühl von einem Naked Bike überkommt dich und genau in diesem Moment weißt du, warum du dich für eine Monster entschieden hast.

Unser Blick schweifte sofort nach dem Aufsitzen über das Cockpit und spätestens in diesem Moment ist einem klar, dass man gerade auf einem Edel-Naked Bike der italienischen Designschmiede Ducati sitzt. Die Verarbeitungsqualität ist ausgezeichnet und egal worüber man zuerst den Blick schweifen lässt, laden die tollen Design Elemente zum Verweilen ein. Sei es die kleine italienische Flagge über dem 1200 S Schriftzug oder eben das “Quicklock” Feature des Tanks, was Euch eine schnelle Demontage und Montage erlaubt. Übrigens ist der vordere Kotflügel der Monster, mit dem S in der Modellbezeichnung, aus edler und leichter Kohlefaser gefertigt - ein echter Hingucker.

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Ducati Monster 1200 S Elektronik und Dashboard:

Das moderne TFT-Farbdisplay der Monster kann mit guter Ablesbarkeit auch bei direkter Sonneneinstrahlung punkten und ermöglicht dir des Weiteren eine individuelle Einstellung. Du kannst zwischen den verschiedenen Darstellungsmöglichkeiten Core, Full und Track umschalten, um den dir bevorzugten Anzeigestil auszuwählen - TOP! Auch die elektronische Ausstattung der 1200 S ist für ein Naked Bike sehr gut. Dabei ist sowohl die normale Monster 1200, als auch die S-Version serienmäßig mit dem Ducati Safety Pack, bestehend aus; Bosch IMU, Bosch ABS 9.1 MP Cornering, Ducati Traction Control, Ride-by-Wire und Ducati Wheelie Control ausgestattet.

Die DTC kann übrigens in jedem der drei Fahrmodi nochmal individuell angepasst werden, sodass es möglich ist deinen eigens definierten Fahrmodi zu genießen. Es bedarf jedoch einen kleinen Moment an Zeit in die tieferen Einstellungen der einzelnen Riding Modi zu gelangen.

Wichtige Sicherheitsausstattungen, wie ein aktuelles Kurven-ABS und die achtstufige verstellbare Ducati Traction Control, sind mit an Bord. Die drei Riding Modi (Sport, Touring, Urban) in Kombination mit der Ducati Wheelie Control und dem Quickshifter, sorgen für ein harmonisches Zusammenspiel auf der Landstraße oder spritzigen Beschleunigungsorgien mit viel Schräglage und Grip! Übrigens: im Urban Fahrmodus ist die Leistung der Monster auf 100 PS reduziert und auch die Traktionskontrolle, sowie das ABS arbeiten sehr soft. Also auch bei schlechten Witterungsverhältnissen wird dir auf Wunsch nochmal zusätzlich unter die Arme gegriffen. In den anderen beiden Fahrmodi gibt es die vollen 147 PS!

Ducati Monster 1200 S - Einstellmöglichkeiten wie beim Supersportler

Selbst das Bosch Kurven-ABS ist in drei verschiedenen Einstellungsvarianten, jeweils an die drei Fahrmodi gekoppelt und erlaubt es die Bremsdynamik der Brembo Bremsanlage grundlegend zu verändern.

In der sportlichsten ersten Stufe des Kurven-ABS, erlaubt das System ein Ausbrechen und Abheben des Hinterrads - maximale Bremsperformance ist also möglich (Vorsicht)! Dennoch arbeitet das ABS nach wie vor am Vorderrad und erlaubt die Bremskraft den radial verschraubten Brembo Monoblock 4-Kolben M50 Sätteln maximal auf den 2x330 mm halbschwimmenden Bremsscheiben zu ankern.

In Stufe 2 haben wir eine ausgewogene Balance zwischen Vorder- und Hinterrad ABS Funktion “erfahren” können, die sich hervorragend für den normalen sportlichen Fahrstil eignet. In Stufe 3 merkt man ein ganz deutliches und frühes eingreifen der Elektronik in das Bremsverhalten. Für den normalen Fahrbetrieb fast schon “zu sicher” ausgelegt, bietet es dennoch den großen Vorteil gerade bei schlechten Fahrbahn- und Witterungsverhältnissen viel Sicherheit.

