ContiAttack SM Evo Test auf Landstraße und Supermoto-Track

ContiAttack SM Evo Test auf Landstraße und Supermoto-Track

Die neue Supermoto-Waffe von Continental unter der Lupe

Conti stellte im Herbst auf den großen Messen die neuste Evolutionsstufe ihres beliebten Supermoto-Reifens vor, den ContiAttack SM Evo. Nun haben wir den Pneu gleich für einen umfangreichen Einzylinder Konzeptvergleich ausgewählt. Husqvarna 701 Supermoto, KTM 690 Duke und Husqvarna Vitpilen 701 wurden dementsprechend einheitlich mit dem schwarzen Gold aus Korbach in der Dimenison 120/70 R17 bzw. 160/60 R17 ausgerüstet. Dem ungetrübten schräglagen-Spektakel stand somit nichts mehr im Wege.

ContiAttack SM Evo im Test - was kann die neue Spaßmaschine aus Korbach?

In der sportlichen Einzylinder-Szene im Allgemeinen und unter Supermoto-Fans im Speziellen, gilt der Vorgänger ohne dem Zusatz "Evo" schon länger als tolle Empfehlung für´s heimische Winkelwerk. Den gelegentliche Ausflug auf die Kart-Strecke steckt der Reifen ebenfalls bedenkenlos weg. Die relativ spitze Kontur, die minimalistisch profilierten Flanken und der superbe Trockengrip, welchen der Reifen im warm gefahren Zustand liefert sind in Summe eine Macht. Zusammen mit dem gutmütigen und breiten Grenzbereich eben ein echter Spaßgarant. Doch damit war die Zielgruppe relativ spitz definiert und genau hier hat Conti mit dem neuen ContiAttack SM Evo angesetzt. Das neue Compound, mit leicht erhöhtem Silica Anteil, soll dem Fahrer bei Nässe ein sicher(er)es Vorankommen ermöglichen. Die Laufleistung wurde zudem auch etwas nach oben geschraubt. Im Gespräch mit den Conti Entwicklern, war noch interessant zu hören, dass durch die Veränderung der Gummi-Mischung speziell am Vorderrad ein besseres und transparenteres Gripverhältnis herrschen soll. Dieser wohlklingende Informations-Input schrie für unsere 1000PS Redaktion förmlich nach einem Test.

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ContiAttack SM Evo auf der Landstraße

Husqvarna 701 Supermoto, KTM 690 Duke und Husqvarna Vitpilen 701 wurden, wie eingangs bereits erwähnt, einheitlich mit dem neuen Conti besohlt. Drei komplett unterschiedliche Fahrzeug-Konzepte mit einer Gemeinsamkeit - dem grandiosen 692,7 ccm Aggregat aus Mattighofen. Kaum hatten wir nach dem Reifenwechsel die Werkstatt verlassen, konnte bereits ordentlich umgelegt werden. Das Schöne an sämtlichen Continental Motorradreifen ist die sogenannte Traction Skin Oberfläche. Der Reifen wird ohne Trennmittel aus der Form geholt und mit einer rauen Oberfläche versehen, so dass quasi ab den ersten Metern schon der Fahrspaß beginnen kann.

Für den Test selbst, suchten wir uns ein mit engen Kehren und kompakten Radien versehenes Stück Landstraße in unserer Umgebung. Feinstes Supermoto-Terrain sozusagen. Schnell stellte sich vertrauen ein und bald scharrten an der KTM 690 Duke sowie an der Husqvarne 701 Supermoto die Fußrasten über den Asphalt. Der Reifen verleitet durch sein berechenbares, vertrauensschaffendes Handling sowie die sportlich, agile Karkassenform regelrecht zu tiefen Schräglagen. Den nahenden Grenzbereich kündigt der Reifen frühzeitig und gutmütig an. Unsere forcierten Rutscher über´s Hinterrad ließen sich gut kontrollieren und können mit etwas Übung auch bewusst am Kurvenausgang eingesetzt werden. Der Grip am Vorderrad ist übrigens superb, hier rührt sich nix. Im besten Sinne wohlgemerkt - denn weder beim Anbremsen noch in tiefer Schräglage stellten unsere Tester mangelnden Grip oder ein intransparentes Verhalten fest.

