Piaggio X7 300 i.e

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Über die anerkannten und die neuen Talente des Piaggio X7 mit dem starken 300 ccm-Antrieb.

Piaggio X7 300i.e.

Taxi zum Flughafen

Taxi zum Flughafen

Schnittiger Alltagsbegleiter: Die Blautönung des Windschilds ist auch neu.

 

Ein Ausflug, ein Tages-Termin: Wien-Stuttgart-Wien. Aus-Flug im besten Sinne des Wortes. In der Früh mit der AUA hin, am Abend mit der Lufthansa zurück. Kommt oft vor. Das Ticket kommt per E-Post. Ich schau drauf. Und mir fällt alles runter. Da steht: Abflugzeit: 6.45 h! Nachtschlafende Zeit! Um fünf Uhr in der Früh schon aufgestanden sein! Das ist aber nicht das einzige Problem. Wie kommt man da mit Öffis zum Flughafen. Ein Taxi rufen ist zwar bequem, das kostet aber fast schon eine halbe Miete. Nicht viel günstiger ist es, das Auto zu nehmen. Die Parkgebühren für einen Tag reichen zumindest an eine Viertel-Miete heran. Na, dann nehmen wir doch ein/das Motorrad. Ist aber auch blöd. Den ganzen Tag mit dem Helm und der Ledernen in der Hand herumrennen ist nicht abendfüllend. Zumal der Laptop und sonstiges Basis-Bürozeugs ja auch noch mit muss. So was wie ein Topcase ist erstens nicht zur Hand und wird zweitens nicht einmal im Traum in Betracht gezogen.

Ha! Ein Roller. Mit Stauraum unter der Sitzbank. Das ist die Lösung. Schließlich gibt’s auf dem Flughafen in Wien-Schwechat einen Motorrad-Parkplatz.

 

Aber: Welcher Scooter hat genügend Stauraum unterm Sitz für Helm/Jacke/Handschuhe? Bei den meisten passt maximal ein Jet-Kapperl und sonst gar nichts mehr rein. Da grinst mich aus dem Piaggio-Sortiment ein Neuer an: der X7 300i.e. So ganz frisch ist der zwar nicht, es gibt ihn ja schon länger, als 125er, 250er und 400er, aber fürs Modelljahr 2009 wurde er in Pontedera Design- und Technik-seitig aufpoliert, bekam außerdem jenes 278,3 ccm-Aggregat eingepflanzt, das in der Top-Vespa für starken Vortrieb sorgt.
Na gut, dann nehmen wir doch den. Weil der, und das haben wir vorsorglich vorher erprobt, die Hut/Jacke/Handschuh- und Kleinzeug-Kombination locker schlucken kann. Gesagt, getan. Ein in diesem Sommer ausnahmsweise trockener Frühmorgen im Juli macht das Aufstehen um vier Uhr früh zwar nicht leichter, aber das Wissen, dass auch ein eventuell auftretender Stau kein Problem sein würde, das beruhigt. Beruhigend ist auch, dass das ausladende Windschild des X7 vor dem Fahrtwind schützt. Denn es ist saukalt! Man könnte ja auch was Wärmeres anziehen, aber der Wetterbericht hat ja Sommer versprochen. Und der Tag ist noch lang, diesmal besonders, da er so früh beginnt. Was auch wieder was hat: Selten kommt es vor, dass man in den Sonnenaufgang fährt. Geil, wie sich die rote Scheibe am Horizont langsam höher schiebt. Auch wenn sie durch das neuerdings bläulich getönte Windschild ein bissl eine komische Farbe hat, stark grünlich. Immerhin sind da die klammen Finger und die scheppernden Knie schnell vergessen.

 

Zum Glück gibt’s auf dem Wiener Flughafen einen
Motorrad-Parkplatz. Zu groß ist der aber nicht.

Vergessen allerdings hatte ich, WIE der Motorradparkplatz zu erreichen ist. Unversehens habe ich mich verfranzt und bin fast schon wieder unterwegs zur Flughafenautobahn. In Richtung Wien. So Wind-abweisend der Windschutz auch ist: Mittelkleine Menschen können zwischen dreierlei Schau-Modi wählen: Buckeln und durch die leicht verzerrende Scheibe schauen. Normal sitzen und genau die gewölbte und damit stark verzerrende Kante in Augenhöhe haben. Sich strecken und fahrtechnisch völlig undynamisch stocksteif draufsitzen. In irgendeinem Zwischen-Modus hatte ich wohl ein Hinweisschild übersehen. Ich bin letztlich trotzdem auf dem richtigen Parkplatz gelandet, weil ich – psssst! – zu einem nicht ganz legalen Umkehr-Manöver gegriffen habe. Aber jetzt weiß ich wenigstens wo’s langgeht.
 

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Staufach zur Linken, in der neuen Generation mit einem Schnapperl versehen, dass es währen der Fahrt nicht aufspringt. Eine Sitzbank, unter die wirklich ein Vollvisierhelm passt. Und die Jacke und die Handschuhe und das Halstuch dazu.

Klein ist der nicht. Deshalb gibt’s auch viel Licht vorne – mit bläulichem Klarglas - sowie hinten.