Auch die DWC (Ducati Wheelie Control) ist achtfach einstellbar und hat uns im Fahrbetrieb ein breites Grinsen ins Gesicht gezaubert. Möchtest Du gerne mal mit dem Vorderrad abheben - kein Problem. Bleibst Du lieber gerne mit dem Rad auf dem Boden der Tatsachen - auch kein Problem!

Fahrwerk und Motor des Ducati Giants - Öhlins und Leistung satt!

Stichwort Grip, dieser wird natürlich nicht nur durch die elektronischen Assistenzsysteme der Duc erzeugt, sondern wird vor allem durch das gut abgestimmte Fahrwerk in Kombination mit der harmonisch passenden Serienbereifung (Pirelli Diablo Rosso III) aufgebaut! Auffällig in der S-Version ist das 3 Y-Speichen Design.

Die voll einstellbare Öhlins Upside-Down-Gabel mit 48 mm Standrohrdurchmesser und das progressiv angesteuerte, ebenfalls voll einstellbare, Öhlins Federbein verrichten ihre Arbeit wirklich harmonisch. Je nach Setting bügelt das Fahrwerk Fahrbahnunebenheiten gnadenlos weg oder ist eben maximal sportlich ausgerichtet. Ehrlich gesagt lässt das Fahrwerk kaum einen Wunsch offen. Die feine Öhlins-Ware ist jedoch nur in der S-Variante enthalten. Die “normale” Monster 1200 muss sich mit einer Kayaba USD Gabel mit 43mm und Sachs Mono-Federbein “begnügen”.

Im Sattel bekommt man ein sehr sauberes Feedback von der Straße, das zwar nicht ganz so messerscharf wie auf einem Supersportler aber dennoch erste Güte ist. Ein toller Kompromiss aus Sportlichkeit und Komfort und zu keinem Zeitpunkt ist man mit der Leistung des Motorrads überfordert. Einen kleinen Kritikpunkt gibt es jedoch. Bei einem Drehmoment von 124 Nm die bereits bei 7750 U/min anliegen und einer Motorleistung von 147 PS Spitze, bei 9.250 U/min, hätten wir uns in dieser (Preis-)Liga gerne einen Lenkungsdämpfer gewünscht. Je nach Straßenverhältnissen kann es hier und da dann doch schon mal zu etwas Unruhe im Lenker kommen, die man hätte perfekt durch einen Lenkungsdämpfer abfangen können.

Fahrverhalten der Monster 1200 S auf der Landstraße

Das Fahrverhalten der Ducati Monster lässt sich wohl mit zwei Wörtern am besten beschreiben - Emotion pur!

Die Monster gehört zu einen der wenigen Motorräder auf das man sich drauf setzt, schnell wohlfühlt und unmittelbar viel Spaß hat. Die Symbiose aus dem starken Testastretta Triebwerk, dem hochwertigen Öhlins Fahrwerk und der umfangreichen Elektronik sorgen für Fahrspaß und Harmonie, bei der die Emotionen nicht zu kurz kommen! Warum? Weil du die Möglichkeit hast die Ducati an deinen Fahrstil und deine Vorlieben individuell einzustellen. Der italienische Zweizylinder strahlt eine tolle Kraft mit italienischem Charme und fast schon deutscher Perfektion aus. Trotzdem kommt auch das Fahrwerk nicht zu kurz und die Ergonomie stellt einen tollen Kompromiss aus Fahrspaß und Komfort dar. Selten saßen wir so komfortabel auf einer Maschine und hatten dennoch so viel Spaß im Sattel!

Das alles sorgt dafür, dass sich die Ducati harmonisch auf der Landstraße manövrieren lässt und gerade auch in engen spitzen Winkeln eine gute Figur macht. Aufgrund der ausgefeilten technischen Ausstattung der Monster 1200 S muss man zudem keine großen Gedanken daran verschwenden, dass eventuell mal zu viel Leistung vom Aggregat abgerufen wird und die nur 213 Kg fahrfertige Maschine ausbrechen könnte.

Der Fahrspaß der Monster 1200 S steht ganz klar im Vordergrund

Man kann sich auf das reine Fahren konzentrieren und einfach Spaß haben. Die langen Radien und teils engen Spitzkehren der Eifel haben uns auf der Monster einfach Spaß ohne Ende gemacht. Als erfahrener Pilot im Sattel fühlt man sich zu keinem Moment überfordert, die Maschine verrichtet ihre Dienste butterweich in fast jeder Lage. Falls man dann zwischenzeitlich sportlicher unterwegs sein möchte, genügt eine moderate Drehbewegung am Gasgriff und die Maschine beschleunigt dich rigoros auf das angepeilte Tempo.