ContiAttack SM Evo auf Husqvarna 701 Vitpilen

Besonders gespannt waren wir auf die Performance der 701 Vitpilen mit den Conti Pellen, da sie schon von Haus aus die radikalste Geometrie im Vergleich mitbringt. Soll heißen: steilster Lenkkopfwinkel, kürzester Nachlauf, kürzester Radstand, aggressivste Sitzposition. Wie vermutet unterstreicht der sportlich geschnittene ContiAttack SM Evo nochmal diese Parameter. Die Vitpilen war damit echt eine ultra-agile Waffe geworden. Für sportlich versierten Piloten des Silberpfeils kann sich der Conti Attack SM Evo möglicherweise als Geheimtipp entpuppen, wohingegen sanftmütigen Eisdielen-Posern das Handling zu radikal erscheinen wird. Trotz der Retro-Racer-Sitzposition mit kurzen Lenkerstummeln ließ sich die Vitpilen ungeahnt spielerisch durch schnelle Wechselkurven zirkeln und überraschte mit Ihrer Leichtfüßigkeit im Test.

Bis ans Limit auf der Supermoto-Strecke

Um herauszufinden wie sportlich der Reifen nun wirklich kann, montierten wir Ihn im zweiten Teil unseres Tests auch noch auf eine Wettbewerbs-Supermoto vom Typ Husqvarna FS 450. Allerdings nur das Hinterrad, an der Front bot sich mangels lieferbarer 16,5 Zoll Dimension keine Möglichkeit zum Test des neuen Conti. Am Vorderrad steckte dann jedenfalls ein Racing-Slick unter der 80 Grad warmen Heizdecke und am Heck der (kalte) ContiAttack SM Evo - eben ein echter Härtetest. Umso erstaunlicher war es, dass bereits nach einer Runde auf der rund einen Kilometer langen Piste voll ans Limit gegangen werden konnte. Insgesamt spulten wir 12 Runden am Stück mit dem Reifen ab, welcher absolut alles mitmachte und keine Ermüdungserscheinungen zeigte. Unsere beiden Profis im Test, Erwin Grubmüller (Supermoto Instruktor) und Tibor Simai (ambitionierter Hobby Racer) zeigten sich an dieser Stelle echt begeistert von der neuen Schöpfung aus Korbach. Auch die KTM 690 Duke sowie die Husqvarna 701 Supermoto funktionierten auf der Rennstrecke spitzenmäßig mit dem ContiAttack SM Evo, so dass hier echte Nehmerqualitäten attestiert werden können.

ContiAttack SM Evo - Luftdruck, Dimensionen, Laufleistung

Auf der Straße fuhren wir in unserem Test mit der standard Empfehlung des Luftdrucks von 2,0 Bar an der Front und 2,0 Bar am Heck. Auf der Supermoto-Strecke experimentierten wir vor allem mit der FS 450 ein wenig herum und landeten dann schließlich bei 1.6 Bar kalt bzw. 1.8 Bar warm, was uns am besten zusagte. Erhältlich ist der Reifen zur Zeit in drei Dimensionen am Hinterrad (140/70 R 17, 150/60 R 17, 160/60 R 17) und in zwei Dimensionen für's Vorderrad (110/70 R 17, 120/70 R 17). Für jene, die nun noch nach der Haltbarkeit fragen: Es liegt auf der Hand das dieser Reifen bei all seinen tollen, sportlichen Eigenschaften kein Laufleistungswunder wird. Dennoch sprach man seitens Conti von ca. 10 % mehr Kilometerleistung dank neuem Compound.

ContiAttack SM Evo Fazit

Abschließend kann man zusammenfassen, dass mit dem Evo ein tolles und bewährtes Produkt noch weiter verbessert wurde. Zu den ohnehin perfekten sportlichen Qualitäten des Reifen gesellt sich nun ein Hauch mehr Alltagstauglichkeit, was ihn somit für ein breiteres Publikum Interessant macht. Gefällt uns!

Autor

Bericht vom 22.06.2018 | 9.656 Aufrufe

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