 

Der „Rest“ des Plans ging voll auf: X7 abstellen, alles, was ich für die weitere Reise nicht brauche, unter die Sitzbank stopfen, zusperren und entspannt zum Gate gehen. Der Tag in Stuttgart und Umgebung war großteils nicht ganz so sommerlich wie angekündigt. Hätte ich genauer auf die örtliche Wettervorhersage geachtet, hätte ich die Jacke nicht unter die Sitzbank gestopft sondern mitgenommen. Wie auch immer: Bei der abendlichen Landung in Wien war wirklich Sommer. Und der X7 erwartete mich. Die 17.30-Uhr-Rush-Hour auf der Tangente konnte mich nicht bekümmern, ich pfeilte zwischen den Kolonnen vorbei, den Kollegen in ihren Blechkäfigen fröhlich zuwinkend. Damit hat der X7 die Anforderung als Taxi zum Flughafen besser bestanden als es ein „richtiges“ Taxi hätte erfüllen können.

 

Als 300er hat der X7 ganze 0,1 PS und 1,632 Nm mehr als der 250er. Das liest sich auf dem Papier eher bescheiden. In der Praxis aber bringt das genau dort, wo der Viertelliter-Kollege bisher ein bissl brustschwach ausgeschaut hat, eine Menge: beim Ansprechverhalten und beim Durchzug. Weil die 22,4 PS schon bei 7.500 Touren anstehen (250er: 20,3 PS bei 8.750 U/min) und das Maximal-Drehmoment von 23,8 Nm bei 5.750 Touren (250er: 22,168 Nm bei 6.750 U/min). In der Top-Speed bringt’s allerdings kaum etwas, die Tachonadel zittert sich bei vollem Gasanschlag zwar schon näher an die 150 km/h-Marke, aber das ist ein Tempo, bei dem sich der X7 nicht mehr so recht wohl fühlt. Pilot beziehungsweise Pilotin auch nicht. Da greift der Wind bereits recht heftig an, da setzt’s sprungartige Versetzer, und das Fahrwerk zeigt zwar keine Ausbruchstendenzen, aber es wirkt zunehmend schwammig. Immerhin bleibt man so innerhalb des legalen Autobahn-Speed-Limits. Und innerhalb der Leistungsfähigkeit der Bremsanlage.

   

Die Tankentriegelung sitzt leicht auffindbar am rechten Lenker, gibt die Klappe zum Tankverschluss im Keller frei.

Der Hauptständer ist Serien-Mitgift, einen Seitenständer gibt’s im Zubehör-Programm. Auspuff-Endtopf: kein Styling-Highlight – wie bei dem meisten Rollern.
   

Insgesamt hat Piaggio den X7 – wie die gesamte Palette – fürs 2009er-Jahr rundherum aufgefrischt. Dazu gehört neben der Kraftspritze auch, dass das Staufach auf der linken Seite mit einem neuen Schließ-Mechanismus versehen wurde. Ein neues Schnapperl garantiert jetzt, dass die Verschlussklappe nicht dann aufgeht, wenn sie das nicht tun soll: auf holpriger Strecke, während der Fahrt. Heikle Kleinigkeiten wie Telefone allerdings sollte man entweder bei sich tragen oder einwickeln, die scheppern und klappern sich in der Hartplastik-höhle sonst möglicherweise kaputt. Das aber sind Kleinigkeiten. Keine Kleinigkeit ist, dass Piaggio mit der Farb-Mode geht. Deshalb gibt’s den X7 auch Weiß. Wie die Flughafen-Taxis.
 

Piaggio X7 300i.e.: Roller-Granturismo mit großem Antrieb und großem Raumangebot dran und drin. Fürs City- & Highway-Commuting, solo & zu zweit.


Piaggio X7 300i.e. - Technische Daten

 

Motorbauart Einzylinder Viertakt, 4 V
Hubraum 278,3 ccm
Bohrung & Hub 75 mm x 63 mm
Leistung 16,4 kW (22,4 PS) bei 7.500 U/min
Max. Drehmoment 23,8 Nm bei 5.750 U/min
Kompression 11:1
Starter/Batterie Elektro
Getriebe CVT
Gemischaufbereitung elektr. Einspritzung
Kühlung Flüssigkeit
Rahmen / Schwinge Doppelschleife, Stahl
Federung vorne / hinten Telegabel 35 mm / Sterofederbeine
Federweg vo. / hi. 90 / 90 mm
Bremse vo. / hi. Monoscheibe 260 mm / Monoscheibe 240 mm
Felgen vo. /  hi. 3.5 x 14" / 3.5 x 13"
Bereifung vo. / hi. 120/70 14 / 140/60 13
Länge / Breite 2.060 mm / 745 mm
Radstand 1.480 mm
Sitzhöhe 790 mm

 

Listenpreis 4.900,- Euro / Einführungspreis 4.599,- Euro
 


 
 

Text: Trixi Keckeis
Fotos: Piaggio/Trixi Keckeis


 

 

Bericht vom 12.08.2009 | 73.563 Aufrufe

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