Ducati Monster 1200 S - Das solltest Du wissen:

  • Etwas negativ aufgefallen ist uns der doch recht starke Winddruck auf dem Sattel, der durch die recht aufrechte Sitzposition in moderaten Geschwindigkeiten ab 130 Km/h deutlich spürbar ist. Die Ducati Streetfighter V4 S beispielsweise ist deutlich aerodynamischer gestaltet und lässt den Fahrer auch höhere Geschwindigkeiten deutlich gelassener abrufen.

  • Auch der Quickshifter Bedarf an der Monster 1200 S etwas an Eingewöhnung, bis man den richtigen Druckpunkt am Schalthebel in Kombination mit Gasgriff Stellung für sich selbst herausgefunden hat. Gerade in den ersten Stunden auf der Maschine haben wir hier und da so manche Tücken gehabt den nächsten Gang einzulegen. Es bedarf eben einer etwas stärkeren Betätigung des Gaswegs bevor man mit moderaten Lastwechseln in den nächsthöheren Gang gelangt - etwas gewöhnungsbedürftig, das können andere mittlerweile noch besser.

Die Monster ist und bleibt eben ein klassisches Italo Naked Bike mit puristischen Wurzeln, feiner Ausstattung und noch modernerer Technik an Board.

Julianes Fazit zur Monster 1200 S :

Ein traumhaft schönes Bike, das man sportlich und aggressiv, allerdings auch entspannt und im alltäglichen Leben wunderbar bewegen kann. Das umfangreiche Elektronikpaket mit u.a. Kurven-ABS, Traktionskontrolle und drei Fahrmodi, hat mir bei unserer Testfahrt ein sicheres Gefühl vermittelt. Ich hätte mir zwar einen geschmeidigeren Quickshifter gewünscht, aber der emotionale Motor, der einfach verstellbare Sitz (795 mm - 820 mm) und die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten haben mich überzeugt.

Tibors Fazit zur Ducati Monster 1200 S :

Der Duc Klassiker schlechthin. Ob jetzt ganz in schwarz ist Geschmackssache. Ducati muss für mich Rot sein, jedoch trotz des Gewichts ein sehr wendiges und agiles Bike mit ordentlich Dampf und tollem Bums.

Die Historie zur Monster-Legende:

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Fazit: Ducati Monster 1200 S

Die Ducati Monster generiert aus dem 1200 ccm großen wassergekühlten Testastretta-Zweizylinder satte 147 PS und starke 124 Nm Drehmoment. Damit bist du in jeder Lebenslage auf der Landstraße mehr als nur gut motorisiert! Das Gesamtkonzept aus leichtem fahrfertigen Gesamtgewicht von 213 Kg in Kombination mit hochwertigen Öhlins Fahrwerk und Top Assistenzsystemen, macht die Maschine zu einem nahezu perfekten Naked Bike. Klassisches, zeitloses Design gepaart mit modernen Komponenten machen diese Italo Schönheit zu einem "Geheimtipp" in Zeiten von 200 PS + Hyper Naked Bike Raketen! Kleinere Kompromisse muss man beim Windschutz und dem Quickshifter eingehen. Letzterer brauch ein wenig persönliche Eingewöhnung.


  • 147 PS Leistungsstarkes Aggregat mit viel Drehmoment bereits bei geringer Drehzahl
  • Traumhafte elektronische Ausstattung, DTC, DWC, RbW und und und..
  • Fahrmodi und Assistenzsysteme sind frei konfigurierbar
  • Hochwertiges Fahrwerk und tolle Sitzposition
  • Sehr stimmiges und harmonisches Gesamtkonzept - agil und wendig! Emotionale Italo-Schönheit!
  • Der Quickshifter Bedarf etwas an Feingefühl bis man den richtigen "Dreh" raus hat
  • Windlast am Oberkörper nimmt ab 130 Km/h merklich zu
  • Ein Lenkungsdämpfer in der S-Variante wäre das i-Tüpfelchen gewesen

Bericht vom 10.06.2020 | 19.660 Aufrufe